Absolutes Totalversagen! 500 Lufthansa Passagiere müssen in Flugzeug übernachten

In der vergangenen Woche hatte man im Süden Deutschlands wieder mit starkem Schneefall zu kämpfen, was auch Auswirkungen auf den Luftverkehr hatte. In München mussten etwa 100 Flüge gestrichen werden und Dutzende waren verspätet – so verständlicherweise auch viele Lufthansa-Flüge. Nicht verständlich wurde aber die Situation für etwa 500 Passagiere von fünf Lufthansa-Flügen am Abend des 19. Februar, denn sie mussten die gesamte Nacht im Flugzeug ausharren, da man keine Busfahrer mehr finden konnte.

Das Wichtigste auf einen Blick:

❄️ Schneechaos in München:Rund 100 Flüge gestrichen, zahlreiche Verspätungen im Süden Deutschlands.
🚌 Keine Busfahrer verfügbar: Etwa 500 Lufthansa-Passagiere mussten über Nacht im Flugzeug ausharren.
💺 Kritik an Organisation:Flughafen München und Lufthansa stehen wegen unzureichender Koordination in der Kritik.

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Die Begründung, weshalb Hunderte von Passagieren die gesamte Nacht im Flugzeug ausharren mussten, da es an Busfahrern mangelte, hört sich nicht nur skurril an, sie zeugt auch von einem organisatorischen Versagen – sowohl seitens der Airline als auch seitens des Flughafens – und ist bei genauerer Betrachtung absolut unverständlich.

Aufgrund der starken Schneefälle konnten deutlich weniger Flugzeuge in München starten als gewöhnlich, weshalb Abflüge teils erheblich verspätet wurden. Hierbei gilt in München eigentlich ein Nachtflugverbot ab Mitternacht, aber mit Ausnahmegenehmigungen waren dennoch Starts möglich. Diese Ausnahmegenehmigungen wurden am 19. Februar einigen Flügen erteilt, sodass auch am Morgen des 20. Februar um 1 Uhr noch Flugzeuge starten konnten.

Bei fünf bereits abgefertigten Flügen von Lufthansa, bei denen sich die Passagiere bereits an Bord befanden, wurden diese Starterlaubnisse mit Ausnahmegenehmigung wohl aber nicht mehr erteilt, obwohl die Flugzeuge mit Passagieren an Bord zum Abflug bereit waren. Betroffen waren hier folgende Lufthansa-Flüge, wie Focus berichtet:

  • München – Singapur
  • München – Kopenhagen
  • München – Danzig
  • München – Graz
  • München – Venedig

Berichten von Passagieren zufolge wurde man von der Crew gegen 2 Uhr nachts darüber informiert, dass kein Start mehr möglich sei. Allerdings bestünde aktuell auch keine Möglichkeit mehr, das Flugzeug zu verlassen, da alle Gebäudepositionen am Flughafen belegt seien und der Flughafen München keine Busse mehr zur Verfügung stellen könne, da die Busfahrer bereits alle nach Hause gegangen seien.

Für die Passagiere und Crews der Flüge bedeutete dies, dass man weiterhin an Bord der Flugzeuge ausharren musste, bis am Morgen wieder Busfahrer zum Dienst erschienen und die Passagiere zum Terminal bringen konnten.

Passagiere berichten hier von sehr unangenehmen Situationen, denn vor allem bei den Kurzstreckenflügen seien weder ausreichend Decken noch Kissen, Getränke oder Essen an Bord gewesen. Dabei sollte man bedenken, dass die Passagiere teils schon Stunden vor der Hiobsbotschaft an Bord der Flugzeuge waren.

Ein organisatorisches Totalversagen!

Es ist absolut unverständlich, wie es zu dieser Situation kommen konnte. Während man vielleicht noch verstehen kann, dass es zu irgendeinem Zeitpunkt in der Nacht ein Ende der Ausnahmegenehmigungen für Starts geben muss (wobei auch das bei bereits startbereiten Flügen fraglich ist), kann ich absolut nicht nachvollziehen, warum es in dieser Nacht keine Busfahrer mehr am Flughafen gab.

