Lufthansa hat vor knapp drei Jahren eine Flugzeugbestellung platziert, bei der uns einige Details durchaus überrascht haben. Der Kranich kündigte damals an, wieder zum Betreiber der Boeing 737 werden zu wollen und bestellte beim amerikanischen Flugzeugbauer 40 Jets der MAX-Familie. Zusätzlich sicherte sich der Konzern 60 Kaufoptionen. Nun zieht Lufthansa die ersten davon und bestellt 20 weitere Flugzeuge. Dabei kommt erstmals auch die große Boeing 737 MAX 10 zur Lufthansa Group.
✈️ 20 weitere Boeing 737 MAX: Lufthansa wandelt einen Teil der bestehenden Kaufoptionen in Festbestellungen um.
📈 Erstmals die große MAX 10: Die 20 zusätzlichen Flugzeuge gehören zur größten Variante der Boeing 737 MAX.
❓ Airline bleibt offen: Lufthansa verrät noch nicht, welche Konzerngesellschaft die neuen Flugzeuge erhalten wird.
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Lufthansa bestellt 20 Boeing 737 MAX 10
Der Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG hat der Ausübung von 20 bestehenden Kaufoptionen für die Boeing 737 MAX zugestimmt. Dabei hat sich der Konzern für die Boeing 737 MAX 10 entschieden. Die größte Variante der Flugzeugfamilie soll zu Beginn der 2030er Jahre ausgeliefert werden.
Grundlage ist die große Flugzeugbestellung aus dem Jahr 2023. Damals hatte Lufthansa 40 Boeing 737 MAX 8 fest bestellt und sich gleichzeitig Optionen für weitere 60 Flugzeuge der MAX-Familie gesichert. Mit der jetzigen Entscheidung steigt die Zahl der fest bestellten Boeing 737 MAX auf insgesamt 60 Maschinen. Weitere 40 Kaufoptionen bleiben bestehen.
Die ersten 40 Flugzeuge werden bekanntlich an Eurowings gehen. Die Lufthansa-Tochter soll die Boeing 737 MAX 8 ab 2027 übernehmen und damit unter anderem ältere Airbus A319 ersetzen. Die Bestellung stellt für Eurowings die größte Flotteninvestition der Unternehmensgeschichte dar.
Bei den jetzt bestellten Boeing 737 MAX 10 sieht es anders aus. Lufthansa lässt wie so oft bei langfristigen Flugzeugbestellungen bewusst offen, welche Airline innerhalb des Konzerns die 20 Maschinen später betreiben wird. In der Mitteilung heißt es lediglich, dass die Flugzeuge ältere Jets der Airbus A320-Familie innerhalb der Lufthansa Group ersetzen sollen.
Lufthansa bestellt 80 neue Flugzeuge und wird wieder Boeing 737 Betreiber
Die größte Boeing 737 MAX kommt zur Lufthansa Group
Mit der MAX 10 entscheidet sich Lufthansa für die größte Variante der aktuellen Boeing-737-Familie. Sie bietet eine höhere Sitzplatzkapazität als die bereits für Eurowings bestellte MAX 8 und ist damit insbesondere für stark nachgefragte Kurz- und Mittelstrecken interessant. Lufthansa nennt für die Bestellung einen Listenpreis von rund 3,4 Milliarden US-Dollar. Solche Listenpreise entsprechen allerdings üblicherweise nicht dem tatsächlich gezahlten Preis.
Nach Angaben des Konzerns soll die Boeing 737 MAX 10 rund 30 Prozent weniger Treibstoff als die älteren Flugzeugtypen verbrauchen, die sie ersetzen wird. Durch die höhere Sitzplatzkapazität sollen gleichzeitig die Stückkosten um rund 20 Prozent sinken. Die neuen Boeing-Jets sind Teil einer deutlich größeren Flottenmodernisierung. Bis 2035 erwartet die Lufthansa Group die Auslieferung von mehr als 250 werksneuen Flugzeugen.
Lufthansa nutzt mit der aktuellen Bestellung nur einen Teil der vorhandenen Optionen. Nach der Bestellung von 20 MAX 10 bleiben noch Kaufoptionen für weitere 40 Flugzeuge der Boeing 737 MAX-Familie übrig. Genau diese Frage hatten wir bereits behandelt, als feststand, dass Eurowings die ursprünglich bestellten 40 Boeing 737 MAX 8 bekommt.

