Kommt ein Verbot von Privatjets in Frankreich?

Für Privatjets dürfte in Düsseldorf sich bald ein Kampf um Slots entwickeln. Foto: Sebastian

Es war eine Frage der Zeit. Die ersten Rufe nach einem Verbot von Privatjets werden laut. Derzeit melden sich in Frankreich erste Politiker zu Wort, die Privatfliegerei komplett verbieten wollen. Andere denken zumindest laut über Steuererhöhungen für diejenigen nach, die sich den Luxus des eigenen Flugzeugs leisten können.

Nicht nur Deutschland hat eine starke Umweltlobby, auch in unserem Nachbarland Frankreich ist der Personenflugverkehr im Visier von Umweltschützern und Regierung. Frankreich ist im Flugverkehr schon jetzt extrem restriktiv. Inlands-Linienflüge wurden auf einigen Strecken bereits verboten, wenn es mit der Bahn eine adäquate Alternative gibt.

Kommt ein Verbot von Privatjets in Frankreich? | Idee der Grünen

Nun wagt der Grünen-Nationalsekretär Julien Bayou einen neuen Vorstoß. Diesmal soll es die Superreichen treffen, die mit Ihren Privatjets rund um die Welt fliegen. In einem Interview mit der Zeitung Liberation sagt er: „Es ist an der Zeit, alle Flüge mit Privatjets zu verbieten.“ Dazu will Bayou bereits im Herbst einen Gesetzesvorschlag machen.

Und er hat dafür sogar ein populistisches Beispiel  parat. LVMH-Chef (die Abkürzung steht für die Marken Louis Vuitton, Moet und Hennessey) Bernard Arnault soll mit seinem Privatjet Bombardier Global 6000 im Monat so viel CO2 ausstoßen, wie ein durchschnittlicher Franzose in 17 Jahren.

Unpopulärer Luxus: Der Flug im Privatjet. Foto: Sebastian

In der Regierung zeigt man sich da etwas verhaltener, wenn auch hier Millionäre mit Privatjets gefundenes Fressen sind. So erkennt Verkehrsminister Clément Beaune durchaus in bestimmten Fällen die Notwendigkeit von Privatflügen, will dafür aber neue Regeln definieren. Konkret bedeutet dies statt Verboten eher EU-weite einheitliche höhere Besteuerungen.

Kommt ein Verbot von Privatjets in Frankreich? | Frankfurtflyer Kommentar

Das pure Böse kommt im Privatjet daher. Nur russische Oligarchen und skrupellose Firmenbosse kommen in den Genuss von Flügen in Privatflugzeugen. Und beide passen nicht mehr in die heutige Zeit.

Unter dem Blickwinkel total logisch, dass die ersten Politiker sich diese Zielgruppe im Kampf gegen den Klimawandel ausgesucht haben.

Die einzige Überraschung, dass bei den deutschen Grünen nicht jemand eher auf die Idee gekommen ist.

Quellen: Liberation und Le Parisien via aeroTelegraph.com

Review: Hahn Air im Cessna Citation Privatjet von Düsseldorf nach Luxemburg

32 Kommentare

  1. Kann man machen, dann aber bitte auch alle Fluege der Regierungen einstellen. Was hier geflogen wird ist beachtlich und der Mehrwert in dem ein oder anderen Fall nicht unbedingt gegeben. Aber dann sind wir wider bei dem Punkt (Manche sind halt doch gleicher) @Christoph…. generell geht es ja bei Privatjets, die geschaeftlich betrieben werden, in aller Regel um die Zeitersparnis und weniger um Status. Klar, das produziert mehr CO2.

    • Natürlich kann man das Fliegen verbieten. Das Problem ist nur, wie soll man denn sonst über den Atlantik in die USA oder nach Kanada kommen? Mit dem Schiff? Wie lange soll das dauern. Eine Bahn oder Busverbindung in die USA kann und wird es nicht geben. Und wer kann schon über Wasser laufen. Selten solchen groben Schwachsinn gelesen, unrealistisch und irrational obendrauf auch noch Weltfremd!

  2. Die Idee ist gar nicht schlecht.. Viele Privatjetflüge sind unnötig und ein bisschen gesellschaftliche Mischung würde vielen, egal ob Kindern von Reichen, oder den gesellschaftlich Abgehobenen, eh gut tun..

