Wer häufiger in Hotels übernachtet, kennt das Spiel: Der Flug geht erst am Abend, man hat einen entsprechenden Status und fragt nach einem Late Check-out. Die Antwort lautet dann gerne: „Fragen Sie bitte am Abreisetag noch einmal nach.“ Am nächsten Morgen ist das Hotel plötzlich ausgebucht und man soll das Zimmer trotzdem um 12 Uhr räumen. Besonders ärgerlich wird es, wenn ein später Check-out gleichzeitig gegen Bezahlung angeboten wird. Dabei gehört der Late Check-out bei fast allen großen Hotelprogrammen zu den Statusvorteilen. Die entscheidende Frage steckt allerdings häufig im Kleingedruckten: Ist der Vorteil garantiert oder gilt er nur nach Verfügbarkeit?
Late Check-out ist nicht gleich Late Check-out
Der übliche Check-out liegt in vielen Hotels zwischen 11 und 12 Uhr. Wer erst am Abend weiterreist, kann mit den zusätzlichen Stunden im Zimmer entsprechend viel anfangen. Noch einmal duschen, arbeiten, das Gepäck im Zimmer lassen oder einfach noch etwas entspannen – ein Late Check-out gehört für viele daher zu den wertvolleren Statusvorteilen.
Die großen Hotelprogramme gehen mit diesem Benefit allerdings unterschiedlich um. Bei Marriott Bonvoy gehört ein Late Check-out bis 14 oder 16 Uhr ab Platinum Elite bei den meisten teilnehmenden Hotels zu den garantierten Vorteilen, wobei es je nach Marke und Hoteltyp Ausnahmen gibt. Auch World of Hyatt gewährt seinen Statusgästen einen späteren Check-out. Discoverist- und Explorist-Mitglieder können bis 14 Uhr bleiben, Globalists bis 16 Uhr. Auch hier gelten allerdings bestimmte Ausnahmen.
Bei IHG One Rewards ist der Vorteil deutlich weniger verbindlich. Mitglieder können einen Late Check-out bis 14 Uhr erhalten, dieser wird allerdings nach Verfügbarkeit gewährt. Hilton Honors war bei diesem Punkt bisher ebenfalls wenig verbindlich. Ein Late Check-out gehört zwar zu den Statusvorteilen, die tatsächliche Uhrzeit hängt aber von der Verfügbarkeit ab. Interessant ist daher die neue Statusstufe Diamond Reserve: Hier gehört ein garantierter Late Check-out bis 16 Uhr inzwischen ausdrücklich zu den Vorteilen.

„Fragen Sie am Abreisetag noch einmal“
Auf dem Papier klingt das alles zunächst recht übersichtlich. In der Praxis haben wir allerdings die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht. Manchmal wird schon beim Check-in aktiv gefragt, wann man am Abreisetag das Hotel verlassen möchte. In anderen Häusern beginnt dagegen eine regelrechte Verhandlung. Besonders beliebt ist die Bitte, am Morgen der Abreise noch einmal an der Rezeption nachzufragen.
Das ist nachvollziehbar, wenn der Vorteil tatsächlich von der Verfügbarkeit abhängt. Das Hotel weiß einige Tage vorher schließlich nicht immer genau, wie hoch die Auslastung am nächsten Tag sein wird. Gleichzeitig entsteht dadurch für den Gast wenig Planungssicherheit. Gern genommene Ausrede ist, dass das Hotel angeblich komplett ausgebucht ist. Aber auch dann reisen nicht alle neuen Gäste um Punkt 15 Uhr an. Einige kommen erst am Abend oder sogar in der Nacht.
Für das Hotel bleibt aber das Problem, dass ein um 16 Uhr geräumtes Zimmer noch gereinigt werden muss. Das Housekeeping arbeitet jedoch nicht unbedingt bis spät in den Abend. Ganz so einfach wie „Das Zimmer wird doch sowieso erst später gebraucht“ ist die Sache daher nicht.
Wenn der Late Check-out plötzlich Geld kostet
„Spannend“ wird es auch, wenn ein Hotel einen kostenlosen Late Check-out wegen mangelnder Verfügbarkeit ablehnt, gleichzeitig aber eine Verlängerung gegen Bezahlung anbietet. Hilton will dieses Thema sogar stärker in den Fokus nehmen. Je nach Marke können dafür unterschiedliche Gebühren verlangt werden. Der entscheidende Unterschied: Wer bezahlt, bekommt Planungssicherheit.