Es steht außer Frage, dass dies eine Ausnahmesituation war. Aber wäre es hier nicht das Gebot der Stunde gewesen, zumindest für Flugzeuge mit Passagieren auf dem Vorfeld die Kapazitäten vorzuhalten, um diese sicher abfertigen zu können? Hier ist nicht nur an Busfahrer zu denken, sondern auch an Personal des Flughafens und der Airline im Terminal, um die gestrandeten Passagiere in der Nacht zu versorgen.

Dabei sollte man auch bedenken, dass es sich nicht um einen kleinen Provinzflughafen handelt, der normalerweise um 20 Uhr den Flugbetrieb beendet, sondern um den zweitgrößten Flughafen Deutschlands und einen Lufthansa-Hub. Solch eine Situation an einem eigenen Hub zu erleben, ist für mich einigermaßen befremdlich.

Auch verstehe ich nicht, dass man es in der Nacht nicht noch geschafft hat, Busfahrer zu reaktivieren, sodass die Passagiere bis zum Morgen und damit bis zum regulären Schichtbeginn ausharren mussten. Die ganze Geschichte wirkt ein wenig wie bloße Ignoranz des Problems seitens der Verantwortlichen.

Absolutes Totalversagen! 500 Lufthansa Passagiere müssen in Flugzeug übernachten | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist für mich absolut unverständlich, wie es zu einer solchen Situation kommen konnte, in der Passagiere über Nacht im Flugzeug verweilen mussten, bis wieder Busfahrer zum Dienst erschienen sind. Es wirkt tatsächlich so, als wäre diese Situation nicht an allen Punkten ernst genommen worden – und das muss unglaublich frustrierend für alle an Bord gewesen sein.

Ich hoffe sehr, dass man hier bei Lufthansa und auch beim Flughafen München Konsequenzen zieht und dafür sorgt, dass Flugzeuge, die sich noch aktiv auf dem Flughafen befinden, auch in Ausnahmesituationen sicher abgefertigt werden können.

52 Kommentare

  1. Ich kann nur hoffen, dass hier bereits entsprechende Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft vorliegen. Für ein solches Totalversagen muss es persönliche Konsequenzen vom Kapitän an Bord bis zu den „Managern“ der Ground Ops des Flughafen Münchens geben. Unfassbar. Eine solche Stümperei ist man ja sonst nur von Fraport gewohnt..

    • Der Kapitän an Bord ist wohl eher auch geschädigter, als Schuldiger. Wenn dem Bussfahrer während der Reise die Reifen geklaut werden, ist er ja nicht schuld daran, dass man auf dem Parkplatz stehen bleibt.

      Es scheint aber tatsächlich so zu sein, dass die Staatsanwaltschaft sich hier mit beschafft und vor allen auch damit welche potenziellen vergehen hier vorliegen können.
      Das Absurde: Wir wissen inzwischen, dass eigentlich Busfahrer über Nacht dort hätten sein müssen, sowie eine Grundausstattung an Personal. Warum man hier den betroffenen Flügen nicht helfen konnte, ist noch absolut unklar und vor allen der Flughafen München ist hier sehr vage in seinen Kommentaren, was vermuten lässt, dass sie von einem Juristen formuliert wurden.

      • Mich wundert aber auch, dass hier „nichts“ unter den 500 Passagieren „passiert“ ist von Anruf bei der Polizei, Vortaeuschen eines Schwindelanfalls (mit Notruf un aus dem Flieger zu kommen), oeffnen der Tuere/Notausgang…. und offensichtlich alle Paxe die Situation „ertragen“ haben.

