Hat Lufthansa das wirklich nötig? | Senator & HON Circle Status wird weiter abgewertet

Den Senator von Miles and More gibt es jetzt auch auf Lebenszeit.

Wer beim Lufthansa-Vielfliegerprogramm Miles & More einen Status hat, ist in der Regel häufig mit dem Flugzeug unterwegs. Insbesondere diejenigen, die eine goldene Senator-Karte besitzen oder zum HON Circle gehören, lassen viel Geld bei den angeschlossenen Airlines. Im Gegenzug werden diese Fluggäste bevorzugt behandelt, wobei die Wertschätzung immer weiter abzunehmen scheint. Nun geht es in der Abwärtsspirale wieder einen Schritt nach unten. Diesmal betrifft es die Gebühren für Sitzplatzreservierungen, die künftig auch für die höchsten Statuskunden in bestimmten Tarifen anfallen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

💺 Senatoren und HON Circle Member verlieren die kostenlose Sitzplatzwahl im Economy-Light-Tarif auf Langstrecken.

📅 Die Änderung gilt für Buchungen ab dem 27. Oktober 2026.

✈️ In den übrigen Tarifen bleibt die kostenlose Sitzplatzreservierung für Statuskunden erhalten.

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Lufthansa streicht kostenlose Sitzplatzreservierung für Statuskunden im Light-Tarif

Bisher konnten Senatoren und HON Circle Member bei interkontinentalen Flügen der Lufthansa Group unabhängig vom gebuchten Economy-Tarif kostenlos einen Sitzplatz reservieren. Dazu gehörten auch bevorzugte Plätze und Sitze mit zusätzlicher Beinfreiheit, beispielsweise an den Notausgängen.

Damit ist bald Schluss. Miles&More hat damit begonnen, betroffene Statuskunden per E-Mail über eine Änderung der Tarifbedingungen zu informieren. Für Buchungen ab dem 27. Oktober 2026 entfällt die kostenlose Sitzplatzreservierung im Economy-Light-Tarif auf Langstrecken.

Wer weiterhin von diesem Statusvorteil profitieren möchte, muss mindestens den Economy-Comfort-Tarif buchen. Dieser kostet je nach Verbindung etwa 50 bis 70 Euro mehr pro Richtung. Alternativ können Reisende im günstigeren Light-Tarif bleiben und die gewünschte Sitzplatzreservierung separat bezahlen. Die Änderung betrifft sowohl Senatoren als auch HON Circle Member und gilt für die entsprechenden Flüge der Lufthansa Group. In der Mitteilung werden folgende Fluggesellschaften genannt:

  • Air Dolomiti
  • Austrian Airlines
  • Brussels Airlines
  • Discover Airlines
  • ITA Airways
  • Lufthansa
  • Lufthansa City
  • SWISS

Die Regelung bezieht sich auf interkontinentale Tarife. Etwas seltsam, dass in der Aufzählung auch Lufthansa City und Air Dolomiti auftauchen, da diese Fluggesellschaften keine Langstreckenflüge anbieten. Für bereits bestehende Buchungen soll sich nichts ändern. Auch Mitreisende auf derselben Buchung können weiterhin von der kostenlosen Sitzplatzreservierung profitieren, sofern die entsprechenden Tarifvoraussetzungen erfüllt sind.

Neue Kabinen im Airbus A320, Foto: Lufthansa

Auch in der Premium Economy und Business Class gibt es Einschränkungen

Die neue Regelung kommt nicht völlig überraschend. Bereits im März 2026 hatte Lufthansa zusätzliche Light-Tarife für die Premium Economy und Business Class eingeführt. Dort müssen Senatoren und HON Circle Member ebenfalls für eine Sitzplatzreservierung bezahlen. Dadurch gab es eine ungewöhnliche Situation: Während Statuskunden in der Economy Light auf Langstrecken weiterhin kostenlos ihren Sitzplatz auswählen konnten, war dieser Vorteil in den höherwertigen Light-Tarifen bereits gestrichen worden.

Mit der neuen Regelung wird diese Ausnahme nun beseitigt. Die kostenlose Sitzplatzreservierung bleibt für Senatoren und HON Circle Member in den übrigen Economy-, Premium-Economy- und Business-Class-Tarifen erhalten. Auf der Kurzstrecke wurde die kostenlose Sitzplatzwahl für Statuskunden bereits einiger Zeit eingeschränkt.

Interessant ist auch die Vorgeschichte. Laut Travel-Dealz gab es zweimal in diesem Jahr Hinweise darauf, dass Lufthansa die kostenlose Sitzplatzreservierung im Economy-Light-Tarif für Statuskunden streichen würde. Nun scheint die Entscheidung endgültig gefallen zu sein. Diesmal informiert Miles & More die betroffenen Senatoren direkt über die Änderung und nennt mit dem 27. Oktober 2026 einen konkreten Stichtag. Als Begründung verweist Lufthansa auf aktuelle Entwicklungen am Markt.

