Airbus A380: Bei diesen zehn Airlines könnt Ihr noch mit dem Superjumbo fliegen

Durch die Pandemie wurden die Karten neu gemischt, viele Airlines mussten sich neu sortieren und ihre Flotten auf den Prüfstand stellen. Der Airbus A380 hat dabei einige Male den Kürzeren gezogen, diverse Fluggesellschaften haben das Modell ausgemustert. Der Superjumbo ist schwer, wenig effizient und nicht so einfach das ganze Jahr über voll auszulasten. Gleichzeitig gehört der Airbus A380 weiterhin zu den beliebtesten Flugzeugen vieler Passagiere.

Tot ist der Gigant aber noch lange nicht. Zehn Fluggesellschaften betreiben den Airbus A380 weiterhin, einige investieren sogar wieder kräftig in den Vierstrahler. Lufthansa und British Airways bauen neue Business-Class-Kabinen ein, Emirates steckt Milliarden in die Modernisierung seiner Flotte und Etihad holt sogar den letzten abgestellten A380 nach mehr als sechs Jahren zurück. An anderer Stelle ist der Abschied allerdings bereits beschlossen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Zehn Airlines: Emirates bleibt mit 116 Airbus A380 mit riesigem Abstand der größte Betreiber.

🔧 Neue Kabinen: Lufthansa, British Airways und Emirates investieren weiter in den Superjumbo.

🔄 Bewegung in der Flotte: Etihad reaktiviert den neunten A380, während Qantas ab 2028 mit der Ausflottung beginnt.

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Diese zehn Airlines betreiben noch den Airbus A380

Insgesamt zehn Fluggesellschaften haben den Airbus A380 noch in der Flotte. Die Größenunterschiede sind dabei gewaltig. Emirates verfügt alleine über mehr Superjumbos als die übrigen Betreiber zusammen.

Airline Airbus A380
Emirates 116
British Airways 12
Singapore Airlines 12
Qantas 10
Etihad Airways 9
Lufthansa 8
Qatar Airways 8
Asiana Airlines 6
Korean Air 5
ANA All Nippon Airways 3

Der Golfcarrier spielt beim Airbus A380 in einer völlig anderen Liga. 116 Exemplare sind bei Emirates gelistet, die anderen Fluggesellschaften kommen selbst zusammen nicht auf diese Zahl. Für die in Dubai ansässige Gesellschaft ist der A380 weiterhin ein wichtiges Werkzeug, um große Passagiermengen über das Drehkreuz zu transportieren. Entsprechend viel Geld investiert Emirates in die bestehende Flotte.

Emirates Premium Economy Class. Foto: Alexander

Im Rahmen eines milliardenschweren Retrofit-Programms werden die meisten Maschinen modernisiert. Dabei zieht auch eine Premium Economy Class in immer mehr Flugzeuge ein. Selbst die dicht bestuhlten A380, die bisher nur über Business und Economy Class verfügten, werden inzwischen umgebaut.

British Airways baut den A380 zum Premium-Jet um

British Airways hat zwölf Airbus A380 und plant längerfristig mit dem Superjumbo. Die Briten investieren dafür in die Kabinen und machen den A380 noch stärker zu einem Premium-Flugzeug. Besonders beeindruckend ist die Größe der künftigen Business Class. Dort werden 110 Club Suites eingebaut, damit bekommt der British Airways A380 die größte Business-Class-Kabine in einem kommerziellen Passagierflugzeug.

Auch die Premium Economy wächst deutlich, während die Zahl der Economy-Sitze reduziert werden muss. Über die neue Kabine haben wir bereits berichtet. Der aufwendige Umbau hat inzwischen sogar Auswirkungen auf den Flugplan, da British Airways zeitweise mehrere Superjumbos aus dem Verkehr ziehen muss. Bei der Gelegenheit wird übrigens auch eine neue First Class eingebaut:

Singapore Airlines war der Erstkunde

Singapore Airlines war 2007 die erste Fluggesellschaft, die den Airbus A380 in den Liniendienst stellte. Heute befinden sich noch zwölf Exemplare in der Flotte. Die Superjumbos werden weiterhin auf wichtigen Langstrecken eingesetzt. Dazu gehört auch Frankfurt, weitere Ziele sind unter anderem London oder Melbourne.

