South African Airways erhält den ersten Airbus A350-900

South African Airways hat gerade den ersten Airbus A350-900 in eigenen Farben von einer Leasing Gesellschaft erhalten und beginnt mit dem Piloten- und Crew Training. Die neuen Airbus A350-900 sollen die alternde Flotte von South African Airways verjüngen und Kosten auf den Langstrecken einsparen.

South African Airways befindet sich seit langer Zeit in der Krise und die Airline muss umgebaut und rebkapitalisiert werden um eine Liquidation zu vermeiden. South African Airways ist eines der Sorgenkinder der Star Alliance und gerade in den wirtschaftlich schweren Zeiten für das Star Alliance Mitglied in Südafrika, kommt der Airbus A350-900 durchaus mit gemischten Signalen.

Bis jetzt ist bestätigt, dass South African Airways vier Airbus A350-900 bekommt, welche besonders die Airbus A340-600 auf der super Langstrecke nach New York ablösen sollen. Dabei haben die Airbus A350-900 durchaus schon eine interessante Geschichte hinter sich und man kann aufgrund dieser davon ausgehen, dass die Flugzeuge sehr günstig für South African Airways zu haben waren.

Die ersten zwei Airbus A350-900, welche zu South African Airways kommen, sollten Anfang 2019 an LATAM ausgeliefert werden, wurden von der Airline aber nicht übernommen und daher von dem Leasinggeber an Hainan Airlines aus China übergeben. Seit über einem Monat hat Hainan diese Flugzeuge allerdings geparkt und sie wurden nun nach Singapur überführt, wo sie mit der Lackierung von SAA versehen wurden.

Die Business Class in den Airbus A350-900 von SAA

Nachdem die ersten zwei Airbus A350-900 für South African Airways ursprünglich für LATAM vorgesehen waren, wurden diese auch mit der Kabine von LATAM ausgestattet. Hier findet man 30 Sitze in der Business Class in einer 2-2-2 Anordnung. Diese Konfiguration ist zwar mit den full flat Sitzen durchaus bequem, allerdings werden besonders alleinreisende Passagiere nicht besonders begeistert von den nicht wirklich privaten Sitzen sein.

Wenn man aber diese Sitze mit den aktuellen SAA Business Class Sitzen in den Airbus A340-600 vergleicht, ist dies durchaus eine Verbesserung.

Neben den 30 Business Class Sitzen, wird der SAA Airbus noch 309 Economy Class Sitze in einer klassischen 3-3-3 Anordnung besitzen.

Die nächsten zwei Airbus A350-900, welche SAA noch erhalten soll, befinden sich aktuell in Toulouse und werden für die Übernahme durch South African Airways vorbereitet. Bei den Maschinen handelt es sich um zwei Airbus A350-900, welche eigentlich für Air Mauritius vorgesehen waren und von der Airline nun doch nicht übernommen wurden.

Diese Flugzeuge werden dann auch eine andere Business Class Kabine besitzen und South African Airways wird sie mit der Business Class fliegen, welche Air Mauritius vorgesehen hatte. Diese Business Class Kabine wird über 28 Business Class Sitze in einer 1-2-1 Bestuhlung verfügen, welche den Passagieren dann direkten Gangzugang bietet.

Die Economy Class in diesen (ehemaligen Air Mauritius Airbus A350-900) wird ebenfalls eine klassische 3-3-3 Bestuhlung besitzen, aber nur mit 298 Sitzen.

Gerade bei den unterschiedlichen Business Class Produkten, werden Passagiere auch sehr unterschiedliche Reiseerlebnisse haben, denn gerade die Sitze in den ehemaligen Air Mauritius Flugzeugen sind wesentlich privater, als in den ehemaligen LATAM Flugzeugen.

Der neue Kabinen Mischmasch bei SAA

Mit den neuen Airbus A350-900 bekommt SAA zwei völlig neue Kabinen Produkte. Gerade wenn man sich ansieht, dass SAA mit dem Airbus A330-300 eine neue Business Class eingeführt hat ist es sehr bedauerlich, dass man diese nicht in alle Flugzeuge überführt.

SAA war allerdings noch nie wirklich gut darin, ein einheitliches Kabinenprodukt zu bieten, weshalb man in Johannesburg in dieser Inkonsistenz vermutlich kein Problem sieht.

Aktuell scheint es bei South African Airways auch keine Pläne zu geben, die Kabine in den kurzfristig angemieteten Airbus A350-900 auf einen einheitlichen Kabinenstandard zu bringen. Der Umbau einer Flugzeugkabine kostet mehrere Millionen Euro pro Flugzeug, weshalb die finanziell angeschlagene Airline dies wohl vermeiden will.

Für die Passagiere stellt der Airbus A350-900 allerdings dennoch ein Upgrade gegenüber der Airbus A340-600 bei South African Airways dar.

South African Airways erhält den ersten Airbus A350-900 | Frankfurtflyer Kommentar

Besonders die Langstreckenflotte von SAA muss dringend erneuert werden, denn mit den vorrangig alternden Airbus A340, sind die Betriebskosten sicher sehr hoch. Gerade auf dem 16 Stunden Flug von Johannesburg nach New York sind die 25% Treibstoffersparnis eines Airbus A350, gegenüber eines Airbus A340, sicher ein gewichtiges Argument für South African Airways.

Während ich es immer toll finde, wenn Airlines neue Flugzeuge übernehmen, wirft der Airbus A350 bei SAA doch einige Fragen über die Strategie der Airline auf. Aktuell ist die Zukunft der Airline noch unklar und insbesondere die Restrukturierungspläne sind recht unklar.

Dabei scheint sich SAA auch sehr kurzfristig für die Airbus A350 entschieden zu haben, welche offensichtlich eine Art „Restposten“ der Leasingfirmen sind, denn die ursprünglichen Betreiber wollten diese Flugzeuge nicht übernehmen.

Schauen wir mal, wie es mit dem Airbus A350-900 bei SAA weiter geht. Ab Mitte Dezember will man das Flugzeug erstmals nach New York einsetzen und auch den zweiten Airbus A350-900 wird man für diese Strecke benötigen um sie täglich mit dem neuen Flugzeug anbieten zu können.

Spannend wird hier auch die Frage, welche weiteren Airbus A350 Ziele es bei SAA geben wird, insbesondere auch mit dem zwei weiteren Airbus A350, welche noch folgen sollen.

Danke: OMAAT und Simpleflying

2 Kommentare

  1. Ich tippe mal auf Frankfurt Johannesburg. Diese strecke wird auch noch mit a340-600 bedient. Die business class mit 42 sitzen ist dazu meist nicht voll ausgelastet. Hier könnte der a350 gute dienste leisten. London wird bereits mit a330-300 und münchen mit a330-200 bedient.
    Da diese strecke täglich bedient wird wäre hier grosses einsparpotential gegeben

  2. Erstmal sollte SAA zusehen die Flugzeuge nicht mehr den halben Tag in Europa oder Johannesburg rumstehen zu lassen. Abflug am frühen Morgen von JNB mit Ankunft am Abend in Europa und direkt zurück oder von mir aus auch gern vice versa. Auch diese halb leeren alibi Flüge von JNB nach CPT sollen sie sich mal schenken. Wäre schade wenn der Springbock nicht mehr fliegen dürfte.

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