SWISS will alle Airbus A220 loswerden: Lufthansa City Airlines könnte profitieren

Swiss Airbus A220-300
Foto: swiss.com

Die Airlines der Lufthansa Group haben bei der Vorstellung der Quartalszahlen einige Neuigkeiten verkündet. Während Lufthansa über mehr Premiumsitze nachdenkt, muss Austrian länger auf neue Langstreckenflugzeuge warten. Auch SWISS will Veränderungen vornehmen. Die Schweizer Fluggesellschaft möchte auf der Kurz- und Mittelstrecke langfristig nur noch Flugzeuge der Airbus-A320-Familie einsetzen. Damit steht auch die Zukunft der insgesamt 30 Airbus A220 zur Diskussion.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ SWISS nimmt alle neun Airbus A220-100 bis Ende 2027 aus dem Betrieb.

🛫 Auch die 21 Airbus A220-300 sollen langfristig die Flotte verlassen.

💺 Lufthansa City Airlines und ITA Airways kommen als mögliche Abnehmer infrage.

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SWISS will sich von allen Airbus A220 trennen

SWISS möchte ihre Kurz- und Mittelstreckenflotte vereinheitlichen und künftig ausschließlich Flugzeuge der Airbus-A320-Familie einsetzen. Die Entscheidung betrifft insgesamt 30 Airbus A220, darunter neun A220-100 und 21 größere A220-300. Bei der kleineren Variante läuft die Ausflottung bereits. Zwei Maschinen wurden zerlegt, bei drei weiteren läuft die Verwertung. Ihre Triebwerke werden weiterverwendet, um die verbleibende A220-Flotte betriebsfähig zu halten. Die letzten vier A220-100 sollen im Sommer 2027 fliegen und anschließend außer Betrieb gehen.

Aber auch die Airbus A220-300 haben bei SWISS langfristig keine Zukunft mehr. Ihre Ausflottung ist allerdings erst für die 2030er-Jahre vorgesehen, einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht. Der Airbus A220 selbst ist dabei nicht das Problem, ausschlaggebend sind vielmehr die Kosten einer Flotte mit unterschiedlichen Flugzeugfamilien. Mehrere Muster bedeuten zusätzlichen Aufwand bei der Ausbildung, Wartung und Ersatzteilversorgung. SWISS will diese Komplexität reduzieren und langfristig auf die Airbus-A320-Familie setzen.

Der Airbus A220 von SWISS, Foto: Robert

Profitiert Lufthansa City Airlines von den Airbus A220?

Für die Lufthansa Group stellt sich damit die Frage, was mit den 21 Airbus A220-300 geschehen soll. Die Flugzeuge sind vergleichsweise jung und könnten nach ihrem Abschied von SWISS noch viele Jahre eingesetzt werden. Als mögliche Abnehmer innerhalb des Konzerns kommen insbesondere ITA Airways und Lufthansa City Airlines infrage. Beide Gesellschaften setzen auf den Airbus A220, bei City Airlines steht die Einführung des Musters bevor.

Gerade für die neue Lufthansa-Tochter wäre eine Übernahme interessant. City Airlines soll in den kommenden Jahren deutlich wachsen und könnte mit zusätzlichen Flugzeugen aus dem Konzern ihre Flotte schneller ausbauen. Eine Entscheidung gibt es allerdings noch nicht. SWISS prüft auch, ob die Flugzeuge außerhalb der Lufthansa Group weiterbetrieben werden könnten. Zunächst werden die A220-300 aber noch in der Schweiz benötigt.

Swiss Airbus A220, Foto: Robert

SWISS will alle Airbus A220 loswerden | Frankfurtflyer Kommentar

Die Lowcoster und Billigflieger machen seit Jahren vor, wie sich mit einer einheitlichen Flotte Kosten sparen lassen. Wartung, Ersatzteilversorgung und Training werden einfacher, außerdem lassen sich Flugzeuge und Crews flexibler einsetzen.

Trotzdem ist es schade wenn der Airbus A220 bei SWISS verschwindet. Die Maschinen sind u.a. durch die 2-3-Anordnung bei Passagieren und Crews beliebt. Für Lufthansa City Airlines könnte sich aber eine interessante Perspektive ergeben. Die neue Airline soll schnell wachsen und wird den Airbus A220 ohnehin einsetzen. Zusätzliche Flugzeuge aus dem Konzern könnten dabei helfen. Allerdings dürfte es noch einige Jahre dauern, bis die Maschinen bei SWISS tatsächlich frei werden.

Wir waren vor einigen Jahren selbst mit einem solchen Jet unterwegs. Der Flug führte uns von Kiew in der Business Class nach Zürich. Damals war die Bezeichnung Airbus A220 noch relativ neu, die Pandemie stand erst bevor und an einen Krieg in der Ukraine war noch nicht zu denken. Hier ein paar schöne Erinnerungen:

Review: Swiss Airbus 220 (CSeries) Business Class | Kiew nach Zürich

 

4 Kommentare

    • Das sage ich auch. Ich buche jeweils 1A und geniesse jeden Flug mit dem A220. Grössere Toilette vorne als bei den Embraers, keinen Ohrendruck, gut gekühlt und keine Kurzstreckenmaschine liegt so sanft in der Luft, wie der A220.

      Nun die Maschinen fliegen schon seit 2016 für die LX. Gehen sie 2035 raus, werden sie auch schon 19 Jahre alt sein.

  1. Wird so einige Kurzstrecken obsolet machen. Ich verstehe den Ansatz der Vereinfachung der Flotte, aber wenn man immer größere Flugzeuge nimmt (von der PAX-Zahl), werden manche Strecken einfach unrentabel. Sieht man u.a. in Deutschland, seit dem Abschied der CRJ900 bei LH wurden so einige Kurzstrecken ersatzlos gestrichen. Genf-Zürich wird es dann demnächst (2030er..) auch treffen :/.

  2. Was in den USA bereits Normalität ist, findet in Europa nun ebenfalls statt: Feederflüge mit kleineren Flugzeugen werden vermehrt an externe Wet-Lease-Anbieter vergeben. So ergibt die Entscheidung von Swiss für mich durchaus Sinn. Swiss hat mit Helvetic Airways seit 20 Jahren einen Wet-Lease-Partner und die E-195E2 von Helvetic kommen kapazitätsmäßig nahe an den A220-300 ran, dies aber zu tieferen Kosten. Interessant in diesem Zusammenhang wird sein, wer für Austrian in Zukunft die Flüge mit kleinerem Fluggerät anbieten wird. Auch AUA möchte ja in Zukunft auf der Kurzstrecke nur noch auf die A320-Familie setzen.

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