Lufthansa quetscht in Dutzende Flugzeuge zwei zusätzliche Sitzreihen ein

Das Handgepäck ist ein Dauerthema bei den Airlines, durch zu viele und zu große Gepäckstücke verzögert sich der Einsteigevorgang, führt zu Verspätungen und sorgt bei den Passagieren für Frust. Mit neuen Ablagefächern will Lufthansa nun mehr Platz für das Handgepäck schaffen und rüstet zahlreiche Maschinen der Airbus A320-Teilflotte um. Bei der Gelegenheit werden auch zwei zusätzliche Sitzreihen eingebaut.

Bis zu 60 Prozent mehr Platz für Handgepäck

Viele Fluggesellschaften haben versucht, mit diversen Maßnahmen die Massen an Handgepäck unter Kontrolle zu bekommen. Manche Bodenmitarbeiter wollen das Handgepäck schon am Check-In sehen, prüfen und es mit „Approved“-Bändchen versehen, am Gate versucht man zu große Teile im Wartebereich oder beim Einsteigen auszusortieren. Doch selbst wenn sich alle an die vorgegebenen Maße und das Gewicht halten, in den Kabinen bleibt häufig nicht genug Platz für alle Trolleys, Taschen und Rucksäcke.

Ask the Flight Attendant ✈ Heute: Handgepäck

Airbus bietet eine Lösung dafür, neue Gepäckfächer versprechen bis zu 60 Prozent mehr Platz für Handgepäck in einem A320. Rollenkoffer können darin hochkant verstaut werden, die Umrüstung dauert nur wenige Tage. Lufthansa hat sich für das Airspace L Bin entschieden und will das neue Produkt Anfang 2025 sukzessive in 38 Airbus A320 Maschinen einbauen lassen. Die Produktion der neuartigen Behältnissen erfolgt bei den Elbe Flugzeugwerke in Sachsen.

Zwei zusätzliche Sitzreihen

Während der Liegezeit will man weitere Umbauarbeiten in den Kabinen vornehmen und die Konfiguration ändern. Bei den besagten Jets handelt es sich um Airbus A320ceo, diese sind derzeit mit 168 Sitzen im Liniendienst unterwegs. Die neue Generation der A320 Teilflotte sowie alle Maschinen mit den NEO-Triebwerken wurden mit 180 Sitzplätzen ausgeliefert.

Diese Kapazität will man künftig in allen Flugzeugen der Teilflotte anbieten, dafür müssen in 38 Maschinen zwei zusätzliche Sitzreihen eingebaut werden. Um den nötigen Platz dafür zu schaffen, könnte der Sitzabstand in den anderen Reihen entsprechend geändert werden und/oder Anpassungen der Waschräume und Bordküchen notwendig machen.

Auf den Bildern seht Ihr den Vergleich der letzten Sitzreihe im Airbus A320 mit jeweils 168 und 180 Sitzen.

In den neueren Maschinen sind beispielsweise die Toiletten in die Galleys „gewandert“, diese waren zuvor hinter der letzten Sitzreihe. Die Küchen werden entsprechend verkleinert, für die Flugbegleiter wird es also eng. Die Sitze der letzten Reihe haben kein eigenes Fenster, die Rückenlehnen lassen sich nicht verstellen.

 

Der schlechteste Sitzplatz bei Lufthansa

Lufthansa quetscht in Dutzende Flugzeuge zwei zusätzliche Sitzreihen ein  | Frankfurtflyer Kommentar

Bei den Group Airlines sind sogar drei verschiedene Bestuhlungen im A320 unterwegs- neben der 168 und 180-Version gibt es bei Austrian Airlines noch Jets mit 174 Plätzen. Auch Eurowings hatte eine solche Version, die betreffenden Jets wurden aber inzwischen umgebaut. Der Trend geht nicht nur bei Lufthansa zur Maximalbestuhlung, dadurch können mehr zahlende Kunden befördert werden. Die einheitliche Konfiguration verringert zudem die Komplexität.

Die zusätzlichen Sitze könnten die Beinfreiheit in anderen Reihen minimieren, dies kann zum Teil mit neuartigen Sesseln und deren dünnen Rückenlehnen kompensiert werden. Die Enge haben wir bereits insbesondere in der letzten Reihe gespürt, das fehlende Fenster macht einen Platz dort nicht gerade attraktiver.

