Über Lufthansa wurde viel geredet und geschimpft in letzter Zeit. Mein Flug von München über Frankfurt nach Hong Kong in der Allegris Business Class der neuen Boeing 787-9 hat mir (recht eindrucksvoll) gezeigt, dass sich das Produkt stetig weiterentwickelt und Lufthansa mit dem Allegris Produkt mit Fug und Recht wieder im oberen Segment des Marktes angekommen ist.
Trotz des hohen Ticket-Preises (über 7.000 Euro für den Hin- und Rückflug in der Business Class mit Lufthansa und SWISS, gebucht ca. 2 Wochen vor dem Flug) hat man wieder das Gefühl, wirklich etwas fürs Geld zu bekommen. Besonders der Service an Bord war durchweg sehr gut und die Crew sehr umtriebig. Am Ende bin ich (durchaus positiv überrascht) mit 10/10 Punkten in Hong Kong gelandet. Ich bin schon öfters in der Allegris geflogen, aber dieser Flug hat definitiv viel Spaß gemacht und hat gezeigt, dass es ja offensichtlich geht – wenn man nur will! Eine absolut runde Sache. Chapeaux.
Lufthansa Allegris Business Class Boeing 787-9 | Am Bodem
Hier gibt es nichts Spannendes zu berichten. Abflug von G-Gates in München für den Flug nach Frankfurt, Warten in der Senator Lounge links von der Sicherheitskontrolle. Ein netter Touch zur Wiesn-Zeit sind die kleinen bayerischen Leckerein und das Oktoberfest-Bier. Mir war an diesem Abend mehr nach etwas Weißwein, Oliven, Parmesan und so startete ich meine Reise.

Wir sind nach Westen auf der Südbahn gestartet, sodass man einen schönen Blick auf das Wiesn-Gelände hatte (Wahnsinn wie hell das aus der Luft aussieht). Ansonsten war der kurze Zubringer ereignislos.
In Frankfurt startete der Flug von Z52 – also direkt hinter der Senator Lounge im Non-Schengen Bereich.
Ja – und stand sie dann auch, die amerikanische Schönheit mit deutscher Bemalung, die uns in die Perle des Orients fliegt.
Lufthansa Allegris Business Class Boeing 787-9 | Kabine & Sitz
Ich bin ja ein Fan des Dreamliners. Er bietet aus meiner Sicht ein tolles Raumgefühl, vor allem wenn man im hinteren Teil der Business Class sitzt. Dort gibt es in der Mitte keine Overhead-Compartments und der Raum wirkt sehr hoch und großzügig.

Ich saß in Reihe vier in der Mitte, dem sog. Extra Space Seat (oder auch gerne Thron) genannt. Der bietet besonders viel Privatsspähre, Ablageflächen und einen deutlich größeren Monitor als die normalen Sitze. Man hat faktisch den ganzen Platz zwischen den Gängen. Schaut gerne nochmal hier rein, FrankfurtFlyer hat Euch die verschiedenen Sitzkategorien zusammengefasst.

Nach vorne gibt es jede Menge Platz für die Beine – und ja die Lufthansa Sneakers sind der Crew sofort aufgefallen und haben mich als Fan identifiziert. 🙂
Auf der linken Seite befindet sich eine Leselampe und eine doppelstöckige Ablage – wenn man arbeiten will, bekommt man dort Dokumente, Laptop, iPad und alles was dazu gehört unter. Es ist die vom Einstieg und Service-Korridor abgewandte Seite, sodass man alles zu jeder Zeit dort liegen lassen kann.

Auf der anderen Seite ist ein verschließbares Fach, dass eine Halterung für die Wasserflasche, die Brille (wichtiges Feature für Brillenträger) und die Halterung für den Kopfhörer beherbergt.

Am Platz befinden sich Kisse, Decke, Slipper, Auflage, Schlafshirt für den Sitz und das Amenity Kit.
Das Amenity Kit wurde passend zur Wiesn ausgeben, ein Filz Täschen, an dem man einen Schultergurt anbringen kann und es als Tasche verwenden. Für die Damen eine Möglichkeit Handy und Geld beim Wiesn-Besuch zu verstauen. Kann man drüber streiten, aber auch das hat man schon deutlich schlechter gesehen. Im Amenity Kit befanden sich Socken, Ohrstöpsel, Schlafmaske, Zahnpflege sowie zwei kleine Cremes.

