Urlaubszeit – schönste Zeit. Ich habe mit meiner Familie einen zweieinhalb wöchigen Urlaub auf Mauritius (Constance Prince Maurice) verbracht. Es bedarf keiner Erklärung, dass das traumhaft war. Ich möchte Euch gerne an meiner Rückreise teilhaben lassen – die ähnlich gut und komfortsabel verlief wie die Hinreise.
Buchung
Wir sind mit Turkish Airlines über Istanbul zurück nach München geflogen. Das Ticket MUC-IST-MRU-IST-MUC gab es für knappe 2500 Euro (gebucht Ende Dezember, Reisezeitraum Ende April / Anfang Mai). Dafür gibt es zwar keine Qualifying Points bei Miles&More, dafür aber knappe 8000 Meilen und 240 Points pro Strecke. Die Papierform kann sich also sehen lassen.
Nachdem wir in den letzten Jahren auf dieser Strecke immer mit der alten A330 von Turkish Airlines geflogen sind (2-2-2 Konfiguration), hat es mich umso mehr gefreut, dass ab diesem Jahr auf der Strecke IST-MRU-IST der A350 eingesetzt wird; hier speziell die neue Business Class Konfiguration der Airline (nicht die Aeroflot Bestuhlung).
Fazit
Für 2500 Euro gibt es die volle Packung Business Class. Lounge Zugang, Flat-Bed, tollen Service und sogar einen Private Room mit Bett beim Transit. Es gab insgesamt wenig Kritikpunkte. Wir hatten Glück mit der Crew, die sehr nett und motiviert war. Insgesamt eine sehr gute Reise-Experience für einen aus meiner Sicht unschlagbaren Preis. Bedenkt man, dass die Konkurrenz auf der Strecke (Austrian, Discover, Condor, Edelweiß, Air Mauritius, British Airways) Preise nördlich von 3500 Euro und mehr aufruft und bei der Qualität teilweise zu wünschen lassen war das hier ein absoluter Preis-Leistungshit.
Am Flughafen – Check In
Der schwierigste Ground Handling auf Mauritius ist es vermutlich, den Namen des Flughafens richtig auszusprechen: „Sir Seewoosagur Ramgoolam International Airport“ ist ein Zungenbrecher.
Der Rest ist easy. Am Abend ist nicht viel los am MRU. Turkish Airlines bietet seinen Business Class Passagieren und Star Alliance Gold Kunden eine eigene Check-In Schlange. Vor uns war niemand, sodass der Check-In in ein paar Minuten erledigt war. Hier ist es egal, ob man vorher online eingecheckt hat oder nicht. Wir hatten neben unseren Koffern (die um die 30 kg wogen und kein Problem waren) noch ein Golfbag. Das ist Sperrgepäck und man muss es nach dem Labeling ans andere Ende der kleinen Halle bringen. Kein Problem.
Weiter ging es in die nächste Priority Lane. Nachdem man seine Bordkarte gescannt hat, kommt man zur Passkontrolle. Anders als bei der Eco-Schlange war hier auch wieder nichts los. Keine Wartezeit. Eine Automatiktür dahinter kommt die Sicherheitskontrolle. Die ist etwas antiquiert. Alle Laptops, iPads und Liquids müssen raus – aber das kennt man ja noch.
Nach einem Abstecher in die Maingard Lounge, ging es zum Flugzeug.
Im Flieger – Die Kabine
Hier kommt aus meiner Sicht das erste Highlight. Die Kabine im A350 mit ihrem dunkelgrauen Look ist genau mein Ding. Modern, elegant, schlicht – das Raumgefühl ist sehr angenehm, lounge-artig, ruhig.
Die Business Class Kabine hat 8 Reihen in einer 1-2-1 Konfiguration (32 Sitze).
An den Fenstern liegen in den ungeraden Reihen die Sitze näher am Gang, die geraden Nummern haben die Ablage am Gang, man sitzt nahe am Fenster mit deutlich mehr Privatsphäre. Ich hatte 4 K. Ein prima Platz, weil man weder mit den Geräuschen der Toilette noch das Bordküche zu tun hat. In der A350 gibt es übrigens keine „Arbeitstheke“ für die Crew mehr im vorderen Teil der Kabine (wie im A330). Das bringt viel mehr Ruhe.
In der Mitte gibt es auf den ungeraden Reihen die „Pärchen-Sitze“, ideal für gemeinsam Reisende oder wenn man schnell an mitreisende Kinder kommen möchte. Die Sitze lassen sich durch eine heraus-fahrbare Blende auch vollständig trennen. Die geraden Reihen haben die Ablage in der Mitte und man sitzt recht weit von seinem Sitznachbarn entfernt (dafür aber auch näher am Gang).
Die Bordtoilette ist ebenfalls dunkel gehalten (was gerade im letzten Teil des Fluges noch ein besseres Gefühl vermittelt als das klassische cremeweiß – ihr wisst was ich meine). Schön bei Turkish Airlines ist die Handseife und Handcreme von Molton Brown, das Eau de Toilette sowie die nette Blumendeko.

