Manchmal passt es mit den Kollegen zwischenmenschlich nicht so gut, dann kann man meist trotzdem auf professioneller Ebene zusammenarbeiten. Zwei Piloten von Air New Zealand ist das offenbar nicht gelungen. Die beiden Crewmitglieder gerieten während eines Aufenthalts in San Francisco derart aneinander, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich war. Air New Zealand musste einen Ersatzpiloten einfliegen lassen, für die Passagiere bedeutete die Angelegenheit eine Verspätung von mehr als 14 Stunden.
👨✈️ Streit im Layover: Zwei Air-New-Zealand-Piloten sollen in San Francisco aneinandergeraten sein.
⏰ Mehr als 14 Stunden: Für den Rückflug nach Auckland musste ein Ersatzpilot organisiert werden.
🔎 Vorfall wird untersucht: Air New Zealand und die neuseeländische Luftfahrtbehörde beschäftigen sich mit dem Fall.
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Air New Zealand muss Ersatzpiloten organisieren
Der ungewöhnliche Vorfall ereignete sich Anfang September während eines Aufenthalts einer Air-New-Zealand-Crew in San Francisco. Nach Berichten neuseeländischer Medien (u.a. RNZ) sollen zwei Piloten zunächst aneinandergeraten sein, später soll es im Layover-Hotel zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Air New Zealand bestätigt diese Darstellung in dieser Form allerdings nicht. Die Fluggesellschaft erklärte lediglich, man sei über eine Angelegenheit zwischen zwei Crewmitgliedern informiert, die sich außerhalb des Dienstes in den USA ereignet habe.
Der Vorfall werde untersucht. Gleichzeitig betont Air New Zealand, dass es an Bord des Flugzeuges keinen Zwischenfall gegeben habe. Die Auswirkungen bekamen die Passagiere dennoch zu spüren. Der für den 7. September geplante Flug NZ7 von San Francisco nach Auckland konnte nicht wie vorgesehen durchgeführt werden. Den Reisenden teilte Air New Zealand zunächst mit, dass der eingeplante Pilot aufgrund einer Erkrankung nicht mehr zur Verfügung stehe.

Ersatzpilot musste zunächst seine Ruhezeit einhalten
Air New Zealand organisierte einen Ersatzpiloten, damit die Passagiere ihre Reise nach Neuseeland fortsetzen konnten. Damit war das Problem allerdings noch nicht gelöst: Der zusätzliche Pilot musste zunächst die vorgeschriebene Mindestruhezeit einhalten, bevor er den langen Flug über den Pazifik übernehmen durfte. Dadurch verzögerte sich die Reise um mehr als 14 Stunden. Die betroffenen Passagiere haben das Krisenmanagement von Air New Zealand anschließend sogar gelobt.
Die Angelegenheit bleibt allerdings nicht ausschließlich eine interne Personalfrage. Die neuseeländische Civil Aviation Authority wurde inzwischen über den Vorfall informiert. Die Behörde erklärte, sämtliche übermittelten Informationen zu prüfen und anschließend zu entscheiden, ob regulatorische Maßnahmen erforderlich sind. Für arbeitsrechtliche Konsequenzen sei die Airline zuständig. Was zwischen den beiden Piloten tatsächlich vorgefallen ist, bleibt bislang offen. Eine körperliche Auseinandersetzung ist von Air New Zealand nicht bestätigt worden.
14 Stunden Verspätung, weil Piloten im Layover in Streit geraten und nicht mehr zurückfliegen können | Frankfurtflyer Kommentar
Im Flugzeug ist es ähnlich wie im Büro: Mit manchen Kollegen versteht man sich besser, mit anderen weniger. Manchmal ist es auch etwas herausfordernd, weil man sich gar nicht kennt. Gerade im Cockpit sollte es aber möglich sein, persönliche Differenzen so weit auszublenden, dass eine professionelle Zusammenarbeit weiterhin funktioniert. Wenn das nicht mehr gewährleistet ist, war es sicherlich die richtige Entscheidung, die beiden Piloten nicht gemeinsam zurückfliegen zu lassen.
Eine Luftfahrtexpertin bezeichnete Auseinandersetzungen dieser Art unter Piloten als außerordentlich selten und verwies gleichzeitig darauf, wie wichtig Kommunikation und Zusammenarbeit im Cockpit sind. Dem kann ich mich nur anschließen. Auch wenn man dadurch eine Verspätung oder gar eine Annullierung riskiert, letztendlich geht es um die Sicherheit und die steht an oberster Stelle.
Über eine ähnliche Geschichte haben wir übrigens vor etwa einem Jahr berichtet:
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