Lufthansa zahlt Millionen wegen verweigertem Weiterflug

Foto: Lufthansa Cargo

Im Mai dieses Jahres kam es auf einem Lufthansaflug zu unschönen Konflikten zwischen Crew und Passagieren. Die Flugbegleiter waren bemüht, die damals geltende Maskenpflicht an Bord eines Fluges von New York nach Frankfurt durchzusetzen, einige Passagiere wollten den Anweisungen offenbar nicht folgen und gaben sich wenig Mühe, den Anweisungen der Crew oder den Durchsagen im Flugzeug Folge zu leisten. Dann entwickelte sich eine Geschichte, die international für Schlagzeilen sorgte.

Lufthansa zahlt Millionen wegen verweigertem Weiterflug | Passagiere am Weiterflug gehindert

Irgendjemand bei Lufthansa beschloss, Passagiere am Weiterflug nach Budapest zu hindern und nicht ins Flugzeug zu lassen. Das Problem an dem Vorgehen war, dass am Ende nicht nur die Passagiere, die sich danebenbenommen hatten, am Weiterflug gehindert wurden, sondern alle, die sich aufgrund von äußerlichen Merkmalen ähnlich sahen. Dabei ist wichtig zu betonen, dass die ähnlich aussehenden Passagiere keine Reisegruppe waren, sondern aus vielen unabhängig gebuchten Reisenden bestanden.

Praktisch in Windeseile verbreiteten sich Videos, wie von Lufthansa Beauftragte mithilfe der Polizei den Passagieren den Einstieg beim Weiterflug unmöglich machten.

Lufthansa zahlt Millionen wegen verweigertem Weiterflug | Carsten Spohr entschuldigte sich

Um dem in den (sozialen) Medien heranwachsenden „Shitstorm“ nicht orkanartige Stärke erreichen zu lassen, entschuldigte sich Carsten Spohr in einem offenen Brief bei den betroffenen Passagieren. Natürlich darum bemüht zu zeigen, dass Lufthansa nicht diskriminieren würde, sondern für das genaue Gegenteil einstehen würde.

Lufthansa zahlt Millionen wegen verweigertem Weiterflug | Passagiere strengen Prozess an und erhalten Schadenersatz

Die Passagiere engagierten eine Anwaltskanzlei, um eine Entschädigung von Lufthansa zu bewirken. Diese Bemühungen hatten jetzt Erfolg. Lufthansa verpflichtete sich, von der Pauschalmaßnahme betroffenen Passagieren jeweils 1.000 USD für den verpassten Weiterflug und 20.000 USD für das erfahrene Leid zu zahlen. Bei ungefähr 130 betroffenen Passagieren macht das ca. 2,7 Mio. USD. Die Anwaltskanzlei erhält übrigens 18% der Summe für ihre Mühen, mithin knapp 500.000 Euro. Jedoch wurden nicht alle Passagiere entschädigt, die den Weiterflug nicht boarden durften. Die Gründe dafür wurden nicht bekanntgegeben.

Lufthansa zahlt Millionen wegen verweigertem Weiterflug | Frankfurtflyer Kommentar

Letztendlich kommt die vollkommen verunglückte Aktion Lufthansa teuer zu stehen. Sowohl in der medialen Außenwirkung als nun auch finanziell. Es sollte eigentlich klar sein, dass man Menschen nicht aufgrund äußerer Merkmale als Gruppe in Haftung für das Fehlverhalten einiger nehmen darf. Auch wenn es viele Passagiere auf einem Flug sind, sollte sich die Crew die Zeit nehmen, diese zu identifizieren und individuell zu melden. Gerade in einem Flugzeug, in dem Passagiere einen zugeordneten Sitzplatz und Tickets haben, sollte das möglich sein.

21 Kommentare

  1. eigentlich unglaublich und unwahrscheinlich – jetzt mal abgesehen vom Rassisimus, der schwer genug wiegt: wie krass müssen die LH-Mitarbeiter von den Vorgesetzen gedrillt worden sein, dass sie wegen Maskenverweigern im Mai 2022 (nicht 2020, nicht 2021!!!) solche „Massnahmen“ (Hausrecht vermutlich zulässig) durchsetzen? Da kann ich nur zwei Mal kopfschütteln!!

    Ich vermute, die Gruppe hat sich solidarisiert oder reiste gemeinsam! Dass 128 Gäste aussortiert werden aufgrund von Namen, Aussehen oder Religion halte ich als schlichtweg unmöglich in einem weltoffenen Konzern, der überall Diversität verspricht.

    Sowas sollte strafrechtliche Folgen haben, solche Mitarbeiter dürfen nicht länger dort arbeiten und gehören bestraft!

  2. also ganz so einfach „keine Reisegruppe“ kann es nicht sein, dann wenn 130 Personen aus JFK alle nach Budapest weiterreisen, muss es einen Grund geben, dass die Hälfte der Gäste aus dem Flugzeug von NYC nach Budapest weiterreist.