Das ist grundsätzlich gar keine schlechte Idee. Wer keinen entsprechenden Status besitzt oder unbedingt bis zu einer bestimmten Uhrzeit im Zimmer bleiben muss, kann sich den Vorteil hinzubuchen. Als Statuskunde hinterlässt das Ganze allerdings einen gewissen Beigeschmack. Wenn ein kostenloser Late Check-out „nach Verfügbarkeit“ nicht möglich ist, dieselbe Leistung gegen Aufpreis aber garantiert werden kann, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie knapp die Verfügbarkeit tatsächlich ist.
Schluss mit Kulanz? Hilton verlangt ab 2026 Geld für späten Check-out
Manchmal geht sogar mehr als versprochen
Dass Hotels bei diesem Thema sehr unterschiedlich vorgehen, zeigen unsere und Eure Erfahrungen. In einem Ritz-Carlton auf Teneriffa wurde uns einmal mitgeteilt, dass unser Zimmer am Abreisetag nicht mehr benötigt werde. Wir konnten es daher bis 22 Uhr behalten. Das ist natürlich ein extremes Beispiel und sicherlich nicht der Maßstab. Auf der anderen Seite haben wir schon erlebt, dass trotz Status nicht einmal eine Verlängerung um ein oder zwei Stunden möglich sein sollte.
Ähnlich sieht es beim Early Check-in aus. Manche Hotels lassen Gäste trotz verfügbarer Zimmer bis zur offiziellen Check-in-Zeit warten. Andere geben das Zimmer bereits am frühen Morgen frei und laden Statusgäste zusätzlich noch zum Frühstück ein. Genau diese Unterschiede sorgen dafür, dass ein eigentlich relativ einfacher Statusvorteil immer wieder für Diskussionen sorgt.
Late Check-out im Hotel: Warum sorgt dieser Statusvorteil immer wieder für Ärger? | Frankfurtflyer Kommentar
Der Late Check-out gehört für mich zu den Statusvorteilen, die ich tatsächlich regelmäßig nutze. Gerade wenn der Rückflug erst am Abend geht, sind zwei oder vier zusätzliche Stunden im Zimmer oft mehr wert als irgendein kleines Willkommensgeschenk.
Dabei erwarte ich nicht, dass jedes Hotel grundsätzlich bis 16 Uhr verlängert. Wenn der Vorteil ausdrücklich nur nach Verfügbarkeit gewährt wird, muss man auch akzeptieren können, dass es manchmal nicht funktioniert. Etwas nervig wird es aber, wenn man mehrfach nachfragen muss oder den Eindruck bekommt, dass die Rezeption (oder gar nur die einzelne Person dahinter) den Vorteil nur ungern gewährt.
Noch schwieriger finde ich die Kombination aus „leider nicht verfügbar“ und einem gleichzeitig angebotenen kostenpflichtigen Late Check-out. Entweder ist das Zimmer verfügbar oder eben nicht. Am liebsten ist es mir daher weiterhin, wenn das Thema bereits beim Check-in geklärt wird. Ein einfaches „Darf ich Ihnen einen späteren Check-out anbieten?“ macht aus einem theoretischen Statusvorteil einen echten Benefit.
Wie sind Eure Erfahrungen? Funktioniert der Late Check-out bei einer bestimmten Hotelkette besonders zuverlässig oder müsst Ihr ebenfalls regelmäßig darum diskutieren?


Conrad Cairo, nachts um 2am angekommen. Checkin wäre am gleichen Tag um 3pm gewesen. Ich hab freundlich gefragt, ob ich in der Lobby abhängen darf, bis ich dann eventuell morgens einen early Checkin machen kann. Der Mitarbeiter an der Rezeption hat sich 1000x mal entschuldigt, dass er mich nicht gleich einchecken könne, da sie komplett ausgebucht seien. Ich habs mir in der Lobby gemütlich gemacht. Getränk und Snack aufs Haus wurden mir serviert. Um 3am sehe ich ein Paar auschecken, die auf einen frühen Flug mussten. Um 3:35am wurde mir die Schlüsselkarte gebracht und ich konnte mein Zimmer beziehen. Auch so kanns gehen.
Hilton Heliopolis, Kairo. Tageszimmer gebucht, Check in laut Buchung ab 9 a.m.
Im Hotel gegen 6 Uhr angekommen- Rezeptionist sagt wir dürfen erst ab 10 a.m. ins Zimmer. Haben noch mit dem Schichtleiter gesprochen, aber der hat sich rausgeredet (man müsse die vorherige Nacht dazu buchen, Hotelsystem sagt es ist noch der alte Tag…). Verfügbare Zimmer gab es also.
