Powerbank im Flugzeug | Was ist erlaubt?

Ein Powerbank ist bei den vielen unverzichtbaren elektronischen Geräten, welche man mit sich herumträgt, fast schon ein notwendiges Reiseaccessoire und auch im Flugzeug kann eine Powerbank von extrem großem Nutzen sein, denn hier gibt es bei weitem noch nicht an jedem Sitz eine Steckdose. Wenn man an seinem Ziel mit einem leeren Handy angekommen ist und erst einmal verzweifelt eine Steckdose suchen muss, dann ist man froh, wenn man eine Powerbank im Gepäck hat.

Eine Powerbank im Flugzeug mitzunehmen ist jedoch an einige Regeln geknüpft, denn bei weitem ist nicht alles erlaubt. In diesen Beitrag wollen wir Euch einige Tipps zur Nutzung von Powerbanks bei Flugreisen mit auf den Weg geben.

Powerbanks niemals als Gepäck aufgeben!

Anders als bei Flüssigkeiten über 100ml, gilt bei Powerbanks die klare Regel, dass diese nichts im aufgegebenen Koffer verloren haben und fast alle Airlines verbieten diese genau dort! Der Grund hierfür ist eigentlich sehr einfach, denn eine Powerbank ist im Grunde nichts anderes als ein Akku und damit trägt er im Zweifelsfall doch reichlich Energie mit sich. Sollte sich eine Powerbank im Frachtraum entzünden ist dies eine sehr gefährliche Situation und die automatischen Feuerlöscher im Frachtraum vom Passagierflugzeugen sind nicht dafür ausgelegt einen brennenden Lithium Polymer Akku zu löschen.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass man Euer Gepäck öffnet und die Powerbank herausnimmt, beziehungsweise man den Koffer sogar zurück lässt, wenn hier eine Powerbank im Gepäck ist. Das Passagiergepäck wird heutzutage an vielen Flughäfen zu 100% durchleuchtet und gefährliche Gegenstände, wie z.B. Powerbanks werden in der Regel entfernt.

Übrigens gibt es auch Koffer mit eingebauter Powerbank, welche zwar sehr praktisch sind, da man auf dem Weg zum Check-In noch schell das Handy laden kann, aber wenn der Koffer aufgegeben wird, muss sie ausgebaut werden. Meistens geht dies auch sehr einfach, wie z.B. bei dem Cabin Trolley Model H von HORIZN STUDIOS.

Wenn man eine Powerbank im Koffer aufgeben möchte, müsste man es als Gefahrgut verladen und auch entsprechend kennzeichnen. Hierzu würde auch gehören, dass die Ladeposition im Frachtraum genau definiert wird. Auch wenn dies eine extrem bevorzugte Behandlung des Gepäcks bedeutet, kann ich nur davon abraten dies zu versuchen. Die meisten Airlines werden schlicht und ergreifend den Transport ablehnen.

Eine Powerbank im Flugzeug gehört immer ins Handgepäck

Eine Powerbank solltet Ihr daher immer im Handgepäck transportieren, damit sie im Zweifelsfall für Euch oder die Crew direkt zugänglich ist. Im Handgepäck und damit der Passagierkabine müsst Ihr diese Dinge bei der Airline nicht gesondert anmelden, allerdings haben die meisten Airlines für Powerbanks eine Kapazitätsobergrenze in der Passagierkabine. Diese liegt bei 100Wh, was eine enorm große Powerbank ist, allerdings können Powerbanks für Laptops durchaus die Kapazität von 100Wh überschreiten, womit sie nicht mehr als Handgepäck zulässig sind und der Airline angemeldet werden müssten.

Daher unser Tipp: Beschränkt Euch auf Powerbanks unter 100Wh, denn diese reichen für 99% aller Anwendungen mehr als aus.

Wie berechne ich die Wattstunden Energie einer Powerbank?

Die Berechnung der Energie einer Powerbank in Wattstunden (Wh) ist sehr einfach, denn es ist einfach die Nennspannung der Powerbank (in Volt) multipliziert mit der Kapazität (in mAh).

