Krise bringt Kulanzregelungen beim Status & 25 Fluggäste im Airbus A380 ☕ Frankfurtflyer Coffeebreak

SWISS Business Class im Airbus A320neo, Foto: Robert

Wir läuten an dieser Stelle wieder das Wochenende ein und blicken auf die vergangene Woche. Im Frankfurtflyer Coffeebreak stellen wir für Euch einige Kurznachrichten zusammen, über die wir auf unserem Blog nicht berichtet haben. In der Lektüre, die wunderbar als Begleitung zum Kaffee am Morgen passt, findet Ihr oft mehr als nur ein paar Randnotizen. Die Kaffeepause servieren wir Euch samstags um 8:30 Uhr.

SWISS bietet Abfindung für Kabinencrews

SWISS kämpft weiterhin mit einem deutlichen Überhang an Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. Nun versucht die Airline, die Belegschaft über ein freiwilliges Abfindungsprogramm zu reduzieren. Die Crewmember können bei einem Austritt bis Ende August eine Einmalzahlung von 15.000 Schweizer Franken erhalten. Hintergrund sind strukturelle Probleme wie fehlende Piloten sowie Einschränkungen bei Flugzeugen durch Wartung und Lieferverzögerungen. In einzelnen Monaten sollen bis zu 300 Crewmitglieder nicht eingesetzt werden können. Ob das Angebot ausreichend attraktiv ist, gilt als fraglich, da die Gehälter in der Schweiz vergleichsweise hoch sind.

Statusverlängerung bei Qatar Airways

Die anhaltenden Auswirkungen des Iran-Krieges führen weiterhin zu massiven Einschränkungen im Flugbetrieb von Qatar Airways. Der Luftraum war zeitweise nahezu geschlossen, wodurch nur ein stark reduziertes Programm möglich war. Als Reaktion darauf hat der CEO nun eine Verlängerung der Statuslevel im Privilege Club angekündigt. Betroffene sollen ihre Vorteile behalten, obwohl sie aktuell kaum fliegen können. Gleichzeitig arbeitet die Airline daran, den Flugbetrieb schrittweise wieder hochzufahren.

Etihad erleichtert Statusanforderungen

Auch Etihad Airways reagiert auf die jüngsten Einschränkungen im Flugbetrieb und passt die Bedingungen im Programm an. Mitglieder von Etihad Guest profitieren ab sofort von deutlich erleichterten Anforderungen für den Statusaufstieg. Konkret senkt die Airline die Qualifikationshürden um 25 Prozent, damit Reisende wieder schneller höhere Statusstufen erreichen können. Hintergrund sind die zahlreichen Flugstörungen durch Luftraumbeschränkungen, die viele Fluggäste in den vergangenen Wochen ausgebremst haben.

Der Einstiegsstatus

Emirates verlängert Status und Meilengültigkeit

Bei Emirates tut sich hier auch etwas, der Golfcarrier passt sein Vielfliegerprogramm Skywards an die aktuelle Krisensituation an und kommt den treuen Fluggästen entgegen. Betroffene Statuskunden halten das aktuelle Level zunächst bis zum 30. Juni 2026. Gleichzeitig wird auch die Gültigkeit von auslaufenden Meilen verlängert: Punkte, die ursprünglich im März, April oder Mai verfallen wären, können nun ebenfalls bis Ende Juni eingelöst werden.

Leere Airbus A380

Die Nachfrage auf bestimmten Strecken von Emirates ist aktuell massiv eingebrochen. Berichten zufolge waren einzelne Flüge nur mit wenigen Dutzend Passagieren besetzt, obwohl die Maschinen mehrere hundert Plätze bieten. Ursache ist die Unsicherheit durch den Konflikt im Nahen Osten, wodurch Buchungen ausbleiben und viele Reisende ihre Flüge nicht antreten. Gleichzeitig bleiben die Frachträume gut ausgelastet, was die wirtschaftlichen Verluste teilweise abfedert. Emirates hält dennoch ein großes Streckennetz aufrecht und setzt weiterhin auf flexible Umbuchungs- und Erstattungsoptionen.

