Als sich in Krisenzeiten viele Fluggesellschaften vom Airbus A380 getrennt haben, hat Qantas am Superjumbo festgehalten. Die Australier haben die Pandemie sogar dazu genutzt, die Doppelstöcker aufzufrischen und mit neuen Sitzen und Kabinen auszustatten. Nun erreicht uns eine ganz unerwartete Meldung aus Sydney, denn Qantas will die ersten Exemplare schon in zwei Jahren in Rente schicken.
✈️ Qantas beginnt bereits 2028 mit der Ausflottung der Airbus A380.
📆 Der bisherige Zeitplan sah einen Einsatz bis etwa 2032 vor.
🌏 Nach dem Ende der Melbourne-Flüge bleiben nur noch vier A380-Routen.
Qantas zieht A380-Ausflottung um vier Jahre vor
Aktuell betreibt Qantas noch zehn Airbus A380, die im Durchschnitt rund 17 Jahre alt sind. Ursprünglich hatte die australische Fluggesellschaft damit geplant, die Superjumbos ungefähr bis 2032 einzusetzen. Nun soll der Abschied schrittweise erfolgen und in zwei jahren beginnen. Das kommt durchaus überraschend. Qantas hatte seine A380 während der Pandemie zwar vorübergehend stillgelegt, sich aber anders als einige andere Airlines für eine Rückkehr entschieden. Zudem wurde viel Geld in die Flugzeuge gesteckt. Die Kabinen wurden modernisiert und unter anderem mit neuen Sitzen ausgestattet.
Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen allerdings verändert. Qantas nennt unter anderem die gestiegenen Treibstoffpreise als Belastung. Mit zunehmendem Alter der Flugzeuge steigen außerdem die Wartungskosten, gleichzeitig macht sich die Airline Gedanken über die langfristige Versorgung mit Ersatzteilen. Qantas-Chefin Vanessa Hudson betont dennoch, dass der A380 momentan weiterhin eine wichtige Rolle spielt und sowohl bei der Airline als auch bei den Passagieren beliebt ist.
Airbus A350-1000 übernimmt
Möglich wird der frühere Abschied durch die Erneuerung der Langstreckenflotte. Im kommenden Jahr soll Qantas den ersten Airbus A350-1000ULR für das sogenannte Project Sunrise übernehmen. Mit diesem Flugzeug sollen später unter anderem die extrem langen Nonstopverbindungen von Australien nach London und New York aufgenommen werden. Zusätzlich hat Qantas weitere A350-1000 in einer weniger extremen Konfiguration bestellt. Diese Flugzeuge sollen langfristig auch Aufgaben der A380 übernehmen. Hinzu kommen weitere werksneue Boeing 787 Dreamliner.
Ob der Übergang so reibungslos verläuft ist fraglich, da es bei den Flugzeugbauern immer wieder zu Engpässen und Verspätungen kommt. Qantas prüft daher, bestehende Kaufrechte für weitere Großraumflugzeuge in Festbestellungen umzuwandeln. Die neuen Flugzeuge bringen außerdem einen deutlichen Kapazitätsverlust mit sich.

Das sind die letzten Qantas A380-Routen
Schon vor dem eigentlichen Beginn der Ausflottung wird das Einsatzgebiet des Superjumbos kleiner. Derzeit setzt Qantas die A380 laut Simple Flying noch auf fünf Verbindungen ein:
- Sydney – Singapur – London: täglich bis London, zusätzliche A380-Flüge zwischen Sydney und Singapur
- Sydney – Los Angeles: täglich
- Sydney – Dallas/Fort Worth: vier- bis fünfmal pro Woche
- Sydney – Johannesburg: drei- bis viermal pro Woche
- Melbourne – Los Angeles: zweimal pro Woche
Die Route ab Melbourne steht bereits vor dem Aus, am 24. Oktober 2026 soll dort der letzte planmäßige A380-Flug stattfinden. Anschließend übernimmt die kleinere Boeing 787-9. Danach konzentriert Qantas den Superjumbo vollständig in Sydney.
Der Airbus A380 ist momentan außerdem das einzige Qantas-Flugzeug mit einer First Class. Im vorderen Bereich des Hauptdecks befinden sich gleich 14 Suiten in einer 1-1-1-Anordnung. Darüber hinaus verfügen die modernisierten Maschinen über 70 Business-Class-Sitze, 60 Plätze in der Premium Economy und 341 Economy-Sitze. Insgesamt können 485 Passagiere mitfliegen. Mit dem Airbus A350-1000ULR wird die First Class auch in der neuen Langstreckenflotte erhalten bleiben. Für die Project-Sunrise-Maschinen sind allerdings nur sechs First-Class-Suiten vorgesehen.

Qantas will sich früher vom Airbus A380 trennen | Das sind die letzten Routen | Frankfurtflyer Kommentar
Die Chefin von Qantas lobt den Airbus A380 und bezeichnet das Flugzeug nach wie vor als wichtig. Dadurch kann man gerade auf den Rennstrecken wie denen nach Singapur oder in die USA die Nachfrage bedienen. In Australien will man nun aber vorausschauend handeln, denn auf lange Sicht wird der Superjumbo wirtschaftlich zum Problem. Bei den Betriebskosten kann der Gigant schon lange nicht mehr mit seinen Nachfolgern mithalten, mit der Zeit werden aber auch Instandhaltung und Wartung zu teuer.
Ob auf den stark gefragten Routen oder den Ultralangstrecken: Die Zukunft gehört dem Airbus A350 und der Boeing 787. Mit dem gestreckten A350-1000 will man in einem Jahr sogar Nonstop-Flüge zwischen Sydney und London sowie New York anbieten, dann bekommt Qantas zusätzliches Potenzial. Aber auch bei Qantas ist die letzte Messe noch nicht gesungen. Sobald es bei der Auslieferung der neuen Flugzeuge oder bei deren Performance zu Schwierigkeiten kommen sollte, wird die Ausflottung der A380 verschoben werden…
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