Ohh: Air Baltic braucht 100-150 Millionen Euro | Lufthansa will trotz Beteiligung nicht helfen

Air Baltic Airbus A220-300

Air Baltic ist einer der wichtigsten Partner der Lufthansa-Gruppe in Europa, denn die Airline aus Lettland führt mit bis zu 21 Flugzeugen im Sommer 2026 Flüge im Wetleasing (also mit bereitgestellter Crew und Wartung im Auftrag von Lufthansa unter LH-Gruppenflugnummern) für Lufthansa selbst, aber auch für Austrian Airlines und SWISS durch. Gerade im Sommer ist man auf Air Baltic angewiesen, da man nicht genug eigene Flugzeuge hat, aber die Letten drohen gerade in finanzielle Schieflage zu kommen. 100–150 Millionen Euro würde man dringend benötigen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Air Baltic benötigt zwischen 100 und 150 Millionen Euro frisches Kapital.
🤝 Lufthansa lehnt trotz zehnprozentiger Beteiligung derzeit weitere Investitionen ab.
🇱🇻 Die finanzielle Lage könnte Auswirkungen auf den Lufthansa-Flugbetrieb im Sommer 2026 haben.

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Nach Berichten der lettischen Zeitung „NRA“ würde man zwischen 100 und 150 Millionen Euro an frischem Kapital benötigen, um im Winter 2026/2027 den Flugbetrieb aufrechterhalten zu können, wie unter anderem auch aero.de meldete. Den zusätzlichen Finanzierungsbedarf begründet man in Riga mit den stark gestiegenen Spritpreisen sowie dem Druck aus aktuell bestehenden Krediten in Höhe von 380 Millionen Euro, die eine jährliche Zinsbelastung von 56,2 Millionen Euro mit sich bringen.

Aufgrund des starken Mittelabflusses bei Air Baltic braucht man eine neue Finanzierungsrunde. Lufthansa, die 10 Prozent an Air Baltic hält, ist hier nicht an einem weiteren Investment interessiert, und man sieht eher den lettischen Staat in der Verantwortung, eine Finanzierung zu sichern, da er 89 Prozent an Air Baltic hält.

Nachvollziehbar ist dies seitens Lufthansa durchaus, denn man hat für die 10 Prozent an Air Baltic gerade einmal 14 Millionen Euro in Form einer Wandelanleihe bezahlt. Eine Kapitalspritze von bis zu 150 Millionen Euro würde wohl bedeuten, dass Lufthansa die Mehrheit an Air Baltic übernehmen würde, was man aktuell wohl auch aufgrund der wirtschaftlichen Situation ausschließt.

Ohh: Air Baltic braucht 100–150 Millionen Euro | Lufthansa will trotz Beteiligung nicht helfen | Frankfurtflyer Kommentar

Air Baltic ist im Lufthansa-Netzwerk durchaus ein wichtiger Partner, denn die 21 Flugzeuge, die man zeitweise hier zur Unterstützung bereitstellt, könnte Lufthansa nicht über Nacht ersetzen, gerade nach dem Ende von Lufthansa CityLine. Dennoch ist es natürlich verständlich, dass Lufthansa sich hier nicht deutlich intensiver beteiligen will, zumal man hier vermutlich einen ausgiebigen EU-Genehmigungsprozess durchlaufen müsste.

Air Baltic könnte tatsächlich diesen Winter aber in gehörige Probleme geraten, und es ist nicht auszuschließen, dass es zu drastischen Entscheidungen kommen muss, wenn der lettische Staat hier nicht die benötigten Mittel beisteuern will oder auch darf, denn auch er unterliegt den Wettbewerbsbeschränkungen der EU und müsste sich solche Maßnahmen wohl genehmigen lassen.

Man darf also durchaus in diesem Winter auf Lettland schauen, um zu sehen, was hier passiert, denn dies wird wohl auch für den kommenden Sommer spürbare Auswirkungen auf die Lufthansa-Gruppe haben, die zu manchen Zeiten fast 40% der Air-Baltic-Flotte nutzt.

2 Kommentare

  1. Die EU Wettbewerbsregeln und Beihilferegeln sind gerade keine „Wettbewerbsbeschränkungen“ sondern dienen dazu, den Wettbewerb zu sichern, indem unfaire Staatsbeihilfen oder auch Zusammenschlüsse die zu monopolartigen Strukturen an einzelnen Hubs oder auf einzelnen Strecken zu verhindern.

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