Sollte es eine Stufe über dem Star Alliance Gold Status geben?

Gold Track Cairo Airport, Foto: Robert

Einen Status zu erfliegen und von diesem zu profitieren, ist gerade für Vielreisende ein wichtiges Ziel. Je nach Fluggesellschaft und Allianz bringt ein solcher Status zahlreiche Vorteile am Boden, in der Luft und bei Partnern. Die Star Alliance ist mit 25 Mitgliedsairlines das größte Luftfahrtbündnis der Welt, entsprechend gilt ein Status hier als besonders lukrativ. Die goldene Karte bringt zahlreiche Vorteile – egal, mit welcher Gesellschaft man reist. Die anderen Allianzen handhaben das im Prinzip ähnlich, es gibt jedoch Unterschiede. So bietet die oneworld mit dem Emerald einen zusätzlichen Status, der weitere Vorteile mit sich bringt und daher besonders begehrt ist. Wir haben uns daher gefragt, ob sich die Star Alliance ebenfalls daran orientieren sollte.

Wertvolle Benefits bei allen Partnern

Wer Senator wird, erhält nicht nur bei Lufthansa diverse Vorzüge. Die goldene Miles & More Karte öffnet auch die Türen zu den Lounges und Business-Class-Schaltern der Group Airlines sowie angeschlossener Partner. Außerdem bekommt man den Star Alliance Gold Status, der bei Allianzpartnern wie Air Canada, EVA Air, Singapore Airlines, Thai Airways, Turkish Airlines, United u.a. ähnliche Vorteile bietet.

Neben dem Loungezugang gibt es weitere Privilegien, die das Reisen komfortabler und entspannter machen. Dazu gehören Priority Check-in und Boarding, Wartelistenpriorität sowie eine bevorzugte Behandlung an verschiedenen Stellen der Reisekette. Viele Fluggesellschaften bieten in ihren Vielfliegerprogrammen allerdings noch eine Stufe oberhalb derjenigen, die dem Senator beziehungsweise dem Star Alliance Gold Status entspricht.

Das ist auch beim konkurrierenden oneworld-Bündnis der Fall. Dort wird sogar ein zusätzliches allianzweit gültiges Level angeboten. Um Zugang zu den regulären Lounges zu erhalten oder am Business-Class-Schalter einzuchecken, reicht bereits die Sapphire-Stufe. Wer den darüberliegenden Emerald-Status erreicht, profitiert von weiteren Vorteilen. Dazu gehören Bereiche und Lounges, die eigentlich First-Class-Passagieren vorbehalten sind.

Cathay Pacific First Class Check in, Foto: Robert

Es ist kompliziert

Mit diesem zusätzlichen Statuslevel ist die oneworld-Allianz für die Extrem-Vielfliegenden besonders attraktiv. Mit dem Emerald-Status darf man in der Regel nicht nur an exklusiven Schaltern und in Premium-Bereichen einchecken. Diverse Fluggesellschaften wie British Airways, Cathay Pacific, Finnair, Japan Airlines, Malaysia Airlines und Qantas gewähren zudem Zugang zu ihren First-Class-Lounges.

Allerdings gibt es Ausnahmen, die das System komplexer machen. Mit dem Emerald-Status erhält man beispielsweise keinen Zutritt zur Al Safwa First Class Lounge von Qatar Airways oder zum exklusiven British Airways Concorde Room. Für den Besuch einiger besonders hochwertiger Einrichtungen ist teilweise ein Business-Class-Ticket erforderlich. So einfach, wie es zunächst scheint, ist das System also nicht.

Hinzu kommen Airlines, die selbst keine First Class anbieten, aber dennoch besonders hochwertige Lounges betreiben. Dazu zählen etwa Finnair oder Malaysia Airlines. Beide verfügen an ihren Drehkreuzen über eigene Bereiche beziehungsweise Lounges, die ausschließlich Emerald-Gästen offenstehen. Für alle, die regelmäßig über diese Hubs reisen, ist das ein echter Mehrwert. Nach wie vor gilt das Terminal 3 am Flughafen Heathrow als Eldorado für Emerald-Fluggäste.

Finnair Platinum Wing Helsinki, Foto: Robert

Sollte die Star Alliance das Konzept übernehmen?

Zunächst müsste geklärt werden, welche Vorteile ein höherwertiger Star-Alliance-Status überhaupt bieten könnte. Eine Option wäre ebenfalls der Zugang zu First-Class-Lounges. Doch auch hier stellt sich das Problem, dass nicht alle Partnerairlines eine First Class und entsprechende Lounges anbieten.

Vermutlich gäbe es auch hier Ausnahmen – Lufthansa würde das First Class Terminal in Frankfurt sicherlich ausschließen. Denkbar wäre jedoch der Zugang zu First-Class-Bereichen und -Lounges. Auch andere Star-Alliance-Airlines verfügen an ihren Drehkreuzen über besonders hochwertige Premium-Lounges, etwa Singapore Airlines oder United.