Formel: 1 Volt * 1.000mAh = 1Wh

Beispiel: Eine Powerbank mit 3,7 Volt Akku Nennspannung und 10.000mAh Kapazität hat eine Energie von 37 Wh und ist damit für ein Flugzeug bestens geeignet.

Meistens ist auf der Rückseite einer Powerbank bereits die Energie in Wh angegeben, aber nicht immer die Nennspannung des verwendeten Akkus. 

In fast allen Powerbanks befinden sich inzwischen Lithium Polymer Akkus, welche eine Nennspannung von 3,7 Volt haben. Wenn Ihr eine Powerbank besitzt, welche eine Ausgabespannung (meist DC Output) von 5V hat, könnt Ihr davon ausgehen, dass die Nennspannung 3,7 Volt beträgt. Die Kapazität wird für gewöhnlich immer (in mAh) angegeben.

Beispiele für Powerbanks im Flugzeug

Meistens will man eine Powerbank mit sich tragen um sein Smartphone, Tablet oder andere Dinge zu laden. Wir haben Euch ein paar Powerbanks in verschiedenen Größen herausgesucht, welche Ihr problemlos mit ins Flugzeug nehmen könnt.

Powerbanks mit 5.000 mAh Stunden (18,5 Wh) für Handys, MP3 Player und Kopfhörer

Eine kleine Powerbank mit 5.000mAh Stunden ist klein, kompakt und leicht. Hiermit könnt Ihr Euer durchschnittliches Smartphone 1,5 mal aufladen. Durch die geringe Größe lassen sich diese Powerbanks sehr einfach im Handgepäck verstauen.

Powerbanks in dieser Größenordnung gibt es in einer runden und flachen Form. Das Gewicht liegt immer um die 100 Gramm.

Powerbanks mit 10.000 mAh Stunden (37 Wh) für Handys und Tablets

In meinen Augen sind Powerbanks mit 10.000mAh oder 37Wh ein idealer Kompromiss aus Gewicht und Kapazität. Mit ihnen kann man das Smartphone etwa 3 mal voll aufladen oder auch ein Tablet mindestens einmal voll laden, sodass man auch bei einem 8 Stunden Flug in einem Flugzeug ohne Stromanschluss auskommt.

Wir selbst haben mehrere Powerbanks in dieser Größe und es sind Gegenstände, die wir immer dabei haben.

Preislich liegen sie im selben Rahmen wie die kleineren Powerbanks und das Gewicht liegt meist bei ca. 250 Gramm. Teilweise gibt es diese Powerbanks auch schon mit Wireless Charging, sodass man manche Geräte ohne Kabel laden kann.

Powerbanks mit 20.000 mAh und mehr für exzessives Nutzen

Powerbanks mit 20.000 mAh oder eben 74 Wh und mehr bieten sich für alle an, die mehrere Geräte über eine längere Zeit nutzen wollen und auch wieder komplett aufladen. Mit etwa 500 Gramm Gewicht kann man solche Powerbanks noch ohne Mühe im Handgepäck verstauen und transportieren.

Powerbanks dieser Größe können auch etwas mehr Leistung zum Laden abgeben und haben meist einen oder zwei 3.1A Ausgänge. Mit diesen Powerbanks kann man sogar manche Laptops nachlanden.

Powerbanks an der maximalen Energiegrenze von 100 Wh für Laptops

Wer auf Nummer sicher gehen will und eine Powerbank haben möchte, mit welcher man im Zweifelsfall sogar noch einen Laptop landen kann, der wird sehr nah an die 100 Wh Grenze heran gehen müssen. Im Allgemeinen wiegen diese Powerbanks mit max. 27.000 mAh Kapazität um die 500- 800 Gramm.

Dank USB Typ C kann man hiermit auch viele kleine Laptops laden, allerdings kann ich dies nicht als Dauerlösung empfehlen. Wenn eine Steckdose vorhanden ist, sollte man diese auch nutzen, aber es ist ein tolles Back Up! Wer einen Laptop aber wirklich über die Powerbank laden will, sollte darauf achten, dass diese auch ausreichend Ladeleistung zur Verfügung stellt. Hier gibt es Powerbanks die 100 Watt dauerhaft abgeben können, was für einen Laptop oder ein großes Tablet ideal ist.

