Jahrelange Verzögerungen: Boeing muss strukturelle Änderungen an 30 fertig gebauten 777-9 vornehmen

Das Boeing 777-9 Programm ist ein einziges Desaster! Eigentlich wollte Boeing einmal schon Ende 2019 die erste Boeing 777-9 an Lufthansa ausliefern und der Kranich hätte damit die neue Business Class auch schon eingeführt, allerdings ist hier die Corona-Krise dazwischengekommen und vor allem auch wirklich umfangreiche Probleme bei Boeing, welche bis jetzt zu einer Verspätung von fast acht Jahren geführt haben, denn vor 2027 wird wohl keine Boeing 777-9 geliefert werden.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🛫 Massive Verzögerung: Erste Boeing 777-9 wird wohl erst ab 2027 ausgeliefert.
🔧 Aufwendige Nacharbeiten: 30 fertige Flugzeuge müssen strukturell überarbeitet werden.
💰 Milliardenkosten: Boeing beziffert die Belastung auf rund 15 Milliarden US-Dollar.

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Nach wie vor arbeitet Boeing an der Zulassung der Boeing 777-9 und man gibt sich hier nun weiterhin zuversichtlich, dass Lufthansa als Launch Customer in 2027 die erste Boeing 777-9 erhalten wird, allerdings wird die Auslieferung nach der Zulassung des Flugzeuges wohl bei Weitem nicht so schnell gehen, wie man einmal gehofft hatte, denn bereits fertig gebaute Flugzeuge müssen aufwendig modifiziert werden.

Um nach einer Zulassung möglichst schnell auch Flugzeuge ausliefern zu können, ist es üblich, dass Flugzeugbauer schon während der Zulassung und Flugerprobung Dutzende von Flugzeugen bauen, welche im Zweifel noch modifiziert werden, um dann schnell an die Kunden ausgeliefert werden zu können. Auch bei der Boeing 777-9 hat man dies getan, allerdings wird man wohl bei 30 bereits gebauten 777-9 vor der Auslieferung noch strukturelle Veränderungen vornehmen müssen, was tatsächlich recht unüblich ist.

777-9

Boeing spezifiziert diese strukturellen Veränderungen nicht im Detail, allerdings müssen sie recht aufwendig sein, denn man spricht davon, dass der Prozess der Anpassung dieser Flugzeuge „mehrere Jahre“ in Anspruch nehmen wird. Tatsächlich scheint ein Problem dieser 30 Flugzeuge aber schon das Alter zu sein, denn sie wurden nun über Jahre eingelagert. Während das Alter eines Flugzeuges eigentlich weniger ein Thema ist als die Flugstunden, kann es dennoch zu Problemen führen, die hier wohl behoben werden müssen, bevor die Flugzeuge ausgeliefert werden können.

Da Flugzeuge aus zahlreichen Komponenten mit unterschiedlichen Wartungsanforderungen bestehen, lässt sich ein fabrikneues Flugzeug problemlos in den bestehenden Wartungsplan integrieren. Deutlich schwieriger wird es jedoch bei der Übernahme eines Flugzeugs eines gesetzteren Alters, da die Wartungszyklen der einzelnen Komponenten nicht mehr synchron verlaufen, wenn es nicht geflogen wird. Dies kann die Airline zu komplexeren Wartungsplänen zwingen und potenziell zu längeren Standzeiten der Flugzeuge führen.

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Die Boeing 777-9 ist ein reines Desaster und die Probleme reißen hier für Boeing einfach nicht ab. Auch wenn man wohl keine weiteren Programmverzögerungen in der Zulassung durch die Upgrades an den 30 bereits gebauten Flugzeugen bekommt, wird die Auslieferung hierdurch deutlich langsamer anlaufen, als man das sicherlich gerne hätte.

Noch dazu ist das Ganze ein außerordentlich kostspieliges Unterfangen, denn Boeing kostet dies nun Milliarden und man beziffert ganz offiziell die Belastungen für den Konzern durch das Boeing 777-9 Programm und dessen Verzögerungen auf 15 Milliarden US-Dollar.

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