Wegen Corona: KLM Boeing 777-300er steckt sechs Wochen in China fest

Die Corona Krise und vor allem die diversen Beschränkungen im internationalen Flugverkehr haben stellenweise sehr eigentümliche Auswüchse, welche nicht nur Passagiere, sondern auch Airlines vor größere Herausforderungen stellen. Ein besonders ungewöhnlicher Fall hat sich gerade mit einer KLM Boeing 777-300er zugetragen, denn der 300 Millionen Euro teure Jet steckte für sechs Wochen in China fest und konnte erst jetzt zurück nach Amsterdam gebracht werden.

Die Boeing 777-300er mit der Registrierung PH-BVA trägt eine Sonderbemalung von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, bei welcher der vordere Teil des Flugzeugs in orange lackiert wurde, was ihr den Spitznamen Orange Pride einbrachte und wohl der markanteste KLM Jet in der Flotte ist. Genau diese Boeing 777-300er steckte nun auch in Peking nach einem Zwischenfall fest und konnte erst vor wenigen Stunden wieder zurück nach Amsterdam fliegen.

Bereits am 31. Dezember 2020 sollte die PH-BVA von Shanghai nach Amsterdam als Frachtflug ohne Passagiere fliegen. Nach dem Start meldete die Crew Probleme mit dem linken Triebwerk und schaltete dies sogar ab. Aus Sicherheitsgründen hat man sich entschieden nach Peking zu fliegen und dort sicher und ohne größere Probleme zu landen. Ironischerweise wählte man auch Peking als Ausweichflughafen, da man hier für gewöhnlich eine problemlose Betreuung des Flugzeuges sicherstellen kann.

In Peking wurde recht schnell festgestellt, dass das linke Triebwerk der Boeing 777-300er getauscht werden muss, allerdings sollte sich dies als deutlich aufwändiger herausstellen als gedacht. So hat es KLM zwar binnen weniger Tage geschafft ein neues Triebwerk nach Peking zu fliegen und dieses soll dort am 11. Januar eingetroffen sein, allerdings konnten die Mechaniker und Ingenieure von KLM aufgrund der Auflagen der chinesischen Regierung nicht nach China reisen.

Es hat Bis Ende Januar gedauert, bis KLM einen Wartungstrupp nach China entsenden konnte und dieser auch am Flugzeug arbeiten durften, denn alle beteiligten mussten nach der Ankunft in China erst einmal in eine zehntägige Quarantäne.

Wie es am Ende Murphys Law wollte, verzögerte sich nach dem Tausch des linken Triebwerkes der Rückflug nach Amsterdam auch noch, denn bei Checks wurden auch Fehler im rechten Triebwerk gemeldet, welche zusätzliche Wartungen nötig machten. Inzwischen ist die Boeing 777-300er wieder nach Amsterdam zurückgekehrt und der Rückflug verlief ohne Probleme.

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Wenn man an einer Außenstation ein Triebwerk tauschen muss ist dies selten eine kleinere Operation, dass man allerdings sechs Wochen benötigt um ein Flugzeug zurück zu hohlen ist durchaus etwas Besonderes, was ganz klar auf Corona zurückzuführen ist.

Die Krise hat die Luftfahrt nachhaltig verändert und auch im täglichen Betrieb, stellen die Einschränkungen in diversen Ländern die Airlines vor immer neue Herausforderungen. In diesen Fall ist aber China, wie mehrere Länder auch besonders strikt, was Einreisen angeht und es ist bei weitem nicht überall auf der Welt üblich, dass man einen Wartungstrupp vor Beginn der Arbeit in Quarantäne schickt.

Danke: SimpleFlying

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