Obwohl die Lufthansa Group einen großen Teil ihres Treibstoffbedarfs preislich abgesichert hat, spürt der Konzern die gestiegenen Preise für Kerosin. Hinzu kommen hohe Standortkosten in Deutschland sowie steigende Ausgaben für diverse Abgaben und das Personal. Die Konzernairlines haben deshalb ihre Flugpläne angepasst, Frequenzen reduziert und einzelne Strecken ganz eingestellt. Ein weiterer Grund ist die vorzeitige Schließung der Regionaltochter CityLine, die zahlreiche europäische Verbindungen mit Regionaljets bediente. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass alleine bei der Mainline schon 23 internationale Strecken aus dem Netz verschwunden sind.
✈️ Lufthansa streicht insgesamt 23 internationale Strecken aus dem eigenen Mainline-Netz.
🏙️ Frankfurt verliert elf, München zwölf internationale Verbindungen im Lufthansa-Flugplan.
🔄 Zahlreiche Strecken bleiben über Discover, City Airlines oder andere Partner erreichbar.
Elf internationale Strecken ab Frankfurt eingestellt
Die Analyse basiert auf den Flugplandaten von Cirium, die Simple Flying ausgewertet hat. Im Detail geht es um Flüge zwischen Januar 2025 und Mai 2026 sowie um die derzeit geplanten Verbindungen ab Juni 2026. Demnach hat Lufthansa an ihrem größten Drehkreuz Frankfurt insgesamt elf internationale Strecken aus dem eigenen Programm genommen.
Betroffen sind die Ziele Bordeaux (BOD), Bydgoszcz (BZG), Glasgow (GLA), Katowice (KTW), Larnaca (LCA), Minneapolis (MSP), Newcastle (NCL), Rzeszów (RZE), Stavanger (SVG), Skopje (SKP) und Toulouse (TLS).
Einige dieser Verbindungen wurden schon vor Monaten eingestellt, andere verschwinden erst im laufenden Sommerflugplan. Mit den Anpassungen gehen aber nicht alle Ziele vollständig verloren. Einige Strecken wie die nach Larnaca oder Minneapolis wurden an Discover Airlines übergeben.
Auch München verliert zahlreiche Verbindungen
Am zweiten Lufthansa-Drehkreuz München wurden sogar zwölf internationale Strecken aus dem eigenen Flugplan genommen. Dazu gehören Ancona (AOI), Asturien (OVD), Billund (BLL), Danzig (GDN), Larnaca (LCA), Oulu (OUL), Posen (POZ), Rzeszów (RZE), Sibiu (SBZ), Tallinn (TLL), Timisoara (TSR) und Wien (VIE).
Auch hier zeigt sich, dass die reine Zahl der Streichungen nur einen Teil der Entwicklung widerspiegelt. Die Verbindung nach Ancona wird weiterhin angeboten, allerdings ausschließlich durch Air Dolomiti. Die Strecke nach Timisoara wird mittlerweile komplett von City Airlines bedient. Die Flüge nach Wien verbleiben innerhalb der Star Alliance und werden ausschließlich von Austrian Airlines durchgeführt. Tallinn wird weiterhin durch den Partner airBaltic angebunden.
Dennoch verschwinden mehrere Ziele komplett aus dem Lufthansa-Netz. Der Rückzug betrifft insbesondere die Anbindung kleinerer Flughäfen.

CityLine-Aus beschleunigt den Umbau
Die Auswertung zeigt, dass 13 der insgesamt 23 betroffenen Strecken zuvor ganz oder teilweise von Lufthansa CityLine durchgeführt wurden. Das Ende der Regionaltochter war zwar besiegelt, die Abwicklung kam aber schneller als ursprünglich erwartet. Alleine dadurch sind Lücken entstanden, die nicht vollständig geschlossen werden können.
Während einige Strecken auf andere Konzern-Airlines wie City Airlines oder Discover übertragen wurden, erwiesen sich andere Verbindungen offenbar als wirtschaftlich nicht attraktiv genug, um sie mit größeren Flugzeugen weiterzuführen. Die Konkurrenz freut es: Bei Air France und KLM verzeichnet man bereits eine erhöhte Nachfrage auf einigen der betroffenen Routen.
Über 20 internationale Strecken gestrichen: Lufthansa baut ihr Streckennetz um | Frankfurtflyer Kommentar
Die Zahl von 23 gestrichenen internationalen Strecken klingt zunächst dramatisch. Tatsächlich handelt es sich jedoch weniger um einen Kahlschlag als um einen umfassenden Umbau des Streckennetzes. Mehrere Verbindungen wurden innerhalb des Konzerns oder an Partner übertragen und bleiben für die Kundinnen und Kunden weiterhin buchbar.
Dennoch bleiben gerade im europäischen Netz viele Lücken. Die günstigeren Töchter wie City Airlines und Discover haben einige Strecken übernommen, die jungen Airlines nutzen für die Kurzstrecken aber ausschließlich Maschinen der Airbus-A320-Familie, die gerade für Regionalstrecken zu groß sind.
Als Hauptgrund nennt Lufthansa gebetsmühlenartig die hohen Standortkosten. Andere Argumente darf man aber nicht außer Acht lassen, das vorzeitige Ende der CityLine ist schließlich eine eigene Entscheidung. Damit hat man zwar ein deutliches Signal in Richtung Gewerkschaften gesendet, man überlässt aber auch der Konkurrenz das Feld. Zahlreiche Flugzeuge stehen nun ungenutzt auf den Parkpositionen, Hunderte ausgebildete Fachkräfte haben keine Beschäftigung.


Nicht jammern: Die augebildeten Fachkräfte können sich jetzt ja bei der Gewerkschaft bedanken.
Das hat man schlussendlich davon, von der blöden Streikerei.
Zu glauben, dass Streiks der Grund waren, ist das was das LH Management gerne glauben lassen will. Diese Maßnahmen waren schon lange geplant und nun konnten sie beschleunigt umgesetzt werden. Das zeigt einmal mehr, welchen Stellenwert die eigenen Mitarbeiter für das LH Management haben.