        • Das Ergebnis wäre hier für die Passagiere vermutlich nicht besser geworden, wenn hier jemand so etwas angegangen wäre, vor allen wenn jemand auf die Idee gekommen wäre den Notausgang zu öffnen. (was wohl eine Straftat gewesen wäre, just saying).

          Notruf bei der Polizei wäre eine gute Idee gewesen, möglicherweise gab es hier aber auch etwas und man sah die Bedrohung für Leib und Leben nicht direkt… Ob ein Ausrücken der Rettungskräfte hier Sinnig ist muss man sich gut überlegen, denn faktisch ging es um den Komfort von 500 Menschen, nicht die Gesundheit direkt, auch wenn das alles mega unangenehm ist und man jetzt argumentieren kann, was ist mit kranken, alten und Kindern….

          Rettungskräfte waren sicherlich am Airport, aber die sollten auch wirklich für Notfälle in diesem Sinne vorgehalten werden.

          Nett wäre natürlich gewesen wenn man das THW oder dergleichen aktiviert hätte. Ob die binnen 3 Stunden hier aber etwas erreicht hätten und die Flugzeuge leeren hätten können…. Ich bin mir da nicht sicher.

      • Ja stimmt schon, falls die Staatsanwaltschaft aber tatsächlich einen Anfangsverdacht sieht, zB. für Freiheitsberaubung (ggf. durch Unterlassen), dann ist der Kapitän der Täter und wird am Ende verurteilt. Und nicht der Busfahrer.
        Warum um Mitternacht keine Busfahrer, Treppenfahrer und Schlepperfahrer mehr da sind, muss der Flughafen erklären, das ist definitiv organisatorisches Totalversagen. Und vermutlich auch ein totales Unterschätzen der Lage. So verhält sich kein 5-Sterne-Airport

        • Okay nur aus Interesse aber wie hätte der Pilot das machen sollen? Tür auf, Passagiere rausspringen und dann auf den Krankenwagen warten?
          Auch wenn die Notrutschen aktiviert worden wären, hätte die Crew mit Sicherheit Themen und vermutlich gäbe es auch verletzte, zumal warum soll man bei Schneeregen in der Nacht auf dem Vorfeld stehen wollen in der Situation?

          Hier die Schuld bei der Crew zu suchen finde ich einigermaßen abenteuerlich.

  2. Und warum lässt man die Passagiere nicht vom Flugzeug zum Terminal laufen. Nachts um 2.00 Uhr sollte das doch kein großes Problem sein, dort einen Korridor kurz mal abzusperren.

    • Auch zum Absperren des Korridor hätte man ja Personal (und zwar garnicht mal wenig) auf dem Vorfeld gebraucht.

      Ob man Nachts um 2 Uhr bei Schneesturm über den Flughafen laufen will (was vermutlich nicht genehmigungsfähig ist), würde ich mir auch gut überlegen. Da geht es vermutlich nicht um ein paar Meter, sondern um 30 Minuten Fußmarsch.

    • Zum Laufen brauchst du erstmal eine Treppe. Und wenn du dafür einen Fahrer hast, dann kann der bestimmt auch einen Bus steuern. Nur mal so. Mal abgesehen davon, dass einige der Außenpositionen gerade in München schon ziemlich weit weg sind vom Terminal. Ich weiß ja nicht, wo die standen.

  3. Es könnte auch einfach ein medizinischer Notfall simuliert und deklariert werden. Wir alle wissen, welche Massnahmen dann in die Wege geleitet werden.

    • Ob das Simulieren eines solchen Notfalls eine gute Idee ist, muss man sich selbst überlegene. Es kommen dann sicherlich Haftungsfragen auf einen zu und dann gibt es ja noch das Strafrechtliche Thema bei so etwas durch den dann vermutlich als gefährlich deklarierten Eingriff in den Luftverkehr.

