Review: Eurowings Discover Business Class | Frankfurt-Fuerteventura im A320

Die Discover AIrlines Business Class auf der Kurzstrecke. Archivfoto: Frankfurtflyer.de

Es ist noch kein ganzes Jahr seitdem Erstflug des neuen Lufthansa Ferienfliegers Eurowings Discover vergangen. Die kleine Airline agiert selbstständig und wächst kräftig, Flotte und Flugplan werden permanent erweitert. Im Winter gingen die ersten Airbus A320 an den Start, 4Y bietet damit Kurz- und Mittelstrecken im Mittelmeerraum, Nordafrika und den Kanaren an.

Die Flugzeuge kommen aus dem Flottenpool der Lufthansa, die Kabine gleicht dem Produkt der Konzerntöchter. Mit an Bord ist eine Business Class, die noch vor dem Beginn des Sommerflugplans aufgewertet wurde. Die Verantwortlichen reagierten auf Kundenbeschwerden und investierten in das Produkt.

Exklusiv | Eurowings Discover plant Service-Upgrade in der Business Class auf Europaflügen

Discover hatte nach der Einflottung der ersten A320 zunächst schlechte Noten für den Service erhalten, insbesondere die Business Class war nicht besonders gut aufgestellt. Welcome Drink, besseres Catering und weitere Annehmlichkeiten sollten das Reiseerlebnis in der Premiumklasse verbessern. Wir haben uns den aktuellen Stand der Dinge auf einem Flug von Frankfurt nach Fuerteventura angesehen.

Review: Eurowings Discover Business Class | Check-In & Boarding

Die Flüge bucht man entweder bei Lufthansa oder Eurowings, der Ferienflieger hat keine eigene Reservierungsplatform. Frühzeitig gebucht ist der Aufpreis für die Business Class im Rahmen, Flüge auf die Kanaren haben wir zum Teil schon ab 300€ gefunden- inkl. Zubringer von anderen Flughäfen. Ein Upgrade ist auch nach der Buchung online, am Telefon oder dem Flughafen gegen Bezahlung, eVoucher oder Meilen möglich.

Eurowings Discover hat in Frankfurt angefangen und fliegt inzwischen auch ab München. Der Check-In findet an gesonderten Schaltern statt. Dort gibt es auch einen eigenen Bereich für Statuskunden und Passagiere der Business Class. Die Wartezeit war sehr kurz, nur eine Person wartete vor mir.

Der Check-In ist auch online möglich, sobald der Buchungscode eingegeben und als Discover-Buchung erkannt wurde, wird man auf eine Seite des Ferienfliegers geleitet. Dort kann man weitere Details eingeben und den Sitzplatz ändern, die Bordkarte kommt per Mail oder geht ins Wallet.

Business-Gäste können die Lounges der Lufthansa nutzen, ich habe mich trotz des Abfluges bei B in die Panorama Lounge bei A begeben. Eine gute Wahl, denn bei B gibt es nur im non-Schengen Bereich eine Lounge. SENs und HONs können zudem die entsprechenden Lounges nutzen, das First Class Terminal ist jedoch tabu.

Weitere Details zur Buchung, den Tarifen und dem Produkt auf Langstrecke findet Ihr in unseren Reviews oder hier:

Das erwartet Euch wenn Ihr Eurowings Discover bucht

Review: Eurowings Discover Business Class | Boarding & Kabine

Etwas später als auf der Bordkarte aufgedruckt wurden Familien mit Kleinkindern und hilfsbedürftige Gäste zum Einsteigen aufgerufen, es folgten die Boardinggruppen 1 und 2. Der Airbus war an einem Gate geparkt, das Tail noch im neutralen Weiß.

Die Crew begrüßte uns mit Desinfektionstüchern, die Business Class füllte sich zuerst. Vier Reihen waren mit einem Vorhang von der Economy Class abgetrennt, etwa zehn Passagiere haben sich heute für die Plätze in der vorderen Klasse entschieden.

Der Sitz ist altbekannt und ist in der Form im gesamten LH-Konzern verbreitet. Der Mittelsitz bleibt frei, die Beinfreiheit ist in den Reihen bis zum Notausgang etwas großzügiger.

