British Airways schraubt wieder an den Statusgrenzen und wird (für Deutsche) noch unattraktiver

British Airways, Foto: Robert

British Airways hat sein Vielfliegerprogramm umbenannt und auch ganz schön umgekrempelt. Mit der Umstellung auf eine umsatzbasierte Statusvergabe wurde das Programm gerade für Reisende außerhalb Großbritanniens unattraktiver, da man dort beispielsweise auch mit Kreditkarten oder Pauschalreisen zusätzliche Statuspunkte sammeln kann. Wer den Silber- oder Goldstatus erreichen möchte, benötigt bisher 7.500 beziehungsweise 20.000 Tier Points, die überwiegend nach dem Umsatz vergeben werden. Im nächsten Jahr wollen die Briten die Schwellen für den Status erneut erhöhen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ British Airways erhöht die Statusgrenzen ab April 2027.

🥈 Für Silver werden künftig 8.000, für Gold 21.000 Tier Points benötigt.

💳 Zusätzliche Sammelmöglichkeiten über britische Kreditkarten bleiben deutschen Mitgliedern weitgehend verschlossen.

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British Airways erhöht die Anforderungen für Silver und Gold

Die neuen Anforderungen sind inzwischen auf der offiziellen Website von British Airways veröffentlicht. Zunächst hatte das britische Portal Head for Points am 21. Oktober darüber berichtet, nachdem die Werte kurzzeitig auf der Website aufgetaucht waren. Ab dem 1. April 2027 steigen die Anforderungen für Silver und Gold, während die Grenze für Bronze unverändert bleibt.

Status Bisher Ab April 2027 Veränderung
Bronze 3.500 Tier Points 3.500 Tier Points unverändert
Silver 7.500 Tier Points 8.000 Tier Points +6,7 %
Gold 20.000 Tier Points 21.000 Tier Points +5 %

Silver entspricht innerhalb der oneworld-Allianz dem Sapphire-Status, Gold dem Emerald-Status. Gerade diese beiden Stufen sind für Vielfliegende interessant, da sie unter anderem Loungezugang und weitere Vorteile bei den Mitgliedsfluggesellschaften bieten.

Die alternative Qualifikation über Flugsegmente bleibt bestehen. Dafür sind weiterhin 25 Flüge mit BA-Flugnummer für Bronze beziehungsweise 50 Flüge für Silver innerhalb eines Sammeljahres erforderlich.

British Airways, Foto: Robert

Auch zusätzliche Avios gibt es erst später

Neben den eigentlichen Statusgrenzen werden auch die Meilensteinprämien angepasst. Dabei handelt es sich um zusätzliche Avios, die Mitglieder beim Erreichen bestimmter Tier-Points-Werte erhalten.

Zusätzliche Avios Bisherige Schwelle Neue Schwelle
2.500 Avios 5.500 Tier Points 5.750 Tier Points
4.000 Avios 11.000 Tier Points 12.000 Tier Points
5.000 Avios 16.000 Tier Points 17.000 Tier Points

Die Höhe der jeweiligen Prämie bleibt damit gleich, man muss künftig allerdings mehr Statuspunkte sammeln, um sie zu erhalten.

Erst im April 2026 wurden die Gutschriften verbessert

Die Ankündigung kommt nur wenige Monate nach einer anderen Änderung. British Airways hatte das frühere Executive-Club-Programm im April 2025 in den British Airways Club umgewandelt und die Statusvergabe weitgehend auf den Umsatz umgestellt. Seitdem werden für anrechenbare Ausgaben bei British Airways grundsätzlich Tier Points vergeben. Zusätzlich gibt es abhängig vom Tarif und der Reiseklasse weitere Statuspunkte.

Die Umstellung sorgte für erhebliche Kritik. Noch vor dem Start wurden deshalb zusätzliche Tier Points für bestimmte Flüge angekündigt. Im April 2026 hat British Airways das System erneut angepasst und insbesondere die Gutschriften für Premiumkabinen und flexible Tarife verbessert.

British Airways vergibt ab April mehr Statuspunkte

In der Business Class auf Langstrecken können abhängig vom gebuchten Tarif beispielsweise zwischen 500 und 1.100 zusätzliche Tier Points pro Flugsegment gesammelt werden. In der First Class sind sogar bis zu 1.250 Bonus Tier Points möglich. Auch bei Flügen mit American Airlines und Iberia gibt es inzwischen zusätzliche Statuspunkte. Dort richtet sich die Höhe der Bonusgutschrift nach der Reiseklasse.

Nicht alle haben nicht dieselben Möglichkeiten

British Airways bietet mittlerweile mehrere Möglichkeiten, auch abseits des eigentlichen Flugpreises Tier Points zu sammeln. Dazu gehören beispielsweise Zusatzleistungen, Beiträge zu nachhaltigem Flugkraftstoff und bestimmte Pauschalreisen von British Airways Holidays.

