
Viele von Euch sind – genau so wie wir – von größeren Flugzeugen wie der Boeing 747 und dem Airbus A380 besonders fasziniert. Beide Maschinentypen werden inzwischen nicht mehr hergestellt, trotzdem werden uns diese noch viele Jahre begleiten. Gut fünf Jahre nach dem Beginn der Covid-Pandemie ist der Airbus A380 Superjumbo weltweit gesehen zwar noch nicht wieder auf dem Vorkrisenniveau, es gibt aber auch Ausnahmen.
Corona hat die Luftfahrt grundlegend verändert. Viele Fluggesellschaften haben daraufhin das Ende von ganzen Teilflotten beschlossen. Dabei waren die Großraumflugzeuge mit vier Triebwerken besonders betroffen. Airlines wie British Airways und KLM haben sich vom Jumbo-Jet getrennt, Air France hat alle Airbus A380 ausgeflottet. Andere haben ihre Flugzeugparks verkleinert, was sich an der Gesamtanzahl der Flüge deutlich bemerkbar macht.
Laut Daten des Analyseunternehmens Cirium sind für das Jahr 2025 knapp 90.000 Flüge mit dem Airbus A380 geplant. Das bedeutet einen deutlichen Rückgang von etwa 25 Prozent im Vergleich zu den fast 120.000 Flügen im Jahr 2019. Zwei Betreiber weichen jedoch von diesem Trend ab, denn diese konnten ihr Angebot mit dem Superjumbo gegenüber 2019 sogar etwas ausbauen.
British Airways: Mehr A380-Flüge, weniger Ziele
British Airways gehörte vor der Pandemie nicht zu den größten Betreibern des Superjumbo, die oneworld-Airline stand 2017 im weltweiten Ranking mit gut 5.000 geplanten A380-Flügen auf Platz sieben. In diesem Jahr erwartet man, dass die Briten diesen Wert von 2019 nicht nur halten, sondern um etwa 5 Prozent leicht steigern können. Damit rutscht BA im veränderten Marktumfeld auf den zweiten Platz der weltweit größten A380-Betreiber.
Trotz der höheren Anzahl der Flüge hat British weniger Destinationen im Superjumbo-Flugplan. Der A380 verbindet derzeit London mit neun stark gefragten Zielen. Ein Vorteil an dem Flughafen Heathrow, an dem Slots knapp sind und die hohe Nachfrage auf einzelnen Strecken gebündelt werden muss.
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ANA: Einsatz mehr als verdoppelt
Noch deutlicher ist die Entwicklung bei der japanischen All Nippon Airways (ANA). Der Star-Alliance-Carrier verfügt lediglich über drei Airbus A380. Diese wurden aber gezielt auf die Bedürfnisse der Gesellschaft und die Ansprüche der Kunden ausgestattet. Der Superjumbo pendelt ausschließlich zwischen den Flughäfen in Tokio-Narita und Honolulu auf Hawaii. Der Reiseverkehr nach Hawaii hat für Japan eine enorme Bedeutung, ANA fliegt aktuell bis zu zwei Mal täglich nach Honolulu und wieder zurück.
An Bord sind mehrere Serviceklassen inkl. einer First Class, es gibt spezielle Bereiche für Familien und eine eigene Lounge auf Hawaii. Die Maschinen sind noch vergleichsweise jung und werden in diesem Jahr voraussichtlich knapp 1.300 Mal abheben. Im Jahr 2019 waren es nur 558 Flüge mit dem Airbus A380, ANA hat diesen Wert also mehr als verdoppeln können.

Zukunft des Airbus A380: Modernisierung statt Ausmusterung
Nicht nur die beiden Airlines setzen bewusst auf eine Zukunft mit dem Superjumbo. British Airways hat angekündigt, ihre 12 Airbus A380 einer umfassenden Kabinenmodernisierung zu unterziehen. Dabei erhalten die Flugzeuge neue Sitze, ein modernisiertes Inflight-Entertainment-System und eine überarbeitete First Class. Damit sollen die Jets auf das Niveau der neuesten Langstreckenprodukte gebracht werden.
Andere Anbieter wie die Lufthansa werden die Kabinen ebenfalls modernisieren, auch bei Emirates wird das Interieur aufgefrischt. Der weltweit größte Betreiber lässt zudem in einem Großteil der Flotte eine Premium Economy Class einbauen.
Airbus A380 Comeback: Hier fliegt der Superjumbo häufiger als vor der Pandemie | Frankfurtflyer Kommentar
Der Airbus A380 bleibt trotz aller Skepsis ein wichtiger Bestandteil des globalen Luftverkehrs. Der Gigant kommt bei der Performance und Effizienz zwar nicht an die Spitzenwerte der modernen Jets wie dem Airbus A350 oder der Boeing 787, der Doppelstöcker hat aber auch Vorteile.
BA hat das A380-Netz zwar etwas verkleinert, die Superjumbos der Briten werden aber inzwischen gezielter eingesetzt. Unterm Strich heben die mächtigen Vierstrahler häufiger ab als vor der Pandemie. Für ANA haben sich die Flugzeuge offensichtlich als Glücksgriff für die Hawaii-Route erwiesen, die Japaner konnten den Betrieb deutlich hochfahren und die Anzahl der A380-Flüge mehr als verdoppeln.
Danke: SimpleFlying
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