Ungewöhnliche Fracht: Qatar Airways Cargo fliegt Beluga Wale in Boeing 777

In Frachtflugzeugen fliegt allerhand sensible, eilige und empfindliche Fracht um die Welt. Gemeinsam haben sie gewöhnlich alle, dass sie besonders schnell an ihr Ziel müssen, und am 4. August transportierte Qatar Airways in einem Boeing-777-Frachter ganz besondere Passagiere, denn man hatte auf dem Flug von Toronto nach San Antonio sechs lebende Belugawale an Bord. Auch für die Piloten von Qatar Airways war das alles andere als eine alltägliche Fracht.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🐋 Außergewöhnliche Fracht: Qatar Airways Cargo transportierte sechs lebende Belugawale in einer Boeing 777 von Toronto nach San Antonio.
✈️ Besondere Vorsicht: Die Crew nutzte die gesamte Start- und Landebahn, um die empfindliche Fracht möglichst schonend zu befördern.
🌍 Neues Zuhause: Die Tiere werden nach der Schließung des Marineland Canada auf verschiedene Aquarien in Nordamerika und Europa verteilt.

Folgt Frankfurtflyer auf GOOGLE NEWS

Schaut man sich den Flugverlauf von QR 8086 an, dann ist dieser außerordentlich unspektakulär, und man fliegt in 2:39 Stunden schnurstracks von Toronto nach San Antonio. Im Detail fällt allerdings auf, dass die Boeing 777 in Toronto die gesamte Startbahn zum Abheben nutzt und offenkundig besonders langsam beschleunigt. Auch bei der Landung nutzt man die gesamte Landebahn, um hier besonders langsam zu bremsen.

Von der Landung in San Antonio gibt es Mitschnitte des Funks zwischen der Qatar-Airways-Crew und dem Lotsen in San Antonio. Hierbei erbittet der Qatar-Airways-Pilot den letztmöglichen Taxiway zum Verlassen der Landebahn, um aufgrund der sensiblen Fracht langsam abbremsen zu können. Wie er später dem Lotsen mitteilte, handelt es sich bei der sensiblen Fracht um sechs Belugawale. Sieben Wagen sind an Bord.

Bei den sechs Walen an Bord, die mit Qatar Airways von Toronto nach San Antonio geflogen sind, handelt es sich um Tiere aus dem Marineland Canada in der Nähe der Niagara Falls. Dieses vergnügungsparkähnliche Aquarium wurde im September 2024 geschlossen, da es sich nicht wirtschaftlich tragen ließ. Seither lebten die 30 Wale, die man vor Ort hatte, in einem immer mehr zerfallenden Aquarium. Die Versorgung der Tiere wurde durch Spenden organisiert sowie später auch durch Unterstützung der kanadischen Regierung.

Nun werden die Tiere in neue Aquarien umgesiedelt. Dabei werden sie nicht nur nach San Antonio gebracht, sondern auch nach San Diego und Atlanta sowie nach Valencia in Spanien, wo es große Aquarien gibt, die die Tiere aufnehmen können.

Für den Transport im Flugzeug mussten die Tiere in speziell angefertigte Kaltwassertanks eingebracht werden, in denen sie die gesamte Reise über feucht, aber an einem festen Ort gehalten werden konnten. Den gesamten Flug über wurden die Tiere von ausgebildeten Tierpflegern und Tierärzten begleitet.

Ungewöhnliche Fracht: Qatar Airways Cargo fliegt Belugawale in Boeing 777 | Frankfurtflyer Kommentar

Lebende Tiere an Bord von Frachtflugzeugen sind immer eine besondere Herausforderung. Während zum Beispiel Pferde öfter mal mit Cargomaschinen fliegen, sind große Zootiere wie Elefanten und Giraffen hier immer eine Besonderheit. Der Transport von lebenden Walen stellt allerdings noch einmal eine besonders große Herausforderung dar. Denn hier müssen die Tiere während des Fluges auch noch in Wasser transportiert werden, was ganz eigene Schwierigkeiten mit sich bringt.

Interessant finde ich, dass Qatar Airways diesen sehr besonderen Flug bisher nicht für Marketingzwecke benutzt hat, sehr wohl aber die Aquarien, die die Tiere nun aufnehmen. Für die Wale ist es nun wahrscheinlich ein großes Glück, dass überhaupt die Möglichkeit besteht, sie mit Frachtflugzeugen um die Welt zu fliegen. Denn ansonsten hätten sie in Kanada wohl ein sehr einsames Leben im geschlossenen Aquarium führen müssen. Es wären tatsächlich nicht die ersten Wale gewesen, die in geschlossenen und verweisten Aquarien noch über Jahrzehnte ausharren mussten, bis sie entweder durch privat organisierte Spenden gerettet wurden oder die Natur ihren Lauf nahm. Hier ist immer die Versorgung der Tiere sowie insbesondere auch die teure Instandhaltung der Becken ein riesiges Problem.

Ich will hier gar keine Diskussion über den Sinn und Unsinn der Haltung von Walen in großen Aquarien lostreten, sowohl für Unterhaltungs- als auch für Forschungszwecke. Allerdings fand ich diesen Flug und den dazugehörigen Transport durchaus beeindruckend.

Schreibe den ersten Kommentar

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*