Sitz und Entertainment
Der Sitz selbst bietet viel Platz. Ich bin 1,85 m groß und hatte weder sitzend noch liegend Platzpropleme. Die Armlehnen lassen sich komplett versenken, sodass man im Liegen auch in der Breite Platz hat. Unter dem Fach für die Beine befindet sich ein Ablagefach für Schuhe oder kleine Gepäckstücke. Neben dem Sitz hat der Gast eine Abstellfläche (für Handy und Getränke) und ein verschließbares Fach für Wertsachen mit einer Steckdose (Schuko und USB A). Eigentlich alles was man braucht. Auf der rechten Seite gibts noch eine Leselampe, die man auf seine Sitzposition anpassen kann. Wer sich auch während des Fluges gerne anschauen möchte, einen Spiegel gibt es auch.
Die Seat-Control ist eher spartanisch. Neben den Knöpfen für Sitzposition und Beleuchtung gibt es noch den Service Knopf. Verglichen zu anderen Produkten, die wie die LH Allegris auch die Auswahl der Sitzhärte und Sitzheizung / Sitzkühlung bieten, ein kleiner Nachteil. Da der Sitz aber von Haus aus eine angenehme Härte hat, war das für mich voll ok.
Signalisiert man der Crew, dass man sich schlafen legen möchte, wir das Bett gemacht. Man bekommt eine dickere Decke und der Sitz wird mit einer Auflage noch etwas gemütlicher. Auf dem Sitz schläft man hervorragend. Durch die Form der Sitzschale hat man im oberen Teil des Körpers viel Platz. Ideal für mich, da ich häufig mit dem Kopf auf meinem Arm schlafe.