Immerhin durften wir zum Frühstück. Zimmerkarte kam dann gegen 8 Uhr…
Hilton Heliopolis buche ich nur im Notfall …
Novotel Suvarnabhumi Airport (Bangkok): Hier darf 24 Stunden im Zimmer bleiben, das ist die allgemeine Regel! Wenn man also erst um 22.00 Uhr ankommt, dann kann man das Zimmer am Folgetag bis 22:00 Uhr behalten. Statuskarteninhaber können noch mindestens 2 Stunden zusätzlich dranhängen. Was will am mehr?
Als Gast super cool. Für die Auslastungsoptimierung des Hotels natürlich Mist.
Das stimmt. Aber die 24-Stunden-Regel war für mich schon mehrfach DER Grund, weshalb ich für dieses Hotel entschieden habe. Seit Anfang 2025 ist das Novotel Suvarnabhumi Airport übrigens ein Hyatt Regency; die 24-Stunden-Regel ist glücklicherweise geblieben.
Ohne Diskussionen, sogar aktiv angeboten. Einzigartig!
https://frankfurtflyer.de/review-hyatt-regency-bangkok-suvarnabhumi-airport/
Das Hotel ist aber seit längerem ein Hyatt
Intercontinental Athen:
Ankunft um 03:00am. Nachdem meine Buchung endlich gefunden wurde wäre ich erst um 03:00pm ins Zimmer gekommen. Man sei ausgebucht und Policy wäre nun einmal 03:00pm.
Nachdem ich angeboten hatte diese Nacht zu bezahlen war plötzlich ein Zimmer frei. Dies zeigt sich beim Betreten aber leider nicht gereinigt, also bekam ich ein anderes Zimmer um ca. 05:30am. Der Rezeption ist dann herausgerutscht, dass dies sowieso mein Zimmer ab 03:00pm gewesen wäre. So viel dann zum Thema „ausgebucht“.
Hääh ?? ….. Zimmer wird nicht mehr benötigt, man kann bis 22.00 h bleiben ?
Wie kann denn der Mensch an der Réception 10 Stunden zum voraus schon wissen, was sich bis dann noch alles ereignet!
Vielleicht käme in dieser Zeitspanne jemand OHNE Reservation und bräuchte ein Zimmer? Dann heisst es: „ausgebucht“!!?
Das war auch auf den Kanaren während der Pandemie, denke da war die Auslastung – wenn überhaupt – bei 50%. Erfahrungsgemäß kommen dort die Gäste im meisten der Fälle mit einer Reservierung, die frühzeitig getätigt wurde. In dem Fall war es klar, dass einige Zimmer leer bleiben würden.
Novotel Bangkok Suvarnabhumi Airport Hotel is 24-Hour Flexi – with no set check-in time, arrive when it suits you and checkout 24 hours later.
Müsste eigentlich bei später Ankunft das Zimmer günstiger bekommen. Dafür kostet es bei späterer Abreise.
Ich verstehe die Anspruchshaltung nicht.
Wie kann man einen early Check In erwarten, wenn man um 3 Uhr morgens anreist. Dann vermutlich eine Nacht gebucht un der Flug geht am übernächsten Tag um 1 Uhr morgens, dann erwartet man als Statuskunde selbstverständlich einen Lste Check Out bum 22, besser 23 Uhr. Zimmer sind ja verfügbar.
Die Airline soll einen dann auch bitte gleich in die First Class setzen, man ist ja A3 Silber und Plätze sind ja frei.
Ich ärgere mich auch, wenn ich diskutieren muss, weil es mal 15 Uhr sein sollte, aber wenn mein Flug nachts ankommt, buche ich die Nacht vorher mit, bevor ich da wie so eine Leiche in der Hotelhalle auf der Couch rumlungere.
In Dubai habe ich genau diese Nacht vorher gebucht und bezahlt. Als ich dann 9 Uhr einchecken wollte, hatte man kein Zimmer verfügbar, weil man meinte, ich wolle einen Early Checkin! So kann’s auch gehen. Das fand ich schon ziemlich dreist vom Hotel.
Hier erwartet wohl niemand unter early Check-in 3 Uhr morgens und als late Check-out 23 Uhr. Es geht aber um den Umgang mit Statuskunden und wie man diese behandelt- erst recht wenn man im Programm solche Dinge als Benefit auslobt.
In Deinem beschriebenen Fall müsste man also bi früher Anreise und spätem Abflug insgesamt 3 Nächte buchen. Kann man machen.
Im Grosvenor House Dubai um 07:00 eingechecked und um 21:00 raus, das als Diamond Elite – find ich echt super.