Aus persönlicher Erfahrung würde ich möglichst kompakte Powerbanks empfehlen, welche nicht extrem auffallen, wenn Ihr diese im Flugzeug auspackt, denn es kommt sonst durchaus zu Nachfragen von den Flugbegleitern. Die hier gezeigten Powerbanks sollten aber kein Problem sein.

Powerbanks die zu groß für das Flugzeug sind:

Es gibt auch frei verkäufliche Powerbanks, welche eine Energie von deutlich über 100 Wh besitzen. Diese könnt Ihr nur mit sehr großem Aufwand mit im Flugzeug transportieren, weshalb wir Euch davon abraten.

Diese Powerbanks sind extrem beeindruckend, haben aber im Flugzeug nichts mehr zu suchen, da sie bei einem Brand in einer geschlossenen Flugzeugkabine nur noch schwer unter Kontrolle zu bekommen sind. Bei Gewichten bis zu 2 kg sind sie auch nur bedingt handgepäcksfreundlich.

Es gibt aber inzwischen auch eine Reihe von 30.000 mAh Powerbanks und diese darf man bei einer nominalen Spannung von 5V NICHT im Flugzeug transportieren. Entsprechend sollte man hier tatsächlich aufpassen, denn diese sehen nicht nennenswert größer als andere Exemplare aus, welche noch für das Flugzeug geeignet sind.

Powerbank im Flugzeug | Frankfurtflyer Kommentar

Eine Powerbank im Flugzeug mitzunehmen ist grundsätzlich überhaupt kein Problem, solange man sich an ein paar Spielregeln hält. Mit einer Powerbank kann man auch in Flugzeugen ohne Steckdosen und ohne Bedenken seine elektronischen Geräte auch nach der üblichen Akkulaufzeit weiter benutzen.

Aus eigener Erfahrung würde ich Euch noch kurze Ladekabel für Euer Smart Phone oder Tablet empfehlen, da dies das Handling deutlich einfacher macht. Diese kurzen Ladekabel gibt es schon für wenige Euro bei Amazon.

17 Kommentare

  1. So ganz problemlos, wie von Dir beschrieben, ist es leider nicht immer. Dabei sind es weniger die Airlines selber, die sich sperren, sondern die Jungs und Mädels an der Personenkontrolle. Bin mir gar nicht sicher, ob echt ernannte oder selbst ernannte Erfüllungsgehilfen. Vermutlich eher letzteres, dem Auftreten nach vermutet 🙂
    Mit denen habe ich Deine Beispielrechnung auch schon mehrfach haarklein durchgehen müssen, als wir beide dann nach mehreren Anläufen immer wieder deutlich unter 100Wh landeten, war die Welt dann doch noch in Ordnung.
    Aber richtig krass wird es in China, konkret in Peking. Da wird nix gerechnet, da wird entsorgt!! Und zwar nach folgender Formel: CE Kennzeichnung = OK. Keine CE Kennzeichnung = Müll. Ich musste etwas schmunzeln, da es mit dieser Taktik meist die eigenen Landsleute getroffen hat, deren lokal hergestellter Murks hat halt dieses Zeichen nicht drauf.

    • Hallo Walther,

      In diesem Fall muss man leider ganz klar sagen, dass hier das Sicherheitspersonal machte, was es wollte und nicht was es soll. In China wäre ich wohl etwas zurückhaltend, aber in Deutschland habe ich schon mehrfach, sehr ausführliche Diskussionen mit dem Sicherheitspersonal gehabt. Insbesondere nach dem Kommentar: „DU darfst das net!“ kommt von mir gerne mal das Kommentar: “ Und DU rufst jetzt mal die Bundespolizei, die hier was zu sagen hat!“

      Gut informiert sein, was die Regeln sind hilft, denn wenn die Airline es erlaubt wird es schwer zu argumentieren, dass man es nicht mitnehmen darf und die Service Firmen sind durchaus Schadensersatzpflichtig, wenn sie hier Fehler machen (insbesondere wenn die Herren und Damen meine, sie könnten in den Beförderungsvertrag mit der Airline eingreifen).

