Eurowings: Mit diesen Wetlease-Partnern gängelt Euch der Billigflieger im Sommer

Foto: Eurowings

Viele Fluggäste kennen das Phänomen: Man bucht ein Flugticket bei einer Fluggesellschaft und sitzt plötzlich in einem ganz anderen Flugzeug. Viele Fluggesellschaften kompensieren fehlende eigene Kapazitäten mittlerweile mit genannten Wetlease-Anbietern. So treibt es auch Eurowings im Sommerflugplan 2023 sehr bunt und setzt auf gleich drei fremde Airlines, die für den Billigflieger aus dem Hause Lufthansa Flüge durchführen.

Eurowings verfügt derzeit über rund 100 Flugzeuge der Typen Airbus A319, A320 und A321. Doch das ist nicht genug, um den ambitionierten Flugplan im Sommer 2023 mit eigenen Maschinen aufrecht zu erhalten. Daher setzt die Low-Cost-Airline verstärkt auf Wetlease-Anbieter, die Flugzeug und Personal stellen. Während der Hochsaison setzt Eurowings dabei auf Air Baltic, TUIfly und die litauische Avion Express bzw. der Tochterfirma aus Malta.

Wer Eurowings bucht, landet im Sommer vielleicht auf einem TUIfly-Sitz.

Eurowings gängelt Fluggäste im Sommer mit Wetlease-Partnern | Unterschiedlicher Komfort

Die Kooperation mit TUIfly ist dabei nicht neu. Schon seit langem nutzt Eurowings zwei 737-800 der TUIfly, um Ziele ab Köln-Bonn zu bedienen. So wie es einst auch schon Airberlin tat. Ausgebaut wird die Partnerschaft mit Air Baltic. Fünf Airbus A220-300 mietet der deutsche Billigflieger in den kommenden Monaten von Air Baltic. Während der Flug mit TUIfly auf Grund der eingeschränkten Beinfreiheit von 76 Zentimeter eine echte Niete ist, kann ein Flug mit Air Baltic durchaus eine Verbesserung sein. Denn Air Baltic bietet in seinen A220 auf den meisten Plätzen 81cm Sitzabstand. So viel wie es bei Eurowings nur in der Business Class oder auf den „Extra Legroom“-Sitzen auf einigen Flugzeugtypen gibt.

Richrtig brutal dürfte es hingegen bei Avion Express Malta zugehen. Die vierzehn Airbus A320, die von den Maltesern zum Einsatz kommen, dürften kaum über mehr als 74 Zentimeter Sitzabstand verfügen. Laut aerotelegraph.com beteuert ein Eurowings-Sprecher zwar, dass die Partner nach „höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards der Lufthansa Group“ ausgewählt wurden. Dass das zumindest in Sachen Qualitätsstandards demnach nicht der Fall sein kann, macht aber allein der Aspekt des Sitzabstandes deutlich.

Air Baltic geht ebenfalls weiter für Eurowings in die Luft.

Eurowings gängelt Fluggäste im Sommer mit Wetlease-Partnern | Frankfurtflyer Kommentar

Wetlease ist in meinen Augen ein heikles Thema. Denn man bekommt selten das, was man erwartet. Selbst wenn Eurowings – wie angekündigt – seine Fluggäste vorab auf die ausführende Airline hinweist, kann der Otto-Normal-Verbraucher mit dieser Information meist nichts anfangen. Die Überraschung folgt dann beim Boarding oder wenn die Knie an den Vordersitz gedrückt werden.

Besonders fragwürdig wird ein Wetlease unter dem Aspekt, dass Eurowings in den vergangenen Monaten selbst für andere Airlines eingesprungen ist. Konkret hat Eurowings einige Flüge für die Mutter Lufthansa durchgeführt. Das mag zwar sehr profitorientiert sein, ist im Grunde aber eine Irreführung des Kunden.

Quelle: aerotelegraph.com

18 Kommentare

  1. Ich bin im Oktober mit der EW durchgeführt von Avion Express Malta von Stuttgart nach Wien geflogen und war entsetzt was Eurowings ihren Kunden zumutet. Ich saß in einer alten Wizzair-Maschine die völlig heruntergekommen war. Nicht einmal Wizzair fliegt noch mit so einer schäbigen Kabine rum. Ich hatte noch nie in einem Flueger eine so enge Bestuhlung. Bei einem Gespräch nach der Landung, hat eine Flugbegleiterin erzählt dass sie mehr arbeiten muss als sie eigentlich darf und dass Avion Express Malta das Europäische Arbeitsrecht ziemlich egal sei, was eben zur Lasten der Sicherheit geht. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wieso die LHG solche Charterfluggesellschaften überhaupt für sich fliegen lässt.

