Eurowings setzt auch ab Hamburg auf Wetlease – Litauische Airline fliegt ab Sommer 2026

Foto: GetJet Airlines

Eurowings fliegt im Sommer 2026 weniger mit eigenen Flugzeugen ab Hamburg. Der Billigflieger aus dem Lufthansa-Konzern setzt für Flüge ab der Hansestadt zukünftig stärker auf einen Wetlease-Partner. Für Eurowings nichts neues, denn Wetleases gehören seit vielen Jahren zum adäquaten Mittel, einen möglichst breiten Flugplan aufstellen zu können.

Wetleases bieten immer ein enormes Enttäuschungspotenzial. Die meisten Fluggäste teilen die Erwartungshaltung, dass sie in einem Flugzeug der Airline reisen, das sie zuvor gebucht haben. Doch plötzlich steht da ein Flugzeug einer völlig unbekannten Airline an der Fluggastbrücke.

Doch häufig ist nicht nur die Optik anders. Denn beim Einsatz von Wetlease-Fluggesellschaften hat es schon so manche Überraschung, wenn es die auftraggebende Airline nicht ganz so genau nahm. Defekte Sitze und Sprachbarrieren sind da nur beispielhafte Herausforderungen.

Wetlease kurz erklärt: Wet-Lease bezeichnet die Miete eines Flugzeugs einschließlich Cockpit–Crew, Kabinenpersonal, Wartung und Versicherung von einer anderen Fluggesellschaft.

Drei Wetlease-Anbieter für Eurowings

Mangels ausreichender Flugzeuge nutzt auch Eurowings seit vielen Jahren die Option des Wetlease, um einen möglichst breiten Flugplan aufzustellen. Neben der eigenen Lohndumping-Tochter Eurowings Europe flogen in den vergangenen Sommerflugplänen zusätzlich Avion Express Malta und Smartwings für den Lowcoster. Passagiere ab Düsseldorf oder Stuttgart bekamen es da häufig mit Avion Express Malta zu tun, während Smartwings ab Köln-Bonn zum Einsatz kam.

Um auch in Hamburg weiter wachsen zu können, wurde das Wetlease-Angebot nun um GetJet Airlines erweitert. Sechs Airbus A320 von GetJet steuern ab dem Sommerflugplan 2026 dann zahlreiche Ziele innerhalb Europas für Eurowings an.

Wer ist GetJet Airlines?

Schon der Name GetJet spricht dafür, dass die Fluggesellschaft es weniger darauf abgesehen hat, unter eigener Marke die Luftfahrt aufzumischen, sondern stark darauf fokussiert ist, anderen Fluggesellschaften ihre Dienstleistung anzubieten. So hat sich die litauische Fluggesellschaft auch darauf spezialisiert, Flugzeuge und Crews im Wetlease zu offerieren.

GetJet hat ihre Basis am Flughafen Vilnius und verfügt derzeit über eine Flotte von dreizehn Flugzeugen. Kern der Flotte sind sieben Airbus A320 und fünf Boeing 737-800. Auch ein Airbus A321 gehört zu der mit im Schnitt knapp 20 Jahren alten Flotte. Dass GetJet Airlines auch einmal einen Airbus A330 in der Flotte hatte, zeigt die hohen Ambitionen der Litauer.

Eurowings setzt auch ab Hamburg auf Wetlease | Frankfurtflyer Kommentar

Die Situation hat sich in der vergangenen Jahren geändert. Während früher häufig heimlich, still und leise Wetlease-Fluggesellschaften eingesetzt wurden, kommunizieren die Airlines dies mittlerweile sehr transparent schon bei der Buchung. So auch bei Eurowings.

Passagiere können seitdem frei entscheiden, ob sie sich auf das Abenteuer einlassen oder lieber woanders buchen (wenn es denn die Wahl gibt).

