Lufthansa hat schon rund 20 aktive Boeing 787-9 im Liniendienst, noch in diesem Jahr kommen weitere werksneue Maschinen dazu. Der Dreamliner soll das Arbeitspferd auf den Langstrecken von und nach Frankfurt werden. Bei dessen Konfiguration gibt es aber ein Problem: In den meisten Jets sind in der Business Class nur 28 Sitze installiert. Das ist viel zu wenig und könnte sich bald ändern.
✈️ Lufthansa verhandelt mit Boeing über eine größere Business Class in künftigen Dreamlinern.
💺 Auch zusätzliche Premium-Economy-Sitze zulasten der Economy werden geprüft.
🛫 Die bisherigen Allegris-Dreamliner haben 28 Business-Class-Sitze, von denen nur 25 verkauft werden dürfen.
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Lufthansa will größere Business Class in der Boeing 787-9
Die Boeing 787-9 spielt bei der Modernisierung der Lufthansa-Langstreckenflotte eine zentrale Rolle. Zahlreiche ältere Modelle sollen durch den Dreamliner ersetzt werden. Allerdings zeigt sich bereits jetzt, dass die Kabinenkonfiguration nicht auf allen Strecken optimal zur Nachfrage passt. Die Boeing 787-9 mit der neuen Allegris-Kabine verfügt über 287 Sitzplätze, die sich so auf die drei Reiseklassen verteilen:
| Reiseklasse | Sitzplätze |
|---|---|
| Business Class | 28 |
| Premium Economy Class | 28 |
| Economy Class | 231 |
| Gesamt | 287 |
Hinzu kommt, dass Lufthansa derzeit nur 25 der 28 Business-Class-Sitze verkaufen darf. Für drei Plätze fehlt weiterhin die Zulassung der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA. Konzernchef Carsten Spohr hofft, dass diese noch vor Jahresende erteilt wird. Doch auch mit allen 28 verfügbaren Sitzen ist die Business Class auf vielen Verbindungen zu klein. In den Boeing 787-9, die Lufthansa gebraucht übernommen hatte, sind vorne sogar nur 26 Sitze eingebaut. Die letzten beiden Exemplare werden aber 2027 zu Austrian Airlines wechseln.
Andere Maschinen bieten deutlich mehr Kapazität in den Premiumklassen. Der neue Airbus A350-1000 wird beispielsweise mit 49 Business-Class-Sitzen ausgestattet. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen erklärte Spohr deshalb, dass die Business Class der Boeing 787 auf einigen Strecken nicht zur tatsächlichen Nachfrage passe.

Künftige Dreamliner sollen mehr Premiumsitze erhalten
Lufthansa prüft nun, die Kabinenkonfiguration künftiger Boeing 787-9 anzupassen. Dabei geht es nicht nur um zusätzliche Plätze in der Business Class, sondern auch um eine Vergrößerung der Premium Economy. Die Zwischenklasse entwickelt sich nach Angaben des Konzernchefs besonders erfolgreich. Deshalb wird untersucht, ob sich einzelne Economy-Class-Reihen durch zusätzliche Premium-Economy-Sitze ersetzen lassen.
Bei der Business Class ist eine solche Änderung deutlich aufwendiger. Trotzdem befinden sich Lufthansa und Boeing laut Spohr bereits in sehr fortgeschrittenen Gesprächen über die Auslieferung eines Teils der noch ausstehenden Dreamliner mit einer größeren Business Class. Wie viele zusätzliche Sitze eingebaut werden könnten, wurde nicht genannt. Auch steht noch nicht fest, ab welchem Flugzeug die neue Konfiguration eingeführt werden könnte.
Die Lufthansa Group erwartet noch zahlreiche weitere Dreamliner. Noch in diesem Monat soll die beschädigte „Papa Quebec“ zurückkehren, weitere werksneue Maschinen stehen kurz vor der Indienststellung. Zwei gebrauchte Boeing 787 gehen zwar bald zur Austrian nach Wien, parallel kommt aber im Schnitt jeden Monat ein weiteres Exemplar neu dazu.

Premium Economy wird für Lufthansa immer wichtiger
Neben der Business Class spielt dabei die Premium Economy eine zunehmend wichtige Rolle. Gerade auf Langstrecken kann die Zwischenklasse für Passagiere interessant sein, die mehr Komfort als in der Economy Class wünschen, aber nicht den deutlich höheren Preis eines Business-Class-Tickets bezahlen möchten.
Für Lufthansa ist die Premium Economy besonders wichtig, hier wird auf die Fläche gerechnet das meiste Geld verdient. Zusätzliche Sitze könnten deshalb auf bestimmten Verbindungen wirtschaftlich attraktiver sein als eine größere Economy Class. Eine konkrete Entscheidung über zusätzliche Premium-Economy-Reihen oder die endgültige Größe der neuen Business Class wurde noch nicht bekannt gegeben.

Mehr Premiumsitze: Lufthansa will eine größere Business Class | Frankfurtflyer Kommentar
Dass Lufthansa über mehr Premiumsitze in der Boeing 787 nachdenkt, überrascht nicht. Im Gegenteil: Ich war schon bei der Bekanntgabe der Konfiguration verwundert, dass es mit der Business Class nach dem zweiten Türpaar Schluss ist. Im Vergleich zu den anderen Modellen sind 28 Plätze nicht besonders viel. Wenn dann auch noch drei Sitze wegen der fehlenden Zertifizierung gesperrt bleiben müssen, wird es zusätzlich eng.
Die Allegris-Kabine erweist sich hier erneut als Problem. Die markanten aber besonders komplexen Sitze sind nicht einfach aus- bzw. einzubauen. Bei der alten Business Class konnte man die Konfiguration innerhalb von kürzester Zeit anpassen und z.B. nur für den Sommerflugplan entsprechend der Nachfrage abändern.
Bei der Premium Economy dürfte es hingegen einfach sein. Die Zwischenklasse ist und bleibt die Cashcow, hier wird im Verhältnis zum Platzbedarf am meisten verdient.
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