Ende einer Ära: Air France gibt Paris-Orly auf, Billigtochter übernimmt

Ein Airbus A318 von Air France. Foto: Air France

Air France hat sich zum Start des Sommerflugplans vom Flughafen Orly in Paris zurückgezogen. Der französische Nationalcarrier war dort viele Jahrzehnte präsent, hier starteten in erster Linie Flugzeuge zu Zielen im Inland und vielen Feriendestinationen. Die SkyTeam-Fluggesellschaft hatte hier auch mehrere Langstreckenmaschinen stationiert. In Zukunft konzentriert man sich auf den großen Airport Charles de Gaulle, in Orly macht sich jetzt die Billigtochter Transavia breit.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Air France verlässt Orly: Rückzug bereits vollzogen.
💸 Transavia übernimmt: Low-Cost-Tochter baut Präsenz massiv aus.
🚄 Grund für Rückgang: Konkurrenz durch Hochgeschwindigkeitszüge und sinkende Inlandsnachfrage.

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Mit diesem Schritt zieht Air France den vor Jahren angekündigten Strategiewechsel durch. Zunächst wurde der Rückzug für Ende 2026 angekündigt, die Franzosen haben dies aber nun schon zum Start des Sommerflugplans am 29. März vollzogen. Konzernchef Benjamin Smith hatte dies auch schon bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen bestätigt.

Künftig bündelt Air France sämtliche Flüge am Hub Paris Charles de Gaulle, um auch für umsteigende Fluggäste attraktiver zu werden. Der Flughafen Orly war bisher stärker auf Inlands- und Punkt-zu-Punkt-Verkehre ausgerichtet. In diesem Segment hat sich die Nachfrage aber in den vergangenen Jahren verändert. Zwischen 2019 und 2023 ist der Verkehr auf innerfranzösischen Strecken ab Orly laut OMAAT um bis zu 60 Prozent zurückgegangen.

Ein wesentlicher Treiber ist die Verlagerung auf die Schiene. Durch gesetzliche Einschränkungen für Kurzstreckenflüge gibt es inzwischen gute Hochgeschwindigkeitsalternativen. Air France selbst spricht von einem strukturellen Nachfrageeinbruch im nationalen Punkt-zu-Punkt-Verkehr und zieht daraus nun die Konsequenzen.

Transavia übernimmt

Ganz verschwindet die Gruppe jedoch nicht aus Orly. Stattdessen wird die Präsenz massiv umgebaut: Die Mehrheit der Slots geht an die Billigtochter Transavia France, die bereits heute über 120 Ziele ab Orly bedient. Transavia übernimmt dabei nicht nur Strecken, sondern auch Infrastruktur. So wird unter anderem die bisherige Air-France-Lounge am Flughafen künftig von der Low-Cost-Tochter genutzt. Parallel wertet das Vielfliegerprogramm Flying Blue das Produkt auf, indem erstmals Statusvorteile für Transavia-Flüge eingeführt werden.

Eine Ausnahme bilden lediglich die staatlich regulierten Strecken nach Korsika. Verbindungen nach Ajaccio, Bastia, Calvi und Figari bleiben bestehen, da sie unter besondere Versorgungsauflagen fallen. Diese Routen sichern weiterhin eine minimale Präsenz von Air France am Flughafen Orly.

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Der Rückzug aus Orly ist ein logischer und gut nachvollziehbarer Schritt. Die Airline kann sich nun vollständig auf Charles de Gaulle konzentrieren, wo auch ein deutlich dichteres Zubringernetz angeboten werden kann. Der Flughafen CDG liegt zwar etwas weiter vom Stadtzentrum entfernt, ist als Drehkreuz aber dennoch gut erreichbar.

Dennoch endet nach rund 80 Jahren eine Ära am Flughafen Orly, wo sich nun die Tochter Transavia breitmachen kann. Das erinnert ein wenig an die Schließung der dezentralen Stationen von Lufthansa und die Übernahme durch Eurowings.

1 Kommentar

  1. Finde ich gut, erleichtert das Umsteigen bei Air France Flügen, zudem hat nur CDG einen TGV Anschluss, Orly nicht. Jetzt muss nur noch La Compagnie nach CDG wechseln, ich mag nicht nach Orly fahren, um dort umzusteigen.

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