Foto: Lufthansa

Lufthansa wertet Senator & HON Circle Status weiter ab | Frankfurtflyer Kommentar

Wer Senator bei Miles&More werden möchte, muss einiges dafür tun. Rechnerisch sind dafür beispielsweise zehn Langstreckenflüge in der Business Class oder 50 Hin- und Rückflüge innerhalb Europas in der Economy Class pro Jahr erforderlich. Das ist ganz schön viel. Viele Senatoren fliegen noch häufiger, einige gehören zu den Extremvielfliegern mit HON Circle Status.

Wahrscheinlich haben sich viele bei der E-Mail von Miles&More gedacht, dass sie ohnehin keinen Light-Tarif buchen. Andere entscheiden sich meistens für die höherwertigen Comfort- oder Flex-Tarife, manchen ist die Sitzplatzreservierung vielleicht auch egal. Trotzdem oder gerade deswegen frage ich mich: Muss man hier wirklich so kleinlich sein? Hat Lufthansa es wirklich nötig, ausgerechnet bei den treuesten Kunden solche Einschränkungen vorzunehmen? Man könnte doch auch einfach sagen: Du bist seit Jahren loyal, fliegst regelmäßig mit uns und lässt viel Geld bei unseren Airlines. Dafür darfst Du IMMER einen Koffer aufgeben, Deinen Sitzplatz reservieren und Dich auf bestimmte Vorteile verlassen.

Gerade bei den Extremvielfliegern mit der schwarzen HON Circle Karte sollte man meiner Meinung nach überhaupt nicht kleinlich sein. Im Gegenteil: Hier wäre eine besondere Wertschätzung angebracht. Bei solchen Kunden sollte das Motto eher lauten: Nichts ist unmöglich.

Natürlich ist die Sitzplatzreservierung im Economy-Light-Tarif nur ein kleiner Teil des gesamten Statuspakets. Es geht aber um das grundsätzliche Signal, das Lufthansa damit aussendet. Wer seinen treuesten Kunden immer wieder einzelne Vorteile streicht, sollte sich nicht wundern, wenn diese irgendwann ihre Loyalität hinterfragen. Auch wenn die anderen großen Programme ähnlich vorgehen. Immerhin dürfen Senatoren und HON Circle Member derzeit auch mit einem Light-Ticket noch in die Lounges. Hoffen wir, dass Lufthansa nicht irgendwann auch diesen Vorteil infrage stellt.

3 Kommentare

  1. Kleinlich trifft es genau richtig.
    Möglicherweise trifft das v.a. SEN/HON, die nicht selbst buchen sondern wo eine Reisestelle das erledigt.

    Für mich absolut unverständlich, sollte sich der „Light“ Tarif doch eigentlich an preissensitive Kunden richten die keine Loyalität zu einer bestimmten Airline haben und nur den billigsten Flug auf Suchmaschinen buchen. Wenn sich ein SEN/HON aus welchem Grund auch immer mal im „light“ Tarif verirrt – dann ist es wirklich kleinlich von LH da jetzt noch Gebühren zu nehmen…

    Eindeutig: Minuspunkt

    Vg

    SEN

  2. Vielleicht sollte man nicht mehr fragen, ob Lufthansa das nötig hat, sondern ob wir Vielflieger es nötig haben, noch mit Lufthansa zu fliegen, wenn es Alternativen gibt? Ich habe diese Entscheidung für mich jedenfalls schon vor Monaten gefällt und werde meinen Senator nicht mehr verlängern. Langstrecke fliege ich ohnehin lieber mit TK oder asiatischen Airlines. Meine letzten Meilen sind auch bald aufgebraucht.
    Vor wenigen Tagen wurde mein LH Flug (Zubringer 06:20 Uhr ab LEJ) am Vorabend kurz vor 22:00 Uhr per Mail gecancelt, wo man im Bett liegt, wenn man 03:30 Uhr aufstehen muß. Als Begründung wurde von dramatischen Wetterverhältnissen gelogen, aber es gab weder Regen noch Sturm o.ä. Frechheit!
    Gestern las ich einen Reisebericht, wo jemand von seiner Allegris-Reise in Business berichtete, hin und weg vom tollen LH-Service war und begeistert kommentierte „Lufthasa kann es noch..“. In einem Nebensatz ließ er fallen, daß ihn die Reise 7.000 Euro gekostet hat.
    Mir fällt da nichts mehr ein, außer Paralleluniversum.
    Wir Vielflieger vor allem pumpen die LH-Gruppe mit Geld voll und ermöglichen denen erst ihren Weg zum Monopolisten (siehe TAP). Und dann wundern wir uns noch, wie man dort mit uns umgeht?
    Schaut Euch mal die Entwicklung der letzten drei Jahre an!
    Beste Grüße
    Mario

  3. nein andere Programme gehen nicht ähnlich vor. Bei Finnair kann ich als Statuskunde in allen Tarifen die vollen Benefits erleben. inkl meiner Begleitungen in der Buchung.

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