Dicht bestuhlter Airbus A380: Emirates entfernt 120 Sitze aus der Economy Class

Emirates Economy Class im Airbus A380. Foto: Alexander

Emirates ist Betreiber der mit Abstand größten Airbus A380-Flotte der Welt. Der Golfcarrier hat einige Exemplare besonders dicht bestuhlt und 615 Sitze eingebaut. In den Maschinen gibt es keine First Class und lediglich 58 Plätze in der Business Class. Diese ungewöhnliche Konfiguration wird aber bald Geschichte sein, denn Emirates baut die Flugzeuge um und führt dort eine Premium Economy Class ein. Dafür werden 120 Sitze aus der regulären Economy Class entfernt, die Business Class wird erweitert.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Emirates baut seine 15 Airbus A380 mit 615 Sitzen um
💺 Die Economy Class schrumpft von 557 auf 437 Plätze
🥂 Dafür wächst die Business Class und eine Premium Economy kommt hinzu

Emirates baut den Airbus A380 mit 615 Sitzen um

Emirates setzt im Airbus A380 auf mehrere verschiedene Kabinenkonfigurationen. Eine Besonderheit sind die 15 Flugzeuge, die bislang mit insgesamt 615 Sitzplätzen ausgestattet sind. Kein anderer Betreiber bringt so viele Passagiere in einem Airbus A380 unter. Die besagten Maschinen haben nur zwei Reiseklassen. Im Oberdeck befinden sich 58 Business-Class-Sitze, während sich die Economy Class mit insgesamt 557 Plätzen über beide Etagen verteilt.

Auf eine First Class verzichtet Emirates bei dieser Variante komplett. Andere Airbus A380 der Golfairline verfügen je nach Konfiguration über 468 bis 517 Sitzplätze. Die 615-Sitzer sind also die am dichtesten bestuhlten Superjumbos der Emirates-Flotte. Damit ist allerdings bald Schluss. Emirates baut alle Flugzeuge um und macht aus den bisherigen Zwei-Klassen-Maschinen eine neue Drei-Klassen-Version mit 569 Sitzen. Der Umbau fällt deutlich umfangreicher aus als nur der Einbau einer zusätzlichen Reiseklasse. Emirates verändert dabei die Gewichtung der Kabinen:

Reiseklasse Bisher Nach dem Umbau
Business Class 58 Sitze 76 Sitze
Premium Economy 56 Sitze
Economy Class 557 Sitze 437 Sitze
Gesamt 615 Sitze 569 Sitze

Die Economy Class schrumpft also besonders stark, Emirates entfernt 120 Plätze und reduziert die Kapazität auf 437 Sitze. Gleichzeitig wächst die Business Class deutlich. Statt 58 stehen künftig 76 Plätze zur Verfügung, ein Plus von rund 31 Prozent. Hinzu kommt die Premium Economy, die Emirates im Airbus A380 in einer 2-4-2-Konfiguration installiert. Die Sitze bieten rund 102 Zentimeter Sitzabstand, größere Bildschirme und einen aufgewerteten Service.

Foto: Emirates

Mehr Premium

Damit verändert sich auch der Anteil der höherwertigen Reiseklassen. Beim bisherigen 615-Sitzer entfallen nur rund neun Prozent aller Plätze auf die Business Class. Nach dem Umbau machen Business Class und Premium Economy zusammen rund 23 Prozent der gesamten Kapazität aus.

Trotzdem bietet die neue Version mit 569 Plätzen weiterhin mehr Sitze als viele andere Superjumbos. Die Strategie sieht aber andera aus- statt möglichst viele Economy-Passagiere mitzunehmen, schafft Emirates mehr Platz für Reisende, die bereit sind, für zusätzlichen Komfort zu bezahlen.

Die Umrüstung der besonders dicht bestuhlten Airbus A380 wurde bereits Anfang 2026 angekündigt. Die ersten beiden modernisierten Maschinen sind seit dem Frühling im Liniendienst, Ziele waren Amman und Prag. Ursprünglich war geplant, alle 15 Flugzeuge bis November 2026 umzubauen. Im aktuellen Winterflugplan taucht die 615-Sitzer-Version allerdings weiterhin auf mehreren Strecken auf.

Das zeigt sich auch in den Zahlen. Laut einer Auswertung von Simple Flying auf Basis der bei OAG hinterlegten Flugplandaten sind zwischen September 2026 und Juli 2027 derzeit noch etwa 1.500 Abflüge ab Dubai mit dem 615-Sitzer vorgesehen. Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres waren es nochüber 3.000. Die Zahl der geplanten Einsätze hat sich also mehr als halbiert.

Dem Bericht zufolge taucht die Zwei-Klassen-Version bis zum Sommer 2027 noch auf acht Strecken auf. Allerdings handelt es sich bei einigen davon nur noch um einzelne Einsätze. In der Liste steht auch Düsseldorf, in der Vergangenheit waren die Superjumbos mit den 615 Sitzen auch in Frankfurt und München.

Ziel ab Dubai Abflüge mit 615 Sitzen Geplanter Einsatz
Bangkok 553 ab 25. Oktober, bis zu 2x täglich
London-Gatwick 486 ab 1. Dezember, bis zu 2x täglich
Manchester 280 ab 25. Oktober, täglich
Düsseldorf 147 ab 1. November, täglich
Bali/Denpasar 18 bis 29. September
Mauritius 4 einzelne Flüge im September
Birmingham 2 einzelne Flüge im September

Die Tabelle zeigt allerdings auch, dass von den genannten Strecken eigentlich nur noch vier regelmäßig mit dem 615-Sitzer bedient werden sollen. Besonders stark konzentrieren sich die verbliebenen Einsätze auf Bangkok und London-Gatwick. Da die Flugzeuge gleichzeitig nach und nach umgebaut werden, dürfte sich der Einsatzplan allerdings noch verändern.

Emirates Premium Economy Class. Foto: Alexander

Dicht bestuhlter Airbus A380: Emirates entfernt 120 Sitze aus der Economy Class | Frankfurtflyer Kommentar

615 Sitze in einem einzigen Flugzeug sind schon eine Ansage. Emirates hat damit gezeigt, wie viel Kapazität man aus einem Airbus A380 herausholen kann, ohne auf eine Premiumkabine zu verzichten. Der Golfcarrier ist aber offensichtlich an seine Grenzen gestoßen und rudert nun wieder zurück.

Die Entscheidung fällt auch ziemlich deutlich aus, da man nun gleich 120 Economy-Sitze entfernt. Das unterstreicht auch den Nachfragetrend, denn die Premiumklassen werden seit geraumer Zeit auch verstärkt von Privatreisenden gebucht. Gerade die Premium Economy Class wird für die Kundschaft immer wichtiger. Emirates hat sich ziemlich spät für die Zwischenklasse entschieden, dafür drückt man jetzt in Dubai aufs Tempo.

Die Sitze sind auf immer mehr Routen verfügbar, inzwischen hat Emirates sogar schon einen Nachfolger der Kabinen verkündet. Wer die extreme 615-Sitzer-Version noch einmal erleben möchte, hat derzeit unter anderem ab Düsseldorf, Bangkok, Manchester und London-Gatwick die Gelegenheit. Die Tage dieser ungewöhnlichen A380-Konfiguration sind allerdings gezählt.

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