Ein weiteres großes Fragezeichen betrifft die Anforderungen an einen möglichen Star Alliance Black-, Diamond- oder Platinum-Status. Jedes Programm müsste in der Lage sein, einen solchen Status abzubilden und auszustellen. Das wäre komplex und kostspielig. Wie schwierig die Umsetzung sein kann, zeigt das Beispiel Oman Air: Die Airline wurde in die oneworld aufgenommen, doch im Vielfliegerprogramm Sindbad existiert bislang keine zusätzliche Stufe, die dem Emerald-Level entspricht.

Foto: Flightsim.to

Vor- und Nachteile

Ein solcher Super-Status könnte extrem viel fliegende Kundinnen und Kunden noch stärker an die Allianz binden. Viele Airlines verfügen bereits über entsprechende Top-Tier-Statusstufen. Der HON Circle von Miles & More, der Singapore Airlines PPS Club oder United 1K bieten jedoch größtenteils nur auf eigenen Flügen zusätzliche Vorteile. Bei Partnerairlines bleibt man „nur“ Star Alliance Gold.

Die Gefahr bestünde zudem darin, dass weitere Statusstufen an Exklusivität verlieren könnten. Gleichzeitig ist es für die einzelnen Airlines wichtig, ihre besonders loyalen Kunden an die eigene Marke zu binden. Dennoch reisen HONs & Co. regelmäßig auch mit Partnerfluggesellschaften – und könnten/sollten dort von zusätzlichen Vorteilen profitieren.

Priority Boarding bei Lufthansa, Foto: Robert

Sollte es eine Stufe über dem Star Alliance Gold Status geben? | Frankfurtflyer Kommentar

Je länger ich darüber nachdenke, desto unwahrscheinlicher erscheint mir die Einführung eines zusätzlichen, allianzweit gültigen Premium-Status bei der Star Alliance. Der organisatorische Aufwand wäre enorm: Jede Airline und jedes Vielfliegerprogramm müsste neue Anforderungen erfüllen und entsprechende Leistungen anbieten.

Zwar zeigen kleinere Airlines wie Aegean Airlines, dass ein zusätzliches Level für besonders loyale Passagiere sinnvoll sein kann. Gleichzeitig fehlt gerade kleineren Carriern oft die Infrastruktur, um wirklich exklusive Vorteile bereitzustellen. Größere Fluggesellschaften könnten solche Leistungen zwar eher anbieten, doch eine durchgängige, allianzweit einheitliche Umsetzung erscheint schwierig.

Was meint Ihr? Sollte die Star Alliance über einen Super-Status nachdenken? Und welche konkreten Vorteile müssten damit verbunden sein, um einen echten Mehrwert zu bieten?

5 Kommentare

  1. Denke Lufthansa wird hier das grösste Problem haben, da das Lounge System auf dem FTL Prinzip aufgebaut ist.
    Würde man den Idee umsetzen, wäre die logische Folgerung, dass FTL keinen Lounge Zugang bekommen, Business Lounges Gold Lounges werden, Sen Lounges Business Class Lounges und FC Lounges für den hören Status zugänglich wären – Dannn wären Suite Lounge und FCT nur für die FC Kunden offen.
    Der Trend geht bei einigen weg von First Class und daher auch fraglich wie man damit umgeht (LH hat ja auch weniger Sitze in der FC in Zukunft, daher auch weniger Personen in der Lounge)

  2. Nein, denn was wird passieren? Man wertet den aktuellen Gold Status massiv ab auf Benefits unter dem aktuellen FTL Status und der neue Gold Status wird von den Benefits deutlich unter dem aktuellen Gold Status liegen. Kennt man doch sobald die Streikhansa irgendwie die Finger im Spiel hat.

  3. Was einfach gar nicht geht, dass die Senator Lounges der Lufthansa in der Star Alliance als First Class Lounge gelten, das geht gar nicht, die anderen Airlines sollten darauf bestehen, dass Lufthansa seine First Class Lounges entsprechend für andere First Class Gäste öffnet, das First Class Terminal können sie ja gerne weiterhin ausnehmen. Aber eine Senator Lounge ist nullkommanull First Class.

  4. Irgend ein Status wird immer unter einer Systemerweiterung oder Umstellung leiden.
    Ob es Seitens des Paxes die Privilegien sind die darunter leiden oder Seitens der Airlines die Einrichtungen.
    So wie aktuell das *A-Statussystem aufgebaut ist, mit dem Umgang der eigenen höheren Statusstufe für seine eigenen Einrichtungen, ist völlig ausreichend. Das würde doch nur noch mehr zu frustrationen bei den zB.HONs führen, wenn sie in eine überfüllte F-Lounge einer anderen Airline kämen, wenn alle exclusive Kunden anderer Airlines dort auch sind.
    Irgendwann würde diese höhere Stufe auch nicht mehr zur „Exklusivität“ ausreichen, weil sie schon so viele haben. Dann bedarf es wieder eine neue Stufe wie zB. der Gold Guest List bei BA.

  5. Etwas vom ursprünglichen Thema entfernt:
    Ich wär schon froh, wenn ich als Frequent Traveller mal irgenwo ausser Frankfurt in eine Lounge kommen würde… Leipzig, Lyon, Dublin, Venedig… Keine Chance als FTL.
    Nichtmal die LH Lounge in Düsseldorf ließ mich rein, weil ich bloß ein popeliges Eurowings „Basic“ Ticket hatte (Surprise Flug).
    FTL ist vollkommen für die Füße…

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