Der Tisch befindet sich unter dem großen Bildschirm und kann halb oder ganz ausgeklappt genutzt werden. Ist der Tisch ausgeklappt, kann man den Sitzplatz nicht mehr verlassen ohne den Tisch wieder einzuklappen, was während des Essens nicht ganz optimal ist.
Der Bildschirm lässt sich sowohl über die Touch-Funktion steuern als auch über die Remote-Control, die sich links im Sitz befindet. Das Angebot an Filmen, Serien, Podcasts, Live-Fernsehen und Fluginformationen ist üppig. Da es ein Nachtflug war, habe ich keinen Film geschaut, sondern lieber geschlafen.
Am Sitz findet man ein Kissen und eine dünne Tagesdecke. Darüber hinaus gibt es bequeme Hausschuhe und einen Noise-Cancelling Kopfhöhrer von Denon (der wenig aufregend ist aber seinen Dienst tut). Es gibt ein Amenity Kit von Lanvin. Der Inhalt ist sparsam: Zahnbürse mit Zahnpasta, Socken, Ohrstöpsel, Schlafmaske, Gesichtscreme, Lippenbalsam.
Der Service
Das Servicekonzept bei Turkish Airlines ist super. Besonders hervorzuheben ist, dass die Mahlzeiten „on demand“ geordert werden können. Das heißt, man ist komplett Herr seiner Zeit. Auf dem Hinflug (2.15 Uhr) habe ich mich z.B. sofort hingelegt und habe mein Abendessen kurz vor der Landung gegessen.
Auf dem Flug von Mauritius nach Istanbul (20.15 Uhr) gab es ein Abendessen und ein Frühstück kurz vor der Landung (4.30 Uhr). Ich habe hier das Abendessen genossen und dann bis kurz vor Touch-Down geschlafen. Das Frühstück fiel daher aus, nicht meine Tageszeit. Die Flugzeiten sind nicht ideal um das ganze Programm auszunutzen. Da wir aber einen Anschlussflug hatten und ausreichend Zeit, um in die Lounge in Istanbul zu gehen, musste keiner Hunger leiden.
Am Boden gab es ein Begrüßungsgetränk. Zur Wahl standen Champagner (immer gut), hausgemachte Limonade (sehr süß) oder Wasser.
Noch vor dem Start wurden die Menükarten ausgeteilt und die Wünsche der Passagiere abgefragt. Die Auswahl ist ausreichend. Es findet jeder was. Für Kinder konnte man ein Kinderessen vorbestellen.
Nach dem Start gab es ein heißes Tuch, anschließend einen Aperitif. Ich wurde sehr nett zur Weinauswahl beraten. Da wir uns zwischen zwei Weinen nicht einig wurden, habe ich kurzerhand beide genommen. Dazu gab es warme Nüsse.
Zum Abendessen gab es vier verschiedene Gänge. Besonders schön, finde ich das kleine Windlicht, die kleinen (magnetischen) Türmchen für Salz und Pfeffer und das Türkische Old Bread.

Als Erstes wurde ein Gruß aus der Küche serviert, drei Kleinigkeiten – eine Teigtasche, ein Bruscetta und ein Garnelenspieß.
Weiter ging’s mit Leckereien vom Trolley. Bei Turkish Airlines auf der Langstrecke fliegt ein Koch mit, der einem erklärt, was es alles gibt. Man kann sich so viel nehmen wie man möchte, einmal quer von Orient bis Oxident. Bei mir gab es rote Beete mit Ziegenkäse, eine Fischpraline, ein Stückchen Huhn, Grillgemüse und Humus mit dem besagten Old Bread.
Zum Hauptgang habe ich mich für Garnelen mit Reis und Bohnen entschieden. Schmeckte besser als es aussah.

Zum Abschluss gab es noch Käse. Wie schon gesagt, das Frühstück habe ich verschlafen.
Am Flughafen Istanbul – Transit
Die Parkposition war F18, sodass wir zur Sicherheitskontrolle ein Stück laufen mussten. In Istanbul müssen Transitpassagiere nochmals durch einen Security Check, um in den Abflugbereich zu gelangen. Wer mit kleinen Kindern reist – hier gibt es, anders als für Business Class und Status Passagiere, eine Fast Lane. Dort stand niemand und die Sache war schnell erledigt.
Unser Anschlussflug ging erst in knappen 5 h. Wir haben dann in der Business Lounge (nur für Business Class Gäste) die Verfügbarkeit der Private Rooms abgefragt. In der Miles and Smiles Lounge (Star Alliance Gold), gab es noch zwei Private Rooms. Das ist wie ein kleines abgeschlossenes Hotelzimmer mit einem Einzelbett, aber ohne eigene Toilette / Dusche. Das kann man aber direkt gegenüber erledigen, wenn man sich eine Zeit zum Duschen reserviert. So konnten wir noch ein bisschen Schlaf nachholen und dann zu unserem Anschlussflug nach München gehen.

Die 2.30 Stunden sind wir in der A321 neo mit der neuen 2-2 Bestuhlung geflogen. Ebenfalls sehr angenehm für einen kurzen Flug.

Turkish Airlines Business Class von Mauritius (MRU) nach Istanbul (IST) | Frankfurtflyer Kommentar
Besser kann es doch nicht sein. Nach einem erholsamen Urlaub auf Mauritius ging es für unseren Gastautor samt Familie relativ entspannt zurück nach Hause. Wie war Euer Eindruck des Fluges?



























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