Lufthansa gibt Brussels Airlines doch keine zusätzlichen Langstreckenflugzeuge

Mit nur elf Airbus A330-300 betreibt Brussels Airlines die mit Abstand kleinste Langstreckenflotte innerhalb der Lufthansa-Gruppe. Dabei sucht man den Erfolg vor allen Dingen in der Nische, und neben einigen USA-Flügen fliegt Brussels Airlines vor allen Dingen auch noch sehr viel nach Ostafrika und gilt hier auch als Spezialist für diese Weltgegend. Eigentlich wollte man im kommenden Jahr die Langstreckenflotte auf 13 Flugzeuge ausbauen, aber Lufthansa zieht hier nun den Stecker und verwehrt Brussels Airlines die zwei weiteren Airbus A330-300, die eigentlich geplant waren.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Ausbau gestoppt: Lufthansa stellt die geplante Erweiterung der Brussels-Airlines-Langstreckenflotte vorerst zurück.
📉 Hohe Verluste: Ein Betriebsverlust von 70 Millionen Euro bremst die Wachstumspläne der belgischen Airline.
💺 Business Class bleibt: Der Einbau einer neuen Business Class in den bestehenden Airbus A330-300 ist weiterhin geplant.

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Der Grund für die veränderte Planung liegt in dem anhaltenden wirtschaftlichen Misserfolg von Brussels Airlines. Bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz 2026 musste Brussels Airlines einen Betriebsverlust in Höhe von 70 Millionen Euro ausweisen, was 24 Millionen Euro mehr sind als im Vorjahr.

Als Grund für die schlechte Performance gibt Brussels Airlines vor allen Dingen die stark gestiegenen Treibstoffpreise sowie auch den Ebola-Ausbruch in Ostafrika an. Gerade da das Ostafrika-Geschäft für die Airline aufgrund historischer Verbindungen Belgiens in die Region so wichtig ist, hatte diese Verwerfung natürlich einige negative Auswirkungen auf Brussels Airlines.

Tatsächlich war der Plan auch, dass Brussels Airlines mit den weiteren Airbus A330-300, welche von Lufthansa nach Brüssel gebracht worden wären, vorrangig das Ostafrika-Geschäft ausbaut, welches aufgrund der aktuellen Situation wahrscheinlich weiterhin nicht ertragreich gewesen wäre. Das weitere Wachstum der Langstrecke bei Brussels Airlines ist damit vorerst zurückgestellt, und es bleibt unklar, wann es weitergehen soll.

Airbus A330-300 bei Brussels Airlines soll eine neue Business Class bekommen

Mit den neuen Airbus A330-300 wollte Brussels Airlines im kommenden Jahr auch eine neue Business Class einführen. Dies ist weiterhin geplant, denn man möchte die bestehende Flotte umbauen, wobei noch nicht bekannt ist, welcher Sitz für Brussels Airlines vorgesehen ist.

Hierbei gibt es innerhalb der Lufthansa-Gruppe für den Airbus A330 aktuell zwei Produkte, die für eine Modernisierung der Business Class bei Brussels Airlines infrage kommen. Zum einen ist der Allegris-Sitz für den Airbus A330 bei SWISS bereits in der Zertifizierung und könnte so auch bei Brussels Airlines zum Einsatz kommen.

Alternativ hat man auch für Discover Airlines einen neuen Sitz im Airbus A330 vorgestellt. Hierbei handelt es sich um den Thomson Aerospace Vantage XL Sitz. Dieser Sitz ist bereits für Dutzende Airlines für den Airbus A330-300 zertifiziert und könnte entsprechend verhältnismäßig schnell beschafft und bei Brussels Airlines eingebaut werden.

Lufthansa gibt Brussels Airlines doch keine zusätzlichen Langstreckenflugzeuge | Frankfurtflyer Kommentar

Die Marschrichtung in der Lufthansa-Gruppe war eigentlich immer klar. Neue Flugzeuge und vor allen Dingen zusätzliche Langstreckenflugzeuge bekommen nur die Airlines, die auch Geld verdienen. Denn das Wachstum muss mehr oder weniger auch selbst finanziert werden.

Die wirtschaftliche Situation bei Brussels Airlines ist wirklich nicht besonders gut, und innerhalb der Lufthansa-Gruppe ist man aktuell tatsächlich eines der Sorgenkinder. Daher ist es durchaus verständlich, dass man nun erst mal auf die Bremse tritt und das Wachstum eher in anderen Märkten stattfinden lässt.

Tatsächlich ist die Größe von Brussels Airlines allerdings auch ein Teil des Problems, denn mit nur 48 Flugzeugen in der eigenen Flotte und elf davon auf der Langstrecke ist man fast schon eine Zwerg-Airline. In der Branche ist es kein Geheimnis, dass ein großer Teil der Wirtschaftlichkeit auch von der Größe kommt. Denn je größer eine Flotte ist, desto einfacher ist es, diese effizient und vor allen Dingen wirtschaftlich zu betreiben.

Brussels Airlines wird wohl allerdings auch in den nächsten Jahren nicht nennenswert wachsen, und nicht nur die Airbus A330-300, die Lufthansa eigentlich versprochen hat, wird man nicht bekommen. Man wird zum Beispiel im kommenden Sommer auch auf den Einsatz von Wet-Leasing-Airbus-A220 von Air Baltic verzichten und damit weniger Kapazitäten in Brüssel haben.

1 Kommentar

  1. Herr Spohr, sollte sich mal fragen, warum andere Airlines wachsen und nur seine tolle Lufthansa Gruppe nicht. Läuft halt massiv etwas verkehrt bei dem Laden.

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