Stehen Emirates kurz vor der Genehmigung von Flügen nach Berlin?

„Wir sind fest entschlossen, wir kommen nach Berlin!“ Dies war die klare Aussage von Sir Tim Clark auf der ILA in Berlin und schon steht fest: Flüge nach Berlin sollen ab Dezember 2026 aufgenommen werden. So will man einmal täglich mit einer Boeing 777-300ER von Dubai nach Berlin und zurück fliegen. Geplant ist hier auch schon ein morgendlicher Abflug in Dubai sowie ein nachmittäglicher Rückflug von Berlin nach Dubai, um die bestmöglichen Anschlüsse am Drehkreuz zu bieten.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Emirates will nach Berlin: Bereits ab Dezember 2026 plant die Airline tägliche Flüge zwischen Dubai und dem BER mit einer Boeing 777-300ER.
🇩🇪 Streckenrechte noch offen: Emirates darf derzeit nur vier Flughäfen in Deutschland bedienen – über eine Erweiterung wird auf höchster politischer Ebene verhandelt.
🤝 Kompromiss im Gespräch: Sieben zusätzliche wöchentliche Flüge könnten Emirates genehmigt werden und flexibel für Berlin oder Stuttgart eingesetzt werden.

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Das aktuelle Problem von Emirates ist allerdings noch, dass man keine Streckenrechte für Berlin genehmigt bekommen hat. So ist Emirates aktuell auf maximal vier Flughäfen in Deutschland beschränkt, welche man bereits mit Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg belegt hat. Es gibt hier zwar keine Begrenzung bei der Anzahl der Flüge, allerdings würde Emirates gerne vor allem noch nach Berlin und auch nach Stuttgart fliegen, um das Angebot besser in Deutschland zu verteilen.

Die Verhandlungen über die zusätzlichen Streckenrechte nach Berlin sind aktuell vor allem Chefsache und hochpolitisch. So wird berichtet, dass die Entscheidung darüber direkt im Kanzleramt gefällt werden soll. Allerdings gibt es auch politischen Gegenwind von mächtigen Ministerpräsidenten in Deutschland. Während man sich in Berlin und Baden-Württemberg natürlich für Emirates-Flüge nach Stuttgart und Berlin ausspricht, sieht man in Hessen und Bayern hierin eine Schwächung der wichtigen Luftfahrt-Drehkreuze in Frankfurt und München.

Diese Woche wird allerdings Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, der Staatspräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, zu einem Staatsbesuch in Berlin erwartet und hierbei sollen unter anderem auch die Streckenrechte für Emirates und Etihad Airways nach Deutschland weiter verhandelt werden. Dabei haben die VAE natürlich auch weitere Angebote für Deutschland mit dabei und man möchte neben den Flugrechten auch weitere Vertiefungen der Handelsbeziehungen diskutieren, sowie eine Energiepartnerschaft, welche für Deutschland in den kommenden Jahren noch weiter an Bedeutung gewinnen könnte.

Kompromisslösung mit 7 zusätzlichen, flexiblen Flügen?

Aktuell scheint es so zu sein, dass sich eine Kompromisslösung zwischen Berlin und Stuttgart anbahnt. So will man Emirates wohl 7 zusätzliche Flüge pro Woche nach Deutschland genehmigen, welche die Airline dann flexibel einsetzen kann. Da könnte man entweder täglich nach Berlin fliegen oder man könnte auch zwischen Berlin und Stuttgart wechseln.

Vermutlich sind tägliche Flüge nach Berlin die naheliegendste erste Lösung, allerdings für Emirates wahrscheinlich erst ein anfänglicher Schritt, da auch Flüge nach Stuttgart für Emirates von großer Bedeutung sind, aber hier vermutlich nur bei einem täglichen Angebot wirklich Sinn machen.

Foto: Emirates

Lufthansa lobbyiert weiter gegen zusätzliche Emirates-Flüge

Es ist wenig überraschend, dass Lufthansa gegen zusätzliche Emirates-Flüge lobbyiert. Dabei geht es der deutschen Airline weniger um die Direktflüge nach Dubai, welche Emirates in Konkurrenz zu Eurowings anbieten würde, sondern darum, dass Emirates mit Direktflügen nach Dubai die Passagiere an das umfangreiche Langstreckennetz anbinden würde, was eine klare Konkurrenz für Lufthansa und die Hubs in Frankfurt und München ist.

Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter:

Zusätzliche Landerechte schaffen keine direkten Langstreckenflüge. Wer von Berlin nach New York oder Tokio will, steigt in Dubai um, nicht in Frankfurt oder München. Das ist keine Verbesserung der deutschen Konnektivität.

Während Ritter damit Recht hat, dass es keine nennenswerten zusätzlichen Non-Stop-Flüge aus Berlin und Stuttgart geben wird, wenn Emirates hierher fliegt, widerspreche ich ihm bei der Aussage, dass es die deutsche Konnektivität nicht verbessern würde. Insbesondere nach Asien, Afrika und Australien würde Emirates ein sehr attraktives Angebot für Passagiere in Berlin und Stuttgart schaffen, welches allerdings in klarer Konkurrenz zu europäischen Hubs stehen wird. Grundsätzlich gilt aber immer: Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn Lufthansa Sorge vor der Abwanderung der Passagiere zum Hub in Dubai hat, sollte man das Angebot verbessern und nicht versuchen, die Konkurrenz zu unterdrücken.

Europa und Katar haben bereits vor einigen Jahren ein liberales Luftverkehrsabkommen geschlossen, welches es Qatar Airways erlaubt, quasi unbeschränkt nach Europa zu fliegen. Dieses Abkommen hat Qatar Airways fast unendlich viele Möglichkeiten geschaffen. Allerdings sieht man sehr deutlich, dass die Regulierungen des Marktes weiterhin funktionieren, und man kann aktuell keine Dumping-Angebote von Qatar Airways erkennen, welche den Markt komplett zerstört hätten. Sehr wohl werden allerdings neue Konkurrenzstrecken geschaffen, was für Passagiere erst einmal eine gute Nachricht ist.

Der Airbus A350-1000, Foto: Lufthansa

Steht Emirates kurz vor der Genehmigung von Flügen nach Berlin? | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist kein Geheimnis, dass Emirates gerne mehr Flüge nach Deutschland anbieten würde, beziehungsweise vor allem zu weiteren Flughäfen neben den aktuell angeflogenen in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg. Stuttgart und Berlin stehen schon seit über 10 Jahren auf der Wunschliste von Emirates, und zumindest in Hessen und Berlin würde man eine Anbindung an das Drehkreuz in Dubai auch sehr begrüßen.

Natürlich gibt es hier vor allem seitens Lufthansa vehementen Widerstand bis in die Spitzenpolitik hinein. Allerdings scheint sich inzwischen abzuzeichnen, dass man nun den Markt für Emirates etwas weiter öffnet.

Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass weitere Flüge von Emirates oder auch Qatar Airways durchaus belebend für den Wettbewerb sein könnten, und gerade nach Asien kann man hier ein sehr attraktives Angebot bieten. Wir werden sehen, ob es wirklich klappt, dass Emirates im Dezember 2026 bereits nach Berlin fliegt. Ich habe hier zwar noch gewisse Zweifel, aber manchmal gehen solche Dinge schneller, als man glaubt.

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