Das ist einer der Gründe für mich, den Platinum Status bei Marriott zu mögen. Garantiert 4pm. So oft genutzt und immer wieder praktisch.
Positiv: Bella Sky Kopenhagen, angekommen 9am, selbstverständlich steht ein Zimmer bereit und ich könne auch an diesem Tag noch frühstücken gehen und am nächsten Morgen natürlich auch.
Negativ: Hilton Zürich, Diamond, Ankunft 18 Uhr, Check-in ab 15 Uhr. An der Rezeption: Sie könnten mir erst um 20 Uhr ein Zimmer geben, weil noch eine Reisegruppe da sei, die erst um 18 Uhr auscheckt.
Offiziell lobt Bonvoy das ja nur für bestimmte Marken aus. Hast Du da immer positive Erfahrungen gesammelt?
Bis auf Resorts und Convention Hotels, wo es manchmal nicht ganz klappt, aber eben auch nicht muss, war es nie ein Problem. Ansonsten war ich noch in keiner Marke, wo es nicht ging. Es sind doch auch nur Vacation Club und Design Hotels ausgenommen, soweit ich weiß.
Wenn ich weiß, dass ich länger bleiben muss, dann wird es eigentlich immer Marriott und nie Hilton. Auf mal schauen etc. habe ich nicht so Lust.
Late Check-out ist für mich einer der wichtigsten Statusvorteile überhaupt und gleichzeitig einer der Gründe, warum ich mit Hilton nie wirklich warm geworden bin.
Bei meinen knapp 1.000 Marriott-Nächten hatte ich tatsächlich nur ein einziges Mal den Fall, dass 16 Uhr nicht möglich war. Das war im Domes Lake Algarve, dort hieß es maximal 12 Uhr. Gerade letzte Woche war ich wieder in einem Resort in Mexiko und habe ohne Zögern 16 Uhr bekommen. In Nicht-Resorts werde ich sogar häufig schon beim Check-in aktiv gefragt, wann ich am Abreisetag auschecken möchte.
Eine etwas kuriose Erfahrung hatte ich vorletzte Woche in Kanada. Ein Moxy erklärte, es sei ein Resort und biete deshalb kein Late Check-out an. Interessanterweise wird das Hotel bei Marriott nicht als Resort gelistet. In der Marriott Mail vor der Anreise, in der meine Statusvorteile aufgeführt waren, stand der Late Check-out bis 16 Uhr als Vorteil. Da ich ihn an diesem Tag ohnehin nicht benötigte, habe ich nicht ausprobiert, ob er tatsächlich verweigert worden wäre.
Was mich nach vielen Jahren als überzeugter Marriott-Gast aktuell immer stärker zu Hyatt bringt, ist der aus meiner Sicht dramatische Wertverlust der Bonvoy-Punkte in den letzten Jahren (0,4 Cent fast schon Standard aktuell). Dazu kommen die Einschränkungen bei einigen der neuen Marriott-Marken, bei denen man teilweise nur die halben Punkte und auch nur halbe Elite Night Credits erhält.
Das wäre vielleicht auch einmal einen eigenen Frankfurtflyer-Bericht wert, falls ich einen solchen nicht überlesen habe 😉
Hallo,
bei GHA (Titanium, selbst erschlafen, ist noch was anderes als Kreditkartenkarten Kundenstatus) hatte ich noch Probleme egal ob Anantara, Kempinsiki, Avani, Park Royal, wenn ich bei der Anreise angefragt habe. Immer wurde mir ein late check mindestens bis 14:00 gewährt!!
Besonders erwähnenswert war das Pan Pacific Melbourne dieses April, wo man mir ein check out um 14:00 Uhr angeboten wurde mit der Prämisse solange in in der Executive Lounge zu nutzen das es passt mit dem dem Abflug kurz nach Mitternacht. Haben sogar neue Karten Bekommen für Lift und Lounge.
Mit Freundlichkeit kommt man in den Meisten Fällen weiter!
Pullmann Hotel Hill Street Singapur.
Accor Gold status, bei check in wurde mir ein fake Upgrade auf Executive floor gewährt, allerdings ohne Lounge-Zugang wie ich später feststellen durfte.
Late check out am Tag der Abreise angefragt und eine Stunde, also bis 13:00 bekommen. Sehr frustrierend, da bereits 12:30 Uhr angerufen wurde, 12:45 nochmal jemand vor der Tür stand (beide unter dem Vorwand: Brauchen Sie hilfe mit Gepäck)
War sichtlich genervt und für mich dann aucu die erste und letzte Buchung mit Accor. Da habe ich deutlich bessere Erfahrungen mit Marriott und Hilton gemacht.