Manufactured Spending: Was ist das eigentlich und wo liegen die Risiken?

Kreditkartenherausgeber locken gerne mit hohen Willkommensboni, wenn Ihr einen Mindestumsatz erreicht. Außerdem bringen ausgewählte Kreditkarten für jeden ausgegebenen Euro Prämienmeilen oder Punkte. Wenn Vielflieger über Kreditkarten sprechen, kommt sehr häufig der Begriff „Manufactured Spending“ (MS) auf. Ein Begriff, der dann häufig wie der Elefant im Raum steht. Keiner spricht so richtig aus, was Manufactured Spending bedeutet. Doch was verbirgt sich wirklich hinter diesem Begriff, wie funktioniert es, und welche Risiken bringt es mit sich? Dieser Artikel soll keine Anleitung sein, aber ein Verständnis für Manufactured Spending geben, die Hintergründe beleuchtent und auch die potenziellen Gefahren erklären.

Manufactured Spending: Was ist das eigentlich und wo liegen die Risiken? | Was ist Manufactured Spending?

Manufactured spending (MS) bezieht sich auf die Praxis, gezielt Kreditkartenumsätze zu generieren, um Prämienpunkte, Meilen oder andere andere Belohnungen zu sammeln, ohne tatsächlich das entsprechende Geld auszugeben. Diese Technik wird genutzt, um die Ausgabenkriterien für Willkommensboni, erhöhte Prämienraten oder andere Vorteile zu erfüllen, die Kreditkartenanbieter bieten. Es handelt sich im Allgemeinen also um eine Strategie, um durch künstlich generierte Ausgaben die Kreditkartenbelohnungen zu maximieren.

Manufactured Spending: Was ist das eigentlich und wo liegen die Risiken? | Wie funktioniert Manufactured Spending?

Die grundlegende Idee hinter manufactured spending ist einfach: Kreditkarteninhaber tätigen Käufe, die sich in Bargeld oder alltägliche Ausgaben umwandeln lassen. Hier sind einige gängige Methoden, wie MS in der Praxis funktioniert:

  1. Kauf von Geschenkkarten: Eine weit verbreitete Methode ist der Kauf von Geschenkkarten oder Prepaid-Karten mit einer Kreditkarte. Diese Karten können dann verwendet werden, um andere Einkäufe zu tätigen oder sogar in Bargeld umgewandelt werden. Zum Beispiel könnte jemand eine Geschenkkarte in einem Einzelhandelsgeschäft kaufen und diese dann nutzen, um Lebensmittel oder andere notwendige Artikel zu erwerben.Hier ist sogar ein so genanntes Double-Dipping möglich. Neben den Punkten oder Meilen für die direkten Kreditkartenumsätze könnt Ihr noch zusätzliche Meilen, Cashback oder Punkte sammlen, wenn Ihr über die entsprechenden Portale wie zum Beispiel Payback oder Miles & More kauft. Dort gibt es immer wieder Aktionen, bei denen Ihr Eure Umsätze vervielfachen könnt.

    Nutzt Ihr die Geschenkkarten selber, ist das fast schon gar kein Manufactured Spending mehr, denn das Geld wird von Euch ja wirklich für Waren oder Dienstleistungen eingesetzt. Nur halt etwas später. Herausforderungen kann es aber trotzdem mit sich bringen, wie wir später noch aufklären werden.

    Manche Kreditkartennutzer verkaufen die Geschenkkarten anschließend auch mit einem Abschlag weiter.

  2. Mietzahlungen und Rechnungen: Einige Dienste ermöglichen es, Mietzahlungen oder andere Rechnungen mit Kreditkarten zu begleichen, oft gegen eine geringe Gebühr. Diese Ausgaben tragen zur Erfüllung der Mindestumsatzanforderungen bei und generieren gleichzeitig Belohnungen. Auch hier kann man davon sprechen, dass es sich dabei nur um Manufactures Spending im weitesten Sinne handelt.
  3. Geldtransfers: Zahlungsdienstleister wie PayPal ermöglichen es, Geld mit einer Kreditkarte zu senden. Das empfangene Geld kann dann auf das Bankkonto überwiesen und zur Begleichung der Kreditkartenrechnung verwendet werden. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten, da solche Transaktionen auch Gebühren verursachen können und durchaus schon Konten eingefroren wurden. Dazu aber ebenfalls mehr im Teil zu den Risiken.
  4. Aufladbare Kreditkarten: Einige Prepaid-Kreditkarten können mit anderen Kreditkarten aufgeladen und anschließend verwendet werden, um Rechnungen zu bezahlen oder Geld abzuheben. Ein prominentes Beispiel dafür war, die Aufladung des Revolut-Kontos mit den Miles & More oder Hilton Honors Kreditkarten. Die ausgebende DKB hat dieser Art des Manufactured Spending jedoch in diesem Jahr einen Riegel vorgeschoben.
    Diese Methode des Manufactures Spending kann komplex sein und erfordert sorgfältige Planung.