  2. Hab mich auch mal nach nem Flug von Avion Express Malta mit der Stewardess unterhalten nach einer Spätlandung in PAD statt DUS. Sie meinte sie hätten jetzt nächsten Tag keine Flüge wg. der Verspätung und somit auch kein Geld da sie nur nach reiner Flugzeit bezahlt würden. An dem Tag hatten sie nur DUS-BHX-DUS und am nächsten Tag gar nichts. Unterkunft in DUS mussten sie selbst bezahlen. Unglaublich was im LH Konzern alles möglich ist…

  3. also als erstes find ich ja mal das Euro Wings kein unbedingt da low cost Carrier ist… wenn man sich die Flugpreise anschaut ist das definitiv nicht der Fall…
    als nächstes muss ich feststellen dass ich wenn ich mit Eurowings fliege immer einen perfekten Service und saubere Maschinen vorfinde das hat mit Low Cost carrier auf einer Stufe mit Corendon oder Ryanair mal gar nichts zu tun…..
    des weiteren kann ich auch nicht behaupten dass TUIfly schlechte Flugzeuge oder Sitze oder Service hat… ich bin damit immer gut von A nach B gekommen und war sehr sehr sehr sehr zufrieden…

    und zu Air Baltic kann ich sagen dass das Alter der Maschinen ja knapp bei 5 Jahren liegt (A220-300)…. und wer mal mit Air Baltic geflogen ist wird feststellen dass es da einen grandiosen Service gibt und man dort unwahrscheinlich bequem sitzt…. ich weiß nicht was es hier in diesem Beitrag überhaupt zu meckern gibt….

    klar ist auch dass ich heute bei Gepäck bei Serviceleistungen Getränke und Essen und je nachdem wo ich sitzen möchte immer drauf zahle das ist vollkommen normal… bin aber der Meinung dass es Eurowings TUIfly oder Air Baltic schaffen wirklich gut zu sein im Gegensatz zu anderen die sich hier in Deutschland tummeln…
    ich würde erschaudern wenn Eurowings Corendon Sunexpress oder sonst welchen Schrott.. als wet lease Partner nehmen würde….

    • Artikel gelesen?

      Wobei ich anmerken muss, dass die Hygiene bei EW wirklich abartig ist. Ich hab schon überlegt eine extra Geschichte dazu zu machen, nachdem EW bei unserem Vergleich sonst gut abgeschnitten ist. Die Ferkel reinigen Ihre Maschinen teilweise nicht mal, wenn sie über Nacht irgendwo stehen.

      Die TUIfly Maschinen waren schon zu AB-Zeiten der Zonk. Dabei das Personal nicht mal erwähnt.

      • wird überhaupt noch irgendwo richtig gereinigt?
        Samstag LH „Business“: Beim Einsteigen Krümel auf dem Sitz. Das war der erste Flug dieser Maschine an diesem Tag, sie stand über Nacht am Gate. Somit wurde da (außer Müll einsammeln) nicht mal ansatzweise gereinigt.

        • Zumindest drängt sich der Eindruck auf, dass nicht mehr. Es gibt ja nicht umsonst den Spruch, dass der Traytable der bakterienreichste Ort des Flugzeugs ist.

  4. Sei froh, dass du dich mit denen Unterhalten konntest.
    Bei anderen Wetlease Anbietern spricht die hochqualifizierte Crew kein Wort Deutsch und Englisch geht meist auch nur Wort für Wort.

  5. Mangelnder Komfort als Qualitätsmangel, ja, definitiv. Aber ab wann ist mangelnder Komfort ein Sicherheitsrisiko? Bei 74cm Sitzabstand muss man sich fragen, bis zu welcher Körpergröße man noch eine Sicherheitshaltung einnehmen kann, wenn es mal schief läuft. Bekomme ich bei der Buchung einen Hinweis darauf? Das Leben der Passagiere wird hier billigend einem vermeidbarem Risiko ausgesetzt.

    • EW äußert sich so, dass man darauf hingewiesen wird. Und bisher tun sie das auch. Allerdings muss ich bei Buchung z.B. in der App schon auf ein kleines „i“ klicken, damit ich das erfahre. Sonst sehe ich das erst nach der Buchung.