      LG
      Christoph

      • In Bezug auf China (nicht nur Peking) kann ich Walther von der Vogelweide ganz und gar zustimmen. Ohne CE Kennzeichnung geht beim Sicherheitspersonal gar nichts … dann freuen die sich halt über Werbegeschenke 😉
        In Indonesien gilt zB anscheinend 12.000 mAh als maximal zulässig (Sebastian schrieb von 20 mAh) auch da könnte es vom Flughafen bzw. Vom Personal abhängen
        Fazit: am besten vor dem Flug erkundigen, welche Powerbanks beim Flughafen (und nicht bei der Fluglinie!) erlaubt sind. Am besten gleich für die gesamte Reise vorausplanen.

  2. Also letztes Jahr hatte ich in Asien (Indonesien) mehrfach das Problem, da meine powerbank mehr als 20k mAh hatte (23,5k mAh) . Die haben mich zwar durch gelassen. Jedoch meist erst nach ein paar Telefonaten und weil ich nur knapp drüber war.

    • Je näher man an den 100Wh ist, desto schwerer wird es diese auch durch die Sicherheitskontrolle zu bekommen. Hartnäckig sein und nicht nachgeben führt dann meistens wenigstens dazu, dass man prüft und nicht einfach irgendetwas entscheidet.

      LG
      Christoph

    • Hallo Walther von der Vogelweide,

      Das entspricht genau dem, was wir hier auch schreiben, allerdings verzichtet die Bild auf die genaue Berechnung ;).

      LG
      Christoph

  3. Musste in Shanghai auch schon eine kleine (Werbegeschenk) Powerbank entsorgen, weil darauf gar keine Kapazität aufgedruckt war. Auch nicht im Gepäck aufgegeben sollte man Dinge die Powerbanks ähnlich sind, wie z.B. Mifi oder kleine Bluetooth Speaker. Die können auch dazu führen dass der Koffer rausgezogen wird.

  4. Seit Kurzem verbietet Brussels Airlines das Aufladen wärend des Fluges von Handies u.Ä. Damit lässt sich eine Powerbank unterwegs eigentlich gar nicht mehr verwenden. 🙁

  5. Eine Frage in die Runde: Wie verhält es sich mit Solarpowerbanks? Meiner Meinung nach keine Unterschied: Eine Solarpowerbank darf genausowenig ins Aufgabegepäck, wohl aber ins Handgepäck (die jeweilgen Kapazitätsgrenzen beachtend ) so wie alle „herkömmlichen“ Powerbanks? Ich bin zu sehr Laie, vermute aber folgendes: Bei einer Solarpowerbank ist lediglich die Stromzufuhr anders. Die Speicherung des Sonnenstroms wird sicher dann wieder in (für’s Aufgabegepäck verbotene) Lithium Ionen Akkus gespeichert. Aber: Stimmt das? Meine Freundin denkt anders und sagt: Aufgabegepäck. Hat da jemand gesicherte Erkenntnisse drüber?

  6. Kann man über den Ladezustand mit dem Sicherheits-Personal reden?
    Oder spielt der Ladezustand keine Rolle?

    Selbst defekte Schrottakkus sind ja ungefährlich, wenn sie leer oder fast leer sind.

    Nahezu jede Powerbank verfügt heute über eine Anzeige für den Ladezustand. Günstige Bank meist nur über vier LED’s, aber auch hier sollte der Hinweis auf die einzelne leuchtende LED das Herz des härtesten Security erweichen lassen.

  7. Woher kommt denn die Grenze mit 100Wh, hast du da evtl. nen enstprechenden Link? Gerade im Ausland soll es teilweise anders sein?
    Letztendlich wäre dann ja sogar eine solche Powerbank möglich?

    Hat ja „nur“ 88,8 Wh und wäre damit unter der Grenze?!

    • Die 100Wh sind eine IATA Regelung und sollten weltweit gelten. Grundsätzlich kann aber eine Airline immer die Mitnahme verweigern, wobei ich hier keinen Grund sehen würde.

      Und ja ich kenne sogar Leute, die sind schon mit ganz andere Kalieber als Akku geflogen, dass ist möglich.

  8. Die Kapazitätsobergrenze gilt je Akku, oder? Sonst würde man ja mit Powerbank, Laptop, Handy, DSLR-Akku usw. auch viel zu schnell drüber sein…

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