Insgesamt sind in dem Jet 180 Plätze verbaut, die schlechtesten befinden sich ganz hinten. Dort muss man teilweise sogar auf ein Fenster verzichten und hat keine wirklich guten Möglichkeiten um sich auszubreiten.

Mit den Einheitskabinen kann Lufthansa schnell Flugzeuge von einer Airline zur anderen verschieben, Dinge wie Kopfschoner oder Vorhänge können verhältnismäßig schnell und unkompliziert ausgetauscht und an eine andere Marke angepasst werden.

So ganz ist der Kranich aus der Kabine jedoch nicht verschwunden, insbesondere bei der Beladung wie dem Geschirr, Besteck, Tüchern u.ä. ist das Lufthansa-Branding präsent.

Ein dickes Plus gibt es für die Cloud, alle Passagiere können ihre mitgebrachten Endgeräte mit dem Router an Bord verbinden und das Angebot nutzen. Darin sind Filme, Serien, Spiele, Musik und aktuelle Printmedien abrufbar.

Die Moving Map zeigt den aktuellen Standort und weitere Flugdetails, die Nutzung auf einem gut vierstündigen Flug könnte aber den Akku der Gerätschaften strapazieren. Steckdosen oder USB-Lademöglichkeiten sind nicht vorhanden, Ihr solltet als den Laptop vor Abflug unbedingt aufladen und eventuell eine Powerbank mitnehmen.

Im großen und ganzen war die Kabine sauber und in relativ neuem Zustand, in dem Waschraum gab es sogar ein Duftspray und Desinfektionsmittel.

Review: Eurowings Discover Business Class | Flug & Bordservice

Am Boden wurden wir mit dem „Bay Cocktail“ begrüßt, das alkoholfreie Getränk kam gut an. Einen Welcome Drink gibt es heutzutage auf Kurz- und Mittelstreckenflügen kaum noch, die Flasche Wasser samt Erfrischungstuch bei Swiss sind schon etwas ungewöhnlich Gutes.

Der Kapitän informierte uns über 25 Minuten Slot-Delay, so lange mussten wir uns noch auf der Position gedulden. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Passagiere die Toiletten aufsuchen mussten, in kurzer Zeit bildeten sich schon Schlangen im Kabinengang. Vereinzelte Passagiere wurden darauf hingewiesen während des Fluges die hinteren Toiletten aufzusuchen.

Mit fast einer Stunde Verspätung ging es in die Luft, die Stimmung unter den Mitreisenden war gut und hätte zu diesem Zeitpunkt mit einem Getränk noch weiter verbessert werden können. Leider dauerte es beinahe eine weitere Stunde bis der Trolley in die Kabine geschoben wurde um die durstigen Kehlen zu ölen.

Der Purser stellte sich vor und erwähnte sogar alle Namen seiner Kollegen, dann wurden meine Getränkewünsche abgefragt. Er nahm sich viel Zeit, verbreitete gute Laune und hatte sichtlich Spass an seiner Arbeit. Speisekarten mit den Infos über das Sortiment gab es leider nicht, eine gewisse Übersicht findet man aber in der Bordbar-Menükarte in der Sitztasche. Die Tasche ist auch sonst gut gefüllt, bei Discover findet man dort neben der Sicherheitskarte auch einen Shop-Katalog und Werbematerial, ein Bordmagazin existiert aber nicht.

Die Getränkeauswahl ist gross, neben Softdrinks wurden Sekt und je ein Wein aus grossen Flaschen serviert, es gab zudem Bier und Spirituosen. Auf dem Wagen stand auch eine grosse auffällige Gin-Flasche, zu der der Flugbegleiter häufig gegriffen hat- Gin Tonic war heute anscheinend DAS Getränk.

Zum Aperitif hätte ich mir noch eine Knabberei gewünscht, ansonsten war der erste Eindruck vom Service sehr gut. Die anfängliche Verzögerung war entschuldigt, spätestens als ich realisiert hatte wie viel Zeit man sich für jeden Einzelnen genommen hat um Getränke zu servieren und Smalltalk zu betreiben.

Als ich vom Waschraum zurück zum Sitzplatz kehrte war das Essen auf einem Tablett bereits am Platz. Darauf Tapas und warme Kartoffeln mit Mojo sowie Früchten. Die Aluminiumschale mit Einwegbesteck, die es zu den Anfangszeiten gab, ist also tatsächlich verschwunden, die Aufmachung ist nun deutlich hochwertiger.