Qantas beginnt 2028 mit dem Abschied

Qantas hat nach der Pandemie lange am Airbus A380 festgehalten und die Flugzeuge sogar modernisieren lassen. Inzwischen sind alle zehn verbliebenen Exemplare wieder zurück im Einsatz. Der letzte lange abgestellte Superjumbo kehrte Ende 2025 nach Australien zurück.

Inzwischen gibt es allerdings einen konkreten Zeitplan für den Abschied. Qantas will ab 2028 mit der Ausflottung des Airbus A380 beginnen. Die neuen Airbus A350-1000ULR des Project Sunrise und zusätzliche Boeing 787-9 sollen zunehmend Aufgaben der Vierstrahler übernehmen. Bis dahin bleibt der A380 ein wichtiger Bestandteil der internationalen Flotte. Qantas investiert sogar noch einmal in die Flugzeuge und rüstet sie unter anderem mit WLAN aus.

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Etihad holt sogar den letzten Airbus A380 zurück

Bei Etihad war das Comeback des Airbus A380 ziemlich überraschend. Nach der Pandemie sah es zunächst danach aus, als würde die Airline den Superjumbo überhaupt nicht mehr einsetzen. Doch die Nachfrage entwickelte sich anders und Etihad begann nach und nach mit der Reaktivierung. Inzwischen geht die Airline sogar den letzten Schritt: Die mit A6-APB registrierte Maschine ist nach rund sechseinhalb Jahren Standzeit im französischen Tarbes nach Abu Dhabi zurückgekehrt. Das Flugzeug muss dort noch umfangreich gewartet werden, bevor es wieder Passagiere befördern kann.

Damit sollen künftig neun Airbus A380 für Etihad fliegen. Von den ursprünglich zehn Exemplaren fehlt nur A6-APA, dieser Jet wurde bereits zerlegt. Ein besonderes Merkmal der Etihad-A380 bleibt die Residence. Das separate Drei-Zimmer-Produkt mit Wohnbereich, Schlafzimmer und eigenem Badezimmer gehört zu den außergewöhnlichsten Angeboten der kommerziellen Luftfahrt.

Lufthansa investiert wieder in „den Dicken“

Auch bei Lufthansa war der Airbus A380 eigentlich schon so gut wie Geschichte. Während der Pandemie wurde die gesamte Teilflotte stillgelegt, sechs Flugzeuge wurden an Airbus verkauft. Die schnelle Erholung der Nachfrage und die Verzögerungen bei neuen Langstreckenflugzeugen sorgten dann aber für das überraschende Comeback.

Inzwischen sind alle acht verbliebenen Airbus A380 wieder Teil der Lufthansa-Flotte. Inzwischen hat man beim Kranich beschlossen, wieder Geld in die Flugzeuge zu stecken. Alle acht A380 erhalten eine neue Business Class mit 68 Sitzen in einer 1-2-1-Konfiguration. Die ersten umgebauten Flugzeuge sind bereits unterwegs, bis Mitte 2027 soll die gesamte Teilflotte modernisiert sein.

Neue Lufthansa Business Class im Airbus A380, Foto: Robert

Qatar Airways bleibt eher widerwillig dabei

Für Qatar Airways war nach der Pandemie zunächst nicht klar, ob der Airbus A380 überhaupt zurückkehren würde. Konzernchef Akbar Al Baker bezeichnete die Anschaffung einst sogar als Fehler. Die starke Nachfrage und fehlende Kapazitäten führten dennoch zur Reaktivierung.

Acht Exemplare befinden sich in der Flotte. Der A380 nimmt bei Qatar Airways auch deshalb eine besondere Rolle ein, weil er weiterhin eine First Class bietet. Eine Liebeserklärung an den Superjumbo ist der weitere Einsatz trotzdem nicht. Qatar Airways will sich langfristig von den Flugzeugen trennen, sobald ausreichend Ersatz zur Verfügung steht.

Review: Qatar Airways Business Class im Airbus A380 | An der Bar nach Bangkok

Asiana und Korean Air werden zu einem Betreiber

Noch tauchen Asiana Airlines und Korean Air getrennt in der Liste auf. Asiana verfügt über sechs Airbus A380, Korean Air über fünf. Damit kommen die beiden koreanischen Fluggesellschaften gemeinsam auf elf Superjumbos. Diese Trennung wird allerdings nicht mehr lange bestehen. Die Fusion der beiden Gesellschaften ist inzwischen endgültig beschlossen. Am 17. Dezember 2026 soll die integrierte Korean Air starten, Asiana geht dabei in Korean Air auf.

