„Macht lieber Konservendosen daraus“: Emirates-Chef rechnet mit Boeing ab

Die neue 777-Variante von Boeing kommt nicht aus den Negativschlagzeilen heraus. Nach den vielen Pannen und den nicht enden wollenden Verzögerungen gibt es nun Kritik von einem der wichtigsten Kunden. Emirates hat angekündigt, die ersten zehn für die Airline gebauten Boeing 777-9 nicht übernehmen zu wollen. Der Chef der Golfairline legt sogar noch einen drauf und verspottet Boeing öffentlich: Der Flugzeugbauer solle aus den Maschinen doch gleich Konservendosen herstellen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🥫 Emirates lehnt die ersten zehn gebauten Boeing 777-9 wegen ihres veralteten Entwicklungsstands ab
✈️ Tim Clark verspottet Boeing öffentlich und schlägt vor, aus den Flugzeugen Konservendosen herzustellen
📅 Trotz der Kritik hält Emirates an der Boeing 777-9 fest

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Die Boeing 777X gilt als eines der wichtigsten Flugzeugprogramme des amerikanischen Herstellers. Emirates spielt dabei eine bedeutende Rolle, denn die Airline hat insgesamt 270 Exemplare bestellt und ist mit Abstand der größte Kunde des Typs. Umso schwerer wiegt die öffentliche Kritik von Präsident Sir Tim Clark.

Die ersten zehn für Emirates produzierten Boeing 777-9 wurden bereits ab 2019 gebaut. Eigentlich sollten sie schon 2020 ausgeliefert werden. Inzwischen hat sich das Programm jedoch um mindestens sieben Jahre verzögert. Während dieser Zeit wurden zahlreiche technische Änderungen vorgenommen, wodurch sich die frühen Produktionsflugzeuge erheblich von den heutigen Serienmaschinen unterscheiden.

Clark hält eine Nachrüstung deshalb für wirtschaftlich kaum vertretbar. Die Flugzeuge seien bei einer Auslieferung Ende 2027 bereits rund acht Jahre alt und hätten durch die lange Standzeit zusätzliche Nachteile. Der Produzent könne deshalb mit diesen Maschinen machen, was er wolle, Emirates werde sie nicht übernehmen.

Foto: Emirates

Heinz könnte daraus Bohnen-Konservendosen machen

Besonders für Aufsehen sorgte Clarks bissiger Kommentar auf der Farnborough Airshow. Boeing könne die Flugzeuge anderweitig verwerten, Heinz sei möglicherweise daran interessiert, daraus Dosen für Baked Beans herzustellen. Die Aussage, die „The Telegraph“ zitierte, dürfte zu den schärfsten öffentlichen Angriffen eines Großkunden auf Boeing in den vergangenen Jahren gehören.

Dabei stellte Clark gleichzeitig klar, dass sich das Programm inzwischen durchaus positiv entwickelt habe. Boeing habe das maximale Startgewicht erhöht und die Triebwerke weiter verbessert. Er sei überzeugt, dass die Boeing 777-9 am Ende ein sehr gutes Flugzeug werde. Sein Problem richte sich ausschließlich gegen die frühen Exemplare, die während der jahrelangen Entwicklung immer weiter vom heutigen Standard abgewichen seien.

Die Boeing 777X hebt zum Testflug ab. Foto: Boeing

Programm bleibt von Problemen überschattet

Die Boeing 777X sollte ursprünglich bereits 2020 in Dienst gestellt werden. Technische Schwierigkeiten, Probleme während der Flugerprobung sowie zusätzliche Anforderungen der Zulassungsbehörden führten jedoch immer wieder zu Verzögerungen. Zwischenzeitlich musste Boeing sogar ein bereits fertiggestelltes Flugzeug verschrotten, weil eine Nachrüstung wirtschaftlich keinen Sinn mehr ergab.

Nach aktuellem Stand soll Lufthansa Ende 2027 als weltweit erste Airline die Boeing 777-9 erhalten. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, bleibt allerdings abzuwarten. Emirates dürfte ihre ersten Maschinen erst danach übernehmen – allerdings ohne die nun abgelehnten ersten zehn Exemplare.

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Dass Emirates auf die ersten zehn Flugzeuge verzichtet, ist für Boeing weit mehr als ein Imageschaden. Wenn ausgerechnet der größte Kunde öffentlich erklärt, dass die ersten gebauten Maschinen praktisch wertlos seien, ist dies niederschmetternd. Tim Clark ist zwar für seine direkten Worte bekannt, doch der Vergleich mit Konservendosen dürfte selbst Boeing überrascht haben.

Am Ende sollte aber die Botschaft unterm Strich zählen: Clark stellt die Boeing 777-9 grundsätzlich nicht infrage. Im Gegenteil: Er lobt ausdrücklich die Fortschritte des Programms und erwartet weiterhin ein hervorragendes Langstreckenflugzeug. Man darf also gespannt sein, ob und wie sich die beiden Konzerne einigen werden.

3 Kommentare

  1. 👏👏👏
    737-Max
    787
    777
    Symbolisch für unirdische Qualität!
    Ach und schön den Fahrwerksbolzen nicht vergessen…oder die überhitzten Batterien…oder die zzNotausgangstür festhalten….oder die vergessenen Werkzeuge im fueltank….oder
    er hat 💯recht…in die „neue“777 steig ich über Jahre nicht ein-sofern sie mal kommt😂
    schiff ahoi!

  2. Im Vergleich zu Emirates entsteht für mich bei Lufthansa der Eindruck, dass akzeptiert und naiv abgenickt wird. Statt zurückzuweisen, feiert sie sich lieber als Erstkundin der Boeing 777-9.
    Die schicke Sonderlackierung an diesem ersten Flugzeug ändert nichts daran, dass hier und mit den weiteren Bestellungen gefährlicher fliegender Schrott ins Haus geholt wird, der das Leben von Crews, Passagieren und Menschen am Boden für 2 1/2 Jahrzehnte gefährdet.
    Nächstes Jahr kommt noch die Boeing 737 MAX zu einer der Low-Cost-Töchter, wo die größte Flottenmodernisierung in der Geschichte von Eurowings zelebriert wird.
    Das Salär für jene, die nach den Abstürzen die Grabreden für die beiden Airlines schreiben werden, darf schon in die Personalkosten einkalkuliert werden.

    • Ob Lufthansa eine der vor 8 Jahren gebauten 777-9 abnimmt, werden wir sehen. Bei der 747-8 hat Lufthansa eine vermurkste Maschine jedenfalls nicht abgenommen. Lufthansa ist eigentlich dafür bekannt, eine sehr strenge und penible Abnahme gerade bei Boeing durchzuführen. Die 737Max hätte Lufthansa allerdings niemals bestellen dürfen, das ist einfach alter gefährlicher Schrott.

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