Condor hat nun auch Embraer 190 in der Flotte | Könnten eigene Regionaljets langfristig Sinn machen?

Condor baut sich immer mehr von einem Ferienflieger hin zu einer Netzwerk-Airline (durchaus noch mit touristischem Fokus) um. Hierzu gehören nun auch die sogenannten City-Strecken, welche Condor unter anderem als Zubringer zu den Langstrecken benötigt, da diese über Jahrzehnte von Lufthansa für Condor angebotenen Flüge nun wegfallen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Embraer 190 für Condor: Mindestens zwei Regionaljets von German Airways fliegen im Wet Lease langfristig für den Ferienflieger.
🌍 Vier City-Strecken: Im Winter kommen die Embraer 190 ab Frankfurt nach London, Mailand, München und Zürich zum Einsatz.
🤔 Eigene Regionaljet-Flotte? Mit 100 Sitzen könnten Regionaljets Condor helfen, ein dichteres City-Netz mit höheren Frequenzen aufzubauen.

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Dass Condor für die City-Strecken auch immer wieder auf Wet-Leasing-Partner zurückgegriffen hat, um die Kapazitäten bereits bereitzustellen, ist keine neue Information und hier sind unter anderem German Airways und Helvetic mit Embraer 190 zum Einsatz gekommen. Nun sieht es aber so aus, als würde der Einsatz von Regionaljets bei Condor deutlich langfristiger aufgesetzt, was auch Sinn machen könnte.

Im Detail fliegen mindestens zwei Embraer E190 von German Airways quasi dauerhaft für Condor. Diese Flugzeuge sind zwar weiterhin im Wet Leasing eingesetzt, was bedeutet, dass German Airways neben dem Flugzeug auch die Crew und Wartung bereitstellt, allerdings wird hier die 17 Jahre alte D-ABKE ganz offiziell als Teil der Condor-Flotte gewertet, was zeigt, dass man hier ein sehr langfristiges Abkommen mit German Airways getroffen haben muss.

Solche Abkommen, bei denen Flugzeuge nicht nur für kurzfristige Einsätze, sondern länger an andere Airlines gehen, sind für German Airways nicht neu und aktuell hat man auch vier Embraer E190 fest bei KLM untergebracht.

Das Besondere am Embraer E190 von Condor ist allerdings, dass man diesen auch mit einem Condor-Design versehen hat, sodass er auch in der Außenwirkung wie ein Condor-Flugzeug auf die Passagiere wirkt.

Condor setzt diese Regionaljets mit 100 Sitzplätzen im Winter auf vier City-Strecken ab Frankfurt ein:

Frankfurt – London Gatwick 2-mal pro Tag
Frankfurt – Milan Malpensa 3-mal pro Tag
Frankfurt – Munich 3-mal pro Tag
Frankfurt – Zurich 1-mal täglich

Würde eine Regionaljet-Flotte für Condor Sinn machen?

Grundsätzlich ist die Embraer 190 für Condor wohl ein sehr interessantes Flugzeug für die City-Strecken. So bietet der Regionaljet mit 100 Sitzen in einer 2-2-Anordnung durchaus einige Vorzüge, wie die Tatsache, dass man hier nur 2 Flugbegleiter benötigt und die Anordnung der Sitze von den Passagieren als sehr angenehm empfunden wird.

Condor hat im City-Streckennetz auch das große Problem, dass man hier eine entsprechende Zahl an Frequenzen bieten muss, um eine gute Anbindung an die eigenen Langstreckenflüge zu bieten und gleichzeitig z. B. auch für Business Traveler attraktiv zu sein.

Fliegt man beispielsweise 3-mal pro Tag nach München, London, Paris, Berlin und Co. (was wohl das sinnvolle Minimum sein dürfte), dann könnte ein Airbus A320 mit 180 Sitzen bereits deutlich zu groß für Condor sein. Hier würden die Regionaljets dann durchaus Sinn machen, denn sie würden es erlauben, ein dichtes Europa-Netz aufzubauen und die Flugzeuge auch akzeptabel auszustatten.

Die Embraer 190 mit einem Alter von über 15 Jahren sollten auch verhältnismäßig günstig zu beschaffen sein. Auch wenn hier die Stückkosten im Betrieb natürlich pro Passagier höher sind als bei einem modernen Airbus A320neo, so könnten diese Flugzeuge sehr attraktiv sein, wenn man durchschnittlich nur unter 100 Sitze pro Flug verkauft bekommt.

Condor hat nun auch Embraer 190 in der Flotte | Könnten eigene Regionaljets langfristig Sinn machen? | Frankfurtflyer Kommentar

Condor ist kontinuierlich dabei, sich weiter zu einer Netzwerk-Airline umzubauen und hier muss man wohl teils auch neue Wege gehen. Für Condor könnte eine Flotte aus 10 oder mehr Regionaljets vielleicht tatsächlich viel Sinn ergeben, da man mit diesen ein Europa-Netzwerk aufbauen könnte, welches vor allem auch in der Zahl der angebotenen Frequenzen interessant werden könnte.

Dass man nun eine Embraer 190 in die Farben von Condor gebracht hat, zeigt, dass man hier wohl auch zu einem Experiment bereit ist und wäre es nicht ein spannender Gedanke, wenn Condor in Konkurrenz zu Lufthansa auch ein wirklich dichtes City-Netz ab Frankfurt anbieten würde?

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