    Leider geht Alexander in seimem „Fazit“ nicht drauf ein, ob der Regelverstoß „Maske nicht getragen“ im Mai 2022 denn nun wirklich ein Sicherheitsrisiko gewesen sind (wie ich einem anderen Beitrag gelesen hatte). Im Mai flog z.B. die LHG-Schwester Swiss bereits ohne Maske von NYC nach ZRH und die meisten anderen Airlines auch!

    Wieso wurde bei LH – im Mai 2022 – von oben herunter die Durchsetzung der Maskenpflicht so pendantisch gepredigt, dass sich jemand berufen fühlt die Weiterreise in ein Land zu verhindern, welches die Maske im Flugverkehr freiwillig gemacht hat?

    Hier setzen offenbar bei manchen (ich hatte den Eindruck vielen!) LH-Mitarbeitern etwas im Hirn aus….

  3. Im Mai 2022 galt noch Maskenpflicht für Flüge von und nach De. Keine Ahnung was nicht einhalten for rechtliche Konsequenzen gehabt hätte.

    • Ja ist Allen klar!

      Erster Stein des Anstoßes: wieso muss Lufthansa das Thema erbarmungslos durch Peitschen (wohlwissend dass viele andere Airlines das nicht machen)

      Zweiter Stein des Anstoßes: die gesamte Gruppe wird mit denied boarding bestraft. Orthodoxe Juden

  4. Es war eine Katastrophe.
    LH-Geschichte-lernfähig?
    Hätte nie geglaubt, dass hier sowas noch möglich wäre. 😳
    Mir wäre lieber, daß die echten Verantwortlichen auf beiden Seiten mit persönlichen Konsequenzen rechnen müssten.

  5. kann man den Hasan mal abschalten?

    Rein rechtlich dürfte die Verweigerung der Beföderung „als Hausrecht bzw. aus Sicherheitsgründen“ durchaus zulässig sein. Aber wie verbohrt (oder von oben nach Militärischen vorgaben gedrillt?) muss man sein, dass man dieses Recht auch ausüben muss? Der Verantwortliche lebt ja nicht hinter dem Mond, die Diskussion um die Masken ausschliesslich in LH-Fliegern tobte bereits.
    Was muss in einem Menschen vorgehen, der in dieser Zeit erstens entscheidet, dass die Maskenverweigerer wegen eben diesem „Delikt“ nicht mitfliegen dürfen („Sicherheitsrisiko“ ist ja ein absolut dummes Argument, am ehesten passt noch die Argumentation der Pro-Maske Fraktion „it’s the law“). Wieso man hier im Mai 22 (ja ich wiederhole mich!) hier noch so streng massregeln muss, ist der erste Skandal! Unabhängig Aussehen und Religion der Betroffenen!

    Ich vermute eine Solidarisierung der Gruppe (die o.g. Theorie, es könnte keine Gruppe gewesen sein, bezweifle ich, weil nicht zufällig 128 Paxe von einem NYC Flug mit dem gleichen Flugzeug nach Budapest reisen dürften (ausser BUD war im Angebot von NYC?).

    Das „Nicht-Boarden“ war vermutlich von 120 Personen freiwillig. Vermutlich dachte man sich bei LH, man könnte dem Shitstorm besser aus dem Weg gehen, wenn man alle nicht befördert wurde die Entschädigung anbietet. Was auch sein kann: die Gesamtsumme wurde an die ECHTEN Denied Boarding Gäste bezahlt, aber man sprach halt von 128 „in FRA zurückgebliebenen“ Gästen „keep in low“

  6. Das ganze ist dem extremen Regierungs-Gerhorsam der Lufthansa geschuldet. Sie hat bis zum letzten auf Biegen und Brechen die Maskenpflicht – teilweise auf lächerlichste Weise durchgesetzt. Meine beiden Zwillinge wurden mehrfach von Lufthansa Flugbegleitern aus dem Schlaf gerissen um den korrekten Sitz der Maske einzufordern. Und das ist nur ein Bruchteil dessen, was wir in den letzten beiden Jahren mit Lufthansa erlebt haben. Nach meinen Erfahrungen bin ich zu 100% überzeugt, dass die Schikane der jüdischen Gäste vollkommen absichtlich erfolgt ist. Die Schilderungen von verschiedenen Betroffenen war erschreckend. Das grenzte an 1935 – 2.0. Aber was tut man nicht alles zum Pleasing der Regierung und des Mainstream.

    • Sehe ich 100% genauso mit 1935 (eher 1938)

      allerdings wird das ganze Holocaust Vergleich genannt und von rechts-extremen oft als Relativiertung des Holocaust gebraucht (ein direkter Vergleich ist unzulässig, weil man niemals das Nazi-Unrecht mit irendwas anderem vergleichen kann – siehe auch Stalin Genozid in der Ukraine (Hungersnot herbeigeführt).

      wegen diesem Kommentar wurde ich im Mai auf der VFT Plattform für 6 Monate gesperrt. Die sind da ganz hart und lassen nicht mit sich reden.

