Vor knapp vier Jahren hat die Star Alliance in Australien ein ungewöhnliches Experiment gestartet. Zusammen mit der HSBC Bank wurde eine Kreditkarte eingeführt, mit der man Punkte für mehrere Vielfliegerprogramme sammeln und sogar den Star Alliance Gold Status erreichen konnte. Damals war auch eine spätere Ausweitung auf andere Märkte denkbar. Daraus ist bislang nichts geworden, nun steht das australische Modell vor dem Aus. HSBC zieht sich aus dem Privatkundengeschäft in Australien zurück, damit verschwindet auch die Star Alliance Kreditkarte.
💳 HSBC stellt die Star Alliance Kreditkarte in Australien am 18. November 2026 ein.
✈️ Star Alliance Rewards konnten zu sieben Vielfliegerprogrammen übertragen werden.
⭐ Mit entsprechenden Kreditkartenumsätzen konnte sogar der Star Alliance Gold Status erreicht werden.
Ungewöhnliches Experiment endet
Als das neue Angebot 2022 angekündigt wurde, haben wir über die neuen Star Alliance Rewards berichtet. Das Konzept war ungewöhnlich, denn normalerweise geben einzelne Fluggesellschaften oder deren Vielfliegerprogramme Kreditkarten zusammen mit einer Bank heraus. In Australien ging man einen anderen Weg, das Luftfahrtbündnis hat mit der Hongkong & Shanghai Banking Corporation Holdings (HSBC) eine Kreditkarte entwickelt, die nicht fest an eine einzelne Fluggesellschaft gebunden war.
Mit den Kartenumsätzen wurden Star Alliance Rewards Punkte gesammelt. Diese konnten zu insgesamt sieben teilnehmenden Vielfliegerprogrammen übertragen werden. Dazu gehörten Air Canada Aeroplan, Air New Zealand Airpoints, EVA Air Infinity MileageLands, Singapore Airlines KrisFlyer, South African Airways Voyager, Thai Airways Royal Orchid Plus und United MileagePlus. Miles & More und andere große Programme der Allianz waren nicht beteiligt.

Trotzdem klang das Konzept zunächst ganz interessant, weil man sich dadurch auch nicht mehr dauerhaft an ein einziges Vielfliegerprogramm binden musste. Die gesammelten Punkte konnten allerdings nicht unbegrenzt auf einem zentralen Konto angespart werden. Die Nutzerinnen und Nutzer konnten ein Programm aussuchen, in das die gesammelten Punkte übertragen wurden, wobei man die Auswahl regelmäßig ändern konnte.
Sogar Star Alliance Gold war über die Kreditkarte möglich
Noch ungewöhnlicher war die Möglichkeit, einen Status über Kreditkartenumsätze zu erhalten. Im ersten Jahr waren dafür vergleichsweise überschaubare 4.000 Australische Dollar (weniger als 2.500 Euro) Umsatz notwendig. In den Folgejahren galten höhere Schwellen. Bei 30.000 Australischen Dollar Jahresumsatz gab es Star Alliance Silver, mit 60.000 Australischen Dollar konnte sogar Star Alliance Gold erreicht werden.
Der Status wurde dabei über eines der teilnehmenden Vielfliegerprogramme vergeben. Australien eignete sich für einen solchen Test ganz gut. Seit dem Ende von Ansett im Jahr 2001 hatte die Star Alliance keine heimische Mitgliedsfluggesellschaft mehr im Land. Die allianzweite Kreditkarte hatte dort entsprechend keine Konkurrenz durch die Kreditkarte eines lokalen Mitglieds zu befürchten.
Vier Jahre nach dem Start endet das Experiment nun zumindest in seiner bisherigen Form. Die HSBC Star Alliance Credit Card wird zum 18. November 2026 eingestellt. Der Grund dafür liegt aber nicht bei der Star Alliance oder der bisherigen Nachfrage. HSBC hat angekündigt, das Privatkundengeschäft in Australien zu schließen. Davon sind auch die Kreditkartenprodukte der Bank betroffen.
Bis einschließlich 17. November können weiterhin Star Alliance Rewards Punkte gesammelt werden, vorhandene Punkte können weiterhin zu den sieben Programmen übertragen werden. Wann diese Möglichkeit endgültig endet, soll noch bekanntgegeben werden. Bereits transferierte Meilen oder Punkte sind von der Einstellung nicht betroffen. Gleiches gilt grundsätzlich für einen bereits ausgestellten Status.
Nun stellt sich noch die Frage, ob damit auch das Rewards-Konzept beendet wird. Die Einstellung der australischen Kreditkarte bedeutet schließlich nicht unbedingt, dass die Star Alliance selbst das Interesse daran verloren hat.
Aus für Star Alliance Rewards? Kreditkarten-Experiment endet nach vier Jahren | Frankfurtflyer Kommentar
Als wir vor knapp vier Jahren erstmals über die Star Alliance Rewards geschrieben haben, klang die Sache durchaus spannend. Eine gemeinsame Punktewährung mehrerer Airlines und die Möglichkeit, den Gold-Status über Kreditkartenumsätze zu erhalten, hatten Potenzial.
Spätestens jetzt kann man sagen, dass die Bilanz ernüchternd ausfällt. Das Modell wurde nicht auf andere Länder ausgeweitet, nun verschwindet die erste Kreditkarte komplett. Fairerweise muss man aber sagen, dass dies nicht zwingend gegen das Konzept spricht. Es ist lediglich das Resultat davon, dass die Bank das Privatkundengeschäft in Australien beendet.
Vielleicht findet man ja einen neuen Partner und führt die Star Alliance Rewards fort. Es bleibt also noch etwas Hoffnung. Groß ist diese aber nicht.
Danke: LoyaltyLobby


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