      Ich denke man sollte durchaus froh sein, dass alle Passagiere hier so durchgehalten haben und niemand am Rad gedreht hat. Ich glaube nicht dass sich die Situation hierdurch für die anderen Passagiere verbessert hätte. Ich stelle mir das gerade vor, ein Passagier simuliert einen Notfall, man lässt ihn tatsächlich abholen von den Rettungskräften. Das bedeutet die Tür steht eine zeit lang offen, es wird sau kalt in der Kabine und am Ende ist nur dieser eine Passagier, wenn überhaupt weg.

      • Wenn ich nach zwei Stunden eingesperrt sein ploetzlich starke Schmezen in der Brust spüre, dann ist das weder eine ‚Simulation‘ noch eine Straftat. Falls sich nach dem Verlassen des Flugzeugs herausstellt, dass organisch mit dem Herz alles in Ordnung ist: um so Besser!

  4. Typisch Flughafen München, fällt mir dazu nur noch ein. Das war mal ein Top-Airport, aber inzwischen wird es immer schlimmer. Erst nimmt man Gepäck nicht mit, weil man kein Personal hat. Dann kann man Gates nicht rechtzeitig besetzen und jetzt nicht mal mehr Busfahrer vorhalten und „vergisst“ voll besetze Flugzeuge auf dem Vorfeld. Unglaublich. In anderen Ländern erfüllt das den Tatbestand der Freiheitsberaubung. Ich hoffe, dass das hier auch so gesehen wird.

    • Ja, aber inzwischen kann man sagen: Typisch Deutsch. Hauptsache die DSGVO übererfüllt, Toiletten für 100 Geschlechter eingeführt und sonstige EU Bürokratie sofort umgesetzt, aber man scheitert am Wetter und einfachem Krisenmanagement.
      Natürlich hindert das einen auch nicht, andere stets belehren zu müssen und ihnen zu sagen, was sie besser machen sollen!

        • Der typische links-grüne Beitrag wieder. Sehr wohl hat das eine mit dem anderen eine ganze Menge zu tun! Denn die Ressourcen sind begrenzt und diese werden eben für irgendeinen Schwachsinn gebraucht, der keinem was bringt und eben nicht sinnvoll eingesetzt werden, im besten Deutschland, das wir je hatten. Schlafen Sie ruhig weiter und belehren Sie weiterhin gerne alle anderen, so wie ich es bereits geschrieben hatte. Ich bin mir aber sicher, dass vor dreißig Jahren ein solcher Vorfall in Deutschland nicht möglich gewesen wäre.

          • Weiß jetzt nicht, warum es „links-grün“ sein soll, wenn Menschen deinen inhaltsleeren Kommentar völlig zu Recht kritisieren. Der einzige, der hier versucht, die Leute zu belehren, bist doch du. Du versuchst uns doch zu erklären, dass „Toiletten für 100 Geschlechter“ dafür gesorgt haben, dass die Menschen nachts nicht aus dem Flugzeug gelassen wurden.

    • Das Grundproblem liegt tiefer, befürchte ich. Solche Situation sind die Stunde von Menschen, die in einer nicht planbaren Situation das Heft des Handelns an sich reißen. Relativ einfache Lösungsmöglichkeiten gab es. Sei es der hier bereits angesprochene Fußweg, sei es das Herausklingeln von zwei Busfahrern aus ihren Betten für einen Extraobulus von sagen wir 150€ oder das Umrangieren an den Fluggaststeigen gewesen.
      Nur kann man in solchen Situationen nicht warten, bis Zuständigkeiten geklärt sind.
      Solche Menschen werden aber immer weniger.

      Der generelle Zustand von MUC ist leider ein anderes Thema. 🙁

      • So sieht es aus, aber leider wird es ja immer mehr. Keiner will mehr Handeln, sondern sich nur bei der naechsten Ebene Absichern, diese macht das Selbe. Entrepreneurship ist schon lange nicht mehr hier im Lande vertreten (es gibt Ausnahmen). Hier waere einfach pragmatisches und schnelles Handeln von Einzelnen angezeigt gewesen.

