45% – 80% des normalen Flugbetriebs | Wie sich Emirates und Co. zurück in die Normalität kämpfen

Die Iran-Krise hat den Nahen Osten schwer getroffen und hier insbesondere auch die Airlines der Region sowie den gesamten Tourismus, der inzwischen ein sehr bedeutender Wirtschaftszweig für die Region geworden ist. Seit Beginn der Krise kämpfen sich Emirates, Etihad Airways, Qatar Airways und auch die kleineren Airlines wie Air Arabia und FlyDubai zurück in die Normalität mit unterschiedlichen Fortschritten, denn man fliegt zwischen 45% und 80% des „normalen“ Programms.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Golf-Airlines fliegen aktuell nur 45 % bis 80 % ihres ursprünglichen Programms.
📉 Billigflieger wie FlyDubai reduzieren ihr Angebot erneut aus wirtschaftlichen Gründen.
🌍 Internationale Airlines meiden die Region weiterhin – Nachfrage bleibt schwach.

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Über 2.000 Flüge pro Tag haben Emirates und Co. durchgeführt. Am 28. Februar sind dann die Lufträume in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und weiteren Ländern geschlossen worden und der Flugbetrieb ist weitestgehend zum Erliegen gekommen. Die Situation erinnerte ein wenig an die Corona-Krise Anfang 2020.

Nachdem man in Dubai, Abu Dhabi und auch Doha auf die Airlines angewiesen ist, ist man natürlich sehr bemüht, den Flugbetrieb so schnell wie möglich wieder hochzufahren, aber nach wie vor fliegt man noch mit einem eingeschränkten Flugplan.

Flightradar24 führt eine Statistik darüber, wie schnell Airlines in der Region den Flugbetrieb wieder hochfahren, und diese ist durchaus sehr interessant zu sehen.

Interessant zu sehen ist, dass vor allem Emirates und FlyDubai kurz nach Beginn des Iran-Konfliktes den Flugplan recht zügig wieder auf 50-60% des Angebotes hochgefahren haben und kurz darauf auch Air Arabia aus Sharjah. Hier könnte man über ausgewählte Flugkorridore recht schnell wieder eine beachtliche Zahl an Flügen ermöglichen.

Etihad Airways und vor allem Qatar Airways haben den Flugbetrieb deutlich langsamer hochgefahren, sind aber in den letzten Wochen beide wieder deutlich über 60% des Angebotes.

Was in der Grafik aber auch auffällt, ist, dass die Billigflieger wie FlyDubai und Air Arabia nach einer anfänglich steilen Erholung das Angebot wohl sogar wieder reduziert haben. Dies liegt vermutlich nicht an der Sicherheitslage, sondern hat eher wirtschaftliche Beweggründe.

Die Grafik, welche den aktuellen Flugbetrieb der Golf-Airlines zeigt, spiegelt nicht die komplette Erholung der Region wider, sondern nur den Flugbetrieb dieser Airlines. Fast alle internationalen Airlines haben die Flüge nach Dubai, Abu Dhabi und Doha aktuell ausgesetzt und dürfen teilweise auch gar nicht in die Region fliegen, vermutlich auch, um die nationalen Airlines der Golf-Staaten zu stärken.

Gerade da aktuell die Nachfrage nach Flügen in Richtung der Vereinigten Arabischen Emirate und Katar als Reiseziel sehr gering ist, leiden Airlines wie Air Arabia und FlyDubai stärker, da man sehr stark auf den Punkt-zu-Punkt-Verkehr setzt und weniger auf das Hub-System von Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways.

Auch wenn die Passagiere die Drehkreuze im Nahen Osten tendenziell meiden, sind auf den Flügen hier schon wieder viele Transitpassagiere, die in Dubai, Abu Dhabi oder Doha nur umsteigen, was aktuell auch problemlos möglich ist, aber von vielen Passagieren dennoch versucht wird zu vermeiden.

Qatar Airways ist der Platzhirsch in Doha, Foto: Robert

Wie schnell können sich die Airlines überhaupt erholen?

Hier gehen die Meinungen der Analysten und auch der Airline-Bosse untereinander auseinander, denn viele Beteiligte rechnen hier durchaus mit einer Delle in der Nachfrage, die auch 1-2 Jahre anhalten könnte. Allerdings ist dies sehr stark davon abhängig, wie sich die Situation im Iran weiterentwickelt und welche „Lösungen“ man hier erreicht.

Offiziell wird seitens der Airlines und Airports im Nahen Osten immer davon gesprochen, dass man mit einer schnellen Erholung rechnet, aber Airlines wie Qatar Airways haben Flugzeuge schon langfristig abgestellt und man rechnet hier wohl durchaus mit einem anhaltenden Rückgang der Nachfrage, was auch an hohen Flugpreisen durch den hohen Ölpreis liegen könnte sowie den Umwegen, die die Golf-Airlines aktuell fliegen müssen. Dies macht einige Flüge unwirtschaftlich.

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Die Situation in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder auch Katar ist inzwischen wieder außerordentlich normal, allerdings merkt man in allen Sektoren des Tourismus nach wie vor, dass hier noch nicht alles wieder normal ist. Dies gilt auch für die Airlines, welche alle noch im Krisenmodus fliegen.

Anders als in der letzten großen Krise laufen Flüge allerdings noch normal ab, die Flugpläne sind aktuell nur noch ausgedünnt und vermutlich werden sie wohl auch zumindest noch in den kommenden Monaten eingeschränkt bleiben. Wann die Golf-Airlines, die in den letzten Jahren sehr erfolgsverwöhnt waren, wieder ein Wachstum ausweisen können, das wird die Zukunft zeigen. 2026 wird auf jeden Fall kein Rekordjahr mehr.

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