Aggressive Passagierin zwingt Lufthansa Airbus A380 zur Kursänderung

Lufthansa Airbus A380, Foto: Robert

Der Linienflug LH459 der Lufthansa führt normalerweise von San Francisco nach München. Am letzten Mittwoch war dafür ein Airbus A380 mit der Kennung D-AIMM eingeplant worden. Normalerweise dauert die Reise etwa 10–11 Stunden, der Superjumbo musste die Route in der Nacht zum Donnerstag aber schon nach gut drei Stunden verlassen und ungeplant zwischenlanden. Grund war eine aggressive Frau, die eine andere Passagierin angegriffen hat und von der Crew gefesselt werden musste.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Lufthansa-Flug LH459 musste nach einem Zwischenfall an Bord ungeplant in Boston landen.
👮 Aggressive Passagierin griff eine Mitreisende an und wurde von der Crew gefesselt.
🧳 Nach der Landung musste zusätzlich das aufgegebene Gepäck der Frau ausgeladen werden.

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Ein Zwischenfall an Bord eines Lufthansa-Airbus-A380 hat in dieser Woche zu einer ungeplanten Landung in den USA geführt. Der Flug LH459 war am Mittwochabend in San Francisco gestartet und sollte die Passagiere über Nacht nach München bringen. Stattdessen musste die Maschine mehrere Stunden nach dem Abflug ihren Kurs ändern und zwischenlanden.

Nach Angaben der Massachusetts State Police soll die „Unruly Passenger“ während des Fluges eine andere Reisende angegriffen haben. Die Situation eskalierte offenbar so weit, dass die Besatzung eingreifen und die Frau mit Handfesseln an ihrem Sitz fixieren musste. Ob bei dem Vorfall Personen verletzt wurden, ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen der Behörden dauern an.

Airbus A380 dreht über Kanada ab

Flugdaten zeigen, dass der Airbus A380 zunächst planmäßig über Kanada unterwegs war. Rund drei Stunden nach dem Start änderte die Maschine jedoch ihren Kurs deutlich. Der Superjumbo drehte über dem Norden Kanadas nach Süden ab und steuerte zunächst in Richtung Chicago.

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Hier hatte man den Flughafen O’Hare anvisiert, der Kurs wurde aus bisher ungeklärten Umständen dann kurzfristig nach Boston geändert. Die Ursache könnte darin liegen, dass der Flughafen Boston normalerweise täglich den Superjumbo der Lufthansa abfertigt und über entsprechendes Equipment bzw. Personal verfügt.

Dort warteten bereits die örtlichen Sicherheitsbehörden auf die Maschine. Die mutmaßliche Angreiferin wurde nach der Landung von der Polizei übernommen. Lufthansa bestätigte den Vorfall gegenüber mehreren Medien und erklärte, dass die Passagierin eine Gefahr für die sichere Fortsetzung des Fluges dargestellt habe.

Gepäck musste ausgeladen werden

Mit der Entfernung der Reisenden war die Arbeit am Boden allerdings noch nicht beendet. Da sich das aufgegebene Gepäck der Frau noch im Frachtraum befand, musste dieses zunächst lokalisiert und ausgeladen werden. Solche Vorgänge gehören in diesem Fall zu den Vorschriften, wodurch es zu zusätzlichen Verzögerungen kam.

Endlich wieder in München. Lufthansa A380 Symbolbild. Foto: Robert

Nachdem das Gepäck gefunden wurde, wurde der Airbus A380 aufgetankt und für den Weiterflug vorbereitet. Nach Angaben der Lufthansa befanden sich danach noch 508 Passagiere an Bord der Maschine. Der Flug konnte schließlich mit mehreren Stunden Verspätung fortgesetzt werden und erreichte München am Donnerstagabend mit ca. 6 Stunden Verspätung.

Airbus A380 von Lufthansa muss nach Streit zwischen Passagieren ungeplant landen | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist schon wirklich eine Nummer, wenn eine Person im Flug ausrastet und andere gefährdet. Die Aktion hatte Folgen für mehrere Hundert Menschen und deren Reisepläne, viele haben ihren Anschluss verpasst und konnten erst am Folgetag weiterreisen. Dann fehlt auch noch der Airbus A380 im Netzwerk, ohne entsprechende Reserven kann es zum Durcheinander kommen.

Die Entscheidung, den Flug zu unterbrechen, war also sicherlich nicht einfach. Oft ist in einem solchen Fall die Fortsetzung des Fluges gefährdet, da die Crew so ans Limit der zulässigen Dienstzeit kommt. Ein entsprechend großer Schaden mit massiven Auswirkungen kann also ganz schnell entstehen.

 

28 Kommentare

  1. Solche Idioten konsequent auf internationale Blacklist setzen.
    Seit Jahren bin ich für Alkoholverbot auf Flügen.
    Und konsequente Pre-Checks vor dem Boarding.

    Ich hatte ein sehr ähnliches Erlebnis 2003 von HK nach Sydney.
    Die Passagierin wollte sich bei etwas schwereren Turbulenzen nicht zu ihrem Sitz begeben und anschnallen. Sie war mindestens sehr betrunken. Es gab Schläge für Passagiere neben ihr, hysterische Schreie. Der Sky-Marschall hat sie dann fixiert und gefesselt. Ich glaube sie wurde sediert nachdem sie mit dem Kopf einen Screen vor sich kaputt gemacht und sich verletzt hatte. Drei Passagiere haben den Restflug auf Jum Seats verbracht. Der Kapitän drohte mit Zwischenlandung in Darwin. Es war sehr unangenehm. In Sydney durfte sie in Begleitung von uniformierten Herren und unter Applaus zuerst die Maschine verlassen.

