Besonders in den USA, aber auch weltweit sorgen die nun nach und nach vom US-Justizministerium veröffentlichten „Epstein Files“ für viel Aufsehen. Vor allem stellt sich hier immer die Frage, wer in diesen brisanten FBI-Ermittlungsakten rund um den inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter alles vorkommt. Auf den über sechs Millionen Seiten, die die Epstein Files umfassen sollen, tauchen unzählige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben auf – und auch Lufthansa hat es offenbar in die Akten geschafft.
✈️ Lufthansa Technik wird in den veröffentlichten Epstein Files erwähnt – allerdings nur in geschäftlicher Korrespondenz.
🛩️ Es ging um eine mögliche Kaufinspektion für eine Boeing 737-700 BBJ.
📄 Laut Lufthansa kam es weder zu einem Geschäftsabschluss noch zu persönlichen Kontakten.
Lufthansa ist über Lufthansa Technik in den Epstein Files vertreten. Dabei ging es darum, dass Lufthansa Technik bei der möglichen Anschaffung eines neuen Privatjets für Epstein helfen sollte. Der Milliardär wollte seine inzwischen sehr berühmte Boeing 727-100, die auch gerne als „Lolita Express“ bezeichnet wurde, offenbar gegen ein moderneres Flugzeug ersetzen und hatte dabei eine Boeing 737-700 in der Boeing Business Jet (BBJ)-Version im Blick.
Mitte der 2010er-Jahre interessierte sich Epstein wohl recht konkret für einen BBJ, der in Genf abgestellt war und 1998 gebaut wurde. Ein Broker kümmerte sich um die Angelegenheiten von Epstein und nahm im Zuge eines möglichen Erwerbs auch Kontakt mit Lufthansa Technik auf.

Lufthansa Technik sollte ein Angebot für eine „Pre-Buy Inspection“ sowie einen „A2-Check“ abgeben. Der Kostenpunkt lag bei 38.700 Euro für die Kaufinspektion und 31.500 Euro für die kleinere Wartung. Die Korrespondenz zwischen Lufthansa Technik und dem Broker wurde an Epstein weitergeleitet, weshalb sie nun in den Epstein Files zu finden ist. Direkten Kontakt zwischen Lufthansa und Jeffrey Epstein gab es wohl nie.
Gegenüber aero.de kommentierte ein Sprecher von Lufthansa:
Lufthansa Technik ist über die Veröffentlichung bestimmter Unterlagen durch das US Department of Justice informiert. Es handelt sich ausschließlich um routinemäßige geschäftliche Korrespondenz zu möglichen technischen Arbeiten im Rahmen eines Kaufs eines Flugzeugs. Zu einem Geschäftsabschluss ist es nicht gekommen, auch gab es keine persönlichen Kontakte zu dem dahinter stehenden Interessenten.
Auch Lufthansa ist in den Epstein Files | Frankfurtflyer Kommentar
Die Epstein Files strahlen inzwischen in viele Branchen aus – auch in die Travel-Industrie, selbst wenn sie dort eigentlich keine zentrale Rolle spielen sollten. Zuletzt musste sogar ein Chairman von Hyatt seinen Posten räumen, nachdem er in den Epstein Files mit fragwürdigen E-Mails aufgefallen war. Nun taucht auch Lufthansa Technik in den Unterlagen auf, wenn auch offenbar in einer absolut unbedeutenden Rolle.
Lufthansa dürfte hier nicht das einzige Unternehmen aus der Luftfahrt sein, das in den Epstein Files erwähnt wird. Vermutlich lässt sich nahezu jedes größere Unternehmen irgendwo auf den sechs Millionen Seiten finden. Wirklich nennenswert ist dies in den allermeisten Fällen jedoch nicht – so auch im Fall von Lufthansa. Einen Skandal kann man hier beim besten Willen nicht erkennen.
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