Dennoch könnte man hier Kritik an der Portionsgröße üben, auf dem Mittelstreckenflug wäre auch eine vollwertige warme Mahlzeit angebracht. Ein zweites Brötchen hätte es wahrscheinlich nur auf Nachfrage gegeben, dafür wurden die Gläser schnell wieder aufgefüllt.

Nach dem Service füllte sich der Kabinengang wieder, es bildete sich eine lange „Toilettenschlange“. Eine blöde Situation für Business-Gäste, wenn man z.B. gerade selbst in den Waschraum muss und sich nicht vordrängeln möchte. Geduldig wartete ich ab und bestellte bei der Gelegenheit in der Galley einen Kaffee. Dieser wurde kurze Zeit später mit einem warmen Keks serviert. Für Heißgetränke gibt es sogar Porzellan mit Eurowings-Branding.

Ein kleiner medizinischer Zwischenfall liess die Crew kurz aufschrecken, glücklicherweise hat sich die Situation als unkritisch entpuppt. Kurz vor der Landung gab es noch die aktuellen Wetterdaten aus dem Cockpit, in beiden Klassen wurden nochmals Getränke angeboten.

Bei der Gelegenheit habe ich mich dann auch für einen G&T entschieden, der Wunsch nach einer Knabberei wurde mit Chips aus der Economy-Bordbar beantwortet- eine wirklich nette Geste. Aus dem Fenster konnte ich den schönen Landeanflug beobachten, kurze Zeit später erreichten wir den direkt am Meer gelegenen Airport.

Dort war um diese Zeit ziemlich viel los, es war Nachmittag und Wochenende- Peaktime mit überwiegend deutschen Flugzeugen. Glücklicherweise war ich nur mit Handgepäck und öffentlichem Bus unterwegs, bei den Gepäckbändern und Mietwagenverleihern herrschten chaotische Zustände.

Review: Eurowings Discover Business Class | Frankfurtflyer Kommentar

Auf meinem vorherigen Flug auf die Kanarischen Inseln hatte ich das Glück mit einem Großraumjet reisen zu dürfen, die Hardware war natürlich dort wesentlich besser als im A320 von Discover. Dennoch bekommt man mit einem Business Ticket des Ferienfliegers zahlreiche Annehmlichkeiten und eventuelle Statusvorteile. Beim Loungebesuch in Frankfurt kann man sich gut auf den Urlaub einstimmen, hier sollte man aber Zeit mitbringen da es bei einigen Gates im B-Bereich keine Lounges gibt.

Das Business-Produkt an Bord ist altbekannt und unspektakulär, ohne Sitznachbarn zu fliegen ist wohl der größte Vorteil. Nach einigen Stunden wird es allerdings etwas unbequem, in der ersten Reihe sind zudem die Tische in der Armlehne installiert- die Lehne kann man also nicht hochklappen. Das Essen war ganz okay- es hätte durchaus etwas größer sein können, durch den vorherigen Loungebesuch war mein Heißhunger allerdings gestillt. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass das Essen erst dann serviert wird, wenn ich auch am Platz bin.

Die Toilettenschlange wurde irgendwann lästig, in einem gut gebuchten Flugzeug lässt es sich aber auf einem Tagflug aber wohl kaum vermeiden und fordert Verständnis. Insgesamt hat die Crew hier mal wieder etwas Besonderes aus der Reise gemacht und viel Charme versprüht. Die Tarife der Airline können mitunter sehr attraktiv sein, während der Hauptsaison oder bei kurzfristigen Buchungen steigen aber auch bei Discover die Preise steil nach oben.

12 Kommentare

  1. Nein, es gibt Besteck und Geschirr? Unfassbar. Kein Alu und Holz mehr? Dabei sollte das doch so nachhaltig sein und Geschirr und Besteck nicht. Original Aussage der Crew auf meinem Flug.

    Und anscheinend Glück gehabt mit der Crew oder sie wissen inzwischen was sie tun?