Ich persönlich habe bisher nur wenige gute Wetleases erlebt. So war der Finnair A350 im Einsatz für Discover Airlines sicher ein positives Beispiel. Und auch Air Baltic gehört zu den durchaus positiven Erscheinungen. Wenn ich jedoch noch nie etwas von einer Airline gehört habe, wie hier im Fall von GetJet, bin ich jedoch mehr als skeptisch und hoffe immer, dass der Kelch an mir vorbei geht.

Interessiert Ihr Euch dafür, ob auf Eurer Strecke ein Wetlease-Partner eingesetzt wird? Teilt Eure Erfahrungen in einem Kommentar.

Quelle: Airliners.de

13 Kommentare

  1. Wenn immer möglich buche ich das Original.
    Blöd nur, wenn zwischen Buchung und Abflug dieses auf BT geändert wird, wie dies im April zwischen ARN und ZRH der Fall ist.
    Jetzt hat auch OS mit diesem „Mist“ begonnen: Der Abendflug VIE – NCE wird am 1.Juni mit airBaltic geflogen —- ist absolut nicht das, was ich kaufte!
    Wollte die herzliche „Österreichische Gastfreundschaft“ an Bord geniessen und nicht BT über mich ergehen lassen.
    Das mit dem Wetlease hat sich wie eine Seuche über Europa ausgebreitet, der kaum noch zu entgehen ist.
    An Bord spreche ich prinzipiell Deutsch, schiesslich buchte ich OS und nicht eine Airline aus Lettland, wo die Crew der DEUTSCHEN Sprache grösstenteils nicht mächtig ist.
    Darf mir nicht vorstellen, wie das bei einem Notfall an Bord aussieht.
    Ja,ja….bin mir schon bewusst: Man(n) bucht den Flug von A nach B und nicht das Aluminium.

  2. Hauptsache billig. Geiz ist leider immer noch geil. Und dann wundert man sich, wenn die Crew kein und nur bruchstückhaftes Deutsch spricht. Wenn man dann aus Prinzip selbst nur Deutsch spricht, rate ich dazu, am Besten nur in deutschsprachigen Ländern Urlaub zu machen. Bei den billigen Preisen für die viele Fliegerei finde ich es ziemlich arrogant und überheblich, auf deutschsprachiger Crew zu bestehen und aus Prinzipenreiterei nur Deutsch zu sprechen. Ich bin ziemlich viel international in Europa und im mittleren Osten unterwegs und kann nicht sagen, dass deutsche oder österreichische Gastfreundschaft besonders heraussticht. In meine Augen ziemlich albern das Ganze. Wer billig bucht, fliegt eben auch billig – und ja, Eurowings ist eine Billigflug Gesellschaft, auch wenn sie zur LH Gruppe gehört.

    • Und die Verlagerung geht weiter: Vom Full-Service-Carrier über den eigenen Low-Cost-Carrier zur fremden Wet-Lease-Gesellschaft. Vom Lohn-Dumping zum Super-Lohn-Dumping.

      Besonders günstig finde ich Eurowings in der Regel nicht, wenn ich mir die Preise so anschaue. Und billiger für Kunden dürfte es nicht werden, wenn GetJet Airlines übernimmt. Vielmehr wird doch der Preis der höheren Marke verlangt, während der Discounter die Durchführung übernimmt. Und genau damit habe ich ein Problem.

  3. Auch da lobe ich mir die viel gescholtene BA, denn wenn sie da nach Buchung auf Wetlease umstellen, darf man gewöhnlich umbuchen. Ist mir mal bei einem Titan Airways Wetlease passiert.

    BT finde ich persönlich nicht schlimm, ebenso wie 2L, die ja der Klassiker sind bei Swiss. Da wird das ja kaum noch hinterfragt.

    AY für 4Y war ja das Beste, was es je gab. Da war der Wetlease besser als das Original und ich habe den Flug deshalb extra gebucht. 😀

    Aber wenn ich diese Airline schon höre, kann ich mit denken, dass die Flugzeuge haben, die sie irgendwo aufgekauft haben und die dann auch in dem Zustand sind. HiFly ist da ja auch so ein Knadidat. Würde ich dann versuchen zu meiden.

