Beinahe Katastrophe: SAS Airbus A320 versucht in Brüssel vom Rollweg zu starten

Dass Flugzeuge versehentlich versuchen von einem Rollweg zu starten, ist durchaus schon vorgekommen, und auch versehentliche Landungen auf einem Taxiway anstelle einer Start- und Landebahn hat es schon gegeben. Ungefährlich ist dies aber nicht, und zum Glück werden diese Fehler meist sehr schnell bemerkt, sodass sie risikoarm abgebrochen werden können.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🚨 Beinahe-Unfall in Brüssel: SAS A320 beschleunigt versehentlich auf einem Taxiway.
✈️ Startabbruch bei 107 Knoten: Fehler erst kurz vor der Rotationsgeschwindigkeit bemerkt.
🔥 Flugzeug nicht mehr flugfähig: Überhitzte Bremsen legen den Airbus lahm.

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Am 5. Februar 2026 ist es in Brüssel allerdings zu einem Zwischenfall gekommen, welcher durchaus das Potenzial zu einer Katastrophe gehabt hätte, denn ein SAS Airbus A320 versuchte versehentlich, auf einem Taxiway zu starten. Dieser Fehler wurde erst sehr spät bemerkt, was zu einer High-Speed-Bremsung führte, um Schlimmeres zu verhindern.

Der Airbus A320neo von SAS mit der Registrierung SE-ROM sollte am 5. Februar als SK 2590 von Brüssel nach Kopenhagen zurückfliegen. Der Flug hatte eine Startfreigabe für die Startbahn 7R, allerdings ist man hier eine Abzweigung zu früh auf den Taxiway V1 abgebogen, welcher parallel zur Startbahn verläuft und kurz vor dem Treibstoffdepot des Airports endet.

Der Airbus A320 hat hier für den Start beschleunigt, und erst bei 107 Knoten, kurz vor dem Erreichen der Startgeschwindigkeit, wurde der Fehler bemerkt und der Start abgebrochen. Der Airbus A320neo kam erst kurz vor dem Ende des Rollweges zum Stehen.

Passagiere an Bord haben den Vorfall als dramatisch beschrieben, aufgrund der sehr plötzlichen und starken Bremsung. Wie stark man hier gebremst hat, kann man auch daran sehen, dass der Airbus A320 nach dem Vorfall nicht mehr flugfähig war, da die Bremsen überhitzt waren.

Die Passagiere mussten das Flugzeug über Treppen verlassen und wurden mit Bussen zurück zum Flughafengebäude gebracht. Der Flug wurde infolge des Vorfalls gestrichen, und die Passagiere wurden auf andere Flüge umgebucht. Der betroffene Airbus A320neo befindet sich noch immer am Flughafen von Brüssel und ist auch 24 Stunden nach dem Vorfall noch nicht wieder abgehoben.

Beinahe Katastrophe: SAS Airbus A320 versucht in Brüssel vom Rollweg zu starten | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist etwas, das leider immer wieder passiert, aber eigentlich nicht passieren darf. Meist bemerken Lotsen oder Piloten aber sehr schnell, dass sie nicht auf der richtigen Bahn sind, sodass solche Startversuche frühzeitig abgebrochen werden können. In diesem Fall wurde es wohl sehr spät bemerkt, und entsprechend knapp war das Ganze auch.

Es gibt hier natürlich noch keinen Untersuchungsbericht, allerdings bin ich gespannt, ob hier weitere Fakten öffentlich werden, wie es genau zu dieser Verwechslung gekommen ist und weshalb erst so spät dieser Start abgebrochen wurde.

Danke: OMAAT

12 Kommentare

  1. Das kommt auf das Ergebnis der Untersuchung an. Vorsatz wird es nicht gewesen sein. Kommt also nur Fahrlässigkeit oder grobe Fahrlässigkeit in Frage. Es ist um jeden Fall alles andere als angenehm für die Crew.