Damit wird sich auch die A380-Landschaft verändern. Rein rechnerisch verfügt die neue Gesellschaft zunächst über elf Airbus A380. Langfristig sollen die Vierstrahler allerdings aus der Flotte verschwinden und durch effizientere Flugzeuge ersetzt werden. Ein Alleinstellungsmerkmal der bisherigen Korean-Air-A380 ist der Duty-Free-Bereich in der Kabine.

ANA hat nur drei Airbus A380

ANA All Nippon Airways betreibt lediglich drei Airbus A380. Die Flugzeuge waren ursprünglich für Skymark Airlines vorgesehen und wurden schließlich von ANA übernommen. Die drei auffällig lackierten „Flying Honu“ sind speziell auf den Hawaii-Verkehr zugeschnitten und pendeln zwischen Tokio Narita und Honolulu. Jeder A380 bietet 520 Plätze mit First, Business, Premium Economy und Economy Class.

Bei diesen zehn Airlines könnt Ihr noch mit dem Superjumbo fliegen | Frankfurtflyer Kommentar

Zehn Fluggesellschaften betreiben derzeit noch den Airbus A380, wobei sich diese Zahl schon bald verändern wird. Wenn Asiana im Dezember in Korean Air aufgeht, gibt es zumindest auf dem Papier einen Betreiber weniger. Spannend ist auch, wie unterschiedlich sich die Geschichte des A380 entwickelt hat. Vor wenigen Jahren sah es danach aus, als könnte die Pandemie dem Superjumbo endgültig den Rest geben.

Stattdessen holt Etihad nun sogar den letzten abgestellten Jet zurück, Lufthansa baut alle acht Flugzeuge um und British Airways investiert ebenfalls kräftig in eine neue Kabine. Emirates hat ohnehin kaum eine andere Wahl und renoviert den Großteil seiner riesigen Flotte.

Ewig wird das Comeback trotzdem nicht dauern. Qantas hat den Beginn der Ausflottung bereits für 2028 angekündigt und auch bei anderen Airlines wartet man letztlich nur noch auf geeigneten Ersatz. Bis dahin dürfte uns „der Dicke“ aber noch einige Jahre erhalten bleiben. Und ganz offensichtlich gibt es weiterhin Strecken, auf denen selbst ein Flugzeug mit über 500 Sitzen sinnvoll eingesetzt werden kann.

 

5 Kommentare

  1. Und wer kauft dann die Qantas A380? Ich glaube nicht, dass Qantas überhaupt adäquaten Ersatz für die A380 findet, die Boeing 777-9 ist doch viel zu klein, sofern sie überhaupt jemals fliegt, Lufthansa hat ja gerade das Jahr 2027 bereits abgeschrieben. Und Qantas ist in London auf den A380 angewiesen, da man in Heathrow keine freien Slots hat, Qantas kann also nicht mehr Flugzeuge nach Heathrow einsetzen, ohne den A380 muss Qantas seine Kapazitäten nach London massiv senken, und London ist nun mal der Hauptmarkt für Qantas in Europa. Ich gehe daher eher davon aus, dass der A380 auch bei Qantas noch einige Jahre fliegen wird, sehr zur Freude der Passagiere.

  2. Als ich das letzte Mal in Bangkok war standen dort mehrere A380 von Thai ungenutzt in der Sonne… Extrem traurig…
    Hatte Air France nicht auch Anfangs A380?
    Die A380 die ich ich Teruel gesehen und fotografiert hatte sind zum Glück wieder bei LH zurück in Dienst. Aber diese vielen A340-600 die dort stehen treiben einem die Tränen in die Augen…

    • Ja, AF hatte 10 Exemplare ab 2009. Der letzte reguläre Flug fand 2019 statt und ein „Ehrenflug“ zur Verabschiedung 2020. Ein wunderbares Flugzeug, ich habe die Flüge immer geliebt.

  3. Wieder einmal so ein mehr oder weniger redaktioneller bla-bla Artikel, der das größte Problem des A380 nicht erwähnt.

    Ob es Redakteur Robert trotzdem geläufig sein könnte?

    • Schreib doch bitte einmal etwas ausführlicher Deine Meinung. Bin immer neugierig.

      Seitens der Fluggesellschaften ist die Geschichte vermutlich eher trivial. Die rechnen einfach nach Gewinn pro Sitzplatz, wie genau der zustande kommt, ist eher zweitrangig.

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