  3. „Das pure Böse kommt im Privatjet daher. Nur russische Oligarchen und skrupellose Firmenbosse kommen in den Genuss von Flügen in Privatflugzeugen. Und beide passen nicht mehr in die heutige Zeit.“ – Ist das ironisch gemeint? Ich würde eher behaupten die gesamte Elite ist im Besitz von Privatjets. Und das genau diese Menschen Verzicht üben werden und ihre Jets abgeben werden, ist ausgeschlossen. Das dürfte eigentlich jedem klar sein!

  4. Finde die Idee eigentlich auch ganz gut. Auch wenn Sebastian mal wieder eine halbe Weltverschwörung in dem Vorschlag sieht, so ist es Fakt, dass die meisten Privatjet-Flüge nicht von Madrid nach Oslo oder von New York nach London gehen, sondern z.B. von Amsterdam nach Paris, von Hamburg nach Köln oder von Riga nach Tallinn. Solche Flüge sind unnötig, ineffizient und umweltschädlich. Und für die anderen gäbe es auch Linienflüge, zur Not kann man ja Business oder First fliegen, da ist man ebenfalls vom Geringverdiener ausreichend getrennt..

    • Nun ja, ich habe (zugegeben erst seit Kurzem) Einblick in die Privatfliegerei. Viele derjenigen, die auf dieses Transportmittel zurückgreifen, haben in meinen Augen gute Gründe dafür.

      Und gestatte mir diese Vokabel: Man kann ja Business oder First fliegen, ist Bullshit. Flieg mal Business Class, geschweige denn First Class, von Hamburg nach Ibiza. Ihr habt immer das eine konkrete Fallbeispiel, das Ihr Euch bastelt und welches funktioniert. Wenn Du Dir mal den Flugplan irgendeines x-beliebigen Charter-Privatjets anschaust, wirst Du aber merken, dass Deine Sichtweis darauf aber nicht anwendbar ist.

      • Genauso gute Gründe gibt es aber auch nach vorne zu denken. Falls die „wichtige“ Geschäftsreise von Hamburg nach Ibiza dann halt 4 statt 1 Stunde dauert oder deutlich teurer wird als bisher, wird es zumindest intern hinterfragt ob die Reise notwendig ist. Daran sehe ich erstmal nichts schlechtes. Liebe Grüße

          • Ich könnte dir morgen spontan LH 1820 von MUC nach IBZ anbieten. Übermorgen kommen noch LH 1156 und LH 1846 zum LH 1820 dazu. Ersterer allerdings von FRA aus. – Ist aber natürlich Polemik. Ich wollte damit nur aufzeigen, dass deine Aussage in ihrer Absolutheit vielleicht etwas über’s Ziel hinausschießt, Sebastian.

          • Einverstanden, Sebastian. Aber dann nimmst du heute LH 2049 als Zubringer dazu und bist bei 4:30 Stunden. Das ist sogar relativ nahe an der von Sam genannten Frist. Morgen ginge es sogar in 4:10 Stunden via ZRH.

          • Aber will ich denn umsteigen? Das machen ja viele nicht mal auf der Langstrecke gerne. Mit der Unsicherheit, dass ich den Anschlussflug verpassen? Und damit vielleicht mein Kreuzfahrtschiff. Und ist mir der Abstand zum Normalvolk in der europäischen Business Class groß genug?

            Das ist ja genau der Punkt: Man kann sich immer aus jeder Sicht (wie ich in dem Fall ja auch) sein konkretes Beispiel bauen, warum etwas funktioniert oder nicht funktioniert. Jede Reise ist individuell.

          • Wie ich bereits sagte: Das ist nicht der Punkt meiner Nachricht, Sebastian. Es geht mir darum, dass deine Aussage in ihrer Absolutheit einfach nicht korrekt ist. Sam hat von den vier Stunden statt einer gesprochen und du hast (konkludent) gesagt, dass es das in der BIZ nicht gäbe. Hier und da wäre es sicherlich, nicht mit absoluter Bestimmtheit Dinge darzustellen, sondern Raum für andere Ansicht zu lassen. Das war (und ist) mein Punkt. Nicht mehr (aber auch nicht weniger). 🙂

          • Dann antworte ich Dir jetzt, dass Deine Anmerkung zu der Absolutheit meiner Aussage nicht der Wahrheit entspricht. Denn meine Antwort mit den Linienflügen nach IBZ bezieht sich auf die Antwort von B. van Wijk.