    • Der angebliche Fünf-Sterne-Airport München und die Möchtegern Fünf-Sterne-Airline Lufthansa im Zusammenspiel…
      In einer solch außergewöhnlichen Situation könnte es bei beiden Unternehmen fähige Menschen geben, welche die Lage erkennen und Lösungen finden. Was es hier offenbar gab, sind bräsige Totalversager.
      Und ja, leider ist so etwas mittlerweile als typisch deutsch zu bezeichnen und steht sinnbildlich für so vieles, was in der BRD schief geht. Von der Schweiz aus betrachtet muss ich aufpassen, kein Schleudertrauma vom dem ganzen Kopfschütteln zu bekommen…

  5. Ein Grund mehr den Flughafen zu meiden auf meinen Reisen.
    Wirklich verrückt das da alle mitgemacht haben. Ich weiß nicht ob ich das hin bekommen hätte.

  6. Gerne würde ich wissen, welche Rolle der Ramadan und das Fastenbrechen gespielt haben.
    Zu dieser Zeit dauert u. a. die Gepäckabfertigung grundsätzlich noch einmal länger in Frankfurt und in München.
    Über Abwesenheiten und Krankmeldungen werde wir aber sicher nichts erfahren und das Thema wird nicht aufkommen. Wetten?

    • Korrekt. Vielleicht ist die Situation nicht „absolut unverständlich“, wie Christoph es ausgedrückt hat, sondern sogar ganz leicht erklärbar im Deutschland des Jahres 2026. Und wenn das so ist, dann liegt der nächste Schritt in einer Bewertung dieser Situation.

    • Wenn der Ramadan hier eine Rolle spielen sollte, dann wäre dies auch ein organisatorisches Problem. Muslimische Länder brechen im Ramadan auch nicht zusammen, ganz im Gegenteil da läuft es richtig gut.

      • Eben.

        Lass mich einmal politisch komplett inkorrekt unterstellen, dass der Ramadan eine maßgebliche Rolle gespielt haben könnte.

        Wenn es so wäre – was würde es dann aussagen über dieses Land?

        Stavros stimme ich zu, dass dieser Aspekt nicht thematisiert werden wird, um als Airline oder als Flughafen nicht „in der rechten Ecke“ zu stehen, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen oder zu spalten und aus einem halben Dutzend weiterer vorgeschriebener lächerlicher Gründe.

        Die Informationen über Abwesenheiten und Krankmeldungen unterliegen dem Datenschutz. Geschützt werden die Mitarbeiter und die verantwortlichen Versager, die Passagiere mussten es ausbaden und werden es ausbaden müssen.
        In Frankfurt gab es 2024 die Durchsage beim Bustransport von der Außenposition zum Gebäude, dass die Gepäckabfertigung aufgrund des Fastenmonats Ramadan länger dauern wird als üblich. Mich hat das damals ganz extrem verärgert (damit meine ich nicht die Durchsage).

      • Die Problematik Ramadan/Passagiertransport/Gepäcktransport ist den deutschen Flughafenbetreibern wohlbekannt, sonst hätte ich das Thema nicht angesprochen.
        Gleich werden wieder Leser drohen, Deine Seite nicht mehr zu besuchen, weil Du Steigbügelhalter bist und nicht gegen rechte Hetze vorgehst.

        • Puh, ein Glück haben wir Religionsfreiheit und es sind nur Muslime, die eine AU zücken, um blau zu machen.

          So etwas würde es bei reinrassigen weißhäutigen und blauäugigen Menschen ja glücklicherweise niemals geben. Da werden deutsche Tugenden noch groß geschrieben!

          Schauen wir doch mal bei Niedriglohn-Jobs aller Art, ob das wirklich eine Thematik ist, die bei einer Religion und einem Kulturraum festgemacht werden kann, oder ob es sich vielleicht doch einfach um die mitunter Jobs mit den schlechtesten Konditionen handelt. Dem ein oder anderen Stavros oder Dr Maher geht da vielleicht noch ein Licht auf in der Vielfliegerbubble.