Mit diesem Trick sammelt Ihr auch bei IKEA, Rossmann und anderen Geschäften 10 Miles & More Meilen pro Euro

Manufactured Spending: Was ist das eigentlich und wo liegen die Risiken? | Beispiele für Manufactured Spending

Um die Theorie in die Praxis umzusetzen, hier einige konkrete Beispiele, wie manufactured spending aussehen kann:

  • Beispiel 1: Geschenkkartenstrategie: Ihr habt gerade eine Kreditkarte bestellt, die einen Willkommensbonus von 50.000 Punkten bietet, wenn Ihr innerhalb der ersten sechs Monate 4.500 Euro ausgibt. Um dieses Ziel zu erreichen, kauft Ihr Geschenkkarten im Wert von 4.500 Euro. Diese Geschenkkarten nutzt Ihr dann für ihre täglichen Ausgaben, wie Einkaufen, Tanken und Restaurantbesuche. So erreicht Ihr problemlos das Ausgabenlimit, ganz ohne zusätzliche finanzielle Belastungen.
  • Beispiel 2: Vielflieger-Prämienmeilen: Als begeisterte Vielflieger habt Ihr eine Miles & More Business Kreditkarte, die für jeden ausgegebenen Euro eine Meile bringt. Um genug Meilen für einen Business-Class-Flug zu sammeln, sendet Ihr über Euer Paypal-Konto 5.000 Euro an einen Freund. Die 5.000 Euro überweist der Freund zurück auf Euer Bankkonto, von dem auch die Kreditkartenabrechnung abgebucht wird. Die 5.000 Euro sind in dem Fall schon auf Eurem Konto, bevor die Kreditkarte abgerechnet wurde. Parallel habt Ihr 5.000 Prämienmeilen gesammelt.

Manufactured Spending: Was ist das eigentlich und wo liegen die Risiken? | Risiken von Manufactured Spending

Während manufactured spending attraktive Belohnungen bieten kann, birgt es auch erhebliche Risiken. Diese sollten sorgfältig abgewogen werden, bevor man sich auf solche Praktiken einlässt.

  1. Kreditkartensperrungen und Sanktionen: Kreditkartenunternehmen und Banken überwachen die Transaktionsmuster ihrer Kunden genau. Ungewöhnliche Aktivitäten, wie der massenhafte Kauf von Geschenkkarten, können als Missbrauch angesehen werden. Wenn ein Kreditkartenanbieter den Verdacht hat, dass manufactured spending betrieben wird, kann dies zur Sperrung oder Kündigung des Kontos führen. Bereits gesammelte Prämien könnten storniert werden, und es könnte schwierig sein, in Zukunft neue Kreditkarten zu erhalten.
  2. Finanzielle Risiken: Manufactured spending erfordert oft hohe Kreditkartenausgaben, die schnell zu einer Verschuldung führen können, wenn sie nicht sorgfältig verwaltet werden. Die anfallenden Zinsen und Gebühren können die Vorteile der gesammelten Prämien übersteigen. Es ist essenziell, dass die Kreditkartenrechnungen stets pünktlich und vollständig bezahlt werden, um hohe Zinskosten zu vermeiden.
  3. Rechtliche Konsequenzen: In einigen Fällen könnte manufactured spending als betrügerische Aktivität angesehen werden, insbesondere wenn es darum geht, Geld zu waschen oder Kreditkartenmissbrauch zu betreiben. Dies kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, die von Geldstrafen bis hin zu strafrechtlichen Anklagen reichen.Geldwäsche ist der Prozess, durch den illegale Gelder durch eine Reihe von Finanztransaktionen so manipuliert werden, dass sie aus einer legalen Quelle zu stammen scheinen. Da sowohl manufactured spending als auch Geldwäsche ähnliche Methoden nutzen, wie das Kaufen und Wiederverkaufen von Geschenkkarten oder Prepaid-Karten, ist es für Finanzinstitute oft schwierig, zwischen legalen und illegalen Aktivitäten zu unterscheiden.

    Finanzinstitute haben daher strenge Überwachungsmechanismen implementiert, um verdächtige Aktivitäten zu erkennen und zu verhindern. Ungewöhnlich hohe Ausgaben in kurzen Zeiträumen oder wiederholte Transaktionen bei bestimmten Händlern können rote Flaggen setzen und zu intensiveren Überprüfungen führen. Solche Überprüfungen könnten nicht nur zur Sperrung des Kontos führen, sondern auch zu Meldungen an Aufsichtsbehörden und potenziellen rechtlichen Konsequenzen.

  4. Schwierigkeiten bei der Umwandlung von Guthaben: Die Umwandlung von Geschenkkarten oder Prepaid-Karten in Bargeld oder anderweitig nutzbares Guthaben kann komplex und zeitaufwendig sein. Einige Händler oder Dienstleister könnten die Nutzung solcher Karten einschränken oder zusätzliche Gebühren erheben, die die Rentabilität des manufactured spending mindern.

