Keine Zulassung: Bei KLM bleibt die Business Class im neuen Airbus A350 leer

Foto: KLM

Bei KLM läutet man in Kürze eine neue Ära bei der Langstreckenflotte ein. In diesem Sommer wird der erste Airbus A350-900 ausgeliefert. Der Jet wurde gerade getauft und soll im September in den Liniendienst treten. Die Fluggesellschaft aus den Niederlanden muss aber mit einem dicken Wermutstropfen klarkommen: Die Sitze der Business Class sind noch nicht abschließend zugelassen und müssen daher zunächst leer bleiben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Erster Airbus A350 für KLM wird noch in diesem Sommer ausgeliefert
💺 Die Business Class Sitze verfügen noch nicht über die notwendige Zulassung und bleiben zunächst leer
⚠️ Auch andere Airlines kämpfen mit Verzögerungen bei der Zertifizierung moderner Produkte

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Der erste Airbus A350 von KLM trägt die Registrierung PH-ZNA und wird auf den Namen „The Night Watch“ getauft. Damit führt die Airline ein neues Namenskonzept ein. Künftige Airbus-A350-Flugzeuge sollen nach berühmten niederländischen Kunstwerken benannt werden. Die „Nachtwache“ von Rembrandt zählt zu den bekanntesten Gemälden des Landes und hängt im Rijksmuseum in Amsterdam.

Für KLM ist die Einführung des Airbus A350 ein wichtiger Meilenstein. Die Flugzeuge sind deutlich effizienter und leiser als die älteren Langstreckenjets, die sie ersetzen sollen. Air France-KLM hat zunächst 50 Maschinen bestellt, darunter sind auch einige größere Airbus A350-1000. Der Konzern hat sich auch die Option gesichert, die Order um weitere Jets aufzustocken.

Business Class darf vorerst nicht verkauft werden

Überschattet wird die Einführung allerdings von Problemen bei der Zulassung der neuen Business-Class-Sitze. Nach Angaben von KLM haben die Luftfahrtbehörden bestimmte regulatorische Anforderungen neu ausgelegt. Dadurch konnte die Zertifizierung der Sitze bislang nicht abgeschlossen werden.

Betroffen sind laut Pressemeldung zunächst die ersten beiden Airbus A350. Die Flugzeuge verfügen eigentlich über 331 Sitzplätze, davon 34 in der World Business Class, 26 in der Premium Comfort Class und 271 in der Economy Class. Während Premium Economy und Economy regulär verkauft werden können, bleiben die Business-Class-Sitze vorerst ungenutzt.

Der Sitzhersteller arbeitet gemeinsam mit den Behörden an einer Lösung. Wann die Freigabe erfolgt, ist derzeit jedoch offen. Der erste Linienflug ist weiterhin für September vorgesehen, Toronto soll die Premierenstrecke werden.

Zertifizierungsprobleme werden für Airlines zunehmend zum Ärgernis

Mit dem Problem müssen derzeit auch andere Fluggesellschaften kämpfen. Neben Lufthansa und Iberia waren bzw. sind derzeit auch Delta Air Lines betroffen. Die US-Airline wartet seit langer Zeit auf die Zulassung neuer Business-Class-Suiten für einen Teil der Airbus-A321neo-Flotte. Die Verzögerungen sind mittlerweile so gravierend, dass Delta alternative Sitzmodelle prüft, um weitere Verspätungen bei der Flotteneinführung zu vermeiden.

Die Ursache liegt häufig in den immer komplexeren Premiumsitzen. Moderne Business-Class-Produkte verfügen über Schiebetüren, aufwendige Verkleidungen, drahtlose Ladesysteme, große Monitore und zahlreiche bewegliche Komponenten. Jede dieser Funktionen muss umfangreiche Sicherheits- und Belastungstests bestehen. Schon kleine Änderungen an Vorschriften oder deren Auslegung können die Zertifizierung um Monate verzögern.

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Keine Zulassung: Bei KLM bleibt die Business Class im neuen Airbus A350 leer | Frankfurtflyer Kommentar

Für KLM ist die Situation zwar ärgerlich, die Einführung des Airbus A350 wird dadurch aber nicht gestoppt. Der Schaden wäre vermutlich noch größer, den Jet einfach stehen zu lassen. Außerdem können so Trainingsflüge für die Besatzungen erfolgen, die dann auf die wachsende Flotte vorbereitet werden.

Immerhin waren die Niederländer im Vergleich zur Lufthansa in Sachen Pressemeldungen und Ankündigungen im Vorfeld deutlich leiser. Die Meldung über die fehlende Zertifizierung dürfte daher auch etwas in den Hintergrund geraten.

 

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