Steuern lässt sich der Sitz entweder über das übersichtliche Bedienpanel oder das Tablet, das man aus der Sitzwand nehmen kann. Darüber kann man auch seine eigenen Bluetooth Kopfhörer an das Entertainment System koppeln. Das finde ich sehr angenehm.
Der Sitz lässt sich in ein volles Flatbed verwandeln. Ich finde man hat sowohl in der Länge als auch am Oberkörper ausreichend Platz um angenehm zu schlafen. Einziges strukturelles Manko ist, dass der Sitz relativ hart und und zwischen Lehne und Sitzfläche eine Wulst entsteht, auf der man liegt und die man auch merkt. Die Sitzauflage schafft ein wenig Abhilfe. Als ich mich mit dem Purser unterhalten habe, meinte er, dass das Problem bekannt sei und die Sitze demnächst nochmal modifiziert werden.

Ich fand prima in den Schlaf und habe stabile 7,5 Stunden geschlafen.
Beim Entertainment System bin ich nicht der Experte. Üblicherweise arbeite oder schlafe ich. Dieses Mal habe ich mir aber die Dokumentation „100 Jahre Lufthansa“ angeschaut, die ich sehr empfehlen kann!
Lufthansa Allegris Business Class Boeing 787-9 | Service
Wir wissen es alle, es steht und fällt mit der Crew und deren Motivation. Dieses Mal: Absoluter Volltreffer! Der Purser wirkte und agierte wie ein erfahrener Hospitlity Manager. Auf Zack, adrett, charmant und richtig bemüht. Das fängt an bei der Ansprache mit Namen (und akademischem Titel), dem netten Plausch und das ständige Bemühen den Aufenthalt noch angenehmer zu machen.
Zur Seite stand ihm eine reizende Kollegin, die dem Chef in nichts nachstand. Wir haben uns länger über die Lufthansa und das Produkt unterhalten. Es stellte sich raus, dass der Purser auch am Boden in der Arbeitsgruppe zur Produktverbesserung tätig ist, sodass er sehr interessiert an dem Feedback war. Die Freundlichkeit gipfelte darin, dass ich vor der Landung noch einen kleine „Präsentbox“ bekommen habe, bestehend aus einer Flasche Champagner (…“Sie werden vermutlich erst sehr spät schlafen können, daher brauchen Sie ein Betthupferl…“), einem Schlafanzug mit Hose (eine Suite war nicht belegt) und fünf der schönen Lufthansa-Sammelkarten zu bestimmten Destinationen. Das hat mich natürlich komplett abgeholt (…und ich sag’s Euch – die Fanboy Schuhe helfen sicher).
Ansonsten sehr solide: Heißes Tuch, Sea-Food Dinner, Käse und Portwein, Frühstück (man wählt neuerdings vor dem Start schon die Zusammenstellung seines Tabletts), Pre-Landing Champagner.
Ein besonderer Fan bin ich vom „Vinothek Wein“. Es wird immer ein Wein angeboten, der nicht auf der Karte steht. Häufig sind das Weine, die eine Zeit lang in der First ausgeschenkt wurden und noch verbraucht werden. Es gab einen ausgezeichneten (!!) Chardonnay aus Frankreich. Und wie ich schon sagte, sobald sich das Glas dem Niedrigstand näherte, wurde für Abhilfe gesorgt. Der ausgezeichnete Portwein zum Käse hat dann auch für die notwendige Anschubenergie ins Land der Träume gesorgt.
In Hong Kong habe ich übrigens im Lanson Place Hong Kong gewohnt. Natürlich gebucht über Frankfurtflyer Hotels. Zusammen mit den damit verbundenen Benefits eine ganz klare Weiterempfehlung.
















Hongkong ist also die „Perle des Orients“???
Die positiven Eindrücke von Service und Essen in der LH Business Class kann ich leider überhaupt nicht bestätigen.
Auf unserem Flug von Bangkok nach München mit der „alten“ Bestuhlung war der Service eher lustlos (bis auf eine FA), das vorbestellte Essen auf katastrophal niedrigem Niveau und die Kabine und die Toiletten in der zweiten Hälfte des Fluges völlig verschmutzt.
Sehr nett geschrieben und die Erfahrung deckt sich mit meinem letzten Allegris Flug im Juli vor ORD nach MUC. Dort saß im am Fenster in einem Privacy Seat, den ich nicht als zu hart empfunden habe. Das Platzangebot war überdurchschnittlich und der Service sehr engagiert, was wirklich das wichtigste ist. Danke für den schönen Artikel, ich habe übrigens die gleichen Schuhe und meine auch, dass die gern gesehen sind 😊
Alles schön und gut..finde es schon bemerkenswert,das man mittlerweile etwas positives hervorheben muss, was eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Und das ganze dann für 7000 Euro (!!) in Business??
Im Leben nicht..