            Den Kommentar von Sam habe ich wohlwissentlich ignoriert. Das war ja seine Meinung.

          • Ach Simon, was hat denn „Absolutheit“ damit zu tun, dass Du da irgendetwas aus dem Kontext gerissen hast? Ist doch gar nicht schlimm. Man kann doch mal was falsch lesen oder interpretieren. Das erkennt man dann oder man wird darauf hingewiesen und das Thema ist erledigt.

            Genauso wie es nicht schlimm ist, dass es unterschiedliche Meinungen zum Thema Privatfliegerei gibt.

  5. Und wieder grüßt der NEID der BESITZLOSEN!!!

    … Auch wenn ich selber nicht dazugehöre, aber ich erkenne zumindest an, dass Leute wie der o.g. LVMH-Chef (und ähnliche), mit ihrer Lebensleistung (und den paar Flügen) sicherlich 1 Million mal mehr für die Gesellschaft tun, als irgend so ein dahergelaufener Ökotyp wie dieser Bayou (und ähnliche bei uns!) – ob der auch nur einen Arbeitsplatz in seinem Leben schaffen wird oder jemals auf SELBST verdientes Geld Steuern bezahlt, darf man bezweifeln! …. Hauptsache die Wirtschaft blockieren und ÖKO-Populismus betreiben…. schöne neue Welt!

    • Leute wie der LVMH Chef sind deswegen so erfolgreich weil sie eine Flexibilität in ihrem Denken mitbringen. Man muss sich eben anpassen können an den Stand der Wissenschaft in Bezug auf das Klima. Einfach das Problem totschweigen bringt am Ende auch niemandem.
      Also der LVMH Chef und die Wirtschaft wird das verkraften können und im Sinne der Evolution hat halt der Erfolg der erfolgreich umdenken kann.

  6. Da ich selber bei einem Unternehmen mit Privatflugzeugen arbeite habe ich da definitiv einen kleinen Einblick. Unsere Flotte ist weitreichend, aber alle kleineren Maschinen sind MINDESTENS ein Mal die Woche in Frankreich. Manchmal sieht man sogar öfter Flüge nach Frankreich als irgendwo anders hin.
    Natürlich sind das nicht nur Russen und Reiche, sondern auch ganz einfach Immobilienfirmen, die mit 6-10 Personen irgendwo hinfliegen und sich Objekte anschauen. Geht halt auf anderem Wege relativ schlecht. Des Weiteren sind Linienflüge ganz einfach nicht so flexibel, warten nicht und können nicht an jeden x-beliebigen Airport fliegen.

    • Und genau da du da anscheinend in der Branche arbeitest, bist du leider nicht in der Lage, es neutral zu betrachten.. Natürlich, wenn man Kohlekraftwerke schließt, freut sich kein Mitarbeitender dieses Werkes, im Gegensatz zu dem Mitarbeitenden bei der Windkraftfirma.. Aber genau hier muss man ansetzen und wissenschaftlich fundiert neutrale Entscheidungen treffen.. Da hilft dann auch kein Rechtfertigen, warum es angeblich so wichtig ist, die Branche zu erhalten.. Denn überlebenswichtig wie der Klimawandel ist sie sicherlich nicht!
      P.s. Die Leute, die nach Frankreich fliegen, können auch ganz einfach den Zug oder das Flugzeug nehmen.. 🙂

      • Was für ein Blödsinn. Er kann zumindest, anders als fast alle hier, überhaupt begutachten und berichten wo diese „Privatflieger“ gesandt werden.

        Was mich an diesen ach so ökologischen Äußerungen stört ist, dass Ihr alle Dinge findet die Euch wenig betreffen und tangieren die herunter gefahren oder gar verboten werden sollen. Wo zieht Ihr denn die Grenze? Bei Mitarbeitern, die für einen Tag geschäftlich zu einer Destination wollen, bei Urlaubern die für drei Wochen nach Mallorca fliegen oder bei zehn Indischen Nonnen, die auf Bildungsreise sind?

        Und wie rechtfertigt Ihr Euren eigenen Energieverbrauch? Offensichtlich seid ihr ja mit Telefon oder Computer im Internet, um eure Zeilen zu schreiben. Könntet Ihr Euer Leben doch bitte anders strukturieren, anstatt wertvolle Energie für so profane Diskussionen zu vergeuden?

