Dem Flughafen Bremen (BRE) geht es an den Kragen. Lufthansa streicht seine Verbindung vom Flughafen der Hansestadt zum Drehkreuz Frankfurt (FRA). Die Verbindung zwischen Bremen und München (MUC) bleibt jedoch erhalten, wie auch die Flüge der Schwester-Airlines Austrian und SWISS nach Wien (VIE) bzw. Zürich (ZRH).
✈️ Lufthansa stellt die Verbindung zwischen Bremen und Frankfurt ab Juli 2026 komplett ein.
🇩🇪 Bremen bleibt über München weiterhin an das Lufthansa-Drehkreuz angebunden.
🇦🇹 Austrian erhöht die Frequenz zwischen Wien und Bremen auf vier wöchentliche Flüge.
Dass Lufthansa den Flughafen Hans Koschnick auf der Landesgrenze zwischen Bremen und Niedersachsen von einem seiner Drehkreuze abschneidet, war eine sichere Bank. Niemand hätte mit dieser Wette reich werden können. Gerade zuletzt, nachdem die Lufthansa Group den Betrieb von CityLine von heute auf morgen einstellte, war das nur noch eine Frage der Zeit. Der Mangel an Flugzeugen im Zubringernetz ließ es jetzt ganz schnell gehen. Ab dem 1. Juli 2026 wird es keine Flüge mehr von Frankfurt nach Bremen geben.
Wirtschaftlich nicht tragfähige Verbindung
Eine Pressemitteilung zur Einstellung des Flugbetriebes auf der Strecke Frankfurt – Bremen gibt es zwar seitens Lufthansa (noch) nicht, der Bremer Airport hat den Streckenwegfall jedoch bereits offiziell kommuniziert. Grund sei eine fehlende wirtschaftliche Basis für Flüge zu beiden Drehkreuzen der Lufthansa. Konkret nennt das Unternehmen gestiegene Kosten und veränderte Rahmenbedingungen.
Lufthansa bleibt dem Flughafen Bremen jedoch erhalten. Die Airline fliegt weiterhin täglich mehrmals nach München (MUC) und bindet die Hansestadt so an das Langstreckennetz und alle anderen europäischen Destinationen an.
Austrian landet öfter in Bremen
Auch SWISS und Austrian fliegen weiterhin regelmäßig von den Drehkreuzen Zürich und Wien nach Bremen. Zwar nicht in täglicher Frequenz, aber zumindest so erfolgreich, dass Austrian die Anzahl der Flüge jetzt sogar erhöht. Statt nur drei wöchentlicher Flüge bietet die österreichische Lufthansa-Tochter ab sofort vier Flüge wöchentlich an. Wien ist damit montags, mittwochs, donnerstags und sonntags ab Bremen direkt erreichbar.
Flughafen Bremen verliert Lufthansa-Verbindung nach Frankfurt | Frankfurtflyer Kommentar
Nachdem die Lufthansa Group kurzfristig ihren Kunden den Mittelfinger gezeigt hat, als CityLine eingestellt wurde und damit zahlreiche Zubringer ausfielen, sind nun die Partner im Bereich Flughafen an der Reihe. Natürlich wird die Nachricht positiv verkauft, dass Bremen weiterhin ans Langstreckennetz der Lufthansa angebunden ist. Aber sind wir mal ehrlich: Nicht alle Ziele werden von den Drehkreuzen Frankfurt und München gleichermaßen angeflogen.
Aber der Zug ist auch nicht ganz neu für Lufthansa. So wurde der Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) vor gar nicht so langer Zeit ebenfalls vom Netz in Frankfurt abgekoppelt. Flüge nach Paderborn wurden gar ganz eingestellt und werden nun durch lokale Unternehmer in Eigenregie aufrechterhalten.
Man könnte gar den Eindruck gewinnen, dass sich Lufthansa das Paderborner Modell gut auch für weitere Standorte vorstellen könnte, um das lästige Zubringergeschäft nicht mehr selbst betreiben zu müssen.
Was haltet ihr davon, dass Lufthansa sich immer mehr von den „Provinz-Flughäfen“ zurückzieht?
Quelle: butenunbinnen.de und Bremen Airport
Moin Sebastian, für Dich eine sichere Bank? Für mich kommt das schon überraschend. Die Lufthansa wollte eigentlich keine weiteren innerdeutschen Verbindungen aufgeben. Man könnte ja die Frequenz halbieren, anstatt Frankfurt überhaupt nicht mehr zu bedienen. Im Jubiläumsjahr der Lufthansa wird uns einiges zugemutet.
Ja, ich hätte da wirklich Geld drauf gewettet. Der Trend geht dahin, dass es für die „kleineren“ Flughäfen halt nur noch eins der beiden LH Drehkreuze gibt.
Warum nicht aufteilen der Kapazitäten auf beide Drehkreuze, weiss ich nicht. Ich vermute aber, dass es so halt einfacher ist.
Ich habe noch einen Funken Hoffnung, dass die neue LH-Tochter City Airlines die Strecke bedienen wird/darf. Andernfalls ist es wirklich sehr bitter, insbesondere für Pendler zwischen BRE und FRA, denn ein Umstieg über MUC oder gar die Bahn ist ein schlechte Alternative.
Persönlich bin ich zwar nur einige Male die Verbindung BRE-FRA geflogen, aber hatte hier niemals den Eindruck gehabt „alleine im Flugzeug“ zu sitzen, sondern fand die Auslastung immer recht hoch. Grundsätzlich haben sich sicherlich die allgemeinen Rahmenbedingungen – gerade in den letzten Monaten – noch einmal spürbar verändert, weshalb – für sich betrachtet – die Stecke evtl. tatsächlich kein Ertragsbringer ist.
Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob die LH-Entscheidung strategisch so sinnvoll ist. Nach der Schließung der eigenen LH-Lounge dürfte die jetzige Streichung der Flüge nach FRA für manche Reisende doch evtl. eher bspw. über AMS (via KLM-Zubringer) oder über DUS (mit dem Zug) an Bedeutung gewinnen. Ohne eine ausreichende Anzahl an Zubringern könnten irgendwann auch für das LH-Drehkreuz FRA die Paxe fehlen.