          • Die Realität kann man sehen oder sich ihr verweigern. Und wer führt hier ein Klischee nach dem anderen auf?
            Die Verantwortlichen werden jedenfalls einen Zusammenhang abstreiten und Religionsfreiheit, Schutz von Persönlichkeitsrechten und Datenschutz anführen, genau wie Du schreibst.

        • Hast du noch paar Theorien auf Lager? Ich bin heute krank (in meinem Urlaub) und nichts amüsiert mich gerade so sehr wie deine Kommentare. Danke für dein Entertainment.

          • Die Gründe, warum der Flughafen München, Nachflugverbot und Wintereinbruch einbezogen, in dieser Nacht nicht einmal ein Mindestmaß an Abfertigung bereitstellen konnte und die Passagiere in den Maschinen hat versauern lassen, sind zu klären. Für Entertainment bin ich nicht zuständig, Theorien habe ich nicht aufgestellt, sondern eine Hypothese. Gute Besserung!

  7. Ich bin nur Luftfahrtinteressierter Laie, aber gibt es bei der LH keine 24 h Notrufnummer, an die sich einer der Kapitäne einer der betroffenen Maschinen wenden hätte können um etwas Druck zu machen?

  8. Das ist wirklich ein absoluter Skandal, der zurecht bereits polizeiliche Ermittlungen nach sich zieht. Es kann nicht sein, dass die Busfahrer und Abfertiger den Flughafen verlassen können , solange noch Flugzeuge auf der Startbahn stehen. Es kann immer ein Startabbruch passieren und dann müssen Passagiere zurück gebracht werden können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in der hoch regulierten Luftfahrt keine Vorschriften gibt, welche vorschreiben, dass immer genügend Personal für das Evakuieren und sichere Transportieren von Passagieren zum Terminal vorhanden sein muss. Es liegt daher der Verdacht nahe, dass hier gegen wichtige Sicherheitsvorschriften verstoßen wurde. Das lässt auf mangelnde Zuverlässigkeit der Münchner Flughafenbetreiber schließen, was wiederum unter Umständen zum Entzug der Betreiberlizenz führen kann. Dieser Vorfall ist eine sehr ernste Angelegenheit, die juristisch geklärt werden muss und dann muss es personelle Konsequenzen geben.

    • Wie man hört sollten in München, auch bei geschlossenen Flughafen eine „Notbesatzung“ immer da sein. Die beinhaltet auch 2 Bussfahrer für genau solche fälle. Wenn man dann die 5 Lufthansa und 1 Air Arabia Flugzeuge hat, dauert es mit den Passagieren raus holen zwar länger als normal aber es wäre lösbar gewesen.

      Die Frage ist nun: Wo waren die, wer hat sie möglicherweise nach hause geschickt oder waren sie Garnicht eingeplant? Oder warum wurde diese Notbesatzung nicht aktiviert?

      Hier hat offensichtlich jemand gehörig Mist gebaut, vermutlich aber nicht nur eine Person. Aber es werden vermutlich nicht die „Front Line“ Mitarbeiter gewesen sein, die hier in direkter Verantwortung waren.

      • Wie man hört, gab es wohl nur einen Busfahrer, der dann zunächst – nachdem auch gegen 0.30 Uhr die Nordbahn aufgegeben wurde und die Flugzeuge auf den Außenposition abgestellt wurden – ab etwa 1 Uhr die Passagiere aus den beiden Air Dolomiti Flugzeugen geholt hat (das dürfte schon einiges an Zeit gedauert haben). Danach musste er aber wegen Lenkzeiten Pause machen und anschließend kam dann ab 4 Uhr die Frühschicht hinzu.