Noch mehr Boeing 737: Lufthansa bestellt 20 große MAX 10 | Frankfurtflyer Kommentar
Die Rückkehr der Boeing 737 zur Lufthansa Group war durchaus eine Überraschung. Inzwischen wissen wir, dass die ersten 40 MAX 8 zu Eurowings gehen werden. Mit der Bestellung der MAX 10 bekommt die Geschichte nun ein weiteres Kapitel. Dass Lufthansa einen Teil der Optionen zieht, ist angesichts des enormen Erneuerungsbedarfs in den Kurz- und Mittelstreckenflotten nicht verwunderlich.
Künftig soll auch die große MAX 10 bei dem Konzern fliegen, jetzt bleibt die Frage ob auch diese zur Eurowings gehen werden. Die österreichische Tochter Austrian ist von dem Modell nicht wirklich begeistert:
Austrian sagt: Nein, danke | Welche Lufthansa Airline bekommt die Boeing 737MAX?
Wirtschaftswoche, 09.01.2024
Kommentar von Thomas Stölzel
„Wieder eine Boeing, wieder das Modell 737 Max und wieder war der Flieger praktisch brandneu. Seit am Freitag der Kabineninnendruck einer Maschine von Alaska Airlines bei Portland, Oregon, in rund 5000 Metern Höhe eine Tür samt Innenverkleidung aus dem Rumpf gesprengt hat, dürfte klar sein:
Hier haben nicht nur ein paar Bolzen versagt.
Das grundsätzliche Qualitätsproblem bei Boeing, das 2018 und 2019 zu zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten geführt hatte, ist nach wie vor nicht überwunden.
(…)
Das sollte auch der Lufthansa zu denken geben.
Das Management um Carsten Spohr hatte erst im Dezember entschieden, 40 Boeing 737 Max zu bestellen – nachdem das Unternehmen seit fast einem Jahrzehnt auf der Mittelstrecke nur auf Airbus gesetzt hatte. Zudem gibt es eine Option für 60 weitere Maschinen.
Von dieser Bestellung sollte der Konzern angesichts der neuerlichen Vorkommnisse umgehend zurücktreten, um seine Reputation nicht zu beschädigen.“
Eine traumhafte Idee. Da steigt dann die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches dass die Lufthansa in der Zukunft für die ganzen Verletzten und möglicherweise Toten aufkommen muss bei so einem super-sicheren fliegenden Mist.
Der letzte Tropfen zum Überlaufen
Das LH nicht alleine auf einen Hersteller setzt ist vernünftig. Allerdings ist das Konzept 737 in die Jahre gekommen. Es eignet sich nur nochfür die „Billig-<Töchter" in der Group. Einen Inland oder Europa Flug in einer 737-Max werde ich keinesfalls buchen!
Sehe Ich genauso Ich erwarte bei einer Airline wie Lufthansa, dass Ich mir keine Gedanken drüber machen muss welcher Platz am sichersten in der Maschine ist
Dass es bei der Kundenbindung bei der LH nicht zum Besten steht, zeigt sich immer wieder. Immerhin wurde das Thema Sicherheit groß geschrieben, was für mich ein Top Kriterium ist Nun kauft man Boeing Flieger, die immer wieder mit Unfällen Schlagzeilen machen. Da ist gerade ein Bugfahrwerk bei einem Boeing LH Flugzeug eingeknickt, zum Glück im Stehen und nicht bei Landen. Als Belohnung werden 20 Flugzeuge bestellt. Leider herrschen bei der LH nur noch die Controller, deren Blickwinkel der letzte Cent sind, ohne auf die Wirkungen insgesamt zu sehen
Ohne ein Boeing-Fan zu sein, aber dasss das Bugfahrwerk eingeklappt ist, lag an menschlichem Versagen von LH-Miartbeitern – Pin nicht gesteckt (und ja, man fragt sich warum in 2026 so was nicht von der Software abgefangen wird)…. Bzgl. der 2 MAX Abstuerzen – auch hier lag (bewusst Vergangenheit) es an schlechtem Design. Boeing hat das nachgebessert.
Es ist korrekt, dass Boeing Probleme in der Qualitaet hat – siehe fehlende Bolzen bei der Alaska Maschine – typ. Weise faengt das LH aber mit eigenen Leuten bei der Abnahme ab.
Aktuell sind ueber 2500 MAX in Betrieb und es laeuft ohne Probleme (und ja, der Flieger hat nicht die beste Presse).