      Dabei solte klar sein, was gemeint war: wir wollen keinesfalls, dass sowas nochmals passiert- das ist nichts relativiert oder verharmlost in meinen Augen

        • Du bist aucb so ein Held aus dem VfT, der „ich möchte nicht so leben wie 1938“ als Holocaust Vergleich sieht und mich deshalb ausschließt?

          Ausschluss aue Diskussionen weil die Position des anderen nicht passt ist der erste Schritt in die Zensur

          • Nö ich sehe nur dass du hier rumpöbelst und deshalb sicher zurecht gesperrt wurdest und ja das ist definitiv ein solcher Vergleich.

          • ich stelle LH nicht pauschal als Antisemitisch dar, sondern diese Aktion!

            LH hat durch die Entschädigungszahlung zugegeben, dass ein Entscheider hier sich falsch verhalten hat. Die Frage ist hier warum er so entschieden hat?

            Warum hat er so so entschieden? Aus meiner Sicht, war hat der Entscheider die – im Mai 22 ausschliesslich von LH – gnadenlos durchgepeitschte Maskenpflicht als Anlass gesehen, so zu entscheiden.

            Die Argumentation „potentielles Sicherheitsrisko“ lasse ich gelten. Aber wie oft ist da sonst der Fall und es wird nicht Gruppenhaft verhängt.

            Den tieferen Grund hier sehe ich im gnadenlose Drill von oben „Sie sind verantworlich dass alle die Maske sauber tragen“ immer wieder im Zusammenhang Mai 2022 wo praktisch alle anderen Airlines diese Regel nicht durchsetzten obwohl der deutsche Staat meinte er könne das anordnen!

            Wer hier mal tiefer recherchiert wird sehen, dass först-Class Gäste nicht so behandelt wurden und weiter reisen durfen.

            Das ist wie 1938 und in so einem Staat möchte ich nicht leben!

  7. Schade, bin wohl einer der wenigen die das damalige Verhalten der Lufthansa richtig findet. Ob die Maskenpflicht sinnvoll war, ist oder auch nicht ist egal. Das ist eine staatliche Regel die die Lufthansa durchsetzen muss.
    Wenn sich einer oder mehrere Passagiere weigern diese auch auf Aufforderung zu befolgen, muss sich die Besatzung fragen in wie weit die Paxen andere Aufforderungen befolgen. Solidarisieren sich noch andere Fluggäste, in welcher Form auch immer, stellt sich diese Frage auch für diese Gruppe und ist somit ein potentielles Sicherheitsrisiko. Also schließe ich sie folgerichtig auch vom Anschlussflug aus.

      • Welche Strafe denn? Diese Regel galt für ALLE Airlines. Hat irgend eine eine Strafe bekommen?

        Eigentlich wieder die gleiche Diskussion wie früher nur jetzt noch mit Resultaten die mich persönlich erschüttern! So was geht einfach nicht, Gruppen Bestrafung weil einzelne etwas nicht befolgen ist Antisemitismus pur!!

        • Schön, dass Du jetzt den Weg vom Rassismus zum eher treffenden Antisemitismus gefunden hast.

          Allerdings muss man jetzt mal ganz offen sagen, so „far left“ wie die LH sich positioniert, sie in Zusammenhang mit Antisemitismus zu bringen, ist echt weit entfernt von der Realität. Und natürlich beschäftigt auch die LH Menschen, die latent zum Antisemitismus neigen. Aber auch da gilt natürlich die Unschuldsvermutung.

          Es gibt aus meiner Sicht genau eine Situation in der die Maßnahme akzeptabel gewesen wäre (und ich könnte mir vorstellen, dass diese gegeben war): Um die „Täter“ zu identifizieren und damit weitere Vorfälle zu vermeiden (so unterschiedliche Meinungen man zu einer Maskenpflicht haben kann). Man hätte sich als Unternehmen genau mit dieser Argumentation positionieren können oder man versucht halt den Shitstorm zu vermeiden. Was in dem konkreten Fall richtig war, vermag ich nicht zu entscheiden. Aber es kann auch nach hinten los gehen. Ich erinnere mich da gerne an den Fall mit dem Typen im Westin Leipzig. Der sich ja scheinbar bewusst dazu entschieden hat, die J-Karte auszuspielen.

    • Kannst du Sicherheits Risiko mal genauer erläutern?

      Du bist offensichtlich juristisch ausgebildet? Lernt ihr an der Hochschule auch Regeln zu interpretieren und Reaktionen in der Gesamtheit einzuschätzen?

      Wohl nicht! Schade…

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