  9. Wenn das in BER, aber auch in FRA oder DUS passiert wäre: Welche Kübel der Häme oder „Mir san mir“-Arroganz wären von Söder, Kaniber und Co ausgekippt worden.
    Und die zweite Runde des Spotts dann bei den offensichtlich Chat-Bot-generierten Verlautbarungen vom Flughafen und der Bundespolizei.

  10. Schuld haben hier doch nicht der Busfahrer, der RampAgent oder oder irgendein Teamleiter.

    Versagt hat hier das ach so tolle hochbezahlte Management (Flughafen, Abfertiger UND Airline). Das Wetter war angesagt, man hätte rechtzeitig entsprechende Kapazitäten einplanen können und MÜSSEN. Hat man aber nicht gemacht, denn solche Ausgaben schmälern die eigenen Boni.

  11. @Mike: Doch, das ist die Schuld der Ramp-Agenten und der Lufthansa-Leute in München. Wie kann es sein, dass diese nach Hause gehen, obwohl sie wissen, daß noch Flugzeuge mit Passagieren am Boden sind? Unabhängig vom Wetter kann immer etwas passieren, was zum Startabbruch führt, egal ob Triebwerksprobleme oder Vogelschlag. Auch in so einem Fall müssen die Passagiere versorgt werden.

    • Du hast mit Deine Aussage sicherlich nicht Unrecht, allerdings kann man das wie folgt (spekulativ) weiterführen: Wie kann es sein, dass Ramp-Agenten und Lufthansa Leute in München versuchen die Leute aus den Fliegern zu bekommen, der Betreiber des Flughafens aber keine Ressourcen zur Verfügung stellt bzw. stellen kann.

      Wie im Artikel geschrieben: „organisatorisches Totalversagen“. Aber eher nicht von einzelnen Elementen, sondern der Gesamtheit aller beteiligten Dienstleistern.

      • @Doppel M: man braucht nicht einmal zu spekulieren. Die Lufthansa ist der Vertragspartner der Passagiere und für den Flug verantwortlich.
        Dazu kauft die LH ‚Abfertigungsleistung‘ beim Flughafen bzw spezialisierten Dienstleistern ein. D.h. die LH ist verantwortlich, die benötigten Resourcen anzufordern /einzukaufen.

        • Damit hast Du unbestritten Recht, allerdings bringt es alles nichts, wenn die „Dienstleister“ nicht performen können/wollen/dürfen. Hier haben wohl mehrere Stellen gemeinsam „gepennt“ und dadurch diese Situation herbeigeführt.

    • Es ist doch nicht die Aufgabe des kleinen Mitarbeiters vor Ort, sich selbstständig Mehrarbeit anzuordnen, und so zusätzlich Aufgaben wahrzunehmen, für die das Management fürstlich bezahlt wird.
      Letztere sitzen dann währenddessen entspannt vorm Bildschirm „Läuft doch…“

      Wird Zeit, dass man als Führungskräfte wieder Macher auswählt statt Selbstdarsteller.

  12. Eine gute Erklärung und Einschätzung der Situation aus der Sicht eines realen Piloten bietet wie immer Pascal: AeroNewsGermany.
    Auch in den Kommentaren zu dessen Video sieht man viel Feedback von Airport Angestellten, sowohl aus FRA wie auch ehemals MUC.

  13. Zu meiner akiven Zeit, und das liegt schon viele Jahre zurück, galt die ungeschriebene, aber von allen Rängen gleichermassen akzeptierte Regel, dass alle an einem Abflug Beteiligten, alle, also vom Check-in und Boarding Girl über den Flight Dispatcher, dem Loadsheeter (sowas gab es damals noch), natürlich auch dem Boden-Mechaniker und den Fracht/Gepäckladern, also auch Fahrer und Stationsleiter, unabhängig von der Uhr- oder Dienstzeit, erst die „Position“ verlassen, wenn die Maschine nach aktuellem Start mindestens 30 Minuten weit weg. Was (fast) alles abdeckte.
    Lang lang ists her.

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