  4. Also ich finde bei LX ist Helvetic wahrscheinlich der schlimmste WL-Partner, alte Flugzeuge mit häufig kaputten Sitzen und sehr häufig eine Crew, die praktisch 0 Serviceverständnis. Bei AirBaltic hat man immerhin modernere Flugzeuge, manchmal schon mit Starlink und meiner Erfahrung nach bemüht sich die Crew meistens, trotz Sprachbarriere.

  5. Ich hatte mal einen GetJet-Wetlease for LOT auf der Strecke WAW-TBS v.v. Ich würde das künftig meiden. Zum Einsatz kam zwar eine Maschine, die nicht mehr im Bestand zu sein scheint (737-300). Aber der Service und auch der Sitzabstand waren wirklich nicht gut. Auch mit Avion Express statt EW war nicht überzeugend. Manchmal gibt es aber leider keine Alternative…

  6. Na klar, interessiere ich mich für Fluggesellschaft und auch das eingesetzte Equipment. Es macht malt schon einen Unterschied, ob man mit dem erwarteten Flugzeug aus der A320-Familie und ausreichend Platz im Compartment fliegt, oder einem CRJ. So geschehen vor 3 Jahren mit SAS, als dann dort plötzlich eine AirBltic-Maschine stand, deren Kabinenpersonal ich dann deutlich aufgeklärt habe, dass ich Business fliege und meine beiden Fotorucksäcke im Compartment fliegen, in das sie auch noch hineingepasst. GetJet brauche ich jetzt nicht unbedingt. Wenn ich bei einer Markenfluggesellschaft von / nach Deutschland buche, erwarte ich schon, dass wenigstens ein Mitglied der Kabinenbesatzung deutsch oder englisch spricht und der wetlease-Partner dem Markenanspruch der original gebuchten Airline halbwegs gerecht wird und ich qualitativ ähnliches Produkt erhalte.

    • Kurze Frage: Seit wann fliegt Air Baltic CRJ? Soweit ich weiß, fliegen die nur A200 und da sollte man keine Probleme haben. Für SAS fliegen auch andere Wetlease und nicht Air Baltic, soweit ich das weiß.

  7. Zum Kotzen ist das! Wie Rene schreibt: Wetlease hat sich wie eine Seuche ausgebreitet. Wenn ich schon Eurowings nutze, was nur geschieht, wenn ich es MUSS, dann will ich zumindest Eurowings bekommen. Wenn bei der Buchung die durchführende Wetlease-Airline angezeigt wird, dann wird NICHT gebucht. Punkt.

  8. Die Air Baltic hatte ich auch schon mehrfach und fand diese absolut akzeptabel. Im A220 reise ich grundsätzlich gerne, die Crew war immer motiviert und sehr freundlich, sprach gutes Englisch und ich konnte keinen großen Unterschied zu EW oder LH erkennen. Die Helvetic unter LX Flugnummer hatte ich mehrfach zwischen ZRH und HAJ, im Einsatz waren meist nagelneue E 195 E2- tipptopp. Wetlease ist mMn. Nicht grundsätzlich schlecht. Aber es gibt sicherlich auch absolute Nieten im Lostopf.

  9. Im Falle von Wetlease sollte der Kunde grundsätzlich umbuchen können, analog zur QSuite Garantie von Qatar Airways, da darf man auch kostenlos umbuchen, wenn wegen Aircraft Change die versprochene QSuite nicht an Bord ist. Ich bin einmal mit LOT (Avion Express) geflogen, war ein uralter A320 mit sehr enger Bestuhlung auch in der Business Class, die 3 h Flug waren eine Zumutung. Ein Condor Flug von mir wurde von Air Bulgaria im A320 durchgeführt, war dagegen ganz ok, hatte außen auch eine Condor „light“ Bemalung, Crew sprach gut Englisch, Catering wie bei Condor. Man steckt da halt nicht drin, kann gut sein, aber auch richtig mies. Langstrecke würde ich im Wetlease niemals machen wollen, da kommen meist echte Gurken oft noch mit Rutschen in der Business Class zum Einsatz.

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