Neuer Airbus A350-1000 soll bei Lufthansa die Lücke zum A380 stopfen

Der Airbus A350-1000, Foto: Lufthansa

Noch in diesem Jahr erweitert Lufthansa ihre Langstreckenflotte um den Airbus A350-1000. Die gestreckte Version des A350 bietet nicht nur mehr Reichweite und eine höhere Kapazität als der bereits eingesetzte A350-900, sondern schließt auch eine Lücke innerhalb der Flotte. Trotz der hochwertigeren Allegris-Kabine kann Lufthansa künftig mehr Passagiere befördern und rückt damit kapazitätsmäßig näher an den Airbus A380 heran. Gleichzeitig eröffnet der neue Flugzeugtyp Möglichkeiten für weitere Langstrecken und neue Märkte.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Der erste Airbus A350-1000 soll im Oktober 2026 ausgeliefert und bereits Ende des Monats eingesetzt werden.
🌍 Zum Start sind Flüge nach Tokio, Shanghai, Singapur und New York-Newark geplant.
💺 Mit 300 Sitzplätzen positioniert Lufthansa den neuen Jet zwischen dem A350-900 und dem Airbus A380.

Folgt Frankfurtflyer auf GOOGLE NEWS

Mit dem Airbus A350-1000 erhält Lufthansa im Herbst nicht nur einen weiteren modernen Langstreckenjet, sondern einen Flugzeugtyp, der innerhalb der Flotte eine wichtige Rolle übernehmen soll. Während der Airbus A350-900 vor allem ältere Vierstrahler ersetzt und der Airbus A380 die höchste Kapazität bietet, positioniert sich der größere A350-1000 in der Lücke dazwischen.

Der erste von insgesamt 15 bestellten Airbus A350-1000 soll nach aktueller Planung im Oktober 2026 ausgeliefert werden. Bereits zum Beginn des Winterflugplans am 25. Oktober soll das neue Modell in den regulären Liniendienst starten. Die Teilflotte wird zunächst in München stationiert.

Diese Ziele plant Lufthansa mit dem Airbus A350-1000

Nach einem internen Planungsdokument, das aeroTELEGRAPH vorliegt, sind zunächst ausgewählte Umläufe von München nach Tokio-Haneda, Shanghai-Pudong, Singapur und New York-Newark vorgesehen. Ab März 2027 soll außerdem Chicago O’Hare hinzukommen. Darüber hinaus hält sich Lufthansa die Möglichkeit offen, einzelne Flüge auf anderen Routen mit dem Airbus A350-1000 durchzuführen. Hintergrund sind mögliche Verzögerungen bei den erforderlichen Genehmigungen für die geplanten USA-Einsätze.

300 Sitze in vier Reiseklassen

Der Lufthansa Airbus A350-1000 kann maximal 300 Passagiere befördern. An Bord befinden sich drei First-Class-Suiten mit insgesamt vier Sitzplätzen. Dazu kommen 49 Plätze in der Business Class, 35 Sitze in der Premium Economy Class und 212 Plätze in der Economy Class.

Die First Class besteht aus zwei Einzelsuiten und einer sogenannten Suite Plus für bis zu zwei Passagiere. Acht der 49 Business-Class-Plätze werden als geschlossene Suiten ausgeführt.

Flugzeugtyp First Class Business Class Premium Economy Economy Class Gesamt
Airbus A350-900 mit Allegris 4 38 24 201 267
Airbus A350-900 ohne Allegris 48 21 224 293
Airbus A350-900 „Sprinter“ 30 24 237 291
Airbus A350-1000 4 49 35 212 300
Airbus A380-800 8 78 52 371 509

Die 300 Sitzplätze wirken im Vergleich zu den bereits eingesetzten Airbus A350-900 zunächst nur wie eine kleine Steigerung. Der A350-1000 ist aber rund sieben Meter länger und bietet neben einer höheren Reichweite auch mehr Nutzlast. Es gibt eine First Class und in jeder anderen Klasse jeweils mehr als 10 Sitze.

Die erste Maschine mit der Kennung D-AIFA wurde bereits vollständig lackiert und trägt das blaue Sonderdesign zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa. Der Jet wird auf den traditionsreichen Namen Deutschland getauft. Für Airbus ist der Jet ebenfalls von besonderer Bedeutung: Die D-AIFA wird das 700. Flugzeug sein, das der europäische Hersteller an die Lufthansa Group übergibt.

Neuer Airbus A350-1000 soll bei Lufthansa die Lücke zum A380 stopfen | Frankfurtflyer Kommentar

Mit dem Airbus A350-1000 bekommt Lufthansa einen Flugzeugtyp, der der Münchner Flotte im Bezug auf die Kapazität fehlt. Der klassische A350-900 hat zwar ähnlich viele Sitze, in der Business Class sind die Plätze aber in der alten 2-2-2-Konfiguration, eine First Class ist hier gar nicht verbaut. Außerdem bietet der Neuling mehr Reichweite und eine höhere Nutzlast.

Lufthansa will am Anfang scheinbar noch keine neuen Routen damit auflegen, sondern den Jet auf den nachfragestarken Strecken einsetzen, für die der Airbus A380 gerade im Winter zu groß ist.

 

3 Kommentare

  1. „Trotz der hochwertigeren Allegris-Kabine…“

    Die treffendere Bezeichnung wäre hier „hochpreisig“. Was da bisher schon an Defekten und Abnutzungserscheinungen zu Tage getreten ist wirkt alles andere als hochwertig…

  2. ….und ALLE anderen Fluggesellschaften auf der Welt statten ihre neuen Flugzeuge jetzt mit Business Kabinen mit Tür aus. Hallo Lufthansa? – Davon schon was gehört davon, dass das die Zukunft ist? und nicht einSitz- Arrangement à la Polaris von United, welches UA jetzt auch schon neu ersetzt wird.. Es ist einfach schlimm, dass diese nun schon veralterte Allegris bestimmt bis 2040 in den Flieger bleibt.

    Sogar KLM hat jetzt Sitze mit Türen in der Business.

    • Deine Meinung ist hier ja hinlänglich bekannt zu dem Thema, denn du wirst ja auch nicht müde es zu wiederholen.

      Was ich nicht verstehe ist, warum man dann nicht einfach andere Airlines bucht. Mit den Füßen abstimmen ist der beste Weg um zu zeigen dass man ein anderes Produkt will. So funktioniert der Markt doch eigentlich.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*