Manufactured Spending: Was ist das eigentlich und wo liegen die Risiken? | Frankfurtflyer Kommentar

Das Thema Manufactures Spending kam bei mir damals mit der Airberlin Topbonus-Kreditkarte erstmals auf. Zu der Zeit hatte sich das Manufactures Spending noch richtig gelohnt, denn es gab bei Topbonus nicht nur Prämienmeilen sondern auch Statusmeilen. Meinen ersten Airberlin Topbonus Gold-Status habe ich erreicht, indem ich habe ich Amazon Gutscheinkarten im Rewe gekauft und anschließend auf einer Plattform mit leichtem Abschlag weiterverkauft habe. Natürlich nicht die vollen 50.000 benötigten Punkte, sondern nur den letzten Schritt zum Status habe ich so gemacht.

Damals habe ich Manufactured Spending betrieben, ohne überhaupt zu wissen, dass es einen Begriff dafür gibt. In der heutigen Zeit merkt man jedoch, dass es immer schwieriger wird, wirklich sinnvoll MS zu betreiben. Die Banken kennen mittlerweile die Tricks und schnell sind mal ein paar Tausend Euro eingefroren. Das kann sich nicht jeder leisten.

Daher möchte ich Euch am Ende dieses Beitrags noch einmal ganz klar warnen: Wenn Ihr mit dem Thema Manufactured Spending liebäugelt, dann seid Euch des Risikos bewusst. Niemand sollte damit leichtfertig umgehen. Die Konsequenzen können unangenehm werden.

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7 Kommentare

  1. relativ schwacher Artikel in meinen Augen.
    Hier wird einfach nur eine „Drohkulisse“ aufgebaut, die nicht vorhanden ist.

    „Betrügerische Aktivitäten?“ -> selbst wenn ich 10k an Gutscheinen kaufe in einer Woche hat das nichts mit betrug zu tun..

    Die KK kann seitens des Ausstellers gekündigt werden, aber strafbar hat man sich nicht gemacht.

    Letztendlich ist der Mehrwert eines solchen Artikels für die meisten bei 0,0.

    sorry, meine ehrliche Meinubg

    • Die Betrügerische Aktivität ist auch nicht das Kaufen von Gutscheinen (wird hier eigentlich auch nicht so benannt) sondern bezieht sich vor allen auf das im Kreis schicken von Geld. Es ist tatsächlich so, dass wenn man z.B. 5.000 Euro über die Kreditkarte und einem Anbieter auf ein Bankkonto überweist und dies mehrfach im Kreis fährt, es schnell nach Geldwäsche aussieht und man sich hier auch entsprechende Fragen gefallen lassen muss. Diese gehen dann schnell mit Konto Sperren oder auch Ermittlungen einher. Hier sollte man aufpassen.

    • Ich glaube, du vermischt hier gerade zwei Dinge, Christoph. – Die im Ergebnis aber beide wichtig sind. Daher ist es gut, dass du sie erwähnst: Der Geldwäscheverdacht kann beim Kauf von solchen Karten schnelle entstehen und führt mit etwas Pech zur Kontosperrung, jedenfalls aber zu Ermittlungen. Wer diese Ermittlungen – die in der Regel mehrere Monate dauern! – überbrücken kann, hat nicht viel zu befürchten. Denn das Verfahren wird hinterher eingestellt.

      Beim Betrug sieht es anders aus. Betrug dürfte beim MS durchaus gegeben sein, @Tom. Wenn auch strenggenommen Computerbetrug: Man suggeriert der Maschine, man habe einen Umsatz generiert, den es so saldiert nicht gab. Dafür erhält man Punkte, die einen Geldwert haben. Das erfüllt den Tatbestand durchaus.
      Die Juristen unter uns könnten noch darüber diskutieren, ob ein tateinheitlicher Dreiecks(computer)betrug in Betracht kommt, weil das Kreditkartenunternehmen sicher von irgendjemandem Gebühren kriegt. Aber das führt hier zu weit…

  2. Ich will Euch ja nicht zu nahe treten, aber die Vermutung liegt nahe/in der Ferne, dass hier ein „Angst-Szenario“ beschrieben werden soll, um die Leute von MS abzuhalten.
    Und das unter dem Hintergrund, um der Schließung von weiteren Loopholes ala Revolut entgegenzuwirken !

    Mit anderen Worten, „man möchte unter sich bleiben“

  3. Zusammenfassung über Binsenweisheiten mit fragwürdiger Definition von „MS“. Der Kauf von Geschenkkarten fällt da gerade nicht darunter, da sich diese so gut wie nie zurück in Bargeld tauschen lassen und so das Geldkarussell de facto bereits nach der ersten Drehung endet.

    Der Rest sind wohl bekannte Methoden bei denen man sich selbst eingestehen muss, dass sie nicht mehr funktionieren. Für den Leser daher von fragwürdigem Mehrwert. Aber danke dass ihr nochmal an die guten alten Zeiten erinnert.

  4. Man kann durch NICHTS (Umsätze durch Überweisungen bei Revolut zB und Geld dann retour) irgendwas mit Nachhaltigkeit schaffen, die KK-Anbieter sind auch nicht dumm. Danke an all die „Spezialisten“, die durch sowas die Hilton-Visa (fast) nutzlos gemacht haben. letztes Jahr von allen Travel-Influencern mit grossem Tam-tam geworben, wie man mit der Amex über wise Points generieren kann, paar Tage später war das ganze wieder blockiert.

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