Aber auch die A320 hatte Probleme dieser Art, z.B. konnte beim LH Crash in WAW keine Schubumkehr gegeben werden, da sich das Hauptfahrwerk wegen Aquaplanings nicht drehte – da dachte der Boardcomputer, das der Flieger noch in der Luft ist. War designtechnisch in der Theorie gut (Rad dreht sich nicht = nicht am Boden) aber in der Praxis nicht perfekt und wurde geaendert (nun wird auch der Einpressdruck auf dem Fahrwerk als Wert herangezogen, ob der Flieger in der Luft oder am Boden ist).
Generell ist das MAX Konzept halt basierend auf einem alten Model und ohne Container im Frachtbereich wenig fuer Netzwerkairlines geeignet, da Beladung laenger dauert und mehr Personal bedarf.
Softwareprobleme haben bereits zu schweren Flugunfällen und Zwischenfällen geführt.
Wenn ich die Boeing 737 MAX und MCAS betrachte:
Es kann als problematisch angesehen werden, dass eine Architektur aus den 1960er Jahren weit über die ursprünglichen Rahmenbedingungen und möglicherweise über Limits hinaus entwickelt wurde, so wie es Boeing bei diesem Flugzeug getan hat.
Das Fahrwerkt ist kurz, was die Montage moderner Triebwerke erschwerte, die weiter vorn angebracht wurden. Aerodynamik, Schub, Auftriebs- und Nickmomente wurden dadurch verändert. Dies war der Grund, warum mit MCAS eine Softwarefunktion im Flugsteuerungssystem ergänzt werden musste, damit das Flugzeug in bestimmen Flugzuständen beherrschbar bleibt.
Vorsichtig formuliert würde ich sagen, dieses Flugzeug wirkt konstruktiv ungewöhnlich und sichtbar kompromissbehaftet.
Wenn ich hier deutlich werden und meine persönliche Ansicht kundtun darf:
Eine Boeing 737 MAX entwerfen Ingenieure nur, wenn zentrale Vorgaben von Nicht-Ingenieuren kommen. Sie ist das Ergebnis einer Konstruktion, die an den Grenzen eines überholten Grundentwurfs weitergepresst wurde. Dass dafür eine zusätzliche Softwarelogik wie MCAS nötig wurde, unterstreicht den Charakter einer Notlösung.
Ich halte das für ein Flugzeug, in das ich aus Vertrauensgründen nicht einsteigen würde.
Wenn Boeing bis dahin die Qualität unter kontrolle kriegt, warum nicht. So wie jetzt heist es gemäß dem abgewandelten Motto, mit dem man bei jeder Boeing Werksbesichtigung verabschiedet wird: „If it’s a Boeing, it probably ain’t going“.
Problematisch ist das halt mit den Strich-Acht Modellen, da kann man ja nicht von aussen sehen, ob es eine alte Gurke oder ein besseres neues Model ist.
Schrecklich, dass Lufthansa noch mehr von den Versager-Boeings kaufen will. Neben dem Komfort an Bord ist Lufthansa jetzt auch noch die Sicherheit seiner Passagiere und Mitarbeiter egal. Wer von den Piloten eines A320 lässt sich ernsthaft auf die völlig veraltete Boeing Technik umschulen? Wer einmal Sidestick geflogen ist, will die uralte Yoke-Steuerung bei Boeing nicht mehr, ist wie vom Smartphone zurück aufs Tastentelefon.
Die 737-max ist käse. Hier zählt allein der Preis für die LHG.
Ein gravierender Fehler. Dass die Lufthansa ausgerechnet diesen problematischen Flugzeugtyp in die Flotte holt, wird man der Öffentlichkeit und den Angehörigen der Opfer irgendwann mit wirtschaftlichen Erwägungen erklären müssen. Genau das macht diese Management-Entscheidung so schwer zu verteidigen. Told you so.
Wieso? Die LH wird etwaigen Opfern oder Hinterbliebenen einfach nicht zahlen und alles hinauszögern bis in die fünfte Generation… Die Sicherheit war das einzig positive, was von diesem Konzern noch übrig geblieben ist. Aber die Zahlendreher stellen jetzt fest, dass man da auch noch durchweg optimieren kann. Und wenn Boeing einen super Deal und schnelle Lieferung angeboten hat, dann bleibt Geld für Anwälte über, um bei etwaigen Katastrophen nicht viel zahlen zu müssen.
Definiere Ironie: Wenn eine Fluggesellschaft, um die Abhängigkeit von einem Hersteller zu verringern und ihr Risiko zu diversifizieren, ausgerechnet das Flugzeugmodell eines anderen Herstellers in die Flotte holt, dessen Name seit Jahren das globale Symbol für Krisen, Flugverbote und ein neues Risiko ist.