Air France trägt nicht nur im Namen schon die französische Identität, auch wer einmal mit der Airline geflogen ist, wird wohl nicht umhinkommen, mitbekommen zu haben, wie hoch doch der Nationalstolz hier ist. Auch wenn man manchmal glauben sollte, dass eine Airline nicht französischer als Air France werden kann, will man dies nun wohl versuchen, und man schmeißt nun eine Reihe von ausländischen Getränken aus der First- und Business Class sowie aus den Air France Lounges, um sie durch französische Produkte zu ersetzen.
🇫🇷 Air France ersetzt zahlreiche internationale Getränke in First Class, Business Class und Lounges durch französische Marken.
🥤 Coca-Cola bleibt als einzige internationale Marke weiterhin Teil des Angebots.
🍾 Champagner bleibt ein Alleinstellungsmerkmal und wird auf Langstrecken weiterhin in allen Reiseklassen serviert.
Dass man bei Air France auf Weine und Champagner aus Frankreich setzt, wird wohl weniger überraschen, allerdings will man nun auch Produkte wie Schweppes Tonic, Sprite und Fuze Tea durch französisches Tonic Water, Limonaden und Eistee sowie frische Fruchtsäfte ersetzen, wie Aerotelegraph unter Berufung auf den TV-Sender BFM berichtet.
Eine Ausnahme macht man hierbei allerdings, denn man wird weiterhin Coca-Cola an Bord und in den Lounges anbieten. Diese sei bei den Passagieren einfach so beliebt, dass man sie nicht durch ein fremdes Produkt wie eine Cola aus Frankreich ersetzen kann. Allerdings hat Air France vermutlich dennoch Coca-Cola aus Frankreich an Bord, denn der US-Konzern ist global so aufgestellt, dass man die Getränke an die regionalen Geschmäcker anpasst, und eine Cola aus Frankreich schmeckt anders als eine Cola aus den USA oder Japan. Produziert werden sie übrigens in den allermeisten Fällen auch regional, und allein in Frankreich hat Coca-Cola fünf Produktionsstandorte.
Air France bietet Champagner in allen Klassen
Wie „französisch“ man ist, zeigt Air France auch in einem Detail, denn man bietet als wohl einzige Airline der Welt echten Champagner in allen Reiseklassen auf der Langstrecke an. Dabei ist der teure Schaumwein nicht nur den Premium-Passagieren in der First- und Business Class vorbehalten, sondern auch in der Economy Class wird dieser beim Service aktiv angeboten.
Air France beschränkt offiziell den Ausschank des Champagners in der Economy Class wohl auf ein Glas pro Passagier, wobei man durch das Angebot von Champagner in allen Reiseklassen die Positionierung als Premium-Airline unterstreichen will.
Air France will französischer sein und schmeißt ausländische Getränke aus der First- und Business Class | Frankfurtflyer Kommentar
Air France ist in meinen Augen bereits fast schon so französisch, wie man nur sein kann, allerdings scheint man den Nationalstolz noch ein Stück weiterführen zu wollen, und hier tauscht man nun einige Getränke aus, was aber nicht unbedingt eine schlechte Nachricht ist, denn gerade in Frankreich gibt es durchaus einige regionale Marken, die sehr gute und hohe Qualität bieten.
Ob das Ganze wirklich nötig ist und ob Air France die französische Identität noch weiter unterstreichen muss, mag einmal dahingestellt sein, allerdings sind solche regionalen Einflüsse inzwischen in der Branche sehr beliebt und kommen auch bei den Passagieren meist gut an. Wobei Champagner bei Air France wohl doch beliebter ist als „British Sparkling Wine“ bei British Airways.
Nur französische Herkunft an Bord zu haben passt ja zur Grand Nation. Leider muss ich bei Air France auch heute, wo sie so gelobt werden, als nicht francophoner nicht perfekt behandelt werde. Auch in F bin ich vor drei Jahren enttäuscht gewesen. Air France und Charles de Gaulle werde ich weiter meiden soweit es geht.
Schon witzig mit der Coke. Haben sie wohl gesehen, dass das bei den Schweizern ziemlich nach hinter losgegangen ist. Und wenn das dann so seltsame Produkte wie in Zürich sind, dann bin ich froh, dass ich um AF eher einen Bogen mache. Irgendwie komme ich an die nicht mehr ran, nach den schlechten Erfahrungen. Auch mit CDG, wo man einfach nicht akzeptieren wollte, dass man auch mit anderen Airlines fliegen kann.
Was immer man von dieser Maßnahme hält und ob sie nun nötig ist oder nicht:
Zumindest sehe ich hier eine gewisse Linie und Konsequenz, ausgehend davon, dass in Frankreich Sprache, Kultur und Identität geschützt werden. Das könnte in keinem krasseren Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland stehen.
Bei Air France sehe ich, dass es seit Jahren endlich wieder in die korrekte Richtung geht. Diese Entscheidung finde ich sehr gut, das passt für mich.
