Wegen Unwetter: Lufthansa muss mit dem Airbus A380 einen Inlandsflug in den USA absolvieren

Airbus A380 "D-AIMA", Foto: Lufthansa

Lufthansa fliegt im Sommer täglich mit dem Airbus A380 von München nach Washington. Am 4. Juli konnte der Superjumbo aufgrund von Gewittern jedoch nicht am internationalen Flughafen Dulles landen und musste ausweichen. Das Flugzeug wurde nach Atlanta umgeleitet und blieb dort auch über Nacht. Um anschließend zum geplanten Ziel zu gelangen, musste die Airline am nächsten Tag einen ungewöhnlichen Inlandsflug innerhalb der USA durchführen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

⛈️ Gewitter verhinderten die Landung des Lufthansa A380 in Washington.
🛬 Der Superjumbo musste nach Atlanta ausweichen und blieb dort über Nacht.
🇺🇸 Am Folgetag absolvierte der Airbus A380 einen seltenen Positionierungsflug innerhalb der USA.

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Der Lufthansa-Flug LH414 verbindet München während des Sommerflugplans täglich mit Washington Dulles. Eingesetzt wird auf der Strecke ein Airbus A380, der München planmäßig um 16:20 Uhr verlässt und Washington nach einer Flugzeit von gut neun Stunden um 19:25 Uhr Ortszeit erreicht. Am 4. Juli startete der Flug allerdings bereits mit einer Verspätung von mehr als einer Stunde. Der Airbus A380 hob erst um 17:24 Uhr in München ab.

Während des Fluges verschlechterte sich die Wetterlage im Raum Washington weiter. Gewitter verhinderten schließlich eine sichere Landung am eigentlichen Zielort. Zunächst stand laut Simple Flying eine Umleitung zum Flughafen New York JFK im Raum. Die Besatzung nahm anschließend wieder Kurs auf Washington, musste den Landeversuch beziehungsweise den Anflug auf die US-Hauptstadt jedoch aufgeben. Letztlich wurde entschieden, den Airbus A380 nach Atlanta umzuleiten.

Foto: Lufthansa

Keine Fluggesellschaft fliegt mit dem Airbus A380 nach Atlanta

Der Superjumbo landete dort um 21:53 Uhr Ortszeit. Lufthansa bestätigte, dass die Umleitung aufgrund der Wetterbedingungen in Washington notwendig geworden war. An Bord der Maschine befanden sich insgesamt 472 Passagiere. Die Landung des riesigen Jets am Hartsfield-Jackson International Airport brachte dann einige Schwierigkeiten mit sich. Da der größte bzw. verkehrsreichste Flughafen der Welt in der Regel gar nicht vom A380 angeflogen wird, ist man hier mit der Abfertigung nicht routiniert.

Zudem steht auch nur ein Gate zur Verfügung, an dem ein Airbus A380 abgefertigt werden kann. Dieses war bei der Ankunft der Lufthansa-Maschine belegt. Die Passagiere mussten deshalb rund eine Stunde im Flugzeug warten. Erst kurz vor Mitternacht konnten sie den Airbus A380 verlassen. Zu diesem Zeitpunkt war auch klar, dass die Reise nach Washington nicht mehr mit dem Doppelstöcker fortgesetzt werden konnte. Die Fluggäste wurden also auf andere Flüge umgebucht, aufgrund der späten Ankunft mussten aber viele in Atlanta übernachten.

Auch der große Airbus blieb über Nacht in Atlanta, die Maschine wurde erst am nächsten Tag unter der Flugnummer LH9851 nach Washington überführt. Dabei handelte es sich nicht um eine Fortsetzung des ursprünglichen Passagierfluges LH414, sondern um einen sogenannten Positioning-Flight ohne reguläre Passagiere. Damit absolvierte der Airbus mit der Kennung D-AIMA einen ausgesprochen seltenen Inlandsflug innerhalb der Vereinigten Staaten. Nach der Ankunft in Washington konnte das Flugzeug wieder in den regulären Umlauf zurückkehren.

Foto: Flightradar

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Ausweichlandungen aufgrund schwerer Gewitter sind insbesondere während der Sommermonate in den USA keine Seltenheit. Erst Ende Juni musste der A380, der ebenfalls als LH414 unterwegs war, nach Boston ausweichen. An dem Flughafen in Massachusetts ist man aber mit dem Handling des Superjumbo vertraut, es gibt passende Abstellpositionen, Bodengeräte und entsprechend geschultes Personal.

Atlanta ist zwar einer der größten Flughäfen der Welt, regelmäßige Airbus-A380-Verbindungen gibt es dort aber nicht. Entsprechend begrenzt waren die Möglichkeiten nach der Landung. Für Lufthansa dürfte die Umleitung mit erheblichen Zusatzkosten verbunden gewesen sein. Neben den Gebühren für die Landung und die Abfertigung mussten auch die Unterbringung sowie die Umbuchung von Hunderten von Passagieren organisiert werden. Spotter dürfte die unerwartete Landung jedoch gefreut haben, sie sorgte für ein seltenes Bild in Atlanta.

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