Was mit einer wetterbedingten Umleitung eines Airbus A380 von Emirates begann, entwickelte sich zu einer ganzen Verkettung unglücklicher Umstände. Ein Flug von Dubai nach Shanghai endete letzte Woche für die 373 Passagiere zunächst gar nicht am eigentlichen Ziel. Stattdessen mussten sie fast 24 Stunden im Superjumbo ausharren, bevor sie wieder aussteigen durften. Am Ende ging die Reise für viele mit dem Bus weiter.
⛈️ Wetterbedingte Umleitung: Emirates-Flug EK302 musste statt in Shanghai in Hangzhou landen.
🛠️ Mehrere Probleme: Crew-Dienstzeiten und ein technischer Defekt verhinderten den Weiterflug.
🚌 Fast 24 Stunden an Bord: Passagiere erreichten Shanghai schließlich mit Shuttlebussen.
Der Airbus A380 mit der Registrierung A6-EDV war am 22. Juli als Flug EK302 von Dubai nach Shanghai unterwegs. Kurz vor der geplanten Ankunft verhinderten jedoch heftige Gewitter eine Landung am Flughafen Shanghai Pudong. Der Riesenjumbo drehte ein paar Warteschleifen, die Crew entschied sich dann für eine Ausweichlandung im rund 150 Kilometer entfernten Hangzhou.
Eine solche Umleitung ist gerade wegen schlechten Wetters nichts Ungewöhnliches. In diesem Fall kamen aber noch ein paar Schwierigkeiten dazu. Eigentlich sollte der knapp 15 Jahre alte Jet nach einer kurzen Zwischenlandung seine Reise nach Shanghai fortsetzen. Doch daraus wurde nichts.

Nach der Landung stellte sich heraus, dass die ursprünglich eingesetzte Crew ihre gesetzlich zulässige Dienstzeit erreicht hatte und nicht weiterfliegen durfte. Emirates hat zwar auch die Stadt Hangzhou im Netz, für diese Flüge nutzt man aber den deutlich kleineren Airbus A350. Es gab also auch keine passende Ersatzcrew vor Ort, die musste zunächst aus Shanghai eingeflogen werden.
Als die Besatzung dann eintraf, wurde ein technischer Defekt am Flugzeug festgestellt. Emirates musste den Weiterflug also ein weiteres Mal verschieben. Nachdem der Start zunächst auf Mitternacht, anschließend auf 3 Uhr und später auf 4:30 Uhr verschoben wurde, wurde der Flug nach Shanghai komplett gestrichen.
Stundenlanges Warten im Airbus A380
Die Passagiere mussten sich also in Geduld üben und die gesamte Nacht an Bord verbringen. Einige berichteten in sozialen Medien, dass Getränke und Snacks verteilt wurden. Berichten zufolge versagte dann auch noch die Klimaanlage, in der Kabine wurde es zunehmend heiß und stickig. Videos zeigen Passagiere, die sich mit Zeitschriften oder kleinen Ventilatoren Luft zufächeln, ein Fluggast soll sogar kollabiert sein.
Erst gegen 7:30 Uhr am nächsten Morgen durften die ersten Reisenden das Flugzeug verlassen. Gegen 9 Uhr Ortszeit war der Doppelstöcker dann geräumt, zu dem Zeitpunkt waren fast 24 Stunden nach dem Start in Dubai vergangen.
Emirates verwies auf die außergewöhnliche Kombination aus schlechtem Wetter und einem technischen Problem. Die Fluggesellschaft organisierte Hotelübernachtungen, Mahlzeiten sowie den Weitertransport. Wer seine Reise direkt fortsetzen wollte, wurde mit Shuttlebussen nach Shanghai gebracht. Der Airbus A380 hob erst am Abend des 24. Juli wieder von Hangzhou ab und wurde unter einer Sonderflugnummer zum Heimatflughafen nach Dubai gebracht.
Fast 24 Stunden im Airbus A380 und nicht am Ziel: Emirates-Flug wird zur Odyssee | Frankfurtflyer Kommentar
Solche Umleitungen gibt es im Luftverkehr immer wieder, meistens müssen Flugzeuge wetterbedingt oder wegen medizinischen Notfällen ungeplant zwischenlanden. Dann kommt es darauf an, was Airline und Besatzung daraus machen (können). Die Entscheidung für Hangzhou scheint in dem Fall sinnvoll, da der Carrier dort eine Station und Vertragspersonal für die Abfertigung hat.
Selbst wenn dort eine lizenzierte Airbus-A380-Crew vor Ort gewesen wäre, hätte es Auswirkungen gegeben. So hätte man den regulären Linienflug von Hangzhou nach Dubai verspäten oder streichen müssen.
Auch wenn man als Passagier in der Situation leidet und irgendwann kaum noch Geduld hat, darf man nicht vergessen, dass hier niemand mit böser Absicht gehandelt hat. Immerhin konnte man die Fluggäste zunächst noch an Bord versorgen und dann auf Hotels zugreifen.


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