@Christoph: Oh, glaub mir, es geht noch viel Französischer. 😊
@Betty: Ja, CDG ist und bleibt so ein Thema für sich…
Aber ihre Sprache ist trotzdem mehr von Anglizismen geprägt, als man glaubt. Schon spannend. Noch französischer geht immer und nennt sich Quebec. 😀 Man klagt darauf, dass überall in Kanada Französisch gesprochen werden muss, aber selbst bietet man nicht mal Englisch an. 😀 Obwohl es inzwischen zumindest in Montreal und Quebec City besser geht als früher. 😀 Aber das Französisch ist eh das Echte, wird zumindest behauptet. 😀
Ganz verhindern kann (und will) man eine gewisse Weiterentwicklung der Sprache nicht.
J’adore Montréal et le Québec, wir verbringen viel Zeit dort. Das Französisch unterscheidet sich deutlich, vor allem, was die Aussprache angeht. Es gelingt mir aber immer wieder schnell, mich anzupassen. 😊
Auch dort schützt man im Gegensatz zur BRD seine Kultur und Sprache, und nicht umsonst ist auf jedem Nummernschild zu lesen: „Je me souviens“. Finde ich super. Und dass KFC als PFK firmieren muss.
Zurück zu Air France: In meinen jungen Jahren habe ich diese Airline aus guten Gründen in etwa so verachtet wie die Lufthansa jetzt. Durch die Entwicklungen und durch meine Erfahrungen der letzten Jahre hat sich das komplett ins Gegenteil verkehrt, wenngleich es noch Luft nach oben bei AF gibt.
Und nochmal: Noch Französischer (ich übersetze, wie alle anderen Nationen es ausdrücken würden: Noch arroganter) geht immer, sowohl in der Luft als auch in den Lounges. 😉
Ich finde es nicht immer so super. Mich nervt total, dass man von andern etwas verlangt, was man selbst nicht liefert. Wenn ich überall Zweisprachigkeit verlange, sollte ich sie auch in Quebec vorhalten. Lächerlich gerade die Posse wieder mit dem CEO von Air France. Da weiß ich immer nicht, was ich sagen soll. Ich spreche zwar Französisch, aber nicht so fließend wie Englisch und es nervt mich in bestimmten Situationen schon.
Man kann von der AF denken was man möchte, in Punkto Ess- und Trinkkultur sowie Service ist sie in Europa Spitze. Fliegt mal die Frusthansa dann habt ihr das Problem verstanden. AF/KLM ist von den grossen Fluggesellschaften in Europa die Beste.
Ja, bis es wieder verschimmeltes Essen an Board der La Premiere gibt und man als „Entschuldigung“ 10.000 Entschädigungspunkte erhält. Allein drei Fälle von YouTubern/ Bloggern sind mir bekannt (war ein Fall nicht sogar bei euch im Blog?) und so lange so etwas in der höchsten Klasse passiert, wo das Essen mehrfach geprüft wird, ist AF alles, nur nicht die beste Airline Europas
Mein Nachbar kennt den Arbeitskollegen vom Schwiegervater einer Youtuberin….die hat mal in deren Blog geschrieben, AF ist spitze. Wer von Euch beiden hat denn jetzt recht?
Auf den Kurz- und Mittelstrecken kann ich keinen signifikanten Unterschied zur LH/LX/OS/SN feststellen. Das ist in meinen Augen Tagesform- und Crew-abhängig. Langstrecke bin ich AF lange nicht mehr geflogen. Ich erinnere mich allerdings noch gut an die eingequetschte und leicht angefaulte Cocktailtomate in der seitlichen Gepäckklappe in der AF First auf einem Flug nach MIA. Ist lange her und ich weiß: Shit happens. Und das war auch nicht der Grund, warum ich AF nicht mehr Langstrecke geflogen bin. Es bot sich einfach gerade nicht an.
Für mich ist das OK, ich mag Champagner, französische Weine und französisches Essen. Was nicht OK ist, dass einen manche Flugbegleiter bei Air France ignorieren, wenn man sie auf Englisch anspricht, das geht gar nicht! Ein Flugbegleiter muss mit den Gästen auf Englisch kommunizieren können und wollen, da lässt Air France viel zu viel durchgehen. Aber bei denen dürfen die Piloten in Frankreich ja auch am Funk Französisch sprechen, auch wenn alle anderen Piloten der ausländischen Airlines davon nur genervt sind.
Ja , obwohl der Funkverkehr in Englisch erfolgen muss. Ich nenne diese Nation auch immer wieder „ La très Grande Nation“.
Nun gut, gibt es in Teilen ja auch bei anderen Airlines. In der TK Business Lounge in IST gibt es seit einiger Zeit nur noch nationale Softdrinks. Mangels Sprachkenntnissen lässt sich teilweise leider nicht erlesen, worum es sich genau handelt. Koffeinhaltige Limonadengetränke scheinen aber eher nicht im Angebot zu sein, schade.
Schade, es gibt sehr gute französische Softdrinks. Könnte man gerade in den Lounges auch zusätzlich anbieten.
Noch mehr französische Plörre – danke nein
erinnert mich an meinen „Hackbraten“ bei swiss in der C nach BKK. Ich bin von SQ oder BR gutes Essen gewohnt.Auf meine Frage ob das eine fliegende Jugendherberg sei…Von oben herab : Hackbraten ist eine Kantonale Spezialität und bei unseren Gästen sehr beliebt…wie diese gehypte Currywurst bei AirBerlin…