Es ist der mit Abstand wichtigste Markt im Interkontinentalverkehr der Lufthansa. Der Carrier bedient derzeit 26 Destinationen in den Vereinigten Staaten. 2027 kommt eine neue Route hinzu: Der Kranich will ab Mai mit der Boeing 787-9 nach Columbus im US-Bundesstaat Ohio fliegen. Die Region ist wirtschaftlich eng mit Deutschland verbunden, außerdem wird die Aufnahme neuer Flugverbindungen mit finanziellen Mitteln unterstützt.
✈️ Lufthansa startet am 5. Mai 2027 dreimal wöchentlich von Frankfurt nach Columbus.
💺 Zum Einsatz kommt eine Boeing 787-9 mit Allegris-Kabine und 287 Sitzplätzen.
💰 Ohio unterstützt neue Flugverbindungen mit einem Millionenprogramm für Umsatzgarantien.
Mit dem kostenlosen Frankfurtflyer Newsletter keine News mehr verpassen
Lufthansa startet neue Langstrecke von Frankfurt nach Columbus
Ab dem 5. Mai 2027 nimmt Lufthansa eine neue Nonstopverbindung zwischen Frankfurt und Columbus auf. Die Hauptstadt des US-Bundesstaates Ohio wird zunächst dreimal pro Woche angeflogen. Die Flüge finden mittwochs, freitags und sonntags statt.
Für den John Glenn Columbus International Airport ist die Aufnahme der Verbindung laut OMAAT eine Premiere. Bislang gibt es von dort keine regulären Langstreckenflüge nach Europa. Lufthansa wird damit die erste Fluggesellschaft, die Columbus nonstop mit einem europäischen Drehkreuz verbindet. Der Flugplan sieht folgende Zeiten vor:
| Flug | Strecke | Abflug | Ankunft |
| LH406 | Frankfurt – Columbus | 11:15 Uhr | 14:00 Uhr |
| LH407 | Columbus – Frankfurt | 16:20 Uhr | 06:15 Uhr (+1) |
Die Flüge sollen ab dem 20. Oktober 2026 buchbar sein. Für den Hinflug sind 8 Stunden und 45 Minuten vorgesehen, auf dem Rückflug beträgt die planmäßige Flugzeit 7 Stunden und 55 Minuten.
Lufthansa plant für die neue Verbindung mit einer Boeing 787-9. Die Maschine bietet insgesamt 287 Sitzplätze in drei Reiseklassen und ist mit der neuen Allegris-Kabine ausgestattet. Davon entfallen 28 Plätze auf die Business Class, 28 auf die Premium Economy und 231 auf die Economy Class. Eine First Class wird nicht angeboten.
Die Boeing 787-9 ist ein wichtiger Bestandteil der laufenden Flottenmodernisierung bei Lufthansa. Mit Columbus wächst das Netz der Fluggesellschaft in den Vereinigten Staaten auf 27 Destinationen. Der US-Markt gehört zu den wichtigsten Absatzmärkten außerhalb der Heimatmärkte der Lufthansa Group.

Warum ausgerechnet Columbus?
Columbus ist wahrlich kein großes internationales Drehkreuz in den Vereinigten Staaten. Die Stadt und ihre Umgebung sind allerdings ein bedeutender Wirtschaftsstandort mit engen Verbindungen nach Deutschland. Nach Angaben der regionalen Wirtschaftsförderung sind 38 Unternehmen mit Sitz in Deutschland in der Region Columbus aktiv. Im gesamten Bundesstaat Ohio gibt es mehr als 750 Niederlassungen deutscher Unternehmen, die rund 41.000 Menschen beschäftigen.
Deutschland ist nach Japan und Kanada der drittgrößte Herkunftsmarkt für internationale Investitionen in Ohio. Entsprechend groß ist das Interesse an einer direkten Flugverbindung nach Europa. Lufthansa verspricht sich von der Strecke sowohl Geschäftsreisende als auch Privatreisende. Über das Drehkreuz Frankfurt sollen Passagiere aus Ohio mehr als 130 weitere Ziele in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Indien erreichen können.
Die Stadt selbst hat zudem eine besondere Verbindung zu Deutschland. Im 19. Jahrhundert ließen sich zahlreiche deutsche Einwanderer in Columbus nieder. Zeitweise stellte die deutschstämmige Bevölkerung rund ein Drittel der Einwohner. Noch heute erinnert das historische Viertel German Village an diese Geschichte.