Foto: Emirates

Qantas streicht Loungezugang bei Jetstar

Qantas verschärft die Regeln für den Loungezugang bei Flügen mit der Tochtergesellschaft Jetstar. Ab dem 1. Juli 2026 erhalten Statuskunden keinen Zugang mehr zu Qantas-Lounges, wenn sie auf international vermarkteten Jetstar-Flügen unterwegs sind. Eine Ausnahme gilt nur für Codeshare-Flüge mit Qantas-Flugnummer oder spezielle Tarife mit inkludiertem Zugang. Auf Inlandsflügen bleibt der Zugang bestehen. Die Maßnahme sorgt bei vielen in Australien gerade für Unmut.

Erster Airbus A220 abgeschrieben

Die lettische airBaltic muss erstmals einen Airbus A220-300 vollständig abschreiben. Das Flugzeug wurde nach Wartungsarbeiten durch extreme Hitzeeinwirkung schwer beschädigt. Ursache war ein Testlauf der Hilfsturbine, bei dem es im Bereich des Ozonfilters zu massiven Schäden an Rumpf und Tragflächen kam. Eine Reparatur ist unwirtschaftlich und wurde ausgeschlossen. Der 2019 ausgelieferte Jet wird nach Abschluss der Versicherungsabwicklung aus der Flotte genommen. Damit handelt es sich um den ersten Totalverlust eines Airbus A220 im kommerziellen Einsatz.

Luftfracht gewinnt erneut an Bedeutung

Während der Passagierverkehr auf mehreren Strecken stark einbricht, erlebt die Luftfracht eine neue Hochphase. Durch gestörte Seewege und geopolitische Spannungen steigt die Nachfrage nach schnellen Transportlösungen deutlich an. Airlines profitieren davon, dass ihre Frachträume auch bei schwach ausgelasteten Passagierflügen gut gefüllt sind. Dieses Modell erinnert an die Pandemiezeit, in der Fracht ein wichtiger Umsatztreiber war. Nicht nur für Emirates ist dies aktuell ein entscheidender Faktor zur Stabilisierung der Einnahmen.

SAS streicht 1.000 Flüge wegen Kerosinpreisen

Die stark gestiegenen Treibstoffpreise infolge des Iran-Krieges setzen SAS erheblich unter Druck. Da die Airline im Gegensatz zu anderen Wettbewerbern kaum auf Hedging gesetzt hat, treffen die Kostensteigerungen das Unternehmen unmittelbar. Für den April wurden daher rund 1.000 Flüge aus dem Programm genommen. Der Kerosinpreis hat sich innerhalb weniger Tage verdoppelt, was kurzfristige Anpassungen notwendig macht. SAS hatte bereits zuvor Tickets verteuert, kann den Kostenanstieg jedoch nicht vollständig kompensieren.

Air France und KLM erhöhen Ticketpreise

Auch Air France und KLM müssen auf die stark gestiegenen Treibstoffkosten mit höheren Ticketpreisen reagieren. Für Hin- und Rückflüge in der Economy Class wird ein Zuschlag von 50 Euro erhoben. Betroffen sind alle Verbindungen mit einer Flugdauer von mehr als sechs Stunden. Hintergrund ist der deutliche Anstieg der Kerosinpreise, die sich im Zuge des Nahostkonflikts innerhalb eines Monats um mehr als 70 Prozent verteuert haben. Flüge der Low-Cost-Tochter Transavia sind bislang von der Maßnahme ausgenommen.

Bis zu 40 Prozent Rabatt beim Kauf von Avios

Finnair lockt aktuell mit einer Promotion für den Kauf von Avios. Mitglieder können bis zum 30. März 2026 zusätzliche Prämienmeilen mit einem Rabatt von bis zu 40 Prozent erwerben. Die Höhe des Nachlasses richtet sich nach der gekauften Menge: Ab 5.000 Avios gibt es 25 Prozent Rabatt, ab 85.000 Avios werden sogar 40 Prozent gewährt. Die gekauften Punkte werden innerhalb weniger Tage dem Konto gutgeschrieben. Zusätzlich besteht weiterhin die Möglichkeit, Avios zu übertragen oder sogar in Statuspunkte umzuwandeln.

Das ☕ Frankfurtflyer Coffeebreak Titelbild stammt diese Woche aus folgendem Beitrag:

Review: SWISS Business Class Mittelstrecke im Airbus A320neo

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.