Immerhin bringen die neuen Staufächer einen guten Vorteil, ähnliche Bins haben wir schon im Airbus A321neo gesehen. Das Boarding geht schneller und macht den Vorgang entspannter. Weiterer Vorteil ist die Stromversorgung, die installiert werden soll. Internetzugang wird bereits in mehreren Jets der betroffenen Teilflotte angeboten.

 

25 Kommentare

  1. Der Kundenwunsch hat endlich wieder 2 Reihen mehr erreicht, damit man noch enger Sitzen 💺kann. Schön das LH auf enge Sitzreihen setzt, endlich werden die Knie wieder eingequetscht, ich freue mich auf das neue Sardinenprodukt👍👍👍😎😎😎👍👍👍

  2. Mal sehen wie weit man die No frill carrier bei ihren ambitionierten Plänen das fliegen möglichst unangenehm zu machen überbieten kann. In der Schifffahrt wurde reisen über die Jahrhunderte immer komfortabler. Bei der Luftfahrt befindet man sich im Rückwärtsgang.

      • Aber nicht in der Euro“Business“, da bietet die LH Group so ziemlich das Schlechteste, was weltweit zu finden ist. Selbst bei TAP gibt’s immerhin verstellbare Kopfstützen, Strom und Tablethalter.

        • Strom gibt’s bei LH jetzt auch „oft“ (keine Ahnung nach welcher Strategie welche Flugzeuge umgebaut wurden/werden.

          Tablethalter (ich verstehe „Tablet“ als kleines Gerät zum Videos gucken?) ja mei, Klapptisch ist doch noch da, oder?

          Kopfstützen, na ja, braucht man die echt?

          Ich vermute die Airlines wählen die Ausstattung auch nach zu erwartendem Instandhaltungsaufwand. Wenn also solche Tablethalter laufen kaputt gehen und die deutsche Gründlichkeit erfordert, dass immer 100% der Sitze 100% i.O, sind – entstehen Kosten, die man einfach dadurch vermeiden kann, dass man die Gimmicks weg lässt!

          • Dieser Tablethalter erlaubt es eben, den Tisch wegzuklappen und trotzdem was auf seinem Gerät schauen zu können. Schafft ein deutlich besseres Raumgefühl.

            Bei den heutigen Campingstühlen ist so eine Kopfstütze schon durchaus angenehm, bringt sie doch wenigstens etwas Komfort.

            Und für die deutsche Gründlichkeit, „…dass immer 100% der Sitze 100% i.O, sind…“ ist die LH Business auf Langstrecke ja das allerbeste Beispiel

  3. Die hier erwähnten Gründe weshalb „Handgepäck“ immer wieder zu Diskussionen führt sind das übliche „Säbelrasseln“ der Airlines, die ihre Kunden erziehen wollen.

    Erst durch die Einführung der Light Tarife wurde das Handgepäck überhaupt attraktiv – also selber schuld! Ehrlich gesagt habe ich persönlich nicht den Eindruck, dass es ECHTE Probleme gäbe beim Boarden, Verstauen, wegen Übersteigen des 8kg Gesamtgewichts (???). Es dient zur Machdemonstration „Sie Kunde halten bitte die Schnauze, wir definieren die Regeln und Sie halten sich bitte dran“. Wenn nicht: Strafe bezahlen oder nicht mitfliegen – „Sie haben die Wahl“

    Daneben mischen die Arbeitnehmervertreter das Thema immer wieder auf („die arme Kabinne crew muss so hart arbeiten“.

    Allerdings deutet der Einbau von größeren Bins jetzt eher eine „Zeitenwende“ ein: fü+r Handgepäck im günstigsten Tarif noch mal abzukassieren. Wenn es was kostet, muss sich der Anbieter schon drum sorgen, dass es genug Platz gibt.

    Übrigens vermisse ich die Erwähnung der Airspace XL Bin, die Airbus ebenso anbietet (für die A220) von Diehl Aviation (ex-Airbus) gefertigt 😉

    • Probleme mit Handgepäck gab es schon vor den Light-Tarifen. Bei ausgebuchten Flügen ist das der Hauptgrund für langsames Boarding und Frust.

