SAS steckte über Jahre in einer tiefen Krise, aber nachdem sich Air France/KLM mit 19,9 % an der Airline beteiligt haben und man sich durch eine Neuausrichtung hin zur SkyTeam-Allianz neu aufgestellt hat, will man nun stark expandieren und vor allem auf der Langstrecke investieren. Hierfür hat SAS gerade angekündigt, dass man bis zu 40 zusätzliche Airbus-A330-Langstreckenjets beschaffen will, was schon deshalb bemerkenswert ist, da die Airline aktuell nur 14 Langstreckenflugzeuge besitzt und die Flotte mehr als verdoppeln will.
✈️ SAS bestellt 18 Airbus A330-900neo fest und sichert sich Optionen für zehn weitere Langstreckenjets.
📈 Zusätzlich sollen zwölf gebrauchte Airbus A330-300 die Flotte kurzfristig deutlich vergrößern.
🌍 Die Flottenstrategie deutet auf eine Konzentration des Langstreckengeschäfts in Kopenhagen und eine Vereinheitlichung der Flotte hin.
SAS will hierbei vor allem auch langfristig die Langstreckenflotte ausbauen und hat bei Airbus 18 Airbus A330-900neo fest bestellt sowie weitere 10 Optionen gezeichnet. Diese Flugzeuge sollen aber erst ab Beginn der 2030er-Jahre geliefert werden, um die Flotte aus aktuell 8 Airbus A330-300 und 6 Airbus A350-900 zu verstärken.
Allerdings will SAS auch noch 12 Airbus A330-300 in die Flotte aufnehmen, womit diese Subflotte auf genau 20 Flugzeuge anwachsen würde. Aktuell hat man hier noch keinen Termin genannt, bis wann diese Flugzeuge zu SAS kommen sollen. Allerdings wird dieser Flugzeugtyp nicht mehr gebaut, sodass es sich um gebrauchte Flugzeuge handeln muss, die somit auch recht zeitnah eintreffen könnten.
So beschreibt SAS-CEO Anko van der Werff die Pläne:
Seit 80 Jahren verbindet SAS Skandinavien mit der Welt und die Welt mit Skandinavien. Heute investieren wir in das nächste Kapitel unserer Geschichte.
Dies ist die größte Investition in der Geschichte unseres Unternehmens und ein klares Zeichen unseres Vertrauens in die Zukunft. Gleichzeitig zeigt die heute vorgestellte Analyse den weitreichenden Wert internationaler Anbindungen. Starke globale Verbindungen schaffen Chancen für Unternehmen, sichern Arbeitsplätze, ziehen Investitionen an und stärken die Wettbewerbsfähigkeit in unserer gesamten Region.

Ist dies ein drastischer Strategiewechsel auf der Langstrecke?
Wenn man sich das Langstreckenkonzept von SAS anschaut, war es nicht verwunderlich, dass die Airline sich sehr schwergetan hat, hier Geld zu verdienen. So ist SAS grundsätzlich die nationale Airline von Schweden, Norwegen und Dänemark und als solche hat man Langstreckenflüge von allen Hubs, also Oslo, Stockholm und Kopenhagen, angeboten.
Mit einer Langstreckenflotte aus 8 Airbus A330-300, 6 Airbus A350-900 und 3 Airbus A321LR und drei Hubs kann man sich vorstellen, wie zerklüftet die gesamte Operation war. Man hat daher in letzter Zeit, vermutlich auch durch den Einfluss von Air France und KLM, den Hub in Kopenhagen stärker in den Fokus gerückt und hier versucht, die Langstrecken stärker zu konzentrieren, was absolut Sinn ergibt.
SAS hat dennoch eine Langstreckenflotte, die aus zu vielen Mustern besteht und daher kostenintensiv ist. Man könnte tatsächlich zumindest die Airbus A350-900 kurzfristig durch Airbus A330-300 ersetzen, was für SAS bedeuten würde, dass man genau 20 Airbus A330-300 als Langstreckenflotte betreiben würde. Dies wäre durchaus einfacher im Betrieb und könnte Kosten reduzieren.
Ab 2030 könnte man dann diese Airbus-A330-300-Flotte durch die nun bestellten Airbus A330-900neo ersetzen und modernisieren. SAS hätte dann in den 2030er-Jahren eine reine Airbus-A330-900neo-Flotte mit bis zu 28 Flugzeugen, was durchaus effizient wäre. Ein Verzicht auf den Airbus A350-900 würde in diesem Szenario aber in meinen Augen durchaus Sinn machen, zumal die Flugzeuge ohnehin nicht Eigentum von SAS sind und somit verhältnismäßig einfach wieder abgestoßen werden können.

SAS plant massive Expansion auf der Langstrecke mit bis zu 40 zusätzlichen Airbus A330 | Frankfurtflyer Kommentar
Die Ankündigung von SAS, dass man bis zu 40 Airbus A330 bestellt, ist wohl eine der spannendsten Ankündigungen von SAS seit Jahren, denn sie könnte umfangreiche Auswirkungen auf die Strategie der Airline für eine lange Zeit haben. So sieht es in meinen Augen sehr danach aus, als wolle man eine reine Airbus-A330-Langstreckenflotte aufbauen, was wirklich deutlich mehr Sinn macht als die vielen Subtypen, die man aktuell betreibt.
Die erste sehr spannende Frage ist allerdings, wann die ersten der 12 neuen, gebrauchten Airbus A330-300 zu SAS kommen und ob man im Zuge dieser Flottenerweiterung wirklich schon auf den Airbus A350-900 verzichtet oder ihn noch einige Jahre fliegt, was sicherlich auch sehr von den Details in den Leasingverträgen abhängen wird.
Ich persönlich begrüße die Entscheidung langfristig auf dem A330neo zu setzten! Für die Skyteam ist diese Expansion auch sehr wichtig! Somit können neue Routen und Patnerschaften vertieft werden. Wenn wirklich der A350-900 gehen sollte, fände ich es aber sehr bedauerlich, da dieses Flugzeug sehr gut passen würde zur SAS. Strecken nach Atlanta, Seoul, Bangkok könnte man mit den gut fliegen, da die sehr beliebt bei Urlaubern sind oder dort sehr große Skyteam Patner sind! Bin wirklich gespannt was die Zukunft bringt. Evt sehen wir ja auch Copenhagen als A330neo Hun und Stockholm oder Oslo als A350 Hub. Bin sehr gespannt
Das Problem mit dem A350 ist, dass man mit 6 Stück einfach zu wenige hat um hier wirklich effizient zu sein. Entweder man bekommt noch Flugzeuge dazu oder der A350 macht eigentlich keinen Sinn.