  2. Aufgrund von Non-punishment Culture wird es hier wahrscheinlich keine Konsequenzen geben. Ob das in dem Fall gut oder schlecht ist dahin gestellt.
    Brüssel kann mit seinen Taxiways tatsächlich an den“ Junctions“ etwas unübersichtlich sein. Ich hoffe, dass man seitens der Behörde hier den Schwerpunkt bei der Untersuchung legt.

    Die Hansa führt als Konsequenz zum Beispiel für ihre Gruppe nun Einstellungstests ein, bei dem man nicht nur Würfel drehen muss, aber auch den Weg zum Assessment-Centers auf anhieb findet. Geht alles in die Bewertung ein.

  3. Ja, so ein Take-off Abort ist sehr ärgerlich, führt er meistens zu Umbuchungen. Ich habe das weltweit mehrfach erlebt. Kritisch wird es erst, wenn der Pilot bei ca. 180 km/h sehr kräftig auf die Bremse steigen muss, so dass das Flugzeug sehr stark nach vorne neigt wie bei einer Verbeugung und die Passagiere von Glück sprechen können, dass sie angeschnallt sind. In meinem Fall lag es jedoch an der falschen Triebwerksanzeige. So geschehen bei einem LH-Flug von Athen nach München vor ca. 22 Jahren. Dennoch sollte man solch Ereignisse nicht dramatisieren, die Piloten sind auf solche Vorkommnisse trainiert. Hier ist daher weniger Panikmache angezeigt, d.h. je mehr darüber berichtet wird, desto mehr werden potentielle Passagiere verunsichert. Daher sind weniger öffentliche Berichte über solche Vorfälle besser als zu viel Publicity.

    • Zum einen fand der aborted takeoff auf einem kurzen taxiway und nicht auf dem runway statt. Zum anderen sehe ich hier nirgends Panikmache oder Dramatisierung.

      Wie diese Angelegenheit hätte ausgehen können, dürfte jeder erkennen, der auch nur etwas Ahnung von der Materie hat. In den Jahrzehnten als Vielfliegerin habe ich bereits Startabbrüche erlebt, allerdings immer auf der Startbahn.

      Über diesen Vorfall muss berichtet werden, und vor allem muss dieser Vorfall genau untersucht werden: Offenlegen, lernen, Konsequenzen ziehen und die Flugsicherheit weiter erhöhen.

      Sie hören sich an wie ein ehemaliger Bundesinnenminister, der relevante Fakten nicht öffentlich machen wollte, weil diese „die Bevölkerung verunsichern“ würden.
      Heute wie damals und im damaligen wie im heutigen Kontext sind eine solche Argumentation und Vorgehensweise nicht nur höchst fragwürdig, sondern in meinen Augen hanebüchener Unfug.

  4. Beim Erreichen der Runway müssen beide Piloten diese durch Ausrufen bestätigen, und trotzdem geschieht sowas? Es sind halt alles Menschen und niemand ist perfekt….
    Dann, hat das Flugzeug kein RAAS (Runway Advisory Alerting System)? Ist doch heutzutage Standard. Fliegen ist aber immer noch sicherer als bei Grün über die Straße zu gehen.

  5. SQ 006 startete im Jahr 2000 in Taipeh sogar auf einer wegen Bauarbeiten geschlossenen Piste.
    Es war Nacht und es herrschte Sturm und Regen, deshalb konnten die auf der Piste geparkten Baumaschinen erst im letzten Moment erkannt werden. Zu spät jedoch. Es kam zur unvermeidlichen Kollision mit mehreren Toten.

  6. Ja das war damals so, schlechte Sicht und mangelnde Beschilderung trugen zu dieser Tragödie in Taipeh bei, aber auf einem Taxiway zu starten zu wollen ist eine ganz andere Geschichte, dazu gehört schon viel Ignoranz bei klarer Sicht, zumal die Dimensionen der eigentlichen Runway etwas andere sind.

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