Millionenprogramm soll neue Flugverbindungen ermöglichen
Die wirtschaftlichen Verbindungen allein erklären die Entscheidung für Columbus nicht. Eine wichtige Rolle spielt auch die regionale Wirtschaftsförderung JobsOhio. Mit dem sogenannten Air Service Restoration Program unterstützt die Organisation gemeinsam mit lokalen Partnern die Einrichtung neuer Flugverbindungen. Dabei werden den Fluggesellschaften Umsatzgarantien angeboten, um das finanzielle Risiko bei der Aufnahme neuer Strecken zu reduzieren.
Seit 2020 hat JobsOhio nach eigenen Angaben insgesamt 36,8 Millionen US-Dollar für solche Garantien zugesagt. Hinzu kommen weitere 10,1 Millionen Dollar von lokalen Partnern. Zusammen entspricht das einem Fördervolumen von 46,9 Millionen US-Dollar.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Diese Summe betrifft das gesamte Förderprogramm und nicht ausschließlich die neue Lufthansa-Verbindung. Wie hoch die konkrete Umsatzgarantie für Frankfurt–Columbus ausfällt, wurde nicht mitgeteilt. Das Programm hat nach Angaben von JobsOhio bereits zur Einrichtung von 32 neuen Strecken und zur Ausweitung von 15 bestehenden Verbindungen beigetragen.
Für Lufthansa reduzieren solche Garantien das wirtschaftliche Risiko einer neuen Langstrecke. Gerade bei einem Flughafen, der bislang keine Nonstopverbindung nach Europa hat, können solche finanziellen Zusagen ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für eine neue Route sein.
Premiere ab Frankfurt: Lufthansa startet 2027 neue Langstrecke in die USA | Frankfurtflyer Kommentar
Columbus? Schon einmal gehört, aber wo das genau ist? Ich hätte es auf der Landkarte wohl nicht so schnell gefunden. Dieses etwas ungewöhnliche Ziel nimmt Lufthansa 2027 in den Flugplan auf. Die Stadt dürfte bei vielen nicht ganz oben auf der Wunschliste stehen, für Geschäftsreisende und Passagiere aus Ohio kann die neue Verbindung aber wertvoll werden.
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Bundesstaat sind eng. Gleichzeitig ist Frankfurt als großes Drehkreuz gut geeignet, um Reisende aus Columbus auf zahlreiche weitere Ziele zu verteilen. Die finanziellen Anreize reduzieren dabei das Risiko für Lufthansa. Regionale Partner investieren erhebliche Summen, um neue Flugverbindungen zu ermöglichen. Das ist in den USA nicht ungewöhnlich. Entscheidend wird sein, wie sich die Strecke langfristig entwickelt.
Sagen wir mal spekulativ, Lufthansa bekäme für die Verbindung 10m USD als Garantie. Wie viel bringt ihnen das wirklich? Wenn eine Strecke richtig in die Hose geht, verlieren sie das schnell…
Wenn man grob durch Cleveland und die Chicago oder St. Louis zwei „senkrechte“ (Nord-Süd) Linien durch die USA zieht, ist Lufthansa an Verbindungen in diese Region verdammt blank. Ich muss häufiger mal nach Pittsburgh, zum Beispiel. Der Tag ist weg. Nach New York kann ich mittags am Time Square stehen. Gleiches gilt aber für Orte wie Nashville (Kultur, Autoindustrie rund um Bowling Green), Columbus, Indianapolis, Memphis…auch. Mich wundert, dass man Columbus genommen hat, v.a. Pittsburgh oder Nashville hätte ich deutlich attraktiver empfunden. Wenn man sich das Layout der 787-9 anguckt, ist die Premium-Kabine doch eher klein. Die Plätze vorne wirst Du voll bekommen, aber die Eco? Auch wenn ich weiß wo Columbus liegt, da haben doch aus deutsch-touristischer Sicht viele Städte im größeren Umfeld klangvollere Namen…
Ich glaube, es wäre viel besser für solche Ziele, sehr frühe Flüge in die USA an Hubs wie ORD anzubieten, von denen man dann per Umsteiger viele Orte zeitig erreichen kann.