    • Das ist wieder typisch, mit dem Rasenmäher Probleme lösen, einfach mal alles verbieten. Nur weil eine bescheuerte Passagierin sich nicht benehmen konnte (wobei nirgendwo steht, dass Alkohol der Grund war) sollen Millionen von Passagieren auf das Gläschen Wein verzichten. Denke mal etwas differenzierter.
      Solche Leute blacklisten ist unbedingt erforderlich, aber vorher einsperren.

  2. Bei bestimmten Menschen scheint Alkohol bei entsprechendem Luftdruck oder was auch immer zu solchen Ausfällen zu führen. Selbst schon mal mit mit einem Passagier in der Business class auf dem Flug von Bangkok nach FFM erlebt. An Bord wurde er fixiert. Später auf dem Bahnsteig in FFM einige Zeit später wartete er auf den Zug, benahm sich vollkommen normal.
    Fazit: kein Alkoholkonsum an Bord und Betrunkenen selbst bei kleinsten Anzeichen das Boarding verbieten. Ist für alle besser auch für die betreffende Person.

  3. ich hatte vor jahren einen Fall, dass einige Männer einer Gruppe von ZRH nach SIN in zürich nach dem boarden wieder aussteigen durften

    jeder hatte die halbe flasche vom duty free einkauf schon intus und sich sehr lautstark unterhalten

    • Herr Dingsbums Fabi!
      Was ist denn hier die Ursache?
      Wenn eine besoffene psycho-Tussi durchdreht ist das doch nicht ein Problem der LH! Oder ist die Dame Ihr Betreuungsfall?

      • Die Crew hat an Bord das Hausrecht als Vertretung des Kapitäns und ist für den Schutz der Passagiere verantwortlich.
        Würde die Crew nicht einschreiten hätte das fatale juristische Konsequenzen. Klagen wegen unterlassener Hilfeleistung, Gefährdung des Luftverkehrs, Körperverletzung durch Unterlassen, Schadensersatz, Schmerzensgeld,…außerdem kann Pilot/Crew die Lizenz entzogen werden.

  4. Lufthansa Stewardessen sind nicht freundlich.Diese vergiften das Clima fuer einen guten Flug selbst,Weil sie keine Ruhe ausstrahlen,was man bei einem langen Flug braucht.Lufthansa ist keine gute Airline Mehr.

    • Was für ein bullshit! Ich habe nie erlebt, das eine LH Stewardess unfreundlich war oder gar das Klima vergiftet hat.
      Dein Kommentar zeigt nur, wie armselig Du bist! Gute Besserung!

    • Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es meistens zurück.
      Ich konnte mehrmals die Selbstbeherrschung der Flightcrews bewundern.
      Bei mir wäre der Geduldsfaden kürzer gewesen.Ein Lächeln und Sachlichkeit hilft weiter.
      Einer meiner Grundsätze: Respekt immer, Ehrfurcht nie.

  5. Also hier sind teilweise echt absurde Kommentare dabei. Da empfiehlt sich durchaus professionelle Hilfe – und sei es nur in der Wahl einer anderen Airline.

  6. warum schaffen es manche Menschen nicht, sachlich zu bleiben.
    wenn sich ein Passagier schlecht benimmt kann die Airline oder Service nichts dafür. Nur diese Person ist Schuld.

  7. Es ist UNFASSBAR, was die Lufthansa zahlenden reisenden hemmungslos zumutet! Es ist gut, dass diese Frau gefesselt und ausser Gefecht gesetzt werden konnte. Warum aber die Umleitung, die Verzögerung? Warum muss eine mit vielen Menschen besetze Maschine diese Nachteile wegen einer Person in Kauf nehmen? Es war kein medizinischer Notfall! Diese Frau hätte gefesselt und geknebelt bleiben sollen bis zum geplanten Ziel.
    So müssen viele Passagiere Nachteile in Kauf nehmen, wegen einer Person. Die Lufhansa gehört verklagt wegen derartiger Kundenschikane,

    • Hier muss ich doch deutlich Wiedersprechen, denn dies ist keine Schikane, sondern eine Sicherheitsmaßnahme. Man hat die Bewertung getroffen, dass von der Dame eine Gefahr ausgeht und entsprechend MUSS sie von Bord. Die Crew hat hier sehr richtig gehandelt!

      Auch sollte man immer bedenken, dass es ein wirklich ernster Eingriff ist, jemanden zu fesseln und stillzulegen. Hier darf man dies auch nicht beliebig ausdehnen, ansonsten fängt man auch hier schnell die Diskussionen um weitere Straftaten an! Das andere Passagiere hierdurch benachteiligt wurden, ist sehr ärgerlich, aber im Zweifelsfall erwirkt man hierdurch auch Ansprüche gegen den Verursacher, also den Passagier. Lufthansa kann hier sicher etwas geltend machen. Aber woher immer dieser direkte Hass auf Lufthansa kommt, kann ich wirklich nicht verstehen, gerade in dieser Situation.

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