Eine besonders interessante Möglichkeit gibt es allerdings nur für Kunden in Großbritannien: Über die British Airways American Express Premium Plus Card lassen sich zusätzliche Statuspunkte sammeln. Ab April 2027 steigt die jährliche Obergrenze von 2.500 auf 3.000 Tier Points. Die Kreditkarte wird jedoch ausschließlich in Großbritannien ausgegeben. Mitglieder in Deutschland können diese Möglichkeit daher normalerweise nicht nutzen.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu einem Programm, bei dem sich der Status ausschließlich über Flüge qualifizieren lässt. Wer in Großbritannien wohnt und die entsprechenden Angebote nutzt, kann einen Teil der Anforderungen auf anderen Wegen erfüllen. Für diejenigen, die in Deutschland leben und sammeln, wird das Programm damit weniger attraktiv.

Parallel zu den Änderungen der Statusgrenzen hat British Airways eine weitere Neuerung angekündigt. Ab dem 24. November 2026 sollen Mitglieder bei Pauschalreisen von British Airways Holidays sechs Avios pro ausgegebenem britischen Pfund auf den gesamten Reisepreis erhalten. Die Avios werden dabei gleichmäßig auf die Reisenden einer Buchung verteilt. Bisher erfolgte die Gutschrift nach einem anderen Modell, bei dem unter anderem der Fluganteil und ein zusätzlicher Bonus für die buchende Person berücksichtigt wurden. Dabei handelt es sich allerdings um Prämienmeilen und nicht um Tier Points, die für den Status zählen.

British Airways schraubt schon wieder an den Statusgrenzen und wird für Deutsche noch unattraktiver | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist nicht ungewöhnlich, dass British Airways nach der Programmumstellung zunächst Erfahrungen sammeln und sich auch der Kritik stellen musste. In der Folge gab es sogar einige Verbesserungen, die die Regeln allerdings wieder komplizierter machten. Trotzdem hat man mit der Erneuerung des Vielfliegerprogramms bei vielen Passagieren Vertrauen verspielt. Die ursprüngliche Idee war offenbar, die Statusvergabe einfacher und stärker am Umsatz auszurichten. Inzwischen gibt es allerdings so viele zusätzliche Regeln, Boni und Sonderwege, dass das System alles andere als übersichtlich geworden ist.

Die Erhöhungen um fünf beziehungsweise knapp sieben Prozent sind für sich genommen noch überschaubar. Sie treffen aber vor allem diejenigen, die British Airways trotzdem treu geblieben sind und die bisherigen Hürden nur knapp erreicht haben. Die zusätzlichen Möglichkeiten, Statuspunkte auch außerhalb von Flügen zu sammeln, sind zwar grundsätzlich positiv, viele Mitglieder können diese aber nicht nutzen. Wer in Deutschland lebt, kann beispielsweise nicht einfach die britische Kreditkarte beantragen.

 

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1 Kommentar

  1. Ein Aspekt wird hier komplett außen vor gelassen, der den BA Club besonders attraktiv macht. Die GBP20k (und nun GBP21k) sind nicht an eine Mindestzahl an Flügen gekoppelt.

    Ein kurzfristig gebuchter one-way Business oder First Class BA Flug von London nach New York kostet für heute z.B. GBP8k bzw. GBP11k. One-way zurück ungefähr das gleiche.

    Seit letztem Jahr reichen daher bereits 2-3 kurzfristig gebuchte one-way Flüge in Business bzw. First, um direkt zu BA Gold zu kommen. Hier habe ich Bonus Tier Points für BA-Strecken noch nicht eingerechnet. Mit dem alten System hätte das noch nicht einmal zu BA Silver gereicht.

    Daher sind Teile der Kritik sicher berechtigt, aber für viele Reisende, die geschäftlich fliegen, heißt das neue System, dass wesentlich weniger geflogen werden muss und es wesentlich einfacher ist einen Status zu erfliegen. Ich kenne viele BA-Vielflieger, die ihren Status jetzt viel schneller bekommen.

    Im früheren System hat es auch bei mir oft fast ein ganzes Jahr für BA Gold gebraucht. Nun erhalte ich den Status schon nach 1-2 Monaten am Anfang des Tier Point Jahres.

    Die Erhöhung von GBP20k auf GBP21k ist sicher nervig, aber es sind lediglich 5% und damit ungefähr eine Anpassung an die jährliche Inflation. Das hätte wesentlich schlimmer kommen können und macht BA Gold immer noch wesentlich einfacher mit wenig Flügen zu erreichen als in anderen Programmen wie LH, AF, etc. Meiner Meinung nach bleibt BA damit das attraktivste Vielfliegerprogramm mit den geringsten Schwellen, wie viele Flüge tatsächlich durchgeführt werden müssen.

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