  6. Wir sind einmal mit airBaltic auf einem Swiss-Flug (Business) geflogen. Die gesamte Swiss Crew war zum Einlernen mit an Bord. Das Personal von airBaltic war sehr freundlich, Englisch kein Problem, und was Flugzeug war neueren Datums.
    Über airBaltic kann ich also nichts Negatives sagen.

  7. Vorab: Ich lese den Frankfurtflyer gerne und finde den Großteil eurer Artikel sehr informativ! Was euch aber in den letzten Tagen geritten hat, mit den Überschriften auf Bild-Zeitung-Niveau herabzugehen („Schurkenstaaten“, „EW „gängelt“…) ist mir nicht verständlich und schadet eurem Ansehen mehr als das es Aufmerksamkeit erzeugt.

    • Vielen Dank für Deine Meinung. Kannst Dir ja sicher vorstellen, dass ich das etwas anders sehe, denn sonst hätte ich es so nicht geschrieben.

      Ich finde auch, dass die Diskussion ein sehr hohes Interesse an dem Thema zeigt.

      Ich wiederhole mich da, aber BILD-Nivea werde ich immer als Lob verstehen und widerspricht in meine Welt vollkommen dem Verb „herabgeben“.

  8. Kleine Anmerkung: Aviation express hat nicht gerade die neusten Flugzeuge aber ist der „Mercedes“unter den wetlease Gesellschaften.
    Die sind was die Operation belangt noch ziemlich professionell (aber nicht die Ausbeuterverträge)
    SLX hat das Audit für 2022 bei Eurowings nicht bestanden.
    Eurowings besteht u.a. auch darauf, das die Crews auch Sozialabgaben irgendwo bezahlen, glaub die Crews waren 2022 alle in Zypern versichert. Das ist nämlich ein großes Problem da sich die EU nicht kümmert um solche Dinge und ein rechtsfreier Raum entstanden ist welcher der Ausbeutung von Luftfahrt Person nichts entgegen setzen kann.
    Die Crews werden gnadenlos ausgenutzt und wir eine Zitrone erpresst.

    Wie soll eine Sicherheitskultur bei solchen airlines entstehen wenn die Piloten jedes Jahr nur Saisonverträge bekommen, im Zweifelsfall wird man zu einer unliebsamen Base strafversetzt wenn man nicht auch mal 5 gerade sein lassen kann, wobei Avion noch die besten sind. Andere hacken den Dienstplan und schreiben weniger Stunden auf, so kann man mehr fliegen. Das wird von der EU überhaupt nicht kontrolliert…..
    Interessiert niemanden in der EU, in Afrika, Saudi Arabien oder irgendwo in Asien wären solche airlines schon längst an Boden, in der EU fliegen sie jedoch lustig weiter weil das im Baltikum, Rumänien, Spanien oder Bulgarien niemanden interessiert….

    Natürlich versuchen die Crews auch krank zu fliegen, gibt ja nur extra Geld wenn man fliegt und der Grundlohn ist sehr gering, hat sich nach Covid noch halbiert und bei Krankheit bekommt man mit einem Servicevertrag über Dubai exact 0 Euro Gehalt… und falls man dann kündigen möchte darf man als Belohnung meistens 4000-6000 Euro blechen wenn man zu einem anderen Zeitpunkt raus möchte. Kündigungsfrist nach dem SIM check (der alle 6 Monate ist) 4 Monate. d.h. man kann pro Jahr nur in 4 Monaten kündigen.
    Das ist Pure Erpressung und echt jämmerlich, wer möchte heute eigentlich noch Pilot werden…..?
    Wer möchte dich diesen Stress noch antun, Ständige Angst vor einer Steuerzahlung, keine sozialen Absicherungen, keine Rente und dann bei airlines zu fliegen wo die Stimmung schlecht ist, das Hotel ohne Klimaanlage im Sommer, schlafen vor einem Frühflug kaum möglich, kein Frühstück etc….

    Wenn die Passagiere wüssten wo sie einsteigen würden, dann würden sie glaub freiwillig mit dem Auto in den Urlaub fahren….

    Mal sehen wann etwas passiert und wie die EU den Vorfall dann vertuschen wird …
    Gut ist das der Airbus durch die fly by wire Steuerung ziemlich sicher ist…..

  9. Ich habe für Juni 2023 EW393 von TNG nach CGN gebucht und werde lt. Ticket von der tschechischen Smartwings (QS) in einer 737-800 geflogen.

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