        Was den Kern dieses Artikels angeht, so wird es genauso Stimmungsmache sein wie der Beitrag eines Hamburger Grünenpolitikers, der vorgeschlagen hat neu zu bauende Einfamilienhäuser aufgrund des Energieverbrauchs zu verbieten. Damit retten wir die Welt, während der Chinese statt von einem neuen Fahrrad von seinem ersten eigenen Auto träumt und damit im Stau steht…

        • Es geht bei diesen Diskussionen in meinen Augen meist gar nicht wirklich um Umweltschutz und Klimawandel. Es ist mehr dieser Gedanke, dass alle Menschen möglichst gleich werden sollen. Und zwar gleich arm. Das ist einfach die sozialistische Ausrichtung.

          Man muss sich doch eigentlich die Frage stellen, warum wir uns in dem Maße mit Klimawandel beschäftigen. Das fing ja alles damit an, dass ein Mädchen freitags die Schule geschwänzt hat und professionell medial in Szene gesetzt wurde. Und da gab es dann eine Gruppe, die das toll fand, weil das ein perfektes Thema ist um die eigene Erhabenheit nach außen zu kehren. Und so hat sich das alles multipliziert, dass der durchschnittliche Mensch jetzt Angst hat, dass morgen die Welt untergeht, wenn er zum Plastikstrohholm greift. Würden die Medien dieses Thema nicht so fokussieren, würde der Klimawandel gar nicht existieren.
          Er würde natürlich existieren, aber in einem Maß gesunder Beachtung. So gesund wie wir ihn in den vergangenen Jahren beachtet haben. Als wir uns aus intrinsischer Motivation selbst dazu entschlossen haben, umweltfreundlicher zu leben. Wo wir uns seid Jahren extrem weiter entwickelt haben. Ohne den Plastikstrohhalm zu verbieten.

  7. Da habe ich mich dann wohl tatsächlich verschrieben, Sebastian. Tut allerdings zum Inhalt wenig zur Sache beitragen. Und btw, ob du genderst oder nicht, ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal, genau diese Toleranz erwarte ich dann aber auch im Umkehrschluss von dir.
    P.s. Lese deine Beiträge sehr gerne, da sie oft sehr lesenswert sind, aber ein bisschen Toleranz anderen gegenüber und weniger Politisierung dieses Blogs würde glaub ich allen guttun 😉

    • Ach so, nein. Das war Schwachsinn was Ich geantwortet hatte. War zwischen Tür und Angel geantwortet. Sollte eigentlich auch gelöscht sein.

      Aber du hast Recht. Politik nervt. Aber es geht leider nie ganz ohne.

  8. Mal wieder eine ganz gefährliche Diskussion die zwar auf einen Fakten beruht, aber auch wieder tief die Missgunst schürt. Ob in Frankreich oder Deutschland, darin sind Weltmeister. Darum denke ich auch schon, dass die Grünen mit so einem Gedanken spielen. Nun frage ich mich, wo fängt das an und wo hört das auf? Ist ein E-Bike nicht auch ein CO2 Verursacher? Warum dann nicht auch ein E-Bike verbieten und ganz aufs Fahrrad setzen? Stop 🛑: Bei der Produktion eines Fahrrads entsteht doch auch CO2 … also zurück ins Mittelalter? Nein geht ja auch nicht, denn die offenen Feuerstellen sind auch ein Problem. Ich meines das alles natürlich mit Ironie und Zynismus (für die nicht ganz Richtigvertseher). Ja, wir haben Probleme, und die müssen auch gelöst werden. Aber es sind Luxusprobleme deren Abschaffung viele Arbeitsplätze kosten und Umweltpolitisch nicht so viel bringen. Mein Tip: Wir sollten alle mal wieder die Arme hochkrempeln und uns zur Hochleistung motivieren. Wir haben gerade große Herausforderungen zu meistern, da kann man nicht nur jammern und verbieten. Lasst es uns anpacken und unsere schöne Welt bewahren. Dafür brauchen wir Kreativität, Ideen und Fleiß! Aber absolut keine Missgunst!

  9. Die meisten Unfälle geschehen mit Privatjets. Deswegen will sie aber niemand verbieten.
    Also: Klimaschutz ist wichtig, Menschenleben dagegen nicht.

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