Neue Basis in Israel? Emirates könnte bald Flüge abseits von Dubai anbieten

Der A6-EXA auf dem Vorfeld am Flughafen Dubai (DXB). Foto: Emirates

Das israelische Verkehrsministerium führt derzeit Gespräche mit Emirates, die Regierung könnte den Golfcarrier damit beauftragen, Flüge ab Tel Aviv aufzunehmen. Dabei geht es aber nicht um Routen zu deren Heimatflughafen Dubai, sondern um Direktverbindungen in die USA oder nach Asien. Emirates würde in dem Fall eine kleine Basis abseits von Dubai aufbauen, solche Flüge der siebten Freiheit wären ein Novum.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Israel verhandelt mit Emirates über Direktflüge ab Tel Aviv ohne Zwischenstopp in Dubai.
🌍 In Frage kommen Verbindungen nach New York oder Bangkok.
🏨 Emirates könnte dafür erstmals eine kleine Basis außerhalb Dubais in Israel aufbauen.

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Israel bemüht sich offenbar um eine Rückkehr von Emirates nach Tel Aviv. Die Golfairline hatte vor dem Angriff der Hamas im Oktober 2023 ein umfangreiches Angebot zwischen Dubai und Israel aufgebaut, die Flüge aber seitdem eingestellt. Nun geht die Regierung offenbar einen ungewöhnlichen Schritt weiter und bietet Emirates ein ganz anderes Angebot an.

Emirates könnte Direktflüge ab Tel Aviv aufnehmen

Konkret soll Emirates künftig Direktflüge zwischen Tel Aviv und New York oder auch Bangkok durchführen dürfen. Die Flüge müssten dabei nicht mit Dubai verbunden sein, wie es sonst bei den Fifth-Freedom-Flights der Fall ist. Die Fluggesellschaft hat mehrere solcher Strecken im Netz, darunter die Flüge von Mailand bzw. Athen nach New York, Barcelona nach Mexiko-Stadt oder von Bangkok nach Hong Kong. Bei den Routen handelt es sich aber bislang immer um „Verlängerungen“ der Reisen ab Dubai.

So sieht die neue Business Class für die Boeing 777 von Emriates aus. Foto: Emirates

Emirates könnte demnächst also neue Wege gehen und Flugzeuge samt Crews dauerhaft in Israel stationieren, um eigenständig zwischen Israel und den jeweiligen Zielmärkten operieren zu können. In der Luftfahrt spricht man hierbei von sogenannten Verkehrsrechten der siebten Freiheit. Diese erlauben einer Fluggesellschaft, Passagiere zwischen zwei fremden Staaten zu transportieren, ohne dass die Verbindung das Heimatland der Airline berührt. Solche Konstruktionen sind äußerst selten und häufig politisch sensibel bzw. nicht gewollt.

Hintergrund der Gespräche dürfte auch die derzeit angespannte Situation am Flughafen Ben Gurion sein. Viele internationale Airlines haben ihre Verbindungen nach Israel reduziert oder komplett eingestellt. Auf den Strecken in die USA herrscht dadurch ein eingeschränktes Angebot, was zu hohen Ticketpreisen geführt hat. Teilweise dominieren El Al und Arkia den Markt alleine.

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Von Flügen der siebten Freiheit habe ich bis heute noch nie bewusst gehört. Solche könnte es aber demnächst geben, wenn Emirates auf das Angebot von Israel eingeht. Bis daraus Realität wird, dürften allerdings noch zahlreiche Hürden überwunden werden müssen. Israel müsste diverse Regularien anpassen, von El Al und anderen Instanzen könnte es massiven Widerstand geben.

Auch geopolitisch bleibt die Lage schwierig. Emirates müsste Flugzeuge und Crews dauerhaft in einer Region stationieren, die weiterhin als sicherheitspolitisch angespannt gilt. Für Emirates könnte sich das Geschäft aber lohnen, die genannten Verbindungen gelten als wirtschaftlich äußerst attraktiv. Medienberichten zufolge reisen mehr als 400.000 Israelis jährlich nach Thailand, die Nachfrage scheint nicht nur saisonal hoch zu sein.

Sollte Emirates wirklich solche Flüge aufnehmen und eine Basis in Israel aufbauen, wäre dies eines der ungewöhnlichsten und spannendsten Luftfahrtprojekte der letzten Jahre.

Danke: Mako via OMAAT

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