    • Kann dir nur zustimmen. Hatte zweimal das zweifelhafte Vergnügen mit 4Y in BC nach LPA zu fliegen – mit einem Wort unterirdisch.
      Essen Mini Portion und nicht unbedingt appetitlich, zum Glück in der Lounge vorher gegessen.
      Meine höfliche Frage nach einem Kissen war schon Zuviel.
      Dafür wurde ein finnisches Ehepaar auf der anderen Seite mitAlkohol abgefüllt – nach dem 10 G&T + Bier dazu, wies ich die Crew daraufhin, dass man seiner Sorgfaltspflicht mal nachkommen solle. Antwort … was soll ich denn machen, die werden noch aggressiver wenn ich ihnen keinen Alk gebe!!
      Die Toiletten wurden permanent von der Eco, trotz Vorhang blockiert und sahen dementsprechend aus.
      Der Gipfel war die Landung in FRA .., bei guten Flugbedingungen schaffte es der Pilot beim 3. Versuch! Begründung … es müsse wegen widriger Wetterlage die Landebahn gewechselt werden … Aussage für Blinde, war jedesmal die Gleiche. Beim zweiten Versuch hieß es, die Anflugrichtung müsse geändert werden – wieder Aussage für Blinde!
      Wie heißt es so schön verklausuliert in Zeugnissen … war stets bemüht
      Ich fliege jetzt nach PMI via Zürich aber dafür mit LH und Swiss.

      • Oh mein Gott! Dazu fällt mir ein Sprichwort ein: wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Wenn ich solche Passagiere wie Sie offensichtlich einer sind, in meiner Nähe habe, könnte ich im Strahl kotzen.

        • Der Spruch mit dem Wald trifft wohl eher auf sie zu … wie unschwer an ihrem Kommentar zu entnehmen!
          Trotzdem guten Flug wo auch immer hin

      • Bei Crews kann man ja immer Glück oder Pech haben (hatte gerade auch eine so gar nicht überragende bei Swiss), aber meine war halt total unerfahren, besonders in der Business. Und die Aussagen gingen so gar nicht. Dann lieber nichts sagen.

        Ich bin gerade auch ein paar Mal Edelweiss geflogen und das ist ja dasselbe Segment, aber das ist schon ein extremer Unterschied. Da hätte man was vom Konzept übernehmen können.

  2. Bin vor Kurzem mit 4Y FRA-RHO und HER-FRA geflogen und kann dem Bericht nur zustimmen.
    Crew sehr freundlich, wirklich netter Service.
    Essen und Getränke ok.
    Entertainment über das Bord-Wlan auch ganz nett und einfach in der Bedienung (keine Zusatz-App nötig).
    Ein/Ausstieg in FRA jeweils am Terminal und nicht iwo auf dem Rollfeld.
    Gäste aus der Eco, die vorne auf die Toilette wollten, wurden bei mir auch überwiegend wieder nach hinten geschickt.

  3. Danke für den Bericht. Gin Tonic war inklusive?

    Das mit den Toiletten vorn finde ich persönlich auch nicht so doll, wenn viele aus der Eco dahin strömen und nichts gesagt wird. Wiederum wenn der Flug ausgebucht ist, ist eine Toilette ganz hinten auch zu wenig irgendwie.

  4. Bei Edelweiß gibts warme, volle Mahlzeit, schon besser als das überwiegend kalte Sparmenü hier. Leider gibts ab D keinen Carrier, der was ordentliches an Reisequalität bietet. Condor BIZ ist Vergleich zu 4Y unterirdisch, va in den Museumsreifen 753. Edelweiß ist immer unsere 1. Wahl, leider manchmal mit ungünstigen Umsteigeverbindungen (1 Übernachtung in ZRH).

  5. Ich bin seit mehr 10 Jahren Lufthansa HON, fliege regelmäßig mit Eurowings auf die Kanaren und bin mit dem Produkt vollumfänglich zufrieden. Wer den Vorteil genießt, für weniger als 600 € in der BC einen Flug bis vor die Küste Afrikas buchen zu können, sollte sich mit seiner Kritik bescheiden und bedenken, daß es für diesen Preis auf vergleichbaren LH-Strecken selten auch nur ein OW-BC-Upgrade gibt. Der Vergleichsmaßstab ist hier also nicht die Lufthansa-Intercont-BC, sondern der Wettbewerb: Condor, Tuifly etc.

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