United Airlines hat nun auch eine Europa Business Class um Flugbegleiter zu sparen

Wer mit US-Airlines unterwegs ist, der bekommt vielleicht nicht immer den dekadentesten Service in den Premium-Klassen, aber man darf sich sicher sein, dass, wenn irgendetwas das Label Business oder First Class bekommt, dann bekommt man auch einen besseren Sitz als in der Economy Class, anders als in der Europa Business Class von Lufthansa, Air France und Co., wo man für den vielfachen Ticketpreis weiterhin auf einem Economy-Class-Sitz, aber mit geblocktem Mittelsitz bekommt.

Das Wichtigste auf einen Blick:

💺 United Airlines blockiert zwei Economy-Sitze im Airbus A321XLR dauerhaft.
👨‍✈️ Hintergrund ist die Einsparung eines zusätzlichen Flugbegleiters.
✈️ Die Maßnahme betrifft die neue Langstreckenflotte des Airbus A321XLR.

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Genau diese Europa Business Class Sitze werden nun bei United Airlines aber auch auf ihrem neuen Airbus A321XLR installiert, welcher sogar noch für Langstrecken nach Europa und Südamerika konzipiert ist. Allerdings wird United Airlines diese eine Reihe der „Europa Business Class“ nicht als Premium-Kabine verkaufen, sondern als Teil der Economy Class, und der Grund für diese Sitze ist recht einfach, denn man will hier einen Flugbegleiter einsparen und nicht etwa den Komfort der Passagiere erhöhen, um einen exorbitanten Aufpreis zu rechtfertigen.

United Airlines plant für den Airbus A321XLR eine ohnehin recht premiumlastige Kabine. So wird man hier 20 Business Class Suiten in den ersten 12 Reihen verbauen, welche über Türen verfügen. Dahinter befinden sich noch 12 Premium Economy Class Sitze und 118 Economy Class Sitze, wie eine kürzlich veröffentlichte Seat Map von dem Branchen-Insider JonNYC zeigt.

Auf der Seat Map ist grundsätzlich zu erkennen, dass man eigentlich 152 Sitze in dem Flugzeug geplant hat, aber die erste Reihe nach der Exit Row wird auf den Mittelsitzen in der Economy Class jeweils einen „Hard Block“ erhalten, wie man es z.B. aus dem Airbus A321 von Lufthansa in der Business Class auf einigen Sitzen kennt.

Lufthansa Business Class Kurzstrecke

Durch die Installation dieses Tisches auf dem Mittelsitz wird dieser Sitz „eliminiert“, ist also durch einen Passagier nicht mehr nutzbar. Damit sinkt die maximale Passagierkapazität auf 150 Passagiere. Dies ist in der Luftfahrt eine magische Zahl, denn man benötigt pro 50 Sitze mindestens 1 Flugbegleiter an Bord als Minimum Crew.

Im Falle des Airbus A321XLR wären dies eigentlich drei Flugbegleiter, allerdings verlangt die FAA als Auflage für die Business Class Suiten mit den Türen im Falle von United Airlines einen weiteren Flugbegleiter an Bord, zusätzlich zur eigentlichen Minimum Crew. Mit 150 Sitzen kann United Airlines den Airbus A321XLR also mit vier Flugbegleitern betreiben, und mit 152 Sitzen würde die FAA einen fünften Flugbegleiter als Minimum Crew verlangen.

Der zusätzliche Flugbegleiter wird wohl aufgrund der Türen in der Business Class als nötig angesehen, um bei einer Evakuierung schneller zu sein.

Es scheint so zu sein, als habe United Airlines immer mit vier Flugbegleitern für den Airbus A321XLR geplant, denn man braucht wohl 2 Flugbegleiter in der Business Class und weitere zwei in der Premium Economy und Economy Class, um den Service wie geplant durchzuführen, weshalb die einst geplanten 152 Sitze für United absolut akzeptabel waren.

Die Auflage für den zusätzlichen Flugbegleiter sei wohl etwas ungeplant gekommen und sorgt nun dafür, dass man die Kapazität um zwei Sitze reduzieren musste, denn natürlich können zwei Economy-Class-Passagiere nicht das Gehalt von einem vollen Flugbegleiter rechtfertigen.

United Airlines hat nun auch eine Europa Business Class, um Flugbegleiter zu sparen | Frankfurtflyer Kommentar

Gerade wenn US-Amerikaner einen Anschlussflug in Europa haben, hört man hier doch immer wieder Beschwerden über die Business Class in Europa, welche sicherlich nicht dem entspricht, was man in den USA kennt. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass man hier ein vergleichbares Produkt jemals auf den Markt bringt, wobei ich mir dies auch in Asien nicht hätte vorstellen können, und die Thai-Airways-Tochter Smile hatte genau solch ein Angebot aufgelegt.

Dass man nun bei United Airlines genau eine Reihe einer Europa Business Class bekommt, mag erst einmal kurios klingen, ist aber eher eine Notlösung als die Einführung eines neuen Bordproduktes, als eine Sparmaßnahme, denn man versucht wohl noch nicht einmal, dies als ein besonderes Feature des Airbus A321XLR zu verkaufen, wie es vermutlich Lufthansa tun würde.

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