      Denke nicht dass es eine Zeitenwende ansteht, die meisten Maschinen werden – auch nach der Umrüstung der 38 Airbus A320 – noch mit den herkömmlichen Ablagen unterwegs sein.

    • Bei Ryanair zahlst Du inklusive Gepäck auf vielen Strecken kaum weniger als bei Lufthansa und musst Dich dann in der Luft auch noch gegen deren dauernden Marketingaktionen („kaufen Sie unsere großartigen Rubbelkarten für nur 5 Euro …“) wehren. Hat schon seinen Grund, warum Ryanair letztes Jahr mehr Gewinn machte als Lufthansa.

      • Ryanair mit Gepäck und Sitzplatz wie LH Preis? das kann man nicht pauschal sagen!

        LH hat immer noch Tarifstrukturen aus der Steinzeit: zum Beispiel die Vorausbuchungsfrist für deutsche Kunden: such mal weniger als 14 Tage vor Abreise so ein „Ryanair“ vergleichbaren Flug? Wird es nicht geben! Klar 2-3 Monate vor Abreise ist das korrekt.

        Beispiel vor 3 Wochen: ich musste nach Riga – Ryanair 20€ von Memmingen, mit Handgepäck 42€ oneway, return Samstag wären es ca. 100€ – LH von STR, FRA, MUC oneway nicht buchbar, return mit extra Nächten 350-400€ – ich habe dann durch einen Trick noch eine LH für 288€ bekommen.
        aber 288€ sind weit entfernt von um die 100€ von FR.

        Übirgens: mich störten die Sales bei FR nicht wirklich (aufgedrängt wird nichts)

      • Als HON fühle ich mich von LH so langsam ziemlich auf den Arm genommen. Letzte Woche mit United aus USA zurück und der Service war um Welten besser. Auch in Asien bei Thai und Singapur, stimmen Preis und Leistung einfach.
        Tarifstrukturen heißt bei LH, dass ein Kapitan mit 300 K€ plus arbeitet.

  4. Wird dann auch das Internet an Bord ausgebaut? Bei den NEOs ist mit den zusätzlichen Sitzen hinten in der Kabine und der Internet Satelliten Antenne auf dem Dach das Heck ja zu schwer geworden.

  5. Hallo FrankfurtFlyer
    Warun immer diese tendeziell negative Berichterstattung über Lufthansa?:
    Quetscht rein, schmeisst raus usw.
    Die Auswahl der Fotos: Alte Version, grösserer Bildausschnitt, neue Version, kleiner Bildausschnitt und nur 2-Rückenlehnen: Das lässt alles enger erscheinen.
    So gewollt oder war halt kein anderes Bild vorhanden? (Bilder kann man auch bearbeiten, Ausschnitte verändern).
    Die Leute wollen „Kaffee-Kranzler“ haben und „Aldi“ bezahlen.
    Da einen Zwischenweg zu finden ist nicht leicht. Jeder will ein einigermassen Auskommen mit seinem Einkommen haben.
    Oder will hier ernsthaft jemand für sich selbst Verhältnisse wie bei den Billigstairlines haben? (Angestellt da, eingesetzt mal da mal dort, Gerichtsstand ganz wo anders, eigenverantwortlich versichert, Arbeitnehmerrechte/-vertretung keine usw.: Hauptsache billigst).
    Seien wir froh, dass wir einen nationalen Carrier haben, der sich nicht nur an subventionierten Plätzen orientiert und wenn diese enden, ganz schnell wieder weiterzieht!

    • das mit dem „Aldi bezahlen“ stimmt eben bei Lufthansa gerade nicht!!

      Light Tarife gibt’s bis in die teuersten Buchungsklassen (vermutlich auch) bald in der Y.

      Bei Lufthansa bezahlst du den Apothekenpreis (nicht Aldi) bekommst aber die absolut günstigste Eigenmarke z.B. Norma „my smile“ (falls du das kennst?)

      Problem beim Sitzabstand ist, dass sich der eben nicht durch Zahlung einer „geringen“ Gebühr (die bei LH auch immer beim 3-4 fachen des Peises der LCC beginnt) ändern liesse (ausser Notausgang aber das sind nur ein paar Plätze).

      Insofern ist